Flusskreuzfahrtschiff Mississippi Queen wird verschrottet

Am Mississippi geht eine Ära zuende: Der Schaufelraddampfer Mississippi Queen wird verschrottet. Das 1975 getaufte Schwesterschiff der legendären Delta Queen ist heute an ein Verschrottungsunternehmen verkauft worden. Lediglich die Schiffsglocke soll dem Vernehmen nach der Verschrottung entgehen und an ein Museum gespendet werden. Ob auch die Dampfmaschinen verschrottet werden, ist derzeit unklar. Der Rumpf wird in eine Transport-Barge umgebaut, sämtliche Aufbauten aber verschrottet.

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Über 30 Jahre lang fuhr die Mississippi Queen am Mississippi, Ohio, Cumberland, Tennessee und Illinois River. Ihr Antrieb und sogar die Stromversorgung an Bord beruhte ausschließlich auf historischen Dampfmaschinen, der Vorschub erfolgte lediglich über das große, rote Schaufelrad am Heck des Schiffs.

2008 meldete der Eigentümer der Mississippi Queen, Majestic America Line, Konkurs an und legte alle Flußkreuzfahrtschiffe still – darunter auch die Delta Queen, American Queen, Empress of the North sowie die heute bei American Cruise Lines fahrende Queen of the West. Majestic America Line war Teil von Ambassadors International Inc., die auch Windstar Cruises besitzen.

Seitdem lag die Mississippi Queen in New Orleans und verrottete langsam vor sich hin. Besonders aggressive Formen von Rost und Schimmel machten ein Comeback des Schiffs zuletzt immer unwahrscheinlicher, zumal Ambassadors International sich offenbar keine Mühe gab, das Schiff zu erhalten und zeitweise wohl nicht einmal die Dock-Gebühren bezahlte. Bereits 2007, als Majestic America Line die Mississippi Queen ausser Betrieb nahm und begann, sie luxuriös umzubauen, gab es allerdings auch schon Gerüchte, der Raddampfer sei in einem technisch sehr schlechten Zustand.

Bis zuletzt hatten Fans der Raddampfer der ehemalingen Delta Queen Steamboat Company gehofft, alle drei „Queens“ – Delta Queen, Mississippi Queen und American Queen – retten zu können. Save the Delta Queen kämpft bis heute vornehmlich für eine Wiederinbetriebnahme der historischen Delta Queen, die derzeit als schwimmendes Hotel in Chattanooga liegt und wegen Ihrer hölzernen Aufbauten eine Ausnahmegenehmigung vom US-Kongress benötigt, um wieder als Kreuzfahrtschiff fahren zu dürfen.

Die 1994 mit US-Staatsgeldern finanzierte und noch nicht abbezahlte American Queen ging beim Konkurs von Majestic America Line an die US Marine Administration, kurz MARAD, die derzeit versucht, eine Käufer für das relativ moderne Schiff mit Schaufelradantrieb zu finden.

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