Seabourn Venture (Bild: Seabourn / T- Mariotti)

Seabourn Venture jetzt offiziell Teil der Seabourn-Flotte

Seabourn hat mit der Seabourn Venture in der Werft T. Mariotti in Genua ihr erstes speziell für Expeditionskreuzfahrten gebautes Kreuzfahrtschiff übernommen. Die Auslieferung hatte sich während der Pandemie mehrfach verzögert. Zur Jungfernfahrt startet das Schiff nun am 27. Juli 2022 von Tromsö aus nach Spitzbergen.

Auch wenn Seabourn schon länger Kreuzfahrten mit Expeditionscharakter anbietet, ist die Seabourn Venture doch das erste Kreuzfahrtschiff der Reederei, das explizit für diesen Zweck gebaut wurde.  Das luxuriöse Expeditionsschiff bietet Platz für bis zu 264 Passagiere und 120 Crew-Mitglieder. Es hat eine Tonnage von BRZ 23.615 und fährt unter der Flagge der Bahamas.

Mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe, PC6, ist die Seabourn Venture auch für schwierige Eisbedingungen gerüstet. Zugleich verfügt die Seabourn Venture – für ein Expeditionskreuzfahrtschiff eher ungewöhnlich – über Pod-Antrieb für größtmögliche Manövrierbarkeit.

Die Seabourn Venture hat einen speziellen Ausstieg („Ice Egress Gangway“), über den die Passagiere direkt vom Schiff auf See-Eis umsteigen können, um dort ein paar Schritte zu laufen. Eine hochauflösende Cineflex-Kamera soll Wildtiere am Eis oder an Land aus bis zu vier Meilen Entfernung heranzoomen und auf Monitoren an Bord zeigen, hinzu kommt eine Drohne mit Live-Übertragung.

Mit zwei U-Boote für jeweils sechs Passagiere und einer Tauchtiefe von bis zu 300 Metern können die Passagiere der Seabourn Venture sogar im Meer abtauchen. Bei acht bis neun möglichen Tauchgängen pro Tag könnten laut Seabourn innerhalb von zwei Tagen alle Passagiere einmal im U-Boot mitfahren. Trotz umfassendem All-inclusive-Konzept von Seabourn wird die Fahrt im U-Boot allerdings, ähnlich wie besonders exklusive Landausflüge, extra kosten.

Ursprünglich sollte die Seabourn Venture bereits vor gut einem Jahr im Juni 2021 in Dienst gehen. Probleme bei den Lieferketten sowie andere Folgen der Pandemie hatten den Bau bei T. Mariotti in Triest und Genua jedoch immer wieder verzögert, so wie bei vielen anderen Neubauten in dieser Zeit.

Der Rumpf der Seabourn Venture wurde in der Werft T. Mariotti San Giorgio di Nogaro nahe Triest gebaut und dort bereits mit Motoren, Generatoren und der wesentlichen Ausrüstung der Maschinenräume ausgestattet. Ende März 2021 wurde das Schiff rund 1.200 Seemeilen zur Werft T. Mariotti nach Genua geschleppt, wo es fertig gebaut wurde.

Ein Schwesternschiff zur Seabourn Venture mit dem Namen Seabourn Pursuit ist in Bau und soll nach letztem offiziellen Stand im Februar 2023 fertig werden.

Die elftägige Jungfernreise der Seabourn Venture beginnt am 27. Juli 2022 im norwegischen Tromsö und führt zunächst entlang der norwegischen Küste und dann nach Spitzbergen, wo die Reise am 7. August in Longyearbyen zu Ende geht.

4 Kommentare

4 Gedanken zu „Seabourn Venture jetzt offiziell Teil der Seabourn-Flotte“

  1. Guten Tag Franz Neumeier.
    Was kostet die Kabine am Tag / P.
    Ich schätze mal ab 500 Euro .
    Ist bestimmt ein tolles Erlebnis damit zu fahren.
    Gruß Alfred.

  2. @Alfred Kraus: Ich hab’s mal schnell überschlagen nach den Preisen der Reisen der kommenden Monate. Es sind wohl eher ab 850/900 Euro pro Nacht.

  3. Schönen guten Tag!
    Wie ist Ihre Auffassung zu der enormen Anzahl an Expeditionsschiffen, die aktuell in Betrieb genommen, gebaut oder fest beauftragt sind? Grunsätzlich gäbe es rund um den Globus ja viele faszinierende mögliche und auch noch weitgehend unerschlossene Fahrtregionen (Chile, südl. Südsee, Nordwest-Australien, Afrikas Westküste, Große Seen usw.) – am Ende konkurrieren aber doch alle um die 3 großen Highlights: Spitzbergen, Grönland, Antarktis. Vor allen in der Antarktis macht sich bei mir Unbehagen ob der stark steigenden Zahl an Schiffen breit. Das alle Anbieter grundsätzlich verantwortungsvoll arbeiten, setze ich jetzt einfach mal voraus, aber die pure zusätzliche Menge an Besuchern, inkl. einiger neuer „Gimmicks“ wie Helikopter und U-Boote werden sicherlich nicht nur positives bringen. Mögen Sie Ihre Gedanken – vielleicht mal in einem Podcast – teilen?

  4. @Michael: Ein ziemlich schwieriges Thema, weil sehr mit Ideologie beladen und in vielen Teilen auch einfach Ansichtssache. Arktis und Antarktis sind in der jeweiligen Hochsaison die bevorzugten Ziele, aber warme Expeditionsgebiete sind stark im Kommen, das ist ein deutlicher Trend. Was man nicht übersehen darf ist, dass die neuen Schiffe auch nicht alle zusätzlich sind, sondern alte Expeditionsschiffe auch ausgemustert werden. Aber insgesamt steigt die Kapazität, keine Frage.
    Für diese Expeditionen auch mit immer mehr Menschen spricht, dass es dem Umwelt- und Naturschutz sehr wahrscheinlich mehr dient als es schadet. Denn der Mensch schützt, was er kennt. Ein abstrakter Eisbär irgendwo in Grönland ist putzig anzusehen im Fernsehen; aber soll ich dafür meinen SUV abschaffen? Wenn jemand aber man dort war, den Klimawandel erlebt hat, gesehen hat, wie die Eisbären damit kämpfen, der wird nicht nur seine eigene Einstellung (zumindest bis zu einem gewissen Grad9 ändern, sondern auch Einfluss auf sein Umfeld ausüben. Und wenn man die Preise der Reisen ansieht, dann sind das Menschen, die wahrscheinlich eher großen Einfluss in der Gesellschaft haben.
    Bzgl. Antarktis empfehle ich, einen Blick auf das (sehr kleine) Fahrtgebiet der Schiffe dort, nämlich die Antarktische Halbinsel nahe Südamerika, mit der immensen Größe der Antarktis in Relation zu setzen. Das ist, als würden wir darüber diskutieren, ob drei Fliegen mehr, die um das Auge einer Kuh herumschwirren, eine ernsthafte Bedrohung für den Gesamtbestand der Kühe darstellen ;-) Sorry, für den despektierlichen Vergleich ;-)
    Die paar wenigen U-Boote stellen sicherlich keinerlei Gefahr dar; die Hubschrauber vielleicht schon eher. Aber auch da sollte man genau hinsehen und das in Relation setzen zu dem, was Forschungsmissionen in diesen Regionen tun, die viel intensiver und tiefer in die Systeme dort eingreifen, als das die (dennoch wenigen) Kreuzfahrtschiff je könnten oder täten. Und auch längst nicht alle Forschungsarbeiten sind wirklich so sinnvoll, dass der Eingriff gerechtfertigt wäre – nur dass man das bei der Forschung erst gar nicht hinterfragt.
    Aber all diese Gedanken kratzen natürlich nur sehr an der Oberfläche Das Ganze ist, wie schon gesagt, ein ziemlich komplexes Thema …

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