Pierfrancesco Vago, Executive Chairman MSC Cruises

MSC verspricht Klimaneutralität ab 2020 durch CO2-Kompensation

MSC will von 1. Januar 2020 an seine Kreuzfahrtflotte komplett klimaneutral betreiben und setzt dafür zunächst auf CO2-Kompensation. Executive Chairman Pierfrancesco Vago kündigte an, dass MSC Cruises damit ab 2020 „die weltweit erste globale Kreuzfahrtmarke mit klimaneutralem Schiffsbetrieb“ sein werde.

Technisch sind Kreuzfahrtschiffe bislang mangels klimaneutraler Antriebsformen beziehungsweise entsprechendem Treibstoff in ausreichender Menge nicht klimaneutral zu betreiben. MSC wolle aber mit seiner Flotte schon ab 2020 nicht mehr zum Klimawandel beitragen, kündigte das Unternehmen an.

MSC will bei der Kompensation bevorzugt mit „Blue Carbon Credits“ arbeiten, also mit CO2-Einsparungen über küstennahe und auf die Ozeane bezogene Projekte. Man werde mit „führenden Anbietern von CO2-Zertifikaten zusammenarbeiten, die CO2-Emissionen mit höchster Integrität ausgleichen“, sagte Vago in der Ankündigung.

Da es derzeit nicht ausreichend Projekte zum Schutz und zur Wiederherstellung von Meeres- und Küstenlebensräumen gebe, plane MSC, die Entwicklung solcher Projekte zu unterstützen und bei der Umsetzung sowie der nötigen Zertifizierung zu helfen. Man wolle bei der Verbesserung der biologischen Vielfalt der Meere ansetzen und damit auch Gemeinden unterstützen, die auf die knappen Ressourcen des Meeres angewiesen seien. Damit könne man Ausgleichszahlungen leisten, die den Küstengemeinden und den Meeren direkt zugutekämen. Die Ree ist hier unter anderem von Projekten zur Aufforstung von Mangroven oder Kelp.

Langfristiges Ziel ist klimaneutraler Schiffsbetrieb

Experten beispielsweise von Atmosfair fordern generell, dass Kompensation kein Freikaufen von Verantwortung und kein Selbstzweck sein dürfe, sondern begleitet werden müsse von Anstrengungen, den CO2-Ausstoß der eigenen Produkte möglichst rasch zu reduzieren. Entsprechend verspricht MSC, Umwelttechnologien voranzutreiben, die langfristig einen tatsächlich emissionsfreien und klimaneutralen Schiffsbetrieb für die Kreuzfahrtflotte ermöglichen. Einer dieser Schritte ist die Erprobung von Brennstoffzellen, die MSC kürzlich für die MSC Europa angekündigt hat.

Bereits bis 2024 werde man im Vergleich zu 2008 eine flottenweite Verbesserung der CO2-Bilanz um 29 Prozent erreichen. Für das selbst gesteckte Ziel einer Reduktion von 40 Prozent bis 2030 sei man damit auf dem besten Weg, so Chairman Pierfrancesco Vago. Das Jahr 2008 wird typischerweise als Vergleichsgröße verwendet, weil es auch im Pariser Klimaabkommen als Vergleichsjahr herangezogen wird.

Bezahlt will MSC die CO2-Kompensation aus eigenen Mitteln. DIe Kosten würden sich nicht auf die Reisepreise auswirken, betont MSC. Laut Vago sehe man die CO2-Kompensation als ein langfristiges Investment in die Zukunft von MSC Cruises. Als Familienunternehmen können man es sich erlauben, längerfristig zu denken und zu agieren, ohne wie bei Aktiengesellschaften auf den Shareholder Value zu achten und kurzfristig gute Bilanzzahlen präsentieren zu müssen.

Konkrete Zahlen zur Höhe der Kosten für die Kompensation nennt MSC noch nicht. Es dürfte sich dabei schätzungsweise aber um Beträge von mehreren zehn Millionen Euro pro Jahr handeln.

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