Heck-Pool der Seabourn Ovation

Seabourn Ovation: Luxus, bei dem die Passagiere ganz sie selbst bleiben dürfen

Unterwegs auf der Seabourn Ovation, einem der luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe der Welt – wie fühlt sich das an? Zum ersten Mal mit Seabourn auf Kreuzfahrt habe ich mir das Schiff besonders genau angesehen, das Essen, den Service, das Entertainment, die Stimmung an Bord.

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Ein ganz kurzes, persönliches Fazit gleich vorweg: Internationaler Flair, exzellenter und zugleich unprätentiöser Service und gepflegtes Understatement der Seabourn Ovation sind ganz nach meinem persönlichen Geschmack. Besonders positiv überrascht hat mich das Entertainment.

Am oberen Ende der Luxus-Leiter kommt es sehr auf Details an. Objektiv sehr gut ist alles, was in diesem Kreuzfahrt-Segment geboten wird. Aber das Ambiente und der Stil müssen eben auch zum eigenen, persönlichen Geschmack passen. Manche Passagiere mögen da lieber extrovertierte Opulenz, andere eher lockeres Understatement. Die einen bevorzugen deutsche Prägung bei Service und Essen, die anderen wollen genau das nicht.

Auf der Seabourn Ovation findet man weder horrend teure Gemälde-Originale an den Wänden noch steife Butler mit weißen Handschuhen. Das Design (Adam Tihany) ist elegant-unaufdringlich mit hochwertigen Materialien, hellen Farben und viel Holz-Elementen: edel, aber nicht angeberisch.

Seabourn Ovation in Helsinki
Seabourn Ovation in Helsinki

Die Atmosphäre an Bord ist so entspannt wie der Dress Code – selbst am formellen Abend wird keine Krawatte erwartet, Jeans sind im Hauptrestaurant abends dennoch tabu, selbst wenn sie von Armani sind und 400 Euro gekostet haben. Passagiere laufen auch mal im Bademantel zum Spa, an den Pool oder morgens zum Einlaufen in einen Hafen auf die Aussichtsterrasse vor der Observation Bar. Insbesondere bei Amerikanern gilt das sonst als eher unschicklich.

Auf der Seabourn Ovation gibt es, in gewissem vernünftigen Rahmen, keine formellen Zwänge. Man kann sein, wie man ist, und tun, was man möchte. Ohne zweifelnde oder abschätzige Blicke von Mitreisenden, wenn man vermeintlich nicht in einen gedachten Rahmen passt, wie das bei anderen Luxus-Reedereien teils der Fall sein kann.

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Übrigens: Natürlich habe ich von der Reise auch eine umfassende Bilder-Galerie zur Seabourn Ovation sowie interaktive 360-Grad-Panoramabilder von fast allen Bereichen des Schiffs mitgebracht.

Enges Verhältnis zwischen Passagieren und Besatzung

Das Verhältnis zwischen Crew und Passagieren ist herzlich und familiär. Zugleich ist der Service nahezu makellos und professionell. Trotz 600 Passagieren an Bord versucht die Besatzung, sich die Namen der Passagiere zu merken, ebenso wie Vorlieben bei Dinner-Getränken oder an der Bar.

Der Service drängt sich nicht in den Vordergrund („schaut her, was für tollen Service wir leisten“), sondern ist einfach da. So betrachtet man die Crew mehr als Persönlichkeiten und nicht nur als Servicekräfte. So ausgeprägt habe ich das ansonsten bisher nur bei Seadream und auf noch viel kleineren Schiffen erlebt.

"Officers on Deck": Offiziere servieren Lachs, Kaviar & Co.
„Officers on Deck“: Offiziere servieren Lachs, Kaviar & Co.

Ein Teil dieser angenehmen Atmosphäre ist sicherlich der strikten „no tipping“-Policy von Seabourn geschuldet: Trinkgelder werden weder erwartet noch ohne weiteres überhaupt angenommen. Wer unbedingt etwas geben will, spendet an den Crew Welfare Fond.

Die Grundidee ist, wie Hoteldirektor Kevin Huxham mir erklärt: Alle Passagiere sollen an Bord gleich gut behandelt werden. Keinesfalls soll es Bevorzugungen aufgrund der gebuchten Suiten-Kategorie oder latenter Bestechung durch hohe Trinkgelder geben. Das funktioniert meiner Beobachtung nach hervorragend.

Dinner mit den Entertainern

Eine Besonderheit, vor allem auch im Vergleich zu großen Kreuzfahrtschiffen: Insbesondere die Entertainer – also Musiker, Tänzer – suchen den Kontakt zu den Passagieren. Im Hauptrestaurant gibt es jeden Abend mehrere „hosted tables“, an denen die Entertainer als Gastgeber mit Passagieren dinieren. Dazu wird man eingeladen, kann beim Gäste-Service aber um eine solche Einladung bitten. Und abends sitzt man auch mal gemeinsam für einen Plausch an der Bar.

Show-Cast: nicht nur auf der Bühne ganz nahe bei den Passagieren
Show-Cast: nicht nur auf der Bühne ganz nahe bei den Passagieren

Dem direkten Kontakt zwischen Passagieren und Crew ist auch das Konzept beim Gästeservice zuträglich: Die Seabourn Ovation hat keine Rezeption und kein separates Landausflugs-Büro. Stattdessen sind die „Guest Services“ mitten in den Seabourn Square integriert, quasi dem gesellschaftlichen Zentrum des Schiffs mit Lounge, Café, Bibliothek, Zeitungen und Zeitschriften, Sitzecken, Juwelier-Shop und Aussichtsterrasse. Zum Seabourn Square später noch mehr.

"Guest Services" - integriert in den Seabourn Square
„Guest Services“ – integriert in den Seabourn Square

Ein Beispiel, was den Unterschied beim Service ausmacht: Von meiner Suite aus rufe ich Guest Services an. Es sind gerade alle Mitarbeiter im Gespräch, also lege ich wieder auf und will es später nochmal probieren. Drei Minuten später klingelt mein Telefon: „Sie haben versucht, uns zu erreichen. Was kann ich für Sie tun?“ Das habe ich so auf noch keinem Kreuzfahrtschiff erlebt.

Dinge funktionieren, ohne groß aufzufallen. Wünsche werden ohne großes Drumherum einfach erfüllt.

Ziemlich umfassendes „all inclusive“

Wie die überwiegende Zahl der Luxus-Reedereien bietet auch Seabourn ein „all inclusive“-Konzept. Getränke einschließlich Cocktails und Spirituosen sind im Reisepreis enthalten, ebenso wie Kaffee-Spezialitäten, hausgemachte Eiscreme sowie sehr gute Tischweine und Champagner. Extra kosten besonders hochwertige alkoholische Getränke und teurere Weine. Trinkgelder werden nicht erwartet.

nicht inklusive: die komfortablen Cabanas in "The Retreat"
nicht inklusive: die komfortablen Cabanas in „The Retreat“

Erstaunlicherweise gibt es aber ein Premium-Sonnendeck, das nur gegen Aufpreis verfügbar ist: The Retreat. Wer an diesem schönen Platz ganz oben auf Deck 12 eine reservierte Cabana inklusive Bollinger-Champagner und Premium-Cocktails genießen will, zahlt an Seetagen 249 Dollar pro Cabana, an Landtagen 149 Dollar. „The Retreat“ liegt aber so versteckt, dass man den Bereich als Passagier nicht ständig vor Augen hat und daher angesichts des Komforts am restlichen Schiff kaum wahrnimmt oder gar vermisst.

Besonderheiten der Seabourn Ovation

Ein paar bauliche Besonderheiten fallen auf der Seabourn Ovation sofort auf. Trotz der relativ geringen Größe hat das Schiff ein Atrium mit Glasdach. Eine spiralförmige Treppe führt vom Spa auf Deck 10 bis hinunter zum Hauptrestaurant auf Deck 4 und verbindet damit fast alle öffentlichen Bereiche des Schiffs. Diese spiralförmige Treppe gibt es übrigens auf allen Seabourn-Schiffen, auch den älteren.

Atrium
Atrium

Auffällig sind die vielen Außenflächen. Vom Spa über das Buffet-Restaurant, Thomas-Keller-Restaurant und Seabourn Square bis zum Heck-Pool verfügt die Seabourn Ovation auf jedem Deck am Heck über eine Außenfläche, bei den Restaurants jeweils mit Zeltdach und Heizstrahlern für kühlere Tage.

Außenbereich des Buffet-Restaurants "The Colonnade"
Außenbereich des Buffet-Restaurants „The Colonnade“

Nach vorne hat die Seabourn Ovation eine Sonnenterrasse auf Deck 12, einen Außenbereich vor der Observation Bar sowie direkt am Bug ganz vorne auf Deck 7 inklusive eines Whirlpools. Der Bug ist sonst auf Kreuzfahrtschiffen häufig für die Crew reserviert ist. Für die Besatzung gibt es auf der Seabourn Ovation dafür einen – allerdings nicht ganz so attraktiven – Platz zwischen den Schornsteinen.

Bug
Bug

In der für Seabourn so typischen, tiefen Einkerbung in der Silhouette des Schiffs zwischen den Schornsteinen und dem vorderen Kabinen-Trakt liegt der Haupt-Pool samt einer Bar und dem Freiluft-Restaurant „The Patio“, zwei Whirlpools und einer zu zusätzlichen Liegeflächen umwandelbaren Bühne. Ein Deck höher gibt es ein umlaufendes Sonnendeck mit einer weiteren Bar.

"The Patio" am Pooldeck
„The Patio“ am Pooldeck

Besonders sind dann wieder die beiden weiteren, schmale Außendecks mit Blick auf den Pool – windgeschützt und ideal, um in Ruhe ein Buch zu lesen oder etwas abseits einen Cocktail zu genießen.

Sonnendeck oberhalb des Pools
Sonnendeck oberhalb des Pools

Die Seabourn Ovation verfügt über eine Marina und eigene Zodiac-Schlauchboote. Beides kam auf meiner Ostsee-Kreuzfahrt nicht zum Einsatz, macht das Schiff aber tauglich für Semi-Expeditionen und den Anlauf kleinerer Häfen ohne Kreuzfahrtschiff-Anleger.

Die Suiten: wohnlich und praktisch

Das Understatement setzt sich in den Suiten fort: keine große Show, nichts auf den ersten Blick großartig Besonderes. Aber es ist alles da, was man zum Wohlfühlen braucht. Die Suite ist ehr ein Zuhause als ein Hotelzimmer.

Suite Nr. 547
Suite Nr. 547
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Ein Beispiel: Das Licht-Konzept in der Kabine ist sehr einfach zu verstehen, keine zahllosen, ausgetüftelten Lichtstimmungs-Optionen, die man erst gegen Ende der Reise vollständig durchschaut. Stattdessen im Wesentlichen zwei Schalter – für den Schlaf- und den Wohnbereich mit Dimm-Funktion bei längerem Drücken. Das versteht man sofort und rätselt abends nicht minutenlang, wie man die Kabine zum Schlafen nun eigentlich dunkel bekommt.

Viele Komfort-Details machen die Suite zum Luxus, etwa die Auswahl an verschiedenen Seifenmarken oder die flauschig-weiche Fußmatte im Bad, die zwar in Hinblick auf Reinigung und Hygiene eher aufwändig für die Crew ist, aber eben auch so viel angenehmer als die relativ dünnen Baumwoll-Fußmatten, die es sonst meist gibt.

Seabourn hat auf störende Nacht-Lichter verzichtet, sodass man bei lichtdichten Vorhang und einem zusätzlichen Trenn-Vorhang zwischen Wohn- und Schlafbereich nur das Licht ausschalten muss, um es absolut dunkel zu bekommen.

Suite Nr. 547
Suite Nr. 547

Ein wenig unpraktisch ist dagegen, dass die Kabinenkarte als Zentralschalter für Strom in der Suite dient und leider auch die Steckdosen abschaltet, wenn man die Suite verlässt. Handy oder Kamera-Akkus in Abwesenheit laden klappt aber dennoch, wenn man den Zentralschalter beispielsweise mit einer Bank- oder Visitenkarte austrickst. Dafür gibt es sehr viele Steckdosen in der Suite, auch mit USB-Anschluss neben dem Bett und die Steckdosen passen für jegliche Stecker-Norm, sodass Adapter nicht nötig sind.

Die kleinste Suite auf der Seabourn Ovation ist übrigens 28 Quadratmeter groß, plus geräumige sechs Quadratmeter Balkon (mit verstellbaren Liegestühlen und ordentlichem Tisch). Die Suiten haben außerdem alle einen begehbaren Kleiderschrank, ein Bad mit Marmorausstattung, Badewanne und separater Duschkabine.

Fünf Restaurants, viel Open Air

Das Restaurant-Konzept ist so flexibel, wie es nur sein kann: keine fest zugewiesenen Tische, keine festen Tischzeiten. Zur Auswahl stehen fünf Restaurants sowie die Möglichkeit, sich Essen in der eigenen Kabine servieren zu lassen, Letzteres sogar rund um die Uhr. Hinzu kommt das Café am Seabourn Square mit Sandwiches, Gebäck und Eiscreme. Einzig für „The Grill“ ist eine – kostenlose – Reservierung nötig.

"The Restaurant"
„The Restaurant“

Neben dem Hauptrestaurant, schlicht „The Restaurant“ genannt, gibt es ein Buffet-Restaurant namens „The Colonnade“ inklusive einer mit Wärmestrahlern beheizten Außenterrasse, ein kleines Sushi-Restaurant, das Pooldeck-Restaurant „The Patio“ mit Tischen im Freien (ebenfalls beheizt) sowie das Edel-Restaurant „The Grill“, gemeinsam mit dem amerikanischen Drei-Sterne-Koch Thomas Keller konzipiert wurde.

Das Buffet-Restaurant wird abends zum Bedien-Restaurant als legere Alternative zum Hauptrestaurant. Wobei eigentlich auch letzteres eigentlich keinen übermäßig formellen Dresscode erwartet. In „The Colonnade“ geht abends aber eben so ziemlich alles, was halbwegs ordentlich aussieht.

Täglicher Dining-Guide

Besonders praktisch: Neben dem üblichen Tagesprogramm gibt es für jeden Tag einen „Dining Guide“, der übersichtlich die Highlights der Speisekarten aller fünf Restaurants sowie das Menü für Mahlzeiten in der eigenen Suite enthält. So verpasst man kein Lieblingsgericht, egal in welchem Restaurant das eventuell serviert wird.

The Grill by Thomas Keller
The Grill by Thomas Keller

Apropos Lieblingsgericht: Zu Ultraluxus gehört bei Seabourn, dass man Wünsche äußern kann. Am Tag vorher angemeldet zaubern die Köche auch Gerichte, die nicht auf der Speisekarte stehen.

Die Qualität der Speisen in den Restaurants der Seabourn Ovation ist für ein Ultraluxus-Kreuzfahrtschiff erwartungsgemäß hervorragend. Die Gerichte sind vorwiegend internationale, sehr gut zubereitete Klassiker, aber auch mal etwas Kreativeres.

Ein Manko, dass sich sonst auf Amerikanisch geprägten Schiffe oft zeigt, tritt hier nicht auf: Am Frühstücksbuffet gibt es eine sehr gute und hochwertige Auswahl an Käse, Wurst und Schinken. Außerdem – neben vielen kalten und warmen Speisen vom Buffet und direkt aus der Galley – Bircher-Müsli sowie eine große Vielfalt an frischem Obst und Beeren wie Mango, Melonen, Kirschen, Aprikosen, Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren.

Buffet-Restaurant "The Colonnade"
Buffet-Restaurant „The Colonnade“

Für Europäer ungewohnt ist die sehr zurückhaltende, unspektakuläre Präsentation des Essens: wenig Dekoration, keine Spielereien, nur das Essen, so pur wie möglich. In den USA ist diese Art der Präsentation der derzeitige Trend in hochklassigen Restaurants.

puristisch präsentiert, aber lecker: Crab Cake in "The Grill"
puristisch präsentiert, aber lecker: Crab Cake in „The Grill“

Cocktails von Star-Barkeeper Brian van Flandern

Für die fünf Bars an Bord der Seabourn Ovation hat die Reederei sich mit Brian van Flandern einen in den USA gefeierten Star-Barkeeper geholt und von ihm besondere Cocktails kreieren lassen. Jede Bar hat dabei ihre eigenen Drinks, sodass es sich lohnt, die Bar hin und wieder einmal zu wechseln. Persönlich ist mir das schwer gefallen, weil die Live-Musik in der Observation-Bar derart gut war, dass ich dort eigentlich nicht weg wollte. Aber dazu später noch mehr.

NYC Cosmopolitan in der Observation Bar
NYC Cosmopolitan in der Observation Bar

Die Cocktails basieren größtenteils auf großen Klassikern. Brian van Flandern hat ihnen aber noch eine besondere, eigene Dreh verpasst. Wer wirklich gute Cocktails zu schätzen weiß, wird die Bars der Seabourn Ovation lieben. Meine Favoriten: Gatsby Mint Julep und NYC Cosmopolitan.

Weniger überzeugt haben mich dagegen die Künste der Barkeeper, wenn es um Standard-Cocktails geht, die nicht auf der Karte stehen. Da rutscht– recht Amerika-typisch wohlwollend – oft zu viel Alkohol in die Drinks, sodass sie zwar sehr kräftig sind, der Geschmack aber nicht mehr wirklich ausbalanciert ist. Tipp daher: Die exzellenten Signature-Cocktails von der jeweiligen Barkarte bestellen oder dem Barkeeper beim Mixen anderer Cocktails sehr genau auf die Finger schauen.

Entertainment auf höchstem Niveau

Trotz hoher Erwartungen auf einem Luxus-Schiff ist das Live-Entertainment für mich eine positive Überraschung auf der Seabourn Ovation. Zwar sind die Möglichkeiten im Theater für Bühnenbild und Bühnenbauten durch die geringe Größe des Schiffs naturgemäß begrenzt, was sich auch durch das großflächige Video-Bühnenbild nicht ganz ausgleichen lässt.

Show "Hollywood Ovation"
Show „Hollywood Ovation“

Aber die Sänger, Musiker und Tänzer sind auf höchstem Niveau und die Musik generell live. In dieser Hinsicht hat Seabourn dann sogar beispielsweise Celebrity Cruises, Royal Caribbean oder Norwegian Cruise Line etwas Voraus, die sonst in der Kreuzfahrt-Branche das höchste Niveau an Entertainment bieten.

Show "Hollywood Ovation"
Show „Hollywood Ovation“

Die Live-Band im „Grand Salon“-Theater besteht auf fünf Mann. Sie begleiten zwei Sängerinnen, zwei Sänger sowie ein Tanz-Paar. Auf meiner 7-Nächte-Reise gab es zwei große Shows dieses Casts, produziert von Belinda King Creative Productions: „Hollywood Ovation“ mit Filmmusik und die Musical-Show „An Evening with Tim Rice“. Letztere Show wurde zusammen mit dem legendären Musical-Texter Tim Rice entwickelt, der in Video-Sequenzen während der Show auch selbst auftritt. Das sind Shows, die so gut sind, dass man sie sich an einem Abend glatt zweimal ansieht.

Außerdem an Bord ist die ukrainische Violinistin Katerina Rossa mit zwei eigenen Shows, in der sie zusammen mit der Live-Band ein wenig im Stil von David Garrett eine virtuose Performance mit Elementen aus Rock, Jazz und Klassik hinlegt, die einfach mitreißt.

Live-Musik in den Bars

Neben den Shows im Theater (ergänzt durch Gast-Entertainer) gibt es Live-Musik in den Bars. Bar-Piano in der „The Grill“-Bar, Tanzmusik mit Live-Band in „The Club“ und – mein persönlicher Favorit – das wunderbare Duo Rachael und Vladimir mit Gitarre und Gesang in der Observation Bar.

Rachael Evans und Vladimir Perez in der Observation Bar
Rachael Evans und Vladimir Perez in der Observation Bar

Ich muss zugeben, mir ist es nicht gelungen, die Musik in allen Bars – über jeweils einen kurzen, dienstlichen Pflicht-Besuch hinaus – zu genießen. Denn gleich am ersten Abend bin ich zufällig in der Observation Bar gelandet und immer wieder dorthin zurückgekehrt. Zum einen ist die Aussicht dort oben auf Deck auf Deck 11 die beste, schon weil es vor der Bar noch einen Außenbereich gibt, der sich über die Brückennock hinzieht.

Vor allem aber, weil mich die Musik von Rachael Evans und Vladimir Perez einfach begeistert hat. Also war die Observation Bar abends nach Dinner und Show mein Stammplatz für eine Stunde gute Musik und ein, zwei feine Cocktails. Womit auch schon die Frage nach meinem Lieblingsplatz auf der Seabourn Ovation beantwortet ist … jedenfalls fast.

Seabourn Square: das Wohnzimmer des Schiffs

Denn der Seabourn Square ist mein Lieblingsplatz tagsüber. Er ist das lebendige Zentrum, quasi das Wohnzimmer des Schiffs.

Seabourn Square
Seabourn Square

Hier gibt es Bücher sowie Zeitungen und Zeitschriften (gedruckt oder in großer Auswahl an internationalen Titeln am iPad, auch die Süddeutsche Zeitung), ein Café samt Häppchen, Cookies, Kuchen und Eiscreme, Sitzgruppen, Liegesessel, einen Puzzle-Tisch. Morgens holt man sich hier den ersten Cappuccino und genießt die frische Morgenluft auf der Außenterrasse hinter dem Seabourn Square.

Seabourn Square
Seabourn Square

Außerdem ist in der Mitte die Rezeption angesiedelt in Form von mehreren Beratungstischen, wo man erst einmal gemütlich Platz nimmt, bevor man Ausflüge bucht, Probleme löst und alles andere bespricht, was es eben an der Rezeption zu besprechen gibt.

Sehr angenehm für mich als Unterwegs-Arbeiter: An vielen Stellen gibt es Steckdosen fürs Laptop un zum Laden des Handy-Akkus. Das haben außer mir durchaus auch andere Passagiere immer wieder genutzt.

Seabourn Square
Seabourn Square

Der Seabourn Square erinnert mich in seinem Konzept an das „Explorations Café“ auf den Schiffen der Schwester-Reederei Holland America Line, wo es einen ähnlich lebendigen Raum gibt, der ganz ähnliche Funktionen integriert und miteinander verbindet und auch dort einer meiner Lieblingsplätze ist.

Kurz: Am Seabourn Square habe ich auf meiner Reise recht viel Zeit verbracht. Hier hatte ich einerseits weitgehend Ruhe, um zu arbeiten und meine täglichen Liveblog-Beiträge zu verfassen, war andererseits aber mitten im Geschehen. Und wenn es einmal eine Stunde lang nichts zu arbeiten gab, waren die verstellbaren Liegesessel der beste Platz, um ein wenig zu lesen oder vor sich hin zu dösen und den Blick durchs Panoramafenster nach hinten hinaus zu genießen.

Anmerkung*: Cruisetricks.de fährt auf der Seabourn Ovation auf Einladung von Seabourn.

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