Kaspar Berens, Head of Sales DACH, Royal Caribbean Cruises Ltd.

Interview: „Trinkgeld ist inklusive, weil es ein wiederholter Wunsch der Kunden war“

Royal Caribbean inkludiert im neuen Katalog für den deutschsprachigen Markt die Trinkgelder, bietet Kreuzfahrten zum Festpreis und Frühbucher-Rabatte: Was einfach klingt, ist bei einer internationalen Reederei durchaus ein großer Schritt.

Wir haben uns deshalb in München zu einem Kurzinterview mit Kaspar Berens getroffen. Seit Oktober 2018 ist der kreuzfahrterfahrene Touristiker bei Royal Caribbean Cruises Ltd. als Head of Sales für Deutschland, Österreich und die Schweiz engagiert.

Von ihm wollen wir wissen, wie es bei Royal Caribbean International um den deutschen Markt steht, welche Strategien das zweitgrößte Kreuzfahrtunternehmen der Welt hierzulande verfolgt und was das Jahr 2019 an Neuigkeiten bringt.

In Kommentaren äußern Leser gelegentlich den Verdacht, RCI sei der deutsche Markt nicht wirklich wichtig. Stimmt das?

Kaspar Berens: Das kann ich aus meiner Sicht nicht bestätigen. Royal Caribbean ist eine recht starke Marke in deutschsprachigen Ländern. Wir haben eine sehr hohe Wiederholer-Quote mit unserem Crown&Anchor-Club. Viele Gäste, die bei uns waren, kommen gerne wieder und gerade jetzt erweitern wir ja unseren Vertrieb. Wir arbeiten mit allen Reisebüro-Ketten zusammen und haben einen ganz neuen Katalog, der sich speziell auf die deutschen Marktverhältnisse konzentriert.

Der neue Katalog wirbt mit Festpreisen und inkludiertem Trinkgeld. Eine andere internationale Reederei hat genau das gerade abgeschafft …

Kaspar Berens: Wir haben entschieden, dass das Trinkgeld inklusive ist, weil es ein wiederholter Wunsch vom Kunden und auch Reisebüros gewesen ist, um das Buchen einfacher zu machen.

Nur für den deutschsprachigen Markt gibt es Festpreise und Frühbucher-Rabatte. Wir haben extra dafür einen Katalog gedruckt. Von unseren 26 Schiffen fokussieren wir uns mit diesem Preis-System auf die sieben wichtigsten Schiffe, die von den Deutschen gerne gebucht werden, und auch die Destinationen, die am wichtigsten für die Deutschen sind.

Wir merken schon jetzt nach nur drei Wochen, der Katalog ist ja gerade erst erschienen, dass das super angenommen wird.

Festpreise mit inkludiertem Trinkgeld parallel zu anderen Reisen nach dem bisherigen Modell – macht es das nicht komplizierter?

Kaspar Berens: Nein, generell ist alles einfacher geworden, weil die Hauptprodukte, die die Deutschen gebucht haben, jetzt einfacher zu buchen sind. Andere Produkte, die nach wie vor über das gewohnte Preis-System laufen, können auch ganz einfach eingebucht werden, über Reisebüros oder eben über unser deutsches Call Center in Hamburg. Dort haben wir 20 bis 30 Mitarbeiter, die natürlich bestens informiert sind und die besten Preise für den Kunden heraussuchen können.

Wer ist der typische Kunde von Royal Caribbean in Deutschland?

Kaspar Berens: Wir haben eine große Bandbreite an Kunden. Das liegt am Royal-Caribbean-Konzept, wo es um Entertainment geht, um Sport, um Attraktionen. Das ist geeignet für Familien mit kleinen Kindern, für Jugendliche und bis hin zu älteren Personen, die Spaß an sehr gutem Entertainment haben.

Royal Caribbean bietet ein Entertainment, das in einer ganz anderen Liga spielt. Ein Beispiel: Wir haben Broadway-Musicals, die nicht nur aus einem Madley mit ein wenig Phantom of the Opera, ein bisschen Cats bestehen. Wenn wir ein Broadway-Musical zeigen, dann zeigen wir ein komplettes Musical. Und die Künstler, die dort auftreten, sind alle von Weltklasse.

Von daher haben wir einen sehr breiten Kundenkreis, der auch das Schiff als Destination sieht, gepaart mit vielen Erlebnissen, die er vielleicht auch einmalig im Leben erfährt. Etwas ganze besonderes, das es auf anderen Schiffen so nicht gibt.

Stichwort „einmaliges Erlebnis“: Royal Caribbean hat gerade Coco Cay neu eröffnet. Wie wichtig ist so ein Privatinsel-Erlebnis am deutschen Markt?

Kaspar Berens: Perfect Day at Coco Cay ist natürlich etwas ganz besonderes und wurde jetzt im Mai gerade eröffnet (Anm.: siehe „Royal Caribbean eröffnet ‚Perfect Day‘ auf der Privatinsel Coco Cay“). Das ist eine kleine Insel, die in den Bahamas liegt. Wir fahren dort direkt mit unseren Schiffen heran, haben eine eigene Pier und müssen nicht tendern. Auf der Insel ist das genau so, wie man sich das vorstellt: blaues Wasser rund herum, weiße Strände, es gibt Restaurants, Bars, viel Fläche.

Die Insel ist für diesen Tag nur für diese Passagiere vom Schiff, da sind keine anderen Gäste auf der Insel. Zusätzlich gibt es dort Attraktionen, die ihresgleichen suchen: unter anderem einen Wasserpark mit besonderen Erlebnissen wie zum Beispiel der höchsten Wasserrutsche Nordamerikas.

Und das ist Ihrer Erfahrung nach dann auch spannend für deutsche Passagiere?

Kaspar Berens: Die meisten Gäste, die eine Privatinsel mit einem Kreuzfahrtschiff besuchen, wollen gar nicht mehr weg, weil es so ein herrlicher Tag ist. Da könnte man auch gerne noch zwei, drei Tage dranhängen. Von daher ist es in die Karibik ein herausragendes Erlebnis, auf eine sieben-, zehn- oder auch nur dreitägigen Kreuzfahrt auch einen Tag auf einer Privatinsel zu verbringen. Ich kann das nur empfehlen.

War ist 2019 der nächste große Trend bei Royal Caribbean? Was tut sich in diesem Jahr Neues?

Kaspar Berens: Unser Royal-Amplify-Programm. Wir haben insgesamt 26 Schiffe, alles sehr schöne Schiffe. Wenn wir von ‚Amplified‘ sprechen, dann sprechen wir aber nicht nur über ein umfassendes Renovierungsprogramm, wie jedes Schiff das regelmäßig bekommt, mit neuen Teppichen und so weiter. Das ist normal. Wir sprechen bei ‚Royal Amplify‘ wirklich über Dinge, die wir neu auf die Schiffe nehmen, wie etwa neue Restaurants.

Wir haben gerade die frisch renovierte Independence of the Seas in Hamburg vorgestellt. Sie hat zum Beispiel ein japanisches Sushi-Restaurant bekommen und oder eine Fish-and-Chips-Bar im Poolbereich, die ich nur empfehlen kann. Das ist wirklich klasse geworden. Und zusätzliche Attraktionen wie der Sky Pad, wo man mit Virtual-Reality-Brillen auf dem Trampolin ein ganz besonderes virtuelles Erlebnis erfahren kann. Und das ist alles im Reisepreis mit inkludiert.

Wir danken Kaspar Berens für das Interview!

23 Kommentare

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23 Kommentare zu “Interview: „Trinkgeld ist inklusive, weil es ein wiederholter Wunsch der Kunden war“

  1. Moin moin aus Kiel. Super Interview. Wir sind große rccl fans. Der neue Katalog hat uns nicht so überzeugt. Viele Kreuzfahrten sind nicht dabei. Das Call Center viele Mitarbeiter haben nicht viel Ahnung, aber es gibt auch viele die haben echt Ahnung. Wir hatten gerade ein positives Erlebnis mit dem Call Center. Gerne mehr von rccl. Werden am 30.9 mit der ovation of the seas von haweii nach Sydney. Franz du hast vergessen zu fragen was mit dem 5. Oasis Klasse Schiff ist. Heißt es melody of the seas? Grüße aus dem Kreuzfahrt Mekka Kiel. Sind gespannt wann das 1. Schiff von rccl nach Kiel kommt

  2. @Christian: Die Frage nach dem Namen für das fünfte Oasis-Class-Schiff habe ich nicht vergessen, sondern einfach nicht gestellt, weil die Frage sinnlos ist. Der Name wurde offiziell von RCI noch nicht bekannt gegeben, als wird mir auch Kaspar Berens den Namen auch nicht nennen oder bestätigen. Das Unternehmen ist da sehr konsequent, auch wenn sich die Gerüchte für den Namen inzwischen so verfestigt habe, dass er wohl stimmen dürfte.

  3. Guten Morgen,
    Gutes Interview, interessante Ausführungen hinsichtlich RCCL.
    Die Idee mit dem Katalog für den deutschsprachigen Markt ist im Grunde nicht schlecht. Wenn man sich allerdings im Vergleich die Buchungsmöglichkeiten für Gäste aus den USA anschaut verdeutlicht dieser einmal mehr wie sehr der hiesige Markt eher die 2. Geige spielt.
    Dort sind Sonderaktionen von denen man nur träumen kann an der Tagesordnung. Und zu einem Festpreis zu Buchen bedeutet nur im Nachhinein nicht mehr von oftmals stark fallenden Preisen profitieren zu können.
    Zum Thema ‚Royal Amplify‘ sollte man noch anmerken, dass zwar in der Tat neue Restaurants (die übrigens meistens nicht im Reisepreis enthalten sind) und z.B. Wasserrutschen etc. auf den Schiffen installiert werden, die Kabinen auf älteren Schiffen aber teilweise in einem bemitleidenswerten Zustand sind. Und wir kennen nach fast 30 Fahrten so ziemlich jedes Schiff von RCCL

  4. @Dierk Isermann: Die Sonderaktionen haben glaube ich wenig mit der Bedeutung eines Marktes für die Reederei zu tun. Marketing/Vertriebsmaßnahmen orientieren sich sehr stark an den jeweiligen Marktgegebenheiten (in Deutschland z.B. der Wunsch der Kunden auf inkludiertes Trinkgeld, was in den USA nicht funktionieren würde) und an der Wettbwerbssituation. In den USA überbieten sich die Reedereien gegenseitig mit solchen Sonderaktionen, weswegen eine Rederei da versuchen muss mitzuhalten und im Spiel zu bleiben, während in Deutschland kein solcher Sonderaktionen-Wettbewerb tobt.

    Und sind wir ehrlich: Sonderaktionen, von denen Passagiere träumen, sind für Reedereien finanziell höchst unangenehm – sprich: Man „schenkt“ dem Kunden ja nur Geld, wenn irgend welche äußeren Umstände einen dazu zwingen und nicht, weil einem ein Markt wichtig ist – ganz im Gegenteil: Auf einem wichtigen Markt versucht man genau solche Preis-Aktionen zu vermeiden, wenn man langfristig denkt. Denn ist man einmal auf einem niedrigen Preisniveau, ist es sehr schwer, wieder in den profitableren Bereich zurückzukehren. Rest-Kabinen „verramschen“ tut man also eher in Märkten, die einem strategisch nicht so wichtig sind, weil sich der Schaden da in Grenzen hält. Wohingegen man in strategisch wichtigen Märkten, auf die man sich also langfristig konzentrieren will, tunlichst darauf achtet, dass die Preise in einem gesunden, profitablen Bereich bleiben.

    Was die Preise bei RCI angeht, ist meine Beobachtung der vergangenen Jahre übrigens eher anders herum (und natürlich gibt es Ausnahmen bei einzelnen Reisen oder Fahrtgebieten): Die Preise sind zu Beginn vernünftig und steigen dann stetig an. Stark fallende Preise gibt’s bestenfalls wenige Wochen vor der Abfahrt, dann aber eben zu einem Zeitpunkt, wo einem der günstigere Reisepreis nur noch wenig nützt, weil dafür die Flüge entsprechend teurer sind. Ich persönlich sehe Preise weniger als ein Börsen-Spiel („erwische ich genau den günstigsten Zeitpunkt?“), sondern buche, wenn der Preis an einem Punkt ist, zu dem ich diese Reise bereit bin zu machen. Dann habe ich einen Deal, der mir gut erscheint und dann passt das.

  5. Für die Crown &Anchor Mitglieder wurden die Aufmerksamkeiten stark zurück gefahren, Die zuständige Loyalitys halten sich strikt daran. Bei der Preisgestaltung für die Kabinen blickt keiner mehr durch. Nur weil irgendwo in einer Kabine der Balkon 10 Zentimeter anders gebaut ist, muss man da schon mehr bezahlen, die Fotos sind alle gleich. Wir haben auf unserer letzten Reise mit Passagieren gesprochen, die genau wie wir der Ansicht sind, das der Service nicht mehr “ Royal “ ist wie sonst und die Getränkepreise sind sehr hoch gegenüber anderen Reedereien.
    Ach ja, die Independenc fährt von Southhampton und hat daher für die Britischen Gäste Fish and Chips.
    In Deutschland tobt sehr wohl ein Preiskampf bei den Reedereien, Aida und mein Schiff kämpfen um jeden Gast, geschweige von MSC und Costa.
    Seit wann hat RCI ein Call Center in Deutschland?

  6. @Helga Bartz: Die Kabinenpreise gestalten die meisten Reedereien inzwischen in sehr vielen Kategorien mit kleinen Unterschieden. Über die Preisunterschiede entscheidet aber meist nicht die Größe, sondern die Lage der Kabinen; vorne/hinten ist günstiger als in der Mitte nahe der zentralen Bereiche, oben ist teurer als unten.

    Das Call Center in Hamburg hat Royal Caribbean seit Mitte 2016.

    Wo die Crown&Anchor-Leistungen stark zurückgefahren worden seien, kann ich nicht nachvollziehen – haben Sie Beispiele? Und C&A ist immer noch eines der besten Loyalty-Programme in der gesamten Kreuzfahrt-Branche.

    Meine Anmerkung bzgl. „Preiskampf“ bezog sich auf Sonderaktionen, nicht als scharfen Wettbewerb und damit einhergehende, günstige Preise insgesamt. Wenn Sie die extremen und ständigen Sonderaktionen in den USA mit der Situation hier vergleichen, dann ist das hier eben vergleichsweise milde. Das ist es, was ich mit dieser Anmerkung meinte.

  7. Ich kann stellvertretend ein Beispiel geben anhand dessen man erkennt, dass die Benefits sehr wohl zurück gehen. Mittlerweile werden die Lounges für Diamond Plus (Concierge Lounge) oft nur noch für Pinnacle oder Suite Member geöffnet. Und Diamond und Diamond Plus dann zusammen in eine viel zu kleine Diamond Lounge ‚gestopft‘. Hier gilt Masse statt Klasse. Sicherlich sind die alkoholischen Getränke ein Pluspunkt, allerdings spielt individueller Service immer weniger eine Rolle.
    Zum Thema Preis kann ich hier nicht bestätigen diese würden niedrig starten und im Laufe der Zeit ansteigen. Da die Preisgestaltung im amerikanischen Markt (aufgrund der Masse der Buchungen) gemacht wird, sind starke Schwankungen an der Tagesordnung. Denn Gäste aus den USA können mehrere Buchungen machen und diese einfach wieder zurück geben.
    Und genau dies ist das Problem. Niemand hat etwas gegen Festpreise. Aber diese sollten für eine globale Reederei auch global Bestand haben. Und nicht nur für Teile der Kunden.
    Dies sollte man evtl. auch einmal erwähnen anstatt den Reedereien immer nur auf die Schulter zu klopfen.

  8. @Dierk Isermann: „Schulterklopfen“ ist nicht meine Intention, seien Sie dessen versichert. Als Journalist versuche ist, subjektive und individuelle Eindrücke zu trennen vom Gesamtüberblick. Deshalb frage ich ja auch nach Beispielen zum Rückgang bei den C&A-Leistungen, weil ich die persönlich halt nicht erlebt habe, aber natürlich nicht ausschließen kann, dass sie vorhanden sind, auch wenn ich sie selbst nicht gesehen habe. Insofern: Danke für das gute Beispiel – das ist allerdings eine unangenehme Entwicklung, wenn auch im Vergleich zu anderen Reedereien immer noch auf recht hohem Niveau.

    Meine Absicht ist ganz sicher nicht, Reedereien in Schutz zu nehmen oder ihr Handeln zu verteidigen – das sollen die schön selbst machen, das ist nicht mein Job ;-) Aber ich versuche mit meinen Erklärungen zusätzliche Aspekte in die Diskussion zu bringen, die man aus subjektiver, individueller Sicht so vielleicht nicht auf dem Schirm hat oder nicht wissen kann.

    Deshalb auch hier noch als Erklärung zu der Festpreisfrage: Internationale Reedereien betrachten einzelne Märkte separat – was in gewisser Hinsicht auch sehr sinnvoll ist, weil die Vertriebsstrukturen sehr unterschiedlich sein können (in Deutschland z.B. extrem stark über Reiseveranstalter, in den USA sehr wenig) und die Kundenanforderungen sich deutlich unterscheiden. Und die Reedereien sehen manche Märkte als langfristig-strategisch wichtig oder als besonders lukrativ, wohingegen andere Märkte eher dazu dienen, freie Kapazitäten aufzufüllen. Wenn man also in einem Premium-Markt (im Sinne der internen Beurteilung) zum gewünschten, hohen Preise nicht alle Kabinen verkauft, dann bietet man diese Kabinen beispielsweise in einem weniger wichtigen Markt zu Billigpreisen an, um die Kabinen zu füllen, zugleich sich aber die Preisstruktur am Premium-Markt nicht zu verderben. Das mag aus Kundensicht suboptimal sein, aber aus Unternehmenssicht ist das einfach Strategie und Gewinnoptimierung. Letztlich verhält sich eine Reederei, wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen, in jedem Markt eben so, wie es glaubt, das optimale Ergebnis zu erzielen. Das ganz allgemein gesprochen, nicht in Bezug auf Royal Caribbean, wo ich die interne Beurteilung einzelner Märkte dort natürlich nicht kenne.

    Und als Kunde verhält man sich im Zweifel eben genau so: Man bucht das Angebot, das einem am meisten zusagt. Und wenn einem ein Angebot nicht gefällt, dann bucht man halt woanders ;-)

  9. Moin Moin.
    Ich finde die Diskussion echt interessant. Wir bleiben rccl Fans und lieben die Schiffe. Bisher 3 Oasis Schiffe . Was wir als sehr angenehm empfunden haben ist der super Service an board. Beispiel : das Service Personal bringt die Drinks bis in whirlpool. Und jeder möchte doch ein Schnäppchen ergattern. Wie sagt der Matthias morr :“man bekommt immer das was man bezahlt “ :-)) grüße aus kiel

  10. Wir bleiben der Reederei sicher auch treu (haben auch 2 offene Buchungen) :-)
    Wenn uns die Company nicht gefallen würde, würde ich auch gar keinen Kommentar schreiben.
    Die neuen Schiffe sind sicherlich sehr schön und die an Bord gebotenen Aktivitäten nicht zu überbieten (hier im Besonderen die Oasis Klasse). Allerdings sollten die älteren Schiffe (Radiace und Vision Klasse) einfach deutlich überarbeitet werden. Und dies betrifft auch das Essen an Bord. Man kann dies schlichtweg von der Qualität nicht vergleichen und dies finde ich Schade. Leider sind (natürlich aufgrund der vielen neuen Schiffe) hier wenig Berichte zu finden. In sofern hat Matthias Morr nur bedingt recht. Denn der Preis ist meistens nicht niedriger auf alten Schiffen von RCCL. :-)

  11. Ich bin jetzt im Mai erstmals mit der Oasis gefahren und war schwer beeindruckt. Das Schiff ist sehr großzügig (Solarium ist ein toller Platz!) und das Entertainment einmalig. Auch wenn das Personal sehr freundlich war, ist der Service nicht „Royal“. Selbstverständlich akzeptiere ich die 14,50 $ Trinkgeld pro Tag und käme nie auf die Idee, da etwas zu kürzen. ABER: Irgendwie fiel mir an mehreren Stellen auf, dass subtil der Eindruck vermittelt werden sollte, hier und da noch ein bisschen was springen zu lassen. Und das ist (zumindest mir) unangenehm (Beispiel: Coffee Shop mit self pick up, select a tip am Zahlterminal). Die Preise für alkoholische Getränke sind für mich zudem Fantasiepreise, auch wenn man sich im Urlaub etwas gönnen will (0,33 Heineken 7,29 $ +18 Prozent Service +10 Prozent spanische Steuer + feel free to tip the server). Bin ich knauserig, oder ist das übertrieben? Ansonsten war die Stimmung großartig, das Schiff super gepflegt.

  12. @M. Weber: Nein, Sie sind nicht knausrig mit dieser Denkweise. Was die Getränkepreise angeht, sehe ich das ähnlich. Was man allerdings dabei berücksichtigen sollte (ohne dass es für uns etwas an der Tatsache der hohen Preise ändert) ist, dass Bier- und ganz besonders Weinpreise in Deutschland im Vergleich zu den USA recht niedrig sind, sodass wir da ein niedrigeres Niveau gewohnt sind. In den USA kostet Bier und Wein auch an Land deutlich mehr und entsprechend sind auf amerikanisch geprägten Schiffen die Preise höher.

  13. Moin zusammen!

    Geht es um Trinkgelder und die Preise für Kreuzfahrten oder On-Board-Services im Allgemeinen, dann tritt erwartungsgemäß eine für mich typisch deutsche Schizophrenie zu Tage. Sorry wegen dieses schmählichen Urteils, ich versuche es an Beispielen fest zu machen. Los geht’s:

    Dass der Werbespruch „Geiz ist geil!“ aus Deutschland kam, sagt etwas über die Mentalität seiner Einwohner aus. Nein, Geiz war noch nie geil, oder sollte man eleganter formulieren „gesellschaftlich weitgehend akzeptiert“, Geiz galt sogar als eine der Todsünden. Im Original „Avaritia“ (Geiz, Habgier). Die Autoren religiöser Urschriften empfanden es also als gesellschaftlich ungünstig, wenn die besser Situierten von Ihrem Reichtum keinen angemessenen Teil an Ärmere abgaben. Aus diesem Grunde wurden Personen wie der Bischof Nikolaus von Myra heilig gesprochen, nicht aber die Seelenverwandten von Dagobert Duck oder Ebenezer Scrooge. Geiz ist so fundamental in der deutschen Mentalität verwurzelt, dass der Volksmund sogar versuchte ihn zu rechtfertigen, denn wenn sich das Gefühl verbreitet, dass es doch „alle so machen“, kann es ja nicht so schlimm sein, oder? Beispiele: auf Kölsch heißt es „m’r han et nit vum jebbe, m’r han et vum bahaale“ (Wir haben es nicht vom Geben, wir haben es vom Behalten. Auf Hessisch babbelt es so: „Wenn mer gebbe, gebber mer gern unn reischlisch – ebber mer gebbe nix.“ (Wenn wir geben, dann geben wir gern und reichlich, aber wir geben nichts.). Wo steckt mehr Lebensweisheit drin als in Sprichwörtern? Sie identifizieren menschliche Schwächen, und weil fast jeder darin seine selbigen entdeckt, sind sie gerade mundartlich so lustig, beinhalten zwar auch eine gewisse Anklage, aber nach meiner Einschätzung auch einen kollektiven Freispruch von der „Sünde“.

    Wer es sich leisten kann, mittels Langstreckenflug von Mitteleuropa in die Vereinigten Staaten zu reisen, ein Urlaubsprogramm aus Hotel, Mietwagen, Restaurant- und Themenparkbesuchen zu absolvieren und als Krönung eine Kreuzfahrt auf einem Schiff einer typischen US-Reederei wie Royal Caribbean International drauf zu setzen, dem mag ich es nicht abnehmen, wenn er sich darüber auslässt, dass es in den USA doch die viel besseren Angebote gebe oder – um auf die niemals endende Trinkgelddiskussion einzugehen – sich über „Zwangstrinkgeld“ beschwert. Nein, die Antwort kann nur lauten: fahren Sie doch lieber Off-Season mit Costa eine Woche lang im Mittelmeer, für 299 EUR – mit Trinkgeldern inklusive. Ist das etwa KEIN sensationelles Angebot?

    Seltsamerweise wirft der deutsche Durchschnittskonsument den Monopolisten sehr gern sein Geld in den Rachen, wenn es um völlig unsinniges Zeug geht wie Kapselkaffee, Flaschenwasser (ist Mikroplastik ein Genuss?) oder Lock-In-Multiklingenrasierprodukte, wo für ein läppisches 8er Set schon mal 30 EUR fällig werden, während die klassische Rasierklinge im 10er Pack schon für 2 EUR zu haben und beidseitig verwendbar ist und so gut wie keinen Plastikmüll produziert. „Hallo! Hier können Sie 93% sparen! Wieso funktioniert dieses Superschnäppchen nicht? Haben es Gillette und Wilkinson auf glattere Männerhaut abgesehen oder auf unser Geld?“ Einbauküchen mit dem allerneuesten Schnickschnack für 20.000+ EUR sind heute Standard, aber bloß nicht darin kochen. Es könnte ein Kratzer im Lack entstehen. „Wir bestellen beim Lieferdienst“, nicht wahr? Das lässt sich mit Logik nicht mehr erklären, sondern eher damit, dass unsere Gesellschaft sich in einem Zustand der sozialen und postindustriellen Degeneration befindet, Tendenz rasch sinkend.

    Wer lange genug auf der Welt ist und selbige bereiste, wird festgestellt haben, dass jedes Land eine ganz individuelle Preisstruktur für Waren und Dienstleistungen hat sowie vom Heimatland abweichende Einkommensverhältnisse , bis hin zu Arbeitsbedingungen, Arbeitnehmerschutz, sozialer Absicherung, Mieten und Wohneigentum, Verkehr und vielen Dingen mehr. Ja, es gibt Dinge, die in den USA für unsere Verhältnisse „billig“ sind. Dazu gehören Markenklamotten, das berühmte blaue Mundwasser in der 1,5-Liter-Flasche und – ja – auch tendenziell Kreuzfahrten. Es ist daher völliger Unsinn, wenn Preisvergleiche einiger weniger Produkte angestellt werden. Längst wissen wir, dass das Preisempfinden sogar im eigenen Land extrem wenig mit der Realität zu tun hat – wie soll das dann im Urlaub gelingen, wo man nicht davon sprechen könnte, das ein „älltäglich übliches Konsumverhalten“ praktiziert werde? Es braucht also theoretisch den Blick auf die gesamte Kosten- und Preisstruktur eines fremden Landes, doch weil das nur Fachinstitute leisten können, sollten wir uns davor hüten vorschnelle Preisvergleiche anzustellen und zu beurteilen, auch wenn wir uns offensichtlich pudelwohl in der Opferrolle des „Abgezockten“ fühlen.

    Hat denn schon mal jemand einen landestypischen Supermarkteinkauf in den USA getätigt? Duschgel ab 3 USD, vier Rollen Haushaltspapiertücher ab 3,99 USD – und immer hübsch „plus Tax“, denn der Kunde soll immer wissen, wie viel von seinem Einkauf an den Staat fließt, anders als bei uns, wo sich niemals jemand traute, von 99,- DM auf 102,- DM zu gehen, wenn die Mehrwertsteuer mal wieder angehoben wurde. Mehrwertsteuerlast? Sollen das doch doch Gewerbetreibende wuppen, und wenn dadurch der Kostendruck steigt und die Einkommen nominell sinken – egal. Es trifft ja nicht mich, nicht wahr? Falsch – es trifft indirekt und leicht zeitverzögert quasi alle. Die Älteren erinnern sich: es begann 1968 mit 10% MwSt, heute sind es 19% regulär, und dennoch kaufen wir Dinge des täglichen Bedarfs zu obszön niedrigen Preisen. Wer zahlt denn den wahren Preis dafür? Fliegen kreuz und quer durch die USA für 20 USD? Undenkbar. In Europa inzwischen so normal wie schädlich. Bezahlbarer ÖPNV? Wenn man nicht gerade in New York, San Francisco oder Chicago wohnt – Fehlanzeige. Jahresurlaub – nicht für den Mitarbeiter im ersten Jahr der Betriebszugehörigkeit. Danach maximal 2 Wochen. Die Hälfte aller Angestellten kommt nicht über 15 Tage Jahresurlaub. Unsere tariflich üblichen sechs Wochen sind für Amerikaner eine Utopie aus dem Märchenland.

    Seit 1982 habe ich die USA und Kanada so intensiv bereist wie kaum ein Einheimischer, weil jene schlicht gar nicht die Gelegenheit dazu haben und oft auch nicht die finanziellen Mittel. Im Jahr 1992, als wir in 5 Wochen von Miami über New Orleans, St. Louis, Denver, Yellowstone, San Francisco bis nach Los Angeles fuhren mit einem PKW, wurden wir angestarrt wie Aliens, weil wir mit einem Kennzeichen aus Florida in diversen Bundesstaaten jenseits von Louisiana unterwegs waren. „How I envy you! How much of vacation do you have?“ (Wie ich Euch beneide! Wie viel Urlaub habt Ihr denn?) Das hörte ich so oft.

    Jawohl, wie Zewarollen und Duschgel so ist auch ein Bier in der Gastronomie teurer in Amerika. Zwar kann man oft günstig speisen und Kinder werden sogar häufig ganz kostenlos bewirtet (das nennt sich „familienfeundlich“ – kids eat free!), aber die Preise in Bars und Clubs sind im Vergleich zu Deutschland sehr hoch. Oder sollte man (wie auch Franz es ausdrückte) lieber sagen: die gastronomischen Preise in Deutschland liegen extrem niedrig? So unterstreichen das z.B. ausländische Reiseführer für Deutschland. Der Preisverfall beim Bier in Deutschland bewirkte längst einen massiven Qualitätsverfall, der messbar ist: Stammwürze und Bittereinheiten liegen auf Scham-Niveau, die Hauptzutat ist inzwischen Hopfenextrakt, eine Billigpampe mit Schuhcreme-Konsistenz. Bier aus Naturdoldenhopfen ist dem Deutschen inzwischen „zu teuer“, so wundert es nicht, dass bei internationalen Bierwettbewerben regelmäßig die Hauptpreise an US-Microbreweries gehen.

    Ein vergleichsweise höchst preiswertes und sogar für Abhängig Beschäftigte verpflichtendes Gesundheitssystem gewährleistet bei uns eine Fürsorge, von der US-Amerikaner nur träumen können. Ist jemandem schon einmal die hohe Zahl an Beinamputierten auf US-Kreuzfahrtschiffen aufgefallen? Hatten diese Menschen keine adäquate Diabetes-Therapie bekommen? Wie viele sind schwer gehbehindert und mit Krückstock unterwegs, schon im Alter von 40? Ein Amerikaner brachte es auf einer Transatlantiktour beim Landgang auf Madeira auf den Punkt „Schau, was sind die alle schlank und agil hier!“ während sich ein Tross von im Durchschnitt schwer Adipösen schwerfällig ein paar Meter die Promenade entlang wälzte, bis man sich schnaufend auf der nächsten Bank niederlassen musste. Manch ein Amerikaner fährt monatlich mit dem Auto nach Kanada, weil er dort seine Medikamente für 150 CAD bekommt, für die er zu Haus weit über 1.000 USD augeben müsste, Eine Krankenhausbehandlung kann gut und gern das eigene Haus kosten. Am Ende droht durch Krankheit Obdachlosigkeit und früher Tod. Auch das muss man einbeziehen, wenn man meint internationale „Preisvergleiche“ anstellen zu müssen.

    Wer in den USA Restaurants, Bars und Clubs besucht, trifft häufig beim Bedienpersonal kaukasische („Weiße“) muttersprachliche Bedienungen, die offensichtlich von ihrer Tätigkeit leben können. Und bei uns? Hat sich nicht erst vor Kurzem ein namhafter Politiker darüber beschwert, dass der Kellner nur englisch sprach? Die Gehaltsangaben für einen Kellner in Berlin liegen bei 1.580 bis 2.400 EUR im Monat. Brutto. Und liegt die Rechnung bei 29,80 EUR, dann legt der Gast oft genug 30 EUR hin und fügt ein gönnerhaftes „stimmt so“ hinzu. Ich hörte bereits von selbstbewussten Kellnern, die dann die 20 Cent wieder herausgaben und sprachen: „Also, nein, das kann ich wirklich nicht annehmen, so viel Großzügigkeit wäre mir echt peinlich. Vielen Dank.“ Chapeau!

    Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, so entzieht der Deutsche mit Wonne seinem Gemeinwesen dringend benötigte Steuern, indem er bei Amazon waren wie z.B. Bücher und anderes bestellt, welche er bei einheimischen Anbietern zu selbem Preis kaufen kann, isst Minderwertiges bei US-Fast-Food-Ketten, vermüllt mit Starbucksbechern die Umwelt, obwohl jeders italienische Café neben besserem Kaffee noch eine Atmosphäre liefert, die kein Starbucksladen jemals bieten könnte (und der Tischservice ist ebenfalls mit drin). Die Eigenverantwortung funktioniert also noch nicht einmal in Segmenten, die sich absolut kostenneutral darstellen. Daraus kann man nur schlussfolgern, dass es einen starken und wehrhaften Staat braucht mit klaren Regeln, Ver- und Geboten, denn das immer hochgelobte Prinzip aus Appellen, Anreizen, gutem Zureden und freiwilligen Selbstverpflichtungen ist final gescheitert, wie auch bei klimaschädlichem Verhalten.

    Man könnte die Beispiele endlos fortsetzen. Aktuell echauffiert man sich über die neuen Portokosten von +15 Cent für die Postkarte und +10 Cent für den Standardbrief. Seltsamerweise erhalte ich fast nur noch Gruppen-Gruß-SMS aus dem Urlaub ohne persönliche Anrede, selbiges zum Geburtstag oder Weihnachten, die individuell erstellte E-Mail hat schon solchen Seltenheitswert, dass ich geneigt bin, sie mir auszudrucken und an den Weihnachtsbaum zu hängen. Eine Grußkarte aus Papier im Postkasten? Fast ausgestorben. Und dennoch gebärdet sich der Deutsche als müsse er künftig in der Gosse wohnen wegen einer Portoerhöhung. Wir sind Freunden und Familie offenbar weder 5 Minuten Zeitinvestition noch das Porto mehr wert, nicht mal zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Wie erbärmlich. Gibt es denn noch kein mundartliches Sprichwort für die Rechtfertigung? Die postalische Infrastruktur ist ein fixer Kostenfaktor, egal ob ein Volumen wie 1995 durchläuft oder die ständig rückläufige Menge von heute. Und: NEIN, das schrumpfende Postvolumen ist KEINE Folge steigender Portopreise, die Kausalität besteht hier umgekehrt. Das betrifft übrigens auch unser Trinkwasser/Abwassersystem. Sinkt der Verbrauch Undank Spartaste am Klo, müssen Leitungen und Kanäle aufwändig gespült werden, die Infrastruktur hat feste Unterhaltungskosten und folgerichtig steigt der Wasserpreis pro Kubikmeter.

    Spätestens an diesem Punkt sollten wir uns auf diesen Konsens einigen: „Wir können es uns leisten“. Die überwältigende Mehrheit aller Erdenbewohner kann es nicht. Wir sollten uns davor hüten, nur auf jene zu schielen, die mehr haben als wir. Blenden wir jene aus, denen es weit schlechter geht, begehen wir einen fatalen Irrtum bei der Bewertung der eigenen Lebensqualität. Es geht uns gut, verdammt gut und es braucht nur ein Gespräch mit einem/r 80jährigen um zu erfahren, wie prekär es vor nicht allzu langer Zeit war. Ausgeblendet wird leider auch allzu oft, dass wir nur deswegen so viel und so billig konsumieren können, weil Massen von Billiglöhnern unter menschenunwürdigen Bedingungen Elektronik in China zusammenbasteln oder Tomaten in Almeria pflücken, unter Pestizidbelastung, unter Plastikplanen, bei 45°C, ohne Arbeitnehmerrechte oder Krankenversicherung. Ich denke, ein bisschen Demut und Dankbarkeit stünden uns weit besser als unsere Gier, oder?

    Fazit: Geiz ist ungeil, asozial, gesellschaftlich zerstörerisch und egoistisch – ja gewissermaßen schmarotzerhaft, denn der Geizige verlässt sich darauf, dass andere großzügiger sind und Staat, Wirtschaft und Gesellschaft freigiebiger finanzieren. Letztendlich schadet der Geizige auch sich selbst. Eine Fernreise kombiniert mit Kreuzfahrt zu unternehmen bedeutet auch, dass die Geschäftsbedingungen und Preisstrukturen der Vertragspartner akzeptiert werden, ebenso die der weiteren Dienstleister am Urlaubsort und nicht zu vergessen die Gepflogenheiten im Gastland, auch was Trinkgelder betrifft. Wer all das bemängelt oder gar ablehnt, der möge sich im Garten ein Zelt aubauen und sich billigstes Discouter-Dosenbier aus Hopfenextrakt in den Hals schütten anstatt den Ruf unseres Landes im Ausland weiter zu ruinieren. Das wäre dann wenigstens konsequent. Aber auch Konsequenz kann der Deutsche offensichtlich nicht. So, isch abe fertisch.

  14. Hallo, Franz… aber zu fragen habe ich was – fast vergessen: ab wann gelten denn die inkludierten Trinkgelder? Habe ich es überlesen? Ich muss beichten (seufz), dass ich schon wieder rückfällig geworden bin. Ja, ich hatte mir ja selbst gewissermaßen ein „Cruise Detox“ verordnet, aber ich machs ja nuuuur für meine liebe Schulfreundin Sabine und ihre Zwillinge (= mein persönlicher Rechtfertigungsstrohhalm… ) die im August 18 werden und einen Trip nach Florida in den Herbstferien mit einer Woche „Harmony of the Seas“ als Überraschung bekommen. 2x Glückskabine ab 6. Oktober hält sich preislich echt in Grenzen. In meinen Buchungsunterlagen werden die 14,50 USD immer noch ausgewiesen. Grüße!

  15. @Volker: „Trinkgeld inklusive“ gilt nur für die in dem neuen Katalog ausgewiesenen Reisen – das sind zwar sehr viele, aber wenn Deine da nicht dabei ist, gelten die gleichen Bedingungen wie bisher, also Trinkgeld extra.

  16. @ Franz: lieben Dank. Katalog – hihi – ich weiß gar nicht mehr was das ist. Ich habe nach zahlreichen E-Mails erreicht, dass mir die Reedereien keine Kataloge und Werbeflyer mehr schicken. Mein Briefkasten litt unter Akutverstopfung. Hat schon mal jemand geschaut, ob die Trinkgeldbeträge von ca. 90 EUR p.P. für eine Woche in einer Standardkabine nun beim EUR-Reisepreis berücksichtigt wurden, dieser also um diesen Betrag höher liegt als zuvor? Das könnte man vermutlich nur unterscheiden, wenn mit alten und neuen Katalog vergleicht, da sich die Online-Preise ja tagesaktuell ändern, oder? Interessieren würde mich, wie das bei Reisenden aus der Schweiz läuft… da spricht man ja auch „auswärts“…

  17. Naja, den „Katalog“ gibt’s ja auch online :-) Die Preise kannst Du nicht direkt vergleichen, weil das ja Festpreise sind, also keine tagesaktuelle. Interessant sind die ziemlich hohen Frühbucher-Rabatte, die natürlich v.a. mit den Festpreisen sinnvoll sind, weil Du so wirklich als Frühbucher den billigsten Preis kriegst und Dich nicht über Last-Minute-Schnäppchen ärgern musst, wenn Du frühzeitig gebucht hast (wenn man mal die Buchungsmöglichkeit derselben Reise zu tagesaktuellen Preisen über die US-Website ausklammert, wo halt aber auch anderes Reiserecht gilt etc.).

  18. Hallo Franz!
    Ich freue mich immer wenn ich etwas neues über Royal Caribbean lese. Eine Frage hätte ich aber noch gestellt, ob es nach 2014 wieder mal Kreuzfahrten ab Deutschland geplant sind. Naja ich befürchte das das wohl nicht mehr passieren wird.

  19. Hallo Jens,
    ob es intern Planungen gib, weiß ich natürlich nicht, aber offiziell gibt es keine. Aus Unternehmenssicht muss man halt bei Royal Caribbean auch berücksichtigen, dass das Mutterunternehmen eine 50-Prozent-Beteiligung an TUI Cruises hat, tendenziell also kein Interesse besteht, sich selbst Konkurrenz zu machen, was wohl vor allem bei Deutschland-Abfahrten passieren könnte. Zweiter Aspekt ist die große Nachfrage in vielen internationalen Märkten, sodass auch schlicht die Zahl der Schiffe nicht reicht, um alles zu bedienen und dann legt man die Schiffe dort hin, wo sie den höchsten Profit bringen. All solche Überlegungen dürften da eine Rolle spielen und am deutschen Markt ist es eher schwierig, sich Marktanteile zu erobern, sodass man für ein Schiff ab einem deutschen Hafen einen relativ langen Atem bräuchte, wohingegen anderswo die Gewinne sofort zu erzielen sind; da denken Aktiengesellschaften dann oft einfach kurzfristiger (ohne das jetzt konkret für Royal Caribbean unterstellen zu wollen). Nachdem man auch ein in einem deutschen Hafen positioniertes Schiff nicht überwiegend mit Deutschen (plus Holland, Belgien, Nordost-Frankreich etc.) füllen kann, hat Deutschland auch den Nachteil, dass die Häfen schlecht mit internationalen Flughäfen angebunden sind. Allenfalls Hamburg, aber auch da halten sich die USA- und Asien-Flüge sehr in Grenzen. Ich denke, das sind einige der Gründe, die bei solchen Überlegungen eine Rolle spielen.

  20. Hallo Franz,
    ja genau aus diesen gründen gehe ich ja auch davon aus das das nicht passieren wird. Aber es wäre schon ein schön wenn man ein in Deutschland gebautes Schiff gleich mal (wenn auch nur für eine Reise) abfahren lasset. Das wäre doch mal ein WOW oder? Naja Träumen darf man ja noch :-)

  21. Hallo Franz, hallo Herr Kaczmarek,
    zu Deinem Kommentar, Franz: @Volker: :-) mehr gibt’s dazu nicht mehr zu sagen :-)
    möchte ich dennoch gerne einen – natürlich aus meiner Sicht subjektiven – Beitrag leisten und wie folgt ergänzen.
    Ich würde mir wünschen, dass die Kreuzfahrt-Buchungen, die von den Teilnehmern des Chats im Laufe der Zeit so getätigt werden, einem Reisebüro zugute kommen, welches sie mit bestens geschulten Mitarbeitern bei ihren Reiseplanungen tatkräftig unterstützt und in guten wie in schlechten Zeiten für sie da ist.
    Denn auch bei der Reisebuchung kommt diese „Geiz ist geil“-Mentalität in letzter Zeit immer öfter zum Vorschein.
    Nach dem Motto „Ich habe nichts zu verschenken“ wird am Telefon oft schon gefragt „Wie viel Prozent bekomme ich denn bei Ihnen?“, ohne dass auch nur ein Angebot abgegeben wurde. Unsere Lieblings-Antwort: „11% – nämlich eine Flasche Winzersekt von einem der besten Weingüter Deutschlands“. Das sorgt oftmals für ein Nachdenken und manchmal für eine Buchung.
    So weit, so gut. Aber wo soll das noch hinführen? Wenn ich darauf eingehe und den Betrag X gebe, wird weiter telefoniert bis jemand den Betrag Y einräumt? Super!
    Also werden auch Kreuzfahrten, die ja eigentlich (vor allem für „Ersttäter“) beratungsintensiv sind, immer häufiger bei einem Anbieter gebucht, der mit irgendwelchen Bordguthaben wirbt (was der gesamten seriös arbeitenden Reisebüro-Branche natürlich ein Dorn im Auge ist), nur um aus dieser Reisebuchung einen quasi persönlichen aber oft zweifelhaften, weil nur monetären Vorteil zu ziehen.
    Oder etwa bei der Reederei selbst – siehe oben die diversen Anmerkungen zum Thema Callcenter.
    Welchen Vorteil soll das bringen? Bessere Preise? Nein! Besserer Service? Wage ich auch zu bezweifeln.
    Es lacht sich dabei höchstens die Reederei ins Fäustchen, denn sie hat ja die Reisebüro-Provision „gespart“.
    Also doch besser beim „Fachhandel“ Reisebüro? Dies wäre in meinen Augen die absolute Konsequenz aus Ihren oben verfassten Zeilen, Herr Kaczmarek, die ich ansonsten voll und ganz unterschreibe. Nebenbei bewundere ich auch die Zeit, die Sie sich dafür genommen haben….
    Sie haben es sicherlich schon geahnt: ich oute mich jetzt als Inhaber eines Reisebüros, handele mit diesem Beitrag dennoch nicht im Eigeninteresse (weswegen auch nur mein Vorname hier erscheint) sondern möchte mit meinem Kommentar einfach für die gute Arbeit, die bei vielen Kollegen geleistet wird, sensibilisieren. Denn auch wir Reisebüros sind Unternehmer, Dienstleister, Arbeitgeber und leisten mit unseren Steuern einen Beitrag zum Wohle aller.
    Bei uns ist Service inklusive, weil es ein wiederholter Wunsch unserer Kunden ist!

  22. @Robert: Auch dazu gibt’s eigentlich nichts zu ergänzen. Schade ist einfach, dass viele Menschen so dem Schnäppchen-Wahn verfallen sind, dass sie regelrecht Angst haben, ein Reisebüro auch nur zu betreten, weil sie fürchten, dass es dort 2,50 Euro teurer sein könnte als auf Internet-Portalen oder der Reederei direkt. Da kann man nur stetig Aufklärungsarbeit leisten und versuchen, den Leuten diese Angst zu nehmen …

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