St. Petersburg

Immer mehr Kreuzfahrt-Reedereien sagen Russland-Hafenstopps für 2022 ab

Immer mehr Kreuzfahrt-Reedereien sagen angesichts des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine die Stopps ihrer Schiffe in russischen Häfen für das Jahr 2022 ab oder setzen sie vorläufig aus. Betroffen ist davon vor allem St. Petersburg, aber auch Häfen im Schwarzen Meer. Einige Reedereien zögern mit Absagen, überwiegend wohl, weil die Ersatz-Fahrtrouten noch nicht feststehen.

Mit Stand 4. März 2022 haben Russland-Anläufe mindestens die folgenden Kreuzfahrt-Reedereien für 2022 abgesagt oder ausgesetzt: Royal Caribbean Group, TUI Cruises und Hapag-Lloyd Cruises, Sea Cloud Cruises, MSC Cruises, Poseidon Expeditions, Plantours, Phoenix Reisen, Viking, Atlas Ocean Voyages, Windstar Cruises, die Carnival Corp. Für ihre sämtlichen Kreuzfahrtmarken und damit auch für AIDA Cruises sowie die Marken der Norwegian Cruise Line Holdings, Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises.

Einige Reedereien hatten zunächst gezögert und sich – zumindest offiziell – noch nicht positioniert und Russland-Hafenstopps auf den Routen ihrer Kreuzfahrtschiffe abgesagt. Grund dafür mag bei dem einen oder anderen Anbieter gewesen sein, dass man zunächst die alternativen Fahrtrouten organisieren will, um den Kunden nicht nur die Russland-Absage, sondern auch das Ersatzprogramm präsentieren zu können. Eine so schnelle Umplanung der Routen ist nicht ganz unkompliziert.

Unterschiedlich klare Positionierung zum Ukraine-Krieg Russlands

Bei den Russland-Absagen der Kreuzfahrt-Reedereien fällt auf, dass die Positionierung sehr unterschiedlich ausfällt – von ausdrücklicher Anteilnahme für die Ukraine und klaren Friedens-Statements über politisch neutral formulierte Absagen bis hin zu einer lediglich als „Aussetzung“ der Russland-Hafenstopps formulierten Sicherheitsmaßnahme.

Zuletzt gab die Royal Caribbean Group mit ihren Marken Royal Caribbean International, Celebrity Cruises und Silversea Cruises die Absage von Russland-Hafenstopps in St. Petersburg und im Schwarzen Meer am 2. März bekannt.

Carnival Corp. will die Fahrtrouten aller Kreuzfahrtmarken des Unternehmens „im Lichte der jüngsten Angriffe Russlands auf die Ukraine“ anpassen. Carnivals deutliche Position dazu: „Wie stand for peace.“ – „Wir stehen für Frieden ein.“ Zu Carnival Corp. gehören die Kreuzfahrt-Marken AIDA Cruises, Costa, Holland America Line, Princess Cruises, Seabourn, Carnival Cruise Line, P&O Cruises und Cunard Line. Für AIDA Cruises bedeuten die Russland-Absagen auch eine weitere Verschiebung des Neustarts der AIDAvita um rund einen Monat auf den 24. Juli 2022.

TUI Cruises hat die Fahrpläne der Ostsee-Kreuzfahrten für Mai bis Oktober 2022 „aus ethischen und moralischen Gründen“ angepasst und wird St. Petersburg nicht mehr anlaufen. Man verfolge die russischen Angriffe auf die Ukraine „mit großer Anteilnahme und Besorgnis“. Ersatzweise werden die Schiffe laut TUI Cruises nun Klaipeda in Litauen, Riga in Lettland, Kopenhagen in Dänemark oder Visby in Schweden angelaufen. Auch Sotchi und Odessa im Schwarzen Meer wird TUI Cruises mit der Mein Schiff Herz im August 2022 nicht anlaufen.

MSC Cruises setzt die St.-Petersburg-Hafenstopps der MSC Preziosa, MSC Grandiosa, MSC Poesia und MSC Virtuosa im Sommer 2022 „aufgrund der jüngsten Entwicklungen in der Region und der damit verbundenen Sicherheitsbedenken“ aus. Alternativ sollen Stockholm, Helsinki oder Tallinn angelaufen werden.

Sea Cloud Cruises „zieht aus der aktuellen Entwicklung um die Ukraine die Konsequenzen“ und sagt die vier in der Sommersaison geplanten St.-Petersburg-Anläufe der Sea Cloud Spirit ab.

1 Kommentar

1 Gedanke zu „Immer mehr Kreuzfahrt-Reedereien sagen Russland-Hafenstopps für 2022 ab“

  1. Beschämendes Wording von MSC… In Genf hat man wohl den sprichwörtlichen Schuss nicht gehört… :-(

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