„Deng“. Diesen kalten, harten Schlag fürchten Seeleute und Taufpatinnen bei einer Schiffstaufe am meisten. Es ist das Geräusch, mit dem die Champagnerflasche am Stahl der Bordwand abprallt, statt mit einem satten „Paff“ berstend Champagnerschaum über den Schiffsrumpf zu verspritzt.
Dieses stählerne „Deng“ mag Eva Herzigova wieder in den Ohren geklungen haben, als sie vom Unglück der Costa Concordia vom Freitag, den 13. Januar 2012 erfuhr. Denn als sie das spätere Katastrophen-Kreuzfahrtschiff am 7. Juli 2006 in Civitavecchia taufte, passierte genau das: Die Flasche zerplatzte nicht. Enttäuschte „Ohs“ sind in einem Youtube-Video von dem Ereignis zu hören. Die Blaskapelle setzt an, hört nach zwei Takten wieder auf zu spielen. Zögerlich klatscht das Publikum, mehr aufmunternd als freudig.
Wer ist die Taufpatin oder der Taufpate?
Rund um Schiffstaufen gibt es zahlreiche Anekdoten, doch umfassende Statistiken gibt es nicht. Deshalb habe ich selbst recherchiert, was sich als überraschend aufwendig erwies. Am Ende dieses Beitrags finden Sie einige spannende Statistiken zu Kreuzfahrtschiff-Taufpatinnen: Wo wurden die meisten Schiffe getauft? Welche Berufe haben die Taufpaten und -patinnen? … und noch einiges mehr.
Seemännischer Aberglaube kennt viele schlechte Omen. Eine nicht zerbrochene Flasche ist eines der bedrohlichsten, nur übertroffen von einem gänzlich ungetauften Schiff. Wie einst die Titanic. Aber das ist eine andere Geschichte.

Eigentlich wäre der Fauxpas bei der Costa Concordia gar nicht so schlimm gewesen. Denn wie so oft war das Schiff, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, bereits Monate zuvor schon einmal getauft worden. Das ist bei vielen Reedereien traditionell beim Stapellauf üblich, sobald das Schiffs ins Wasser kommt, in heutigen Zeiten beim Fluten des Baudocks, dem sogenannten Aufschwimmen.
Die Patinnen solcher Taufen in der Werft führen die Traditionen fort und beruhigen die abergläubische Furcht der Seeleute vor allerlei Unbill. Ihre Namen treten selten öffentlich in Erscheinung, diese Frauen sind aber die heimlichen Heldinnen der Seefahrt.

Bei der Costa Concordia schlug das Schicksal jedoch erbarmungslos zu: Auch bei der ersten Taufe noch in der Fincantieri-Werft Sestri Ponente in Genua einige Monate vor der großen Tauffeier war die Champagnerflasche nicht geborsten.
Tauf-Rituale zwischen ernst genommenen Traditionen und Aberglaube
Das alles als Aberglaube aus längst vergangenen Zeiten abzutun, wäre zu einfach. Auch wenn viele Kreuzfahrtschiffe von Poseidon respektive Neptun trotz Pannen bei der Taufe gänzlich unbehelligt über die Weltmeere fahren, spielen Aberglaube, Symbole und Riten in der Seefahrt bis heute eine große Rolle. George Hodgkinson, Autor des Buches „A History of Ship Launches and their Ceremonies“, formuliert: „Das Gefühl, das allen Taufzeremonien zugrunde liegt, ist Angst.“
Wer bei den fröhlichen Tauf-Events genau hinsieht, bemerkt den angespannten Gesichtsausdruck beim Kapitän und der Taufpatin bis hin zu einfachen Crew-Mitgliedern kurz vor dem Taufakt. Er schlägt in ängstliche Unsicherheit um, wenn etwas schiefgeht.

Jedenfalls, wenn die Panne überhaupt auffällt. Für die wenigen Zeugen der Szene bleibt beispielsweise die Taufe der Fähre Moby Fantasy im Juni 2023 in Olbia unvergessen. Während die Taufgäste im Festzelt den vermeintlichen Live-Stream einer Bilderbuchtaufe sehen, mutmaßlich bei einem Probedurchlauf aufgezeichnet, prallt draußen nur wenige Meter entfernt die Flasche mit dem gefürchteten „Dong“ von der Bordwand ab und baumelt einige Minuten an ihrem Halteseil.

Jubel im Festzelt, Ratlosigkeit bei dem Techniker, der draußen für den Abbau zuständig ist. Einen Moment lang hält der die Flasche unschlüssig in der Hand. Dann holt er aus und wirft sie gegen die Bordwand, wo sie – was für ein Glück – nun tatsächlich zerplatzt. Ob die Taufpatin der Moby Fantasy, die italienische Skirennläuferin Sofia Goggia, wohl je von dieser Panne erfahren hat?
Deutsche Kreuzfahrt-Reedereien bleiben von Taufpannen nicht verschont, etwa bei der Taufe der AIDAperla (Taufpatin Lena Gercke) oder Mein Schiff 6 (Iveta Apkalna). Keine Gnade durch zu stabile Champagnerflaschen erfuhren auch Schauspielerinnen wie Helen Mirren bei der Taufe der Kreuzfahrt-Superyacht Scenic Eclipse …

… und Judy Dench bei der Carnival Legend. Sogar königlich Hoheiten wie Camilla, damals noch Herzogin von Cornwall, bei Cunard Lines Queen Victoria, und Prinzessin Anne bei P&O Cruises‘ Aurora traf es.
Aus Camillas Missgeschick wurde in der britischen Boulevardpresse sogleich „Camillas Fluch“. Denn schon auf der Jungfernfahrt der Queen Victoria breitete sich ein aggressiver Magen-Darm-Virus unter den Passagieren aus. Und bei der Ankunft in Valletta in Malta rammte das Kreuzfahrtschiff die Pier so heftig, dass der Schaden, immerhin oberhalb der Wasserlinie, vor der Weiterfahrt provisorisch abgedichtet werden musste.

Einer der skurrilsten Tauf-Momente, der sich irgendwann um das Jahr 1805 abgespielt haben muss, ist nur vage überliefert. Die Folgen zeigen sich aber selbst bei heutigen Taufen gelegentlich noch. Eine heute nicht mehr genauer identifizierte Prinzessin von Hannover soll mit einer mehr schwungvoll als zielgerichtet geschleuderten Flasche das zu taufende Schiff komplett verfehlt und stattdessen einen Zuschauer getroffen haben. Heutzutage würde dieser Moment wohl als „Fail“-Video bei Tiktok viral gehen.

Kurze Zeit nach diesem Zwischenfall taucht in den Anweisungen der englischen Admiralität jedenfalls die Vorschrift auf, dass Flaschen bei der Taufe von Schiffen mit einer Schnur zu sichern seien.
Warum eigentlich Champagner?
Der Brauch, eine Champagnerflasche am Schiff zerschellen zu lassen, oder direkt von Hand am Bug des Schiffs zu zerschlagen, kam wohl Ende des 17. Jahrhunderts in Mode, hat sich aber aus vorhergehenden Riten entwickelt. Im Kern geht es bei der Taufe um eine Opfergabe, mit denen die Götter des Meeres und der Winde besänftigt werden sollen. Aus dem Blut aus Tieropfern wurde schon in der Antike bald Rotwein. Lange Zeit wurde aber auch schlicht mit Meerwasser getauft.

Bei den Engländern kam Rotwein seit dem 15. Jahrhundert wieder in Gebrauch, später war Madeira-Wein sehr beliebt. Der übrigens zu dieser Zeit noch männliche Taufpate, oder auch der Kapitän selbst, trank zunächst von dem Wein, bevor er den Rest an Deck des Schiffs ausgoss und den meist wertvoll verzierten Becher anschließend über Bord warf.

Mit welcher Flüssigkeit ein Schiff getauft wird, ist gelegentlich auch pures Marketing, wenn etwa bei der Star Princess die Taufeltern Camila & Matthew McConaughey ihr Edel-Tequila-Marke promoten, oder der Rapper Pitbull die Norwegian Escape mit seinem eigenen Wodka tauft. Aber auch Aquavit (Viking Ocean Cruises), Rum (Arvia), Canadian Whisky (Victory I) oder Weißwein (Queen Elizabeth) kamen jüngst zum Einsatz. Mehrere Expeditionskreuzfahrtschiffe wurden mit einem Eisblock getauft (Roald Amundsen, Fridtjof Nansen, Ocean Victory, Silver Endeavour, Douglas Mawson) und die Celebrity Edge mit Rücksicht auf die Religion der Taufpatin Malala Yousafzai mit Mineralwasser.


Zu einem aufsehenerregenden Politikum wurde die Schaumweinmarke bei der Taufe der kaiserlich-deutschen Yacht „Meteor III“ im Jahr 1902 in New York, von den Zeitungen als „Champagnerkrieg“ zugespitzt. Von Moët & Chandon bestochen, hatte der Werftbesitzer den eigentlich vorgesehenen, deutschen Rheingold-Sekt von Söhnlein heimlich gegen eine Flasche Moët & Chandon White Star ausgetauscht. Als Söhnlein anschließend dennoch damit warb, die Kaiser-Yacht von Wilhelm II. sei mit Söhnlein-Sekt getauft worden, wollte sich Moët & Chandon das nicht gefallen lassen, zog aufsehenerregend vor Gericht – und verlor.
Die größte Champagner-Flasche für das größte Kreuzfahrtschiff der Welt
Wie eng Champagner und Schiffe miteinander verbunden sind, zeigt auch ein anderes Beispiel: Sogar eine Champagnerflaschen-Größe ist nach einem Kreuzfahrtschiff benannt. Taittinger kreierte 1988 die 25 Liter fassende „Sovereign“ als damals größte Flaschengröße für Champagner, passend zur Taufe von Royal Caribbeans „Sovereign of the Seas“, dem ersten „Megaship“ und zwei Jahre lang das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Wie es dazu kam, erzählt der damalige Royal-Caribbean-CEO Richard Fain in seinem Buch „Delivering the WOW“.
Nur Frauen taufen Schiffe? Keine sehr alte Tradition …
Noch jünger als die Champagner-Taufe ist die Tradition, dass ausschließlich Frauen als Taufpatin auserwählt werden. Diese vermeintliche Selbstverständlichkeit, die in den vergangenen Jahren wieder deutlich zu bröckeln begann, hatte sich nämlich erst vor rund 200 Jahren langsam eingebürgert. Und erst seit der Ära der großen Ozeandampfer ab dem späten 19. Jahrhundert gab es dann fast immer Taufpatinnen.

Waren Schiffe jahrtausendelang immer von Männern getauft worden, wurden das zur seltenen Ausnahme, und wenn, dann mussten es Herren von höchstem Rang sein, wie etwa Kaiser Wilhelm II., König Edward VIII. oder Prinz Rupprecht von Bayern.
Männer kamen und kommen zu dieser Ehre dennoch oft, jedoch nur indirekt – wenn nämlich ihre Ehefrauen oder weibliche Familienangehörige ein Kreuzfahrtschiff taufen dürfen. Und so findet sich in der von uns recherchierten Statistik zu Taufpatinnen von rund 400 aktiven Kreuzfahrtschiffen mindestens 64 mit der Beschreibung „Frau, Tochter, Schwester, Enkelin von“, also bei gut 15 Prozent der Schiffe.
Auch ein Fall von männlicher Übernahme einer Taufe ist bekannt: Als bei Gräfin Hanna von Bismarck, Bismarcks Enkelin, 1914 die Flasche zur Taufe des Oceanliners „Bismarck“ nicht brach, übernahm kurzerhand Kaiser Wilhelm II. den Job. Damals hätte man das wohl als „Rettungstat“ beschrieben, heute eher als „übergriffig“.
Seit Anfang dieses Jahrhunderts sind aber immer häufiger auch Männer die Paten für Kreuzfahrtschiffe, allein oder gemeinsam mit ihrer Frau oder der Familie. Insgesamt 25 solcher Taufen gab es das bislang, was immerhin gut sechs Prozent der Kreuzfahrtschiffe entspricht.
Der erste männliche Taufpate in der modernen Kreuzfahrt war Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1988 bei der Taufe der „Deutschland“ – quasi in der Tradition Kaiser Wilhelms II., der 1912 den „Imperator“ als neues Flaggschiff der Hamburg-America-Linie taufte.

Inzwischen ist die Welt der Taufeltern noch bunter geworden. Sogar Comic-Figuren (Tinkerbell für Disney Wonder, Prinzessin Fiona für Allure of the Seas) fungieren als Taufpaten, die Kegelrobbe Nemirseta (Hanseatic Spirit), auch ganze Menschengruppen wie The Rockettes (Norwegian Breakaway), eine australische Aborigines-Gruppe (Seabourn Pursuit), sämtlich Disney-Mitarbeiter (Disney Treasure) sowie Städte wie Liverpool (Queen Anne) oder andere Kreuzfahrtschiffe (Mein Schiff 5 und 7 für die Mein Schiff Relax).

Traditionalisten haben viel an dieser Entwicklung auszusetzen und kritisieren, dass Schiffstaufen heute zu Marketingveranstaltungen verkommen seien und Reedereien ihre spirituelle Bedeutung früher viel ernster genommen hätten. Doch Schiffstaufen sind seit jeher prestigeträchtige Veranstaltungen vor großem Publikum und eine Werbeveranstaltung für die Reederei und ihre Schiffe.
Die Gebräuche wandeln sich, von Paten zu Patinnen und zurück, von Tierblut über Wasser und Wein zu Champagner, Tequila und Eis, von Feuerwerk zu Drohnenshows. Doch ein Element zieht sich durch alle Schiffstaufen wie ein roter Faden: Symbolismus, Rituale und eine gute Portion Aberglaube.

Eine vage Angst vor den Urgewalten des Meeres und der Winde bewegt Seefahrer bis heute, auch wenn viele das nicht offen zugeben würden. Und so gibt es eben auch immer wieder Diskussionen darüber, was man bei der Taufe eines Kreuzfahrtschiffs und überhaupt auf Schiffen so alles nicht tun dürfe.
Niemals an einem Freitag …
Um zweier dieser häufig genannten Aberglauben jedoch schert sich die Kreuzfahrt-Branche nur wenig – zumindest statistisch betrachtet:
- Taufe ein Schiff niemals an einem Freitag: 66 Schiffe von 380 ausgewerteten Kreuzfahrtschiffen wurden an einem Freitag getauft. Mit 17,4 Prozent sind das sogar mehr, als durchschnittlich auf einen der sieben Wochentage entfallen sollte. Den Vogel schoss aber Royal Caribbean mit der Grandeur of the Seas ab. Sie wurde an einem Freitag den 13. getauft, nämlich am 13. Dezember 1996. Geschadet hat es dem Schiff bis heute nicht.
- Bei Umbenennung eines Schiffs muss der alte Name vollständig getilgt und eine neue Taufe durchgeführt werden: Mindestens 36 Kreuzfahrtschiffe fahren heute unter einem anderen Namen, als dem, unter dem sie zuletzt getauft wurden. Mit dem Tilgen des alten Namens nehmen es die Reedereien entsprechend wenig genau. Auf vielen dieser Schiffe ist der alte, in die Bordwand geprägte Name unter der neuen Lackschicht weiterhin erkennbar.
Taufpaten und Taufpatinnen von Kreuzfahrtschiffen: Statistik und Zahlen
Erstaunlich viele Reederei kennen die Taufpatinnen ihrer eigenen Schiffe nicht. Manche wissen nicht einmal, ob einzelne Schiffe überhaupt jemals getauft worden sind.
Bei älteren Schiffen, die schon durch mehrere Hände gegangen und mehrfach umbenannt wurden, verliert sich die Spur irgendwann. Vorbesitzer, die das Schiff getauft oder neu getauft haben könnten, existieren nicht mehr, genau wie Werften, die das Schiff einst gebaut haben.

Die nachfolgenden Zahlen und Auswertungen basieren auf meiner eigenen Faktenrecherche. Die Faktenbasis für die einzelnen Aspekte ist unterschiedlich groß, weil nicht alle Fakten zu allen Schiffen bekannt sind. Sie geben aber einen guten Überblick.
Taufpate/in: Mann, Frau, Familie oder jemand ganz anderes?
Trotz zunehmend auch männlicher Taufpaten wurde von den derzeit aktiven Kreuzfahrtschiffen doch über 90 Prozent von Frauen getauft. Unter dem Punkt „Sonstige“ sind Taufpatinnen zusammengefasst, die beispielsweise Comic-Figuren, aber auch mal andere Kreuzfahrtschiffe, ein Tier oder eine ganze Stadt waren.

Vielbeschäftigte Taufpatinnen – sie haben mehr als nur ein Schiff getauft
Es gehört zu den weniger beachteten Aberglauben, dass ein Schiff die volle Aufmerksamkeit der Taufpatin benötigt und deshalb eigentlich niemand mehr als nur ein Schiff taufen sollte. Aber die spirituelle Energie mancher Taufpatinnen reicht offenbar auch für mehr als nur ein Schiff. Die meiste Power hat da ganz offenbar MSC Cruises‘ Dauer-Taufpatin Sofia Loren.

- Sophia Loren (19 aktive Schiffe):MSC Splendida, MSC Orchestra, MSC Poesia, MSC Virtuosa, MSC Opera, MSC Preziosa, MSC Seaview, MSC Grandiosa, MSC Magnifica, MSC Euribia, MSC Meraviglia, MSC Divina, MSC Seaside, MSC Fantasia, MSC Lirica, MSC Seascape, MSC Seashore, MSC Bellissima, MSC Musica (sowie die inzwischen verschrottete Crown Princess 1990)
- Queen Elizabeth II (4): Britannia 2015, Piano Land (Oriana) 1995, Queen Elizabeth 2010, Queen Mary 2 2004
- Prinzessin Margriet der Niederlande (3): Borealis (Rotterdam) 1997, Rotterdam 2022, Nieuw Amsterdam 2010
- Gloria Estefan (2): Empress (Empress of the Seas) 1990, Oasis of the Seas (gemeinsam mit Michelle Kwan, Jane Seymore, Dara Torres, Keshia Knight Pulliam, Shawn Johnson, Daisy Fuentes) 2009
- Camilla Parker-Bowles (2): Spirit of Discovery 2019, Queen Victoria 2007
- Caroline von Monaco (2): Seadream I und II, 1984 und 1985
- Danise „DeeDee“ Henriquez (2): American Legend, American Pioneer je 2025
- Helen Mirren (2): Ventura 2008, Scenic Eclipse 2019
- Dr. Sylvia Earle (2): Sylvia Earle 2023, Explora I 2023
- Puan Sri Cecilia Lim (2): Genting Dream 2016, Aroya 2017
Ohne formell Taufpatin zu sein, weil die Reederei diese Tradition wohl für zu spießig hält, trägt auch Jennifer Lopez die Verantwortung für mehrere Kreuzfahrtschiffe: Sie ist so etwas wie die Schirmherrin für alle aktuell vier Schiffe von Virgin Voyages.
Sängerinnen, Schauspieler, Sportlerinnen, Politikerinnen und Royals
Gut ein Drittel der Taufpatinnen und Taufpaten kommt aus dem Entertainment-Bereich, also vor allem Schauspielerinnen, Sängerinnen, Showmaster.

Fast eben so viele kommen auf dem engeren Umfeld der jeweiligen Reederei in der Reise- oder Kreuzfahrtbranche und aus den Werften. Aber auch Politikerinnen sind häufige Taufpatinnen, oft um symbolisch die enge Verbindung einer Reederei zu einem Land oder einem bestimmten Hafen zu demonstrieren.

Top-10: Wo fanden die meisten Kreuzfahrtschiff-Taufen statt?
Die Top-10 der Häfen, in denen die meisten Kreuzfahrtschiff-Taufen stattfanden, spiegelt ein wenig die Liste der größten Kreuzfahrthäfen der Welt wider – aber mit ein paar Ausnahmen. So steht New York auf Platz drei, Port Canaveral dagegen erscheint erst auf Rang acht. Und Hamburg steht mit seinen vielen Taufen von Schiffen deutscher Reedereien auf Platz fünf.

Die Recherchen mit dem Ziel einer vollständigen Liste der Taufpatinnen und Taufpaten aller derzeit aktiven Kreuzfahrtschiffe (Ende 2025 laut eigener Statistik 429) gestaltete sich überraschend aufwendig und ist noch nicht abgeschlossen. Einzelne Schiffe, vor allem ältere, erweisen sich als harte Brocken. Mein Dank für die Unterstützung meiner Recherchen geht daher an die Reedereien und Charterer, die mir mit Fakten ausgeholfen haben. Einen besonderen Dank richte ich an Chantier de l’Atlantique und Saint-Nazaire Agglomération Tourisme sowie an Frank Beling und die Kieler Nachrichten.




Interessant, die ‚Grandeut of the Seas‘ wurde aber auch an einem Freitag, den 13. getauft. Hoffentlich kommt da nichts.
Solche Dinge wie bei der Costa Concordia bestätigen den Aberglauben natürlich. Interessant wäre mal die Frage, wie viele Schiffe an einem Freitag, den 13. getauft wurden oder bei wie vielen die Flasche nicht zerbrochen ist (oder gleich beides), aber irgendwann auf natürliche Weise (sprich in Aliaga oder Alang) ihr Ende gefunden haben. Oder wie viele Schiffe verunglückt sind, obwohl die Flasche bei der Taufe zerbrochen ist und auch nicht an einem Freitag, den 13. getauft wurden.
Dass an einem Freitag überdurchschnittlich viele Schiffe getauft werden, macht Sinn. Solceh Dinge sind ja meistens mit einer großen Party verbunden, viel Musik und so. Als ich damals bei der Taufe der Mein Schiff 4 in Kiel war, wurde das ein langer Abend, auch für mich. Das hat alles Spaß gemacht, aber ich denke, hätte ich am nächsten Morgen früh los müssen (wäre die Taufe also zwischen Montag und Donnerstag gewesen), hätte das für viele anders ausgesehen.