Cocktails, Royal Caribbean International

Royal-Caribbean-Getränkepaket versehentlich für 18 statt 55 Dollar

Zahlreiche Kunden von Royal Caribbean International konnten sich in der Nacht zum Montag, 2. Juli, über ein ungewöhnlich günstiges Angebot freuen: Für einige Reisen wurde das „Deluxe“-Getränkepaket online versehentlich für 18 statt der eigentlichen 55 Dollar verkauft.

Laut Royal Caribbean International stand das irrtümlich viel zu niedrige Angebot für rund neuneinhalb Stunden im Online-Buchungsbereich der Website bereit. Betroffen waren einige Kreuzfahrten in 2020, unter anderem auf der Serenade of the Seas. Typischerweise kostet das „Deluxe“-Getränkepaket zwischen 40 und 52 Dollar, wenn man es vorab online bucht. 18 Dollar waren dafür also ein extremes Schnäppchen.

Zunächst hieß es, RCI werde die auf diesem Weg gebuchten Getränkepakete stornieren. Nach Protesten der Kunden überlegte es sich die Reederei dann aber doch anders und teilte in einer untypisch salopp formulierten E-Mail mit, dass man zu dem „deal of the century“, also: Jahrhundert-Deal, stehe und die Kunden das Paket zu diesem Preis behalten könnten. In der E-Mail heißt es weiter: „Genießen Sie diesen hohen, hohen Rabatt, während wir unsere Sorgen ertränken“.

Ein wenig unglücklich waren danach nur noch Kunden aus Europa: Für sie war der irrtümliche Tarif realistischerweise nicht zu buchen, weil der Fehler mitten in der Nacht europäischer Zeit auftrat.

Das Deluxe-Getänkepaket beinhaltet bei Royal Caribbean sämtliche Getränke mit einem Preis von bis zu 13 Dollar auf den Barkarten, was nahezu alle Getränke einschließt.

Weder im amerikanischen, noch deutschen Recht gibt es Verpflichtung, ein solches offensichtlich versehentliche Angebot aufrechtzuerhalten beziehungsweise zu erfüllen. Unternehmen, denen solche Fehler unterlaufen, gewähren den günstigeren Preis aber aus Kulanz meist dennoch.

In der Kreuzfahrt sind solche „Error Fares“ recht selten. Häufiger gibt es extrem günstige, irrtümlich ausgewiesene Preise bei Hotels und vor allem in der Luftfahrt. Je extremer der Preisunterschied zum regulären Preis ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Airlines den Schnäppchentarif nicht akzeptieren und das Ticket stornieren. Häufig aber kann man mit einer Error Fare durchkommen. Ein besonders extremes Beispiel: Bei Cathay Pacific waren zum Jahreswechsel 2018/19 First-Class-Tickets von Hanoi nach Vancouver für 865 Euro zu haben – die Airline akzeptierte letztlich zähneknirschend via Twitter mit den Hashtags #promisemadepromisekept und #lessonlearnt.

4 Kommentare

4 Kommentare zu “Royal-Caribbean-Getränkepaket versehentlich für 18 statt 55 Dollar

  1. Bei Costa ist ja je nach Kabine ein Paket schon dabei. Dort finde ich es lohnt sich. Hat Kollege Morr sogar mal ein Video gemacht..

  2. Da kann ich mir ein Schmunzeln für normalerweise derartig freche Paketpreise nicht verkneifen und freue mich über diese Panne. Costa macht es richtig mit seinen 30,– pro Tag (bzw. In dieser Höhe integrierten Premium-Preisen). Denn nachdem die ersten beiden Reisetage die 30,– noch rechtfertigen, flaut das Konsumverhalten doch deutlich bis zum Kreuzfahrtende ab. Und da hilft es auch nix, dass Reedereien deren Getränkepreise in der Barkarte künstlich nach oben treiben, um die Pakete zu pushen. Doch was RCCL mit seinen Paketpreisen veranstaltet, ist ja wirklich eine riesige Frechheit. Seither habe ich RCCL leider den Rücken gekehrt, weil ich dies nicht unterstütze.

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