Kreuzfahrt-Hafen Barcelona - Moll Adossat

Barcelona verlegt Fähr- und Kreuzfahrt-Terminals

Hafen und Stadtregierung von Barcelona haben sich auf umfangreiche Änderungen im Fähr- und Kreuzfahrthafen geeinigt. Die Terminals in direkter Stadtnähe sollen verlegt und die Zahl der Terminals langfristig auf insgesamt sieben begrenzt werden.

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Wegfallen sollen im Kreuzfahrthafen Barcelona den Plänen zufolge das – ohnehin wenig genutzte – Kreuzfahrt-Terminal Port Vell/Maremagnum an der Moll d‘Espanya, vor allem aber die drei stadtnahen, kleineren Terminals am World Trade Center/Moll Barcelona, an denen bislang vor allem kleinere und luxuriöse Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Diese frei gewordenen Bereiche sollen wieder für die Bevölkerung Barcelonas und Touristen öffentlich zugänglich sein und vor allem für kulturelle Zwecke genutzt werden. Außerdem soll damit eine Alternative zu den Ramblas entstehen, die zunehmend in den Besucherströmen ersticken, was in Barcelona zusammen mit anderen Faktoren immer wieder zu Protesten gegen den Massentourismus in der Stadt führt.

Kreuzfahrt- und Fähr-Terminals in Barcelona
Kreuzfahrt- und Fähr-Terminals in Barcelona

Ebenfalls verlegt werden soll das Fähr-Terminal T (Sant Bertrand), das an die WTC-Terminals angrenzt, sowie das Fähr-Terminal Darsena Morrot im vordersten Hafenbecken vor der Brücke, die Barcelona mit den großen Kreuzfahrt-Terminals an der Moll Adossat verbindet.

Die Kreuzfahrt- und Fähr-Terminals sollen künftig an der Mol Adossat liegen, wo jetzt bereits vier große Kreuzfahrt-Terminals angesiedelt sind, ein weiteres für Carnival/Costa als Terminal E in Bau und noch ein weiteres für MSC in Planung ist. An der Mol Adossat soll außerdem ein neues Fähr-Terminal entstehen. Insgesamt wird die Zahl der Terminals auf sieben beschränkt.

Beim Zeitplan für die Verlegung der Terminals in Barcelona muss allerdings berücksichtigt werden, dass bestehende Verträge für Moll Barcelona/World Trade Center noch bis 2026 und für Moll d’Espanya bis 2022/23 laufen.

Das Terminal Süd am World Trade Center soll verlegt werden, sobald wiederum an der Moll Adossat ein Fracht-Terminal wegverlegt wurde, das den benötigten Platz dort derzeit noch belegt.

Neben einer Reduzierung der Schadstoffbelastung im Stadtzentrum durch Aufhebung der Terminals, die der Innenstadt am nächste liegen, erhofft sich Barcelona auch eine bessere Verteilung der Kreuzfahrt-Passagiere übers ganze Jahr. Mit einem Rückgang der Passagierzahlen im immerhin viertgrößten Kreuzfahrthafen der Welt rechnet man nicht – eher mit im Durchschnitt noch größeren Kreuzfahrtschiffen mit entsprechend mehr Passagieren.

3 Kommentare zu “Barcelona verlegt Fähr- und Kreuzfahrt-Terminals

  1. Es ist schon erstaunlich, wie einige am eigenen Ast sägen: Den Menschen in Tourismusregionen ist der Tourismus offenbar nicht Recht. Wenn die Touris wegbleiben, dann sieht es dort bald aus wie in Entwicklungsländern.

  2. Sorry, aber warst du schon einmal in Barcelona? Die Stadt wird förmlich erdrückt von den Touristenströmen, hier muss dringend Einhalt geboten werden. Wir haben ein Büro in BCN und ich kann die Klagen der Mitarbeiter wirlich gut verstehen. Ein Bummel durch die Stadt kann garnicht mehr genossen werden, die große Markthalle erinnert von der Völle bald an unser Oktoberfest. :(

  3. @Marc: Dem kann ich auch aus Touristen-Sicht (und als Münchner) nur zustimmen: Oktoberfest ist ein ganz guter Vergleich. Nur das das Oktoberfest nach zwei Wochen wieder vorbei ist, wohingegen ihr den Wahnsinn fast das ganze Jahr lang habt. Auch für Touristen macht es keinen großen Spaß mehr, sich durch die Massen zu wälzen.

    Eine Marktfrau hat mich letztens im Mercat de la Boqueria rüde angeschnauzt, ich solle mich gefälligst verziehen – ich wollte eigentlich nur mit dem Handy knipsen, was ich im nächsten Augenblick gekauft hätte (aber dann natürlich nicht mehr).

    Erst danach ist mir klar geworden, was da gerade passiert ist: Die Frau war derart genervt von den Touristenmassen, dass sie sich Luft machen musste. Touristen stehen im Weg, kaufen eher selten etwas und ihre eigentlichen Kunden kommen gar nicht mehr zu ihrem Marktstand durch.

    Ein sehr schwieriges Thema, für das es keine einfache Lösung gibt. Ich habe kürzlich auch schonmal einen ausführlicheren Text dazu geschrieben: https://www.cruisetricks.de/tourists-go-home-wenn-staedte-vor-dem-massentourismus-kapitulieren/

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