Tag zwei der „Unesco World Heritage“-Tour von Seabourn in St. Petersburg: Eremitage, Blutskirche und Kathedrale St. Peter und Paul. Welch‘ eine andere Stimmung heute herrscht: Bei strahlendem Sonnenschein, nur unterbrochen von einem kurzen Platzregen mittags, erkunden wir einige der prunkvollsten Orte der Stadt.
Nach einem Besuch in der Eremitage vor einigen Jahren hatte ich eigentlich nicht vor, dieses Museum noch einmal mit einer Touristengruppe zu besuchen. Zu dicht war das Gedränge und ohne Erklärungen sieht nach einer Weile jedes Gemälde gleich aus. Aber nachdem die Eremitage nunmal auf dem Programm meiner Tour stand, blieb mir nichts anderes übrig, als der Eremitage noch einmal eine Chance zu geben.
Dafür bin ich dankbar. Was für einen Unterschied doch eine Führung in einer kleinen Gruppe mit einer exzellenten Führerin macht. „Unsere“ Katja ist mit so viel Detailwissen und Begeisterung bei der Sache, dass sie uns einfach mitreißt. Sie schafft es, dass wir morgens als eine der ersten Gruppen in die Eremitage dürfen, als die Säle noch weitgehend leer sind. Sie überredet Aufseher, dass wir zu Gemälden dürfen, die um diese Uhrzeit eigentlich noch nicht zugänglich sind. Sie lotst uns geschickt an großen Touristengruppen vorbei in Ecken, in denen gerade nichts los ist.
Und so erleben wir die Eremitage als ein ganz wunderbares, facettenreiches, spannendes Museum. Lernen viele Details über Maler und deren Gemälde und bekommen einen Eindruck für die immense Sammlung, über die das Museum verfügt.
Tipp: Unbedingt eine Führung buchen, die den „Gold-Raum“ beinhaltet, auch „Diamanten-Raum“ genannt. Diese Sammlung aus Gold- und Edelstein-Schmuck und aus vielen Jahrhunderten ist sehr sehenswert und beeindruckend. Nur Gruppen zu maximal 15 Personen dürfen dort hinein, es gibt feste Zeiten je Gruppe. Das führt dazu, dass man beim Eingang zur Eremitage als Gruppe auch mal an der langen Schlange vorbei als erstes ins Museum darf, um die zugeteilte Zeit im Gold-Raum zu erreichen. Fotografieren ist im Gold-Raum nicht gestattet, deshalb gibt’s dazu leider keine Bilder.
Blutskirche und Kathedrale St. Peter und Paul
Nach mehreren Stunden Eremitage tut ein wenig Sonnenlicht gut. Wir besichtigen die Blutskirche, die an dem Ort steht, an dem einst Zar Alexander II. einem Attentat zum Opfer fiel.
Das Besondere der um 1900 erbauten Kirche: Sie ist innen komplett mit Mosaiken ausgestaltet. Zweite, weniger angenehme Besonderheit: Sie ist ein extremer Touristenmagnet und deshalb leider ziemlich überlaufen. Trotzdem lohnt es sich, der Mosaiken wegen das Gedränge in Kauf zu nehmen.
Ähnlich begehrt ist ein Besuch der Kathedrale St. Peter und Paul in der Festung von St. Petersburg. Obwohl eine russisch-orthodoxe Kirche, erinnert sie eher an eine katholische Kirche mit ihrem spitzen, goldenen Turm.
In ihr befinden sich die Grabmale fast aller russischer Zaren aus der Romanow-Dynastie seit dem 18. Jahrhundert. Und mitten zwischen den marmornen Sarkophagen wohnt eine Katze – laut unserer Führerin schon so lange sie sich erinnern kann. Sie schläft auf einem Stuhl, mitten zwischen den Touristenströmen.
Zurück auf der Seabourn Ovation im Kreuzfahrthafen von St. Petersburg ist der Blick frei auf das noch nicht ganz fertig gestellte, mit 462 Metern höchste Hochhaus Europas, dem Lakhta Center, künftige Zentrale von Gasprom. Das Lakhta Center soll eine Flamme symbolisieren und wirkt durch die spiralförmige Architektur, als würde es leicht schief stehen – ist aber tatsächlich völlig gerade.
Nicht weit entfernt steht auch das Fußball-Stadion, in dem gerad WM-Spiele ausgetragen werden. Nachts ist es abwechselnd in verschiedenen Farben beleuchtet.