MSC Meraviglia: Kurzbesuch mit „Cirque du Soleil“-Show

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Die MSC Meraviglia kommt im Sommer 2018 nach Hamburg. In Barcelona hatte ich jetzt bei einer kurzen Stippvisite die Gelegenheit, MSCs neues Flaggschiff anzusehen und dabei auch eine der beiden Shows von Cirque du Soleil zu erleben.

Cirque-du-Soleil-Show "Viaggio"
Cirque-du-Soleil-Show „Viaggio“

Was auf der MSC Meraviglia recht schnell auffällt, ist die neue Design-Linie: Die einzelnen Bereiche des Schiffs fügen sich optisch viel stärker ineinander. Die Farbigkeit ist insgesamt etwas zurück genommen. Auf den bisherigen MSC-Kreuzfahrtschiffen sind die einzelnen Bereiche dagegen jeweils sehr eigenständig gestaltet und farblich oft sehr intensiv.

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Dennoch ist es MSC gelungen, eine gewisse Wiedererkennung und Vertrautheit zu schaffen. Obwohl sich das Design auf den ersten Blick deutlich von den bisherigen Schiffen unterscheidet, sind typische Strukturen etwa in den Restaurants erhalten geblieben. Ein weiteres verbindendes Element ist der speziell für die MSC-Schiffe entwickelte Duft, den man fast überall dezent riecht. Und auch die Treppen im Atrium sind weiterhin glitzerig mit Swarowski-Kristallen gepflastert.

„Galleria“ – Promenade mit Video-Himmel

Eines der technischen und optischen Highlights der MSC Meraviglia ist die drei Decks hohe „Galleria“ mit ihrem 80 Meter langen, gewölbten Himmel, der von einem riesigen LED-Video-Display gebildet wird.

(Der Vollbild-Modus lässt sich mit dem Button rechts unten aktivieren/deaktivieren. Die Vorschau-Bilder blenden mit dem Button links daneben ein/aus.)

Eine Promenade dieser Art gibt es bisher vor allem bei Royal Caribbean International, wo die „Royal Promenade“ ein Markenzeichen einiger Schiffsklassen inklusive der Oasis-Class ist. Gewisse Ähnlichkeiten gibt es, aber vor allem auch zwei wesentliche Unterschiede: die Video-LED-Decke und die unterschiedliche Nutzung der zweiten Ebene.

Das Video-Display der MSC Meraviglia ist einzigartig und verändert den Charakter der „Galleria“-Promenade je nach Stimmung und Tageszeit deutlich: von elegantem Prunk, der an die Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand erinnert, bis hin zu einem Nachthimmel mit Mond und Sternen.

Und auch kurze Video-Shows gibt es hier immer wieder. Einen kurzen Ausschnitt davon zeigt unser Video – so kann man sich das besser vorstellen, als wenn es nur in Worten beschrieben ist:

Vorschaubild

Der zweite, wesentliche Unterschied zur Royal Promenade von RCI: Die MSC Meraviglia nutzt die zweite Ebene der „Galleria“ auf der ganzen Länge für öffentliche Bereiche. Auf der unteren Ebene findet sich unter anderem die edle Chocolateria sowie Creperie und Gelateria des Star-Patissiers Jean Philippe Maury, der Eataly Market Place, eine Bar und Ähnliches. Die obere Ebene nutzt MSC für Spezialitäten-Restaurants wie Pub, Steakhaus, Sushi Bar, Teppanyaki sowie die neue TV-Studio-Lounge.

Cirque du Soleil in der neuen Carousel Lounge

In die oberste Liga des Kreuzfahrt-Entertainments hat sich MSC mit der Kooperation mit Cirque du Soleil hochgearbeitet. Die Carousel Lounge am Heck der MSC Meraviglia wurde speziell für die Shows gebaut und in allen Details mit Cirque du Soleil auf die beiden Show-Programme „Viaggio“ und „Sonor“ abgestimmt, die wiederum exklusiv für die MSC Meraviglia entwickelt wurden.

"Viaggio"-Show, Cirque du Soleil @ Sea auf der MSC Meraviglia
„Viaggio“-Show, Cirque du Soleil @ Sea auf der MSC Meraviglia

Entfernt erinnert die Carousel Lounge an das Two70° der Quantum-Class von RCI. Auch dort ist die Bühne in der Mitte des Raums kreisrund angelegt. Auf der MSC Meraviglia gibt es aber keine Empore. Das Publikum sitzt auf einer einzigen Ebene und sogar etwas unterhalb der erhöhten Bühne. Die Carousel Lounge verfügt dafür aber über ein riesiges LED-Video-Display, das sich in geschwungener Form über die gesamte Schiffsbreite zieht und wesentlicher Bestandteil der Show ist.

Mein Eindruck von der Show „Viaggio“ des „Cirque du Soleil @ Sea“: Viaggio hat die gleiche Magie wie Cirque-du-Soleil-Shows an Land. Die Bühne an Bord ist aber zwangsläufig kleiner, die Raumhöhe geringer und das Ensemble mit 15 Künstlern und Artisten kleiner als in großen Theatern an Land. Deshalb bietet die Show nicht diese beeindruckende Vielfalt an Nebenhandlungen auf der Bühne, auf der manchmal so viel los ist, dass man nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll.

"Wall Walker" am LED-Display
„Wall Walker“ am LED-Display

Andererseits, und das macht diese Show auch wieder einzigartig, bietet das Setup auf dem Schiff ganz neue Möglichkeiten, die das Cirque-du-Soleil-Team auch voll ausschöpft. Beispielsweise nutzen sie die riesige LED-Video-Wand für „Wall Walker“ – also Artisten, die quasi um 90 Grad im Raum gedreht auf der Wand laufen, als sei es der Boden. Das LED-Display wurde nahtlos in die Show integriert und macht viel von der intensiven und großflächigen, optischen Wirkung der Show aus. Und auch mit der eigens für die Show arrangierte Musik – mit Anleihen beispielsweise von Ravel und Debussy – erzeugt Cirque du Soleil die so typische, emotionale Faszination ihrer Shows.

Cirque du Soleil: Dinner oder Cocktail?

Gut 410 Plätze hat die Carousel Lounge und MSC hat für die Cirque-du-Soleil-Shows ein neues Reservierungskonzept eingeführt: An sechs Abenden pro Woche gibt es jeweils zwei Shows, zu denen zwar kein direkter Eintritt verlangt wird, jedoch ist eine Reservierung nur möglich, wenn man wahlweise ein „Dinner & Show“-Paket für 35 Euro oder ein „Cocktail & Show“-Paket für 15 Euro bucht.


Das Essen konnte ich bei meinem Besuch probieren: Das Dreigang-Menü ist lecker und den Aufpreis vor allem dann wert, wenn man die Show mit dem Dinner verbinden möchte und bequemerweise nicht zwischen Abendessen und Show die Location wechseln möchte.

Das Cocktail-Paket beinhaltet einen kleine Schale mit Chips sowie ein Macaron (die sonst in der Chocolateria für 1 Euro verkauft werden) sowie einen speziell für die Show entwickelte Cocktail (den ich leider nicht probieren konnte). Aber auch die 40minütige Show allein ist die 15 Euro auf jeden Fall wert, wenn man Cirque du Soleil einmal live erleben möchte.

MSC Yacht Club mit integrierten Restaurant

Auf der MSC Meraviglia hat MSC auch die Idee Suiten-Komplexes „MSC Yacht Clubs“ weiter gedacht. Das Suiten-Restaurant ist nun direkt im Yacht Club integriert und nicht wie auf den anderen MSC-Schiffen außerhalb an einer anderen Stelle. Das Yacht-Club-Restaurant hat hier denselben Blick nach vorne wie die Top Sail Lounge ein Deck tiefer auf Deck 16.

Yacht-Club-Restaurant
Yacht-Club-Restaurant

Um mehr Platz in der Top Sail Lounge zu schaffen, hat MSC das Buffet ebenso wie die Bar jeweils links und rechts gleich nach den Eingang verlegt. Der große, freie Raum um das Buffet in der Mitte ist auf der MSC Meraviglia entfallen.

Sonnendeck des Yacht Clubs
Sonnendeck des Yacht Clubs

Das Yacht-Club-Sonnendeck hat zusätzliche Glas-Segel bekommen, die ein wenig an das Solarium der Oasis-Class-Schiffe von RCI erinnern. Das Glas zieht sich in geschwungenen Streifen quer über das Sonnendeck, bildet aber kein komplettes Dach, sondern lässt zwischendrin Streifen frei. Wahrscheinlich schützt diese Konstruktion besser vor Fahrtwind, als das bei einem komplett offenen Sonnendeck wie auf den anderen MSC-Schiffen der Fall ist.

Neue Restaurants: Steakhaut, Teppanyaki, Mozzarella

Was gibt’s auf der MSC Meraviglia sonst noch Neues? Bei meinem Kurzbesuch auf dem Schiff konnte ich vieles nur im Vorbeigehen während einer Schiffbesichtigung sehen. Deshalb seien einige der Neuerungen hier der Vollständigkeit halber erwähnt, für eine Bewertung fehlt mir aber die Grundlage.

Das neue Teppanyaki-Restaurnt
Das neue Teppanyaki-Restaurnt

Erstmals gibt es bei MSC ein Steakhaus, das „Butcher’s Cut“ – für ein so großes Schiff überraschend klein und angenehm familiär. Die Sushi Bar wurde erweitert und bietet nun auch Teppanyaki-Grilltische. Auch das bereits auf früheren Schiffen eingeführte Eataly gibt es auf der MS Meraviglia wieder.

Spannend: Im Buffet-Restaurant „Market Place“ kann man durch große Schaufensterscheiben bei der Produktion von frischem Mozzarella zusehen – den erzeugt MSC nämlich auf der MSC Meraviglia frisch an Bord.

Sportplex: Indoor-Sporthalle und mehr

Neu für MSC ist ein großer Indoor-Sportplatz auf Deck 16. Fußball, Volleyball oder Basketball kann man hier gänzlich wetterunabhängig spielen. Nachts wird diese Multifunktionsfläche zur Event-Location und Disco.

Indoor-Multifunktionshalle
Indoor-Multifunktionshalle

Die Sporthalle ist integriert in den „Sportplex“-Bereich mit aufwändigem Flugsimulator, zwei Formel-1-Rennwagen, zwei Bowling-Bahnen in voller Länge und – ein kleines Highlight, weil recht selten – ein Star Wars Battle Pod. All das befindet sich im Sportplex-Innenraum und ist daher bei jeder Außentemperatur nutzbar. Vor allem während eines Schlechtwetter-Seetags gibt’s auf der MSC Meraviglia deshalb mehr Abwechslung.

Fitness-Studio unabhängig vom Spa

Das Fitness-Studio ist auf der MSC Meraviglia erstmals komplett vom Spa losgelöst an einer ganz anderen Stelle am Schiff. Die große Glasfront bietet einen halbwegs attraktiven Blick aufs Pooldeck. Dafür bleibt dem Sportbegeisterten aber der sonst auf Schiffen typische Weg durch Spa erspart. Entsprechende Wünsche der Gäste waren laut MSC der wesentliche Grund dafür, das Fitness Studio vom Spa-Bereich zu trennen.

Größere Bereiche für Kinder und Teenager

Von den deutlich größeren Bereichen für Kinder und Teenagern konnte ich nur einen Teil sehen. Dennoch ist schon klar: Hier ist viel mehr Raum für Kinderbetreuung und die Betreuung wird sich auf der MSC Meraviglia daher mutmaßlich stärker als auf anderen MSC-Schiffen hier und weniger im öffentlichen Raum abspielen. Die Sporthalle liegt in unmittelbarer Nachbarschaft.

Doremiland - für Kinder und Teenager
Doremiland – für Kinder und Teenager

Nicht nur, aber doch vor allem für Kinder attraktiv sind die große Rutschenlandschaft mit Aqua-Park und der Hochseil-Garten hinterm Schornstein. Aus Zeitmangel und weil es in Barcelona in Strömen regnete, konnte ich diesen Teil des Schiffs aber nicht näher in Augenschein nehmen oder fotografieren.

Smartes Schiff?

Eine der großen Neuerungen auf der MSC Meraviglia konnte ich bei dem Kurzbesuch in Barcelona leider nicht testen: die Smart-Ship-Features namens „MSC for Me“. Mit Gesichtserkennung, dem Ortungsdienst GPS und den Funktechniken WLAN, Bluetooth und NFC gibt es auf der MSC Meraviglia eine digitale Infrastruktur, die für eine umfangreiche Personalisierung der Leistungen an Bord schaffen sollen. Um das zu testen, wären mehrere Tage an Bord nötig gewesen. Das muss ich also bei nächster Gelegenheit nachholen.

Fazit

Ein komplettes Fazit kann ich nach ein paar Stunden an Bord der MSC Meraviglia nicht ziehen.

Aber sowohl das vergleichsweise zurückhaltende, neue Design als auch die faszinierende Technik des LED-Himmels in der Galleria und das Entertainment-Upgrade durch Cirque du Soleil machen das Schiff recht attraktiv.

"Galleria" der MSC Meraviglia
„Galleria“ der MSC Meraviglia

Für die Sommersaison in Hamburg 2018 ist die MSC Meraviglia denkbar gut geeignet, weil sie sowohl große Außenflächen, Wasserpark mit Rutschen sowie einen zusätzlichen Pool am Heck für sonnige Tage bietet, als auch viele Innenbereiche wie den Sportplex bereit hält, wenn das Wetter oder die Außentemperaturen mal nicht so mitspielen.

Anmerkung*: Cruisetricks.de reiste auf Einladung von MSC für einen Ship Visit nach Barcelona zur MSC Meraviglia.

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