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Palma de Mallorca, Hafen, September 2021

Einigung auf knapp 15 Prozent weniger Kreuzfahrtschiffe in Palma de Mallorca

Stadt- und Regional-Regierung sowie der Reedereiverband Clia und große Kreuzfahrt-Reedereien haben sich auf eine Reduzierung der Kreuzfahrtschiff-Anläufe in Palma de Mallorca geeinigt. Höchstens drei Schiffe gleichzeitig sollen dort ab 2022 an einem Tag festmachen dürfen. Das entspricht einem Rückgang von knapp 15 Prozent der Kreuzfahrtschiffanläufe.

Die Vereinbarung sieht vor, dass maximal drei Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 500 Passagieren gleichzeitig in Palma de Mallorca anlegen dürfen. Lediglich eines dieser drei Schiffe darf ein Mega-Kreuzfahrtschiff mit mehr als 5.000 Passagieren sein. Und im wöchentlichen Durchschnitt sollen Schiffe mit täglich höchstens 8.500 Passagieren anlegen.

Ausnahmen von dieser zunächst auf fünf Jahre angelegten Vereinbarung gelten für 2022. In den Fällen, in denen bereits vor der neuen Vereinbarung Genehmigungen erteilt worden waren, dürfen an rund 20 Tagen im Jahr ausnahmsweise auch vier Kreuzfahrtschiffe Palma de Mallorca anlaufen.

Die Vereinbarung wurde am Montag, 20. Dezember 2021, in Hamburg unterschrieben. Sie war nach monatelangen Verhandlungen zwischen der Regionalregierung der Balearen, der Kreuzfahrtreederei-Verband Clia und den in Mallorca stark engagierten Kreuzfahrt-Reedereien zustande gekommen.

Die an der Stadt-Regierung von Palma de Mallorca beteiligte Öko-Partei Més per Palma zeigt sich mit der Einigung unzufrieden. Sie hatte eine deutlichere Reduzierung auf maximal zwei kleine und mittlere Schiffe sowie maximal 6.000 Passagiere an einem Tag angestrebt. Der sozialistische Bürgermeister der Stadt Palma de Mallorca, José Hila, hatte eine Begrenzung auf vier bis fünf kleinere und mittlere Schiffe pro Tag vorgeschlagen.

Reduzierung um knapp 15 Prozent

Lokalen Medien zufolge bedeutet die Vereinbarung einen Rückgang der Kreuzfahrtschiffsanläufe von 14,5 Prozent im Vergleich zum vorpandemischen Rekordjahr 2019. Statt 538 Anläufen von Schiffen mit mehr als 500 Passagieren soll es 2022 nur noch 460 Anläufe geben.

In der Vergangenheit hatte es an extremen Tagen in Palma de Mallorca bis zu acht Kreuzfahrtschiff-Anläufe gegeben. 2019 hatten insgesamt 590 Kreuzfahrtschiffe Palma de Mallorca mit zusammen 2,21 Millionen Passagieren angelaufen. An 55 Tagen waren an einem Tag jeweils mehr als 10.000 Kreuzfahrt-Passagiere nach Palma de Mallorca gekommen, an einem Rekord-Tag sogar über 15.000.

Zusammen mit den kleineren Schiffen mit unter 500 Passagieren sind für 2020 nun insgesamt 528 Kreuzfahrtschiffanläufe geplant.

Kreuzfahrt-Beschränkungen auch in Dubrovnik und Venedig

Palma de Mallorca ist nach Dubrovnik und Venedig bereits der dritte, große Kreuzfahrt-Hafen im Mittelmeer, in dem aktives Tourismusmanagement zu Beschränkungen für Kreuzfahrtschiff-Anläufe führen. Erstmals kann man in Palma de Mallorca jedoch von einer relativ freiwilligen Vereinbarung sprechen, welche die Kreuzfahrt-Reedereien eingegangen sind. Sowohl in Dubrovnik als auch in Venedig waren entsprechende Regelungen erst nach massivem Druck der Unesco erfolgt.

In Dubrovnik ist die Zahl der Kreuzfahrtschiffe seit 2019 auf zwei und die Zahl der Passagiere auf insgesamt 5.000 pro Tag beschränkt.

In Venedig hat die italienische Regierung kürzlich ein komplettes Verbot für größerer Kreuzfahrtschiffe verhängt. Schiffe mit einer Bruttoraumzahl von mehr als 25.000 müssen in andere Häfen ausweichen – Triest, Ravenna und vor allem auf Anleger am Festland nahe Venedig in Marghera.

1 Kommentar

1 Gedanke zu „Einigung auf knapp 15 Prozent weniger Kreuzfahrtschiffe in Palma de Mallorca“

  1. Und wie auch in Venedig und – teilweise – in Dubrovnik ist der praktische Effekt viel geringer als es auf dem Papier aussieht.
    Denn in diesen drei genannten Häfen machen die Kreuzfahrttouristen einen extrem geringen Anteil an der Gesamtzahl der Touristen aus. Die Luft wird etwas besser werden aber auch da sollte sich der tatsächliche Effekt in Grenzen halten.
    Ok,in Venedig hilft es der Bausubstanz dann doch deutlich,wenn die Riesenschiffe nicht mehr kommen.
    Aber der überwiegende Teil der Probleme, der durch Overtourism entsteht, wird dadurch nicht gelöst. Und in Venedig und Dobrovnik noch nichtmal der Overtourism an sich.

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