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Corona-Reiseversicherung für Kreuzfahrten

Corona-Versicherung für Kreuzfahrten: Welche Risiken sie abdeckt und worauf Sie achten sollten

Die Corona-Pandemie bringt beim Verreisen schwer kalkulierbare Risiken mit sich. Wer jetzt auf Kreuzfahrt geht, sollte daher über eine Corona-Zusatzversicherung nachdenken. Denn Reiserücktritt-, Reiseabbruch- und Auslandskrankenversicherung decken viele Corona-spezifische Risiken nicht ab.

Positiver Coronatest kurz vor Abreise? Oder gar direkt bei der Einschiffung im Kreuzfahrtterminal? Kontakt mit einem Infizierten an Bord und daher Quarantäneanordnung der Behörden im Ausland? Oder selbst positiv getestet und teure Heimreise unter Quarantänebedingungen? All das zahlt weder die Reederei noch die normale Reiseversicherung.

Damit bei einem Corona-bedingten Zwischenfall zum verdorbenen Urlaub nicht auch noch hohe Kosten hinzukommen, ist ein Blick auf spezielle Corona-Reiseversicherungen sinnvoll. Viele Kreuzfahrt-Reedereien empfehlen ihren Kunden solche Versicherungen und vermitteln sie aktiv. MSC Cruises verlangt eine Corona-Versicherung für Neubuchungen seit 26. Juni 2021 sogar zwingend – siehe Absatz Versicherungsanbieter und Vergleichstests.

Probleme können schon auftreten, wenn ein Antigen-Coronatest „false-positiv“ ausfällt, also positiv anschlägt, obwohl keine Infektion vorliegt. Mit etwas Glück reicht die Zeit für einen klarstellenden PCR-Test. Aber wenn nicht, ist das Schiff weg oder die Airline verweigert die Beförderung.

Versicherungsbedingungen genau prüfen

Sowohl bestehende Verträge zu Kranken- und Reiseversicherungen sollten Sie genau prüfen, als auch neue Corona-Versicherungen. Längst nicht alle Versicherungstarife decken nämlich auch wirklich alle Risiken ab. So zahlt die Versicherung womöglich nicht bei nur positivem Testergebnis, sondern nur dann, wenn auch Symptome auftreten. Eine Checkliste der wichtigsten Situationen, die ein Versicherungsvertrag abdecken sollte, finden Sie weiter unten im Absatz Was sollte eine Corona-Zusatzversicherung leisten?

Die medizinischen Kosten einer Corona-Erkrankung deckt die Auslandskrankenversicherung ab. Ob aber auch Pandemien und Reisen im Risikogebiet davon erfasst sind, sollte man in seinem bestehenden Versicherungsvertrag prüfen. Oft haben Altverträge hier schlechtere Bedingungen als jetzt neue. Gegebenenfalls sollen Sie also mit Ihrer Versicherung Kontakt aufnehmen und in einen aktuellen Tarif wechseln.

Wann springt die normale Reiserücktritt-, Reiseabbruch- oder Auslandskrankenversicherung ein?

Hinweis: In unserer Beitragsserie Gut versichert auf Kreuzfahrt“ finden Sie alle Informationen zu einem sinnvollen Versicherungsschutz für Kreuzfahrten, ganz unabhängig von der aktuellen Pandemie-Situation.

Eine Reiserücktrittversicherung springt gewöhnlich ein, wenn unerwartete Ereignisse den Antritt einer Reise verhindern, etwa Unfall, Krankheit oder gravierende Ereignisse im persönlichen Umfeld. Wichtig ist dabei allerdings zu prüfen, inwieweit pandemiebedingte Ereignisse ebenfalls versichert sind. Manche Versicherungen schließen nämlich Pandemien aus. Das ist vor allem bei älteren Versicherungsverträgen der Fall. Dann sollten Sie dieses Risiko mit einer entsprechenden Zusatzversicherung abdecken.

Eine Reiseabbruchversicherung springt äquivalent zur Reiserücktrittversicherung ein, sobald die Reise bereits begonnen hat und sich dann Umstände einstellen, die eine Fortführung der Reise unmöglich oder unzumutbar machen – also wenn man selbst krank wird, ein Angehöriger zu Hause stirbt oder Ähnliches. Auch hier ist darauf zu achten, dass Pandemien als Ursache oder der Aufenthalt in Risikogebieten oft ausgeschlossen sind und daher eine zusätzliche Absicherung sinnvoll sein kann.

Sowohl Reiserücktrittversicherung als auch Reiseabbruchversicherung zahlen die Kosten, die durch Stornierung beziehungsweise Abbruch der Reise entstehen: Stornogebühren, nicht stornierbare Kosten wie beispielsweise Flugtickets, erhöhte Rückreisekosten, zwischenzeitliche Hotelunterbringung und Ähnliches. Nicht erstattet werden dagegen typischerweise Kosten, die in Zusammenhang mit Corona und nicht aufgrund des Reiseabbruchs selbst entstehen – also beispielsweise die zwangsweise Unterbringung in einem Quarantänehotel.

Die Auslandskrankenversicherung deckt die medizinischen Kosten im Ausland ab, also die ärztliche Behandlung, eventuell – je nach Versicherungsvertrag – Krankentransport nach Hause und Ähnliches. Nicht abgedeckt sind aber coronabedingte Kosten nicht medizinischer Natur wie etwa eine Quarantäne-Unterbringung bei positivem Testergebnis.

Für all die Kosten, die direkt oder indirekt durch die Corona-Pandemie entstehen können, ist daher eine zusätzliche Versicherung überlegenswert.

Was sollte eine Corona-Zusatzversicherung leisten?

Auf folgende Situationen sollten Sie prüfen, ob und inwieweit eine Corona-Zusatzversicherungen einspringt:

  • Quarantäne-Anordnung oder verordnete Selbstisolation zu Hause vor Reisebeginn (beispielsweise wegen engem Kontakt zu einem Infizierten)
  • positives Corona-Testergebnis vor der Abreise
  • verweigertes Boarding beim Flug in den Urlaub oder nach Hause beispielsweise wegen erhöhter Temperatur
  • positives Corona-Testergebnis vor/bei der Einschiffung zur Kreuzfahrt
  • positives Corona-Testergebnis während der Kreuzfahrt und nachfolgender Ausschiffung mit Unterbringung in einem Quarantäne-Hotel oder Heimreise unter Quarantänebedingungen (z.B. Taxi von Italien nach Deutschland)
  • Quarantäne-Unterbringung aufgrund von engerem Kontakt zu positiv getesteter Person

Legen Sie Wert darauf, dass die Versicherung nicht nur einspringt, wenn einer der genannten Fälle bei Ihnen persönlich eintritt, sondern auch dann, wenn Ereignisse oder Maßnahmen einen Mitreisenden betreffen oder gegebenenfalls einen engen Angehörigen zu Hause.

Hinweis: Unsere Checkliste ist nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir übernehmen aber selbstredend keine Haftung für den Fall, dass wir dabei etwas übersehen haben. Die Liste soll lediglich zur Orientierung bei diesem komplizierten Thema dienen.

Nicht versichert: eigene Fehler bei der komplizierten Corona-Bürokratie

Ebenfalls zu beachten: Keine der Versicherungen springt ein, wenn Sie aufgrund eigener Fehler beispielsweise das Schiff oder einen Flug verpassen – etwa, weil Sie beim Check-in nur einen Antigen- statt eines eventuell vorgeschriebene PCR-Tests vorlegen, nötige Gesundheitsfragebögen nicht ausgefüllt oder sich beispielsweise bei der Einreise nach Griechenland nicht vor Antritt der Reise online registriert haben.

Kümmern Sie sich also vor der Reise sehr genau um die jeweils geltenden Regelungen und Verschriften. Denn auch wenn das mühsam und teils recht kompliziert ist: Dieses Risiko nimmt Ihnen nicht einmal eine Corona-Zusatzversicherung ab. Mehr dazu in unserem Beitrag „Kreuzfahrt während der Pandemie: So finden Sie sich in den komplizierten Reise-Regeln und Formularen zurecht“.

Versicherungsanbieter und Vergleichstests

Kreuzfahrt-Reedereien bieten typischerweise eigene Reiseversicherungspakete an, die aktuell auch Corona-Zusatzleistungen umfassen. Sie arbeiten mit Versicherungsgesellschaften zusammen und vermitteln deren Standardverträge beziehungsweise haben eigene Varianten mit Gruppentarif-Verträgen.

MSC Cruises beispielsweise kooperiert mit Europ Assistance und verlangt pro Person und Reise 25 Euro (29 Euro für Karibik, Arabien, Südamerika). MSC Cruises verlangt verpflichtend eine Corona-Versicherung bei Neubuchungen seit 25. Juni 2021. Wer die Versicherung nicht über MSC abschließen will, kann bei der Einschiffung einen vergleichbaren Versicherungsschutz einer anderen Versicherung nachweisen.

Versicherungspakete von Hanse-Merkur vermitteln unter anderen AIDA, Costa, Phoenix Reisen und TUI Cruises.

Allerdings sind diese Versicherungen meist nicht nur eine Corona-Zusatzversicherung, sondern komplette Reiseversicherungspakete. Sollten bereits beispielsweise eine Reiserücktrittversicherung oder ein Auslandkrankenschutz haben, sollten Sie eher bei ihrer bereits bestehenden Versicherung eine ergänzende Corona-Absicherung hinzubuchen. Das ist in der Regel günstiger und vermeidet eine unnötige Absicherung von Risiken, die durch ihre bestehenden Tarife bereits abgedeckt sind.

Bei der Stiftung Warentest finden Sie relativ aktuelle Vergleichstests von Auslandskranken- und Reiserücktritt-Versicherungen inklusive der jeweils angebotenen Corona-Zusatzpakete. Auf Nordbayern.de hat mein Reisejournalisten-Kollege Hans-Werner Rodrian einige Ergebnisse von den Vergleichen der Stiftung Warentest zusammengefasst.

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