Die neue Allura von Oceania Cruises kommt mit einigen interessanten Veränderungen, obwohl sie weitgehend baugleich mit ihrer Schwester Vista von 2023 ist. Neu ist aber auch die etwas erklärungsbedürftige Neupositionierung von Oceania Cruises im Luxus-Segment. Wir haben uns die Allura genau angesehen und analysieren auch die Luxus-Ambitionen der Reederei.
Bei der Premiere der Allura im Juli im Mittelmeer wir deutlich: Oceania Cruises gibt sich nicht mehr mit der Positionierung im oberen Premium-Segment der Kreuzfahrt zufrieden, obwohl die US-Reederei eigentlich genau dort angesiedelt ist. Um aber im Vergleich der Markenversprechen gegenüber der Konkurrenz nicht zurückzufallen, ordnet sich Oceania Cruises deshalb jetzt im Luxus-Segment ein.
Themen in diesem Beitrag:
- Oceania Cruises jetzt „Einstieg ins Luxussegment“
- Die Sache mit dem Schiffsnamen: „Oceania Allura“ oder „Allura“?
- Was ist auf der Allura neu oder anders als auf der Vista?
- Kulinarik auf der Allura: hoher Anspruch „The Finest Cusine at Sea“
- Das Atrium der Allura
- Pool- und Sonnendeck mit viel Holz-Optik
- Baristas-Kaffeebar mit Bakery und Crêperie
- Bars: Founders, Martinis, Grand Lounge, Horizons
- Entertainment: Einige der besten Shows der Kreuzfahrt
- Kabinen und Suiten
- Aquamar Spa und die Spa Terrace
- Inklusiv-Leistungen und Nebenkosten
- Fazit: Allura und die neue Luxus-Positionierung
- Allura – Fakten und Daten
Diese Luxus-Einordnung geschieht laut Reederei angesichts des immer inflationär benutzten Begriffs „Luxus“, der beispielsweise bei Celebrity Cruises sogar schon bei Schiffen mit über 3.000 Passagieren – durchaus nicht ganz ungerechtfertigt – Teil des Marken-Claims „Modern Luxury“ ist. Die Allura hat dagegen lediglich 1.220 Passagiere, die ab 2027 kommenden Sonata-Class-Schiffe bei Oceania werden Platz für 1.390 Passagiere bieten.

Was dabei schwierig zu erklären ist: Oceania Cruises verändert sich eigentlich nicht wesentlich, auch wenn die Allura- und die kommende Sonata-Class luxuriöser geworden ist, und die älteren Schiffe der O- und R-Class deutlich modernisiert wurden. Der neue Luxus-Anspruch entsteht vielmehr aus der Einordnung im Verhältnis zur Konkurrenz. Motto: „Wenn die anderen sich ‚Luxus‘ nennen, tun wir das eben auch.“
Oceania Cruises jetzt „Einstieg ins Luxussegment“
Also ist Oceania Cruises laut Reederei jetzt „entry level luxury“, als Einstieg ins Luxus-Segment für Passagiere der großen Premium-Schiffe.
Am schwierigsten zu vermitteln ist das bei dem für Oceania Cruises traditionell so wichtigen Thema „Kulinarik“. Zwar erhebt die US-Reederei weiterhin den seit über zwei Jahrzehnten gepflegten Claim „The Finest Cusine at Sea“. Früher weitgehend unangefochten, macht die Konkurrenz hier seit einigen Jahren jedoch enorm Druck. Das Essen ist bei Oceania sehr gut. Aber die – neue und alte – Konkurrenz ist sehr stark geworden und hat mit Oceania gleichgezogen und teils sogar überholt. Mehr dazu später noch.

In einem Punkt hat Oceania Cruises uns während der Reise mit der Allura dagegen überaus positiv überrascht und übernimmt hier im Premium- und Luxus-Segment die Führung: Die eigenproduzierten Shows im Theater der Allura sind uneingeschränkt großartig, kreativ, angenehm mutig und musikalisch sowie künstlerisch auf allerhöchstem Niveau. Auch dazu später mehr in einem eigenen Kapitel.

Zu einer größeren Herausforderung wird auch die Abgrenzung zur Ultraluxus-Schwestermarke Regent Seven Seas Cruises. Bei genauerem Blick sind die Unterschiede aber klar: Regent ist „all inclusive“, die Schiffe haben weniger Passagiere und die schon recht große Penthouse-Suite bei Oceania entspricht bei Regent eher der kleinsten Kabinenkategorie. Entsprechend ist Oceania Cruises auch deutlich preisgünstiger.
Die Sache mit dem Schiffsnamen: „Oceania Allura“ oder „Allura“?
Ein neuer Aspekt ist noch erwähnenswert, bevor wir zu den Neuerungen auf der Allura kommen: Oceania Cruises nennt das neue Kreuzfahrtschiff „Oceania Allura“. Auch alle anderen Schiffe der Flotte benennt die Reederei inzwischen mit dem Präfix „Oceania“.

Das ist klug, denn so ist eben auch schon am Schiffsnamen zu erkennen, zu welcher Reederei die Schiffe gehört. Im Schiffsregister der Marshall Islands, unter deren Flagge die Allura fährt, ist der Schiffsname allerdings als „Allura“ eingetragen. Deshalb verwenden wir in diesem Beitrag durchgehen „Allura“ als Schiffsnamen. Ab den kommenden Neubauten der Sonata-Klasse (ab Sommer 2027) soll der Schiffsname dann übrigens auch formell beispielsweise „Oceania Sonata“ lauten.
Was ist auf der Allura neu oder anders als auf der Vista?
Im Grunde ist es nicht viel, was sich auf der Allura verändert hat, und doch ist einiges durchaus bemerkenswert. Zumal eine Änderung sich auf die Vista rückwirkt: Das auf der Vista erstmals eingeführte, amerikanische Restaurant „Ember“ hat Oceania Cruises durch das traditionelle, französisch Restaurant „Jacques“ ersetzt. Neu ist auch die Crêperie auf Deck 14, und über 270 neue Gerichte auf den Speisekarten des Grand Dining Rooms und besondere Gerichte aus der japanische-peruanischen Nikkei-Küche im asiatischen Restaurant Red Ginger.

Daneben bemerkt man viele kleine Veränderungen beim Design. Dabei handelt es sich im Wesentlichen aber um kleine Details – etwa eine braune statt dunkelblauer Wandverkleidung in einer Ecke der Founders Bar und andere Sessel in der Grand Lounge.

Oder etwa die Skulpturen rund um die Whirlpools und unter den drei Treppen am Pooldeck. Auf der Vista finden sich dort Skulpturen von Alexander Krivosheiw, der bereits den Skulpturengarten The Concourse auf der Norwegian Prima gestaltet hat. Auf der Allura haben sich hier andere Künstler verewigt.

Neu ist auch eine Station mit Tee und Kaffee zur Selbstbedienung in der Horizons Lounge. Das ist vor allem zu Zeiten praktisch, in denen die Bar noch nicht geöffnet ist.
Für manche Passagiere nicht unwesentlich: Die sechs Einzel-Balkonkabinen, die es auf der Vista gibt, sind auf der Allura entfallen beziehungsweise durch je zwei Concierge-Balkon-Kabinen und Penthouse-Suiten ersetzt worden.
Das „Jacques“ feiert auf der Allura ein Comeback
Für Oceania-Fans die wichtigste Änderung auf der Allura: Das französische Spitzenrestaurant „Jacques“ ist zurück. Auf der Vista hatte die Reederei stattdessen mit „Ember“ ein Konzept mit amerikanischen Klassikern abseits des Burger-Fastfoods ausprobiert. Wir waren auf unserer Vista-Reise 2023 zwar von der Idee und dem Konzept überzeugt, nicht aber von der Ausführung. Und das haben wohl auch viele andere Passagiere so gesehen.




Nun ist also das Jacques zurück, übrigens auch auf der Vista. Was bleibt, ist das Ember-Design dieses Restaurants auf Deck 5, das mit seiner rustikalen Ziegeloptik dennoch erstaunlich gut zum Jacques passt.









Was ich im Jacques gegessen habe, war durchweg hervorragend: Vom frisch gebackenen Brot zum am Tisch angemachten Beef-Tartar (geschnitten, nicht gewolft) und der angenehm ausbalancierteren Zwiebelsuppe, über die neu interpretierte Duck a l’Orange (die genauso gut schmeckt, wie sie auf dem Foto aussieht) und den Klassiker Lobster Thermidor bis zur Tarte Aux Pommes à la Frangipane und dem (für meinen persönlichen Geschmack nur etwas zu festen) Mouse Au Chocolat.
„Nikkei Cusine“ im Red Ginger
Mein persönliches Lieblingsrestaurant bei Oceania Cruises, obwohl eine Entscheidung da ziemlich schwerfällt, ist das asiatische Red Ginger. Nicht verkneifen konnte ich mir eine meinen absoluten Favoriten, den Spicy Duck & Watermelon Salad. Ansonsten aber haben wir das probiert, was im Red Ginger auf der Allura neu ist: einige der zwölf Gerichte der Nikkei-Küche:









Zwei Cheviche-Varianten mit Wolfsbarsch beziehungsweise Thunfisch, zum Hauptgang Sake-Soy-Braised Pork Belly mit einer wunderbar ausbalancierten, leicht scharfen BBQ-Sauce und die knusprigen Soft Shell Crab Tempura Bao Buns. Als Dessert gab es den unscheinbar wirkenden, aber sehr leckeren Tres Leches Cube und den Yuzu Cheesecake als cremige und etwas mildere Variante des Key Lime Pie.



Nikkei ist eine Fusionsküche aus traditionellen, japanischen und peruanischen Gerichten – und eine der großartigsten Küchen der Welt. Das bekannteste Gericht ist dabei sicherlich die Ceviche. Entstanden ist die Nikkei-Küche, als sich japanische Auswanderer Ende des 19. Jahrhunderts in Peru ansiedelten. Insgesamt sind die Nikkei-Gerichte eine feine Ergänzung der ohnehin schon sehr guten Speisekarte des Red Ginger.

Weil die Plätze in den Spezialitätenrestaurants auf der kurzen Einführungsfahrt der Allura begrenzt waren, hatten wir keine Reservierung im Red Ginger. Aber als Bewohner einer Penthouse Suite kamen wir dennoch in den Genuss einiger der neuen Nikkei-Gerichte. Denn konnten uns die Gerichte des Red Ginger von unserem Butler zum Sonnenuntergang auf dem Balkon servieren lassen – ein mindestens genau so schönes Ambiente wie in dem ansonsten aber auch sehr hübsch gestalteten Restaurant selbst.
Crêperie ergänzt Baristas und Bakery auf Deck 14
Die größte Neuerung auf der Allura ist die Crêperie, unter anderem mit Waffeln, Crêpes, „Bubble Waffle Wraps“ und Eiscreme. Die Crêpe schließt direkt an die Baristas-Kaffeebar auf Deck 14 an und ersetzt die Library an dieser Stelle.

Die Crêperie ist eine reizvolle Ergänzung zur Baristas Kaffeebar und der Bakery auf Deck 14 mit überall schönem Blick auf das Pooldeck beziehungsweise seitlich aufs Meer mit bodentiefen Fenstern.




Probiert haben wir dort eine Waffel und einen Crêpe Suzette. Vermutlich wird die Crew diese Klassiker sehr schnell perfektionieren, sodass es Spaß machen wird, dort zwischendurch, oder auch als Ersatz für ein kleines Mittagessen dort vorbeizuschauen. Wir waren aber eben am allerersten Tag dort, also eine der ersten Kunden. Und da war das Potenzial zwar sichtbar, die Ausführung aber noch verbesserungsfähig. Das ist die Krux, wenn man auf einer der allerersten Reisen en Bord eines neuen Schiffs ist: Manches lässt sich da einfach noch nicht fair beurteilen, weil sich die Dinge erst einspielen müssen.

Spannend und bislang einzigartig auf einem Kreuzfahrtschiff: In der Crêperie gibt es zwölf verschiedene Sorten Softeis. Und zusätzlich acht Sorten italienische Eiscreme.
Library kleiner und an anderer Stelle
Die Bibliothek ist auf der Allura aber nicht gänzlich verschwunden. Sie ist zwar kleiner geworden, hat aber einen attraktiven, neuen Platz weiter vorne auf demselben Deck auf der Steuerbordseite kurz vor der Horizons Lounge gefunden, an der Stelle des bisherigen Konferenzraums.


Kulinarik auf der Allura: hoher Anspruch „The Finest Cusine at Sea“
Seit mehr als 20 Jahren beansprucht Oceania Cruises für sich, „The Finest Cusine at Sea“ zu bieten. Das legt die Messlatte extrem hoch und setzt die Reederei enorm unter Druck. Denn schon seit einiger Zeit finden sich die Konkurrenten nicht mehr damit ab, nur „Zweitbeste“ zu sein – und sind es auch nicht mehr.

Zweifelsohne ist exzellentes Essen das wichtigste Markenzeichen von Oceania Cruises und die Qualität ist sehr hoch, insbesondere in den (zuzahlungsfreien) Spezialitäten-Restaurants. Aber der seit jeher erhobene, absolute Anspruch, die Besten zu sein, ist inzwischen doch ein etwas zu hoch gegriffen.

Sehr ernste Konkurrenz ist unter anderem Silversea mit dem auf die regionale Küche des jeweiligen Fahrtgebiets fokussierten „S.A.L.T.“-Konzept. Einen ähnlich regionalen Ansatz verfolgt Explora Journeys auf hohem Niveau. Aber auch die exzellente Küche beispielsweise bei Azamara Cruises, Crystal Cruises oder Hapag-Lloyd Cruises machen Oceania den Spitzenplatz erfolgreich streitig.
Hinweis: Wir haben während unserer Reise mit der Allura mehrere Restaurants testen können, aber fünf Tage reichen natürlich nicht für ein vollständiges Bild. Zumal wir noch vor der ersten offiziellen Kreuzfahrt an Bord waren. Polo Grill und Toscana beispielsweise konnten wir diesmal nicht besuchen. Typischerweise läuft auf solchen Reisen noch nicht alles rund, weil sich die Küchenteams noch einspielen müssen, die Crew sich mit einem neuen Schiff, den neuen Gerichten und den Abläufen vertraut machen müssen.
Grand Dining Room
Optisch zeigt sich im Grand Dining Room, das sich als Gestaltungsprinzip über das ganz Schiff zieht: Größere Räume werden optisch in kleinere Einheiten aufgeteilt wurden und vermitteln so eine individuellere, heimeligere Atmosphäre, die zugleich aber hell und luftig daherkommt. Der Grand Dining Room ist ebenso prächtig und opulent gestaltet, wie er hell, frisch und modern wirkt.

Über 270 neue Gerichte und Rezepte verspricht Oceania Cruises für das Hauptrestaurant „Grand Dining Room“ – zu viele, um sie während einer fünftägigen Reise zu testen. Dazu gehört beispielsweise ein eigener Bereich mit Egg-Benedict-Varianten beim großen Brunch-Buffet, etwa mit geräuchertem Lachs.












Neu ist im Grand Dining Room ein täglich wechselndes Food-&-Wine-Paring-Menü. Wine-Pairing hat Oceania Cruises als ein bei den Passagieren beliebtes Thema auch für Seminare an Bord ausgemacht und bietet daher inzwischen mehr Möglichkeiten an, eine möglichst optimale Kombination aus Weinen und Speisen zu erleben und zu verstehen.







Im Vergleich zu den beiden exzellenten Spezialitäten-Restaurants Jacques und Red Ginger, die wir auf unserer Reise testen konnten, erreichen die Gerichte im Grand Dining Room den hohen Anspruch von Oceania Cruises nicht. Das Essen hier ist sehr gut, keine Frage, aber die selbst hoch aufgelegte Messlatte „bestes Essen auf See“ erreicht es nunmal nicht.
Die Ausnahme davon ist das großartige und opulente Branch-Buffets, das im Grand Dining Room einmal pro Reise aufgebaut wird, unter anderem mit Kaviar, Austern, Hummer und Königskrabben, mehreren Live-Cooking-Stationen, Käse- Wurst- und Schinken-Spezialitäten, Crépes Suzette und einem umfangreichen Dessert-Tisch.
Aquamar Kitchen: sehr feine und gesunde Küche
Das mit der Allura-Class neu eingeführte Restaurant Aquamar Kitchen hat uns wie schon zuvor auf der Vista rundweg überzeugt. Das ist umso interessanter, als Oceania Cruises ein Kunststück gelingt, an dem sich andere Reedereien zwar zunehmend trendig, aber mit eher mäßigem Erfolg versuchen: leichte, gesunde Küche.

Im Aquamar Kitchen schmeckt nichts „gesund“, obwohl ganz viele Gerichte vegan oder vegetarisch, leicht und kalorienarm ist. Leckere Cocktails ohne Alkohol sowie Smoothies runden das Angebot ab.






Schonmal Eis zum Frühstück probiert? In der Variante der Früchte-Bowls des Aquamar ist das eine echte Entdeckung. Ebenso der Avocado-Toast mit Garnelen. Aber auch die herzhaften Bowls zum Mittagessen haben uns überzeugt.
Polo Grill, Toscana, Privée, Waves Grill und Pizzeria
Nicht testen konnten wir auf unserer Reise das Steakhaus Polo Grill, das nach unseren Erfahrungen 2023 auf der Vista zu den besten Steakhäusern auf See gehört. Auch für das italienische Toscana hatten wir diesmal keine Reservierung beziehungsweise Zeit, sodass wir unser ambivalentes Urteil von der Vista vor zwei Jahren leider nicht überprüfen konnten.







Das Design des Steakhauses Polo Grill bietet vor allem zum Heck hin eine elegante, beinahe Wohnzimmer-artige Atmosphäre mit Deko-Regalen mit Büchern und verschiedenen Ausstellungsstücken. Für ein klassisches Steakhaus ist das erfrischend untraditionell und wirkt leichter als die sonst häufige Optik mit dunklem Holz und viel Leder.

Wie das Steakhaus überzeugt auch beim Toscana das Ambiente und das Design, mit eierseits Privatsphäre, andererseits Großzügigkeit durch die geschickt platzierten, teiltransparenten Raumteiler.

Das Privée schließlich ist ein ebenso exklusiver wie attraktiver Raum am Heck der Allura zwischen Polo Grill und Toscana, selbiges man für private Events mieten kann. Dort findet aber auch das „La Reserve“-Dinner mit seinen exquisiten und aufwendigen Menüs mit Wein- oder Champagner-Begleitung statt, für jeweils nur acht Personen.

Der Waves Grill zwischen Pool und Buffet-Restaurant ist tagsüber ein legeres Restaurant beispielsweise mit Sandwiches, Hot Dogs und Burgern (auch vegan) – allerdings auf sehr hohem Niveau und mit so feinen Varianten wie einem Surf-and-Turf-Burger mit Wagyu-Patty und Hummer-Medaillon.

Eine weitere Besonderheit des Waves Grill: Abends wird er zur Pizzeria mit Pizza, die sich problemlos mit den besten Pizzen in Neapel messen kann.
Und auch die Eiscreme im Waves Grill gehört zu den deutlich besseren auf Kreuzfahrtschiffen. Täglich wechselnd eine Geschmacksrichtung stammt hier von den trendigen, kalifornischen Eismachern Humphry Slocombe ausSan Francisco.

Markenzeichen von Humphry Slocombe sind extravagante Geschmacksrichtungen wie „Elvis (the fat years)“ mit Banane und Erdnuss. Das aus natürlichen Zutaten im Wesentlichen frisch an Bord hergestellte Eis im amerikanischen Stil kommt zwar nicht ganz an Top-Gelato wie etwa Vencchi oder Agrimontana bei anderen Reedereien heran, zählt aber zu den besten, die es derzeit im Premium- und Luxus-Segment der Kreuzfahrt gibt.
Das Atrium der Allura
Ein Highlight der Allura ist, wie schon bei der Vista, das Atrium. Insgesamt unterscheiden sich Design und Raumwirkung auf den beiden Allura-Class-Schiffen deutlich von den O-Class-Schiffen von Oceania, von den älteren R-Class-Schiffen ohnehin. Besonders auffällig wird das aber im Atrium.




Bei den älteren Schiffsklassen noch recht verspielt mit doppelter Prachttreppe, präsentiert sich das Atrium auf der Allura elegant-schlichter, mit hellen Holzelementen und vor allem mit nur einer breiten, geschwungenen Treppe, die sich um ein elegantes, über zwei Decks reichendes, dezent in wechselnden Farben beleuchtetes Kunstwerk in Glasoptik windet.
Pool- und Sonnendeck mit viel Holz-Optik
Das Pooldeck mit seinem umlaufenden Sonnendeck hat eine gemütliche und warme Atmosphäre. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, warum das so ist: Die gläserne Balustrade zum Pool hin ist mit Elementen in Holzoptik verkleidet.







Alkoven-artigen Lounge-Nischen zu den Panoramafenstern um den Pool herum schaffen viel Privatsphäre, um sie trotz Nähe zum Pool auch einmal etwas zurückzuziehen. Geschwungene Linien statt sonst oft langweilig-gerade Strecken.

Abends ist das Pooldeck in ein warmes, orangefarbenes Licht getaucht, unterstützt von hübschen Leuchten, die eine Atmosphäre wie auf einer sommerlichen Terrasse nach Sonnenuntergang schaffen.

Für Raucher gibt es am Pooldeck eine verglaste Ecke – eine gute Lösung sowohl für Raucher als auch Nichtraucher.

Ebenfalls sehr gut gelöst: Die Joggingbahn kollidiert nicht mit den Sonnenliegen, wie sonst oft am Sonnendeck. Stattdessen führt die Joggingbahn ein Deck höher rund um den Schornstein und ist damit auch tagsüber uneingeschränkt nutzbar.

Seitlich des Schornsteins gibt es dort außerdem einen Krocket- und Boccia-Platz sowie einen Shuffleboard-Platz.






Nach vorne auf gleicher Ebene hat die Allura einen hübsch gestalteten Golf-Putting-Green und ein Golf-Abschlagplatz sowie einen Pickelball- und Paddle-Tennis-Platz.
Baristas-Kaffeebar mit Bakery und Crêperie
Untrennbar zum Pool- und Sonnendeck gehört die Baristas Kaffeebar mit Blick über den Pool. Schon früh am Morgen treffen sich hier Kaffee-Junkies, um sich mit der ersten Tasse Kaffee zu versorgen. Neu ist hier übrigens, dass Oceania Cruises (flottenweit) nicht mehr Illy-Kaffee, sondern einen eigenen Houseblend anbietet.







Zum Baristas gehört neben der schon erwähnten Crêperie nebenan auch die „Bakery“ mit frisch gebackene Plunderteilchen, Croissants und je nach Tageszeit auch Herzhaftes. Und die ebenso kalorienreichen wie großartigen Almond Croissants. Achtung, die gibt’s nicht jeden Tag und auch nur vormittags, dafür manchmal auch zum Frühstück im Buffet-Restaurant.
Bars: Founders, Martinis, Grand Lounge, Horizons
Auf Kreuzfahrtschiffen mit viel amerikanischem Publikum sind gute Bars und besondere Cocktails von großer Bedeutung. Und hier kann Oceania Cruises durchaus punkten, mit viele Eigenkreationen auf der Cocktail-Karte, aber auch beim aktuellen Trend hin zu alkoholarmen oder ganz alkoholfreien Cocktail-Varianten.
Horizons Lounge und Bar
In der Aussichtslounge auf Deck 14 vorne ist es gelungen, sowohl lebendiges Bar-Leben an dem runden Bartresen und Lebhaftigkeit mit der – nun seitlich gelegenen – Tanzfläche und Musiker-Podium zu bieten, als auch ruhigere sowie sogar ganz abgeschiedene Ecken integrieren. So findet jeder in der Horizons Lounge das Maß an Ruhe oder Lebhaftigkeit, das für ihn oder sie gerade am besten passt.




Founders Bar
Besonders begehrt sind die Mixology-Drinks der Founders Bar der Allura. Formell ist die Founders Bar zwar die Bar fürs Casino. Jedoch gibt es eine Glastür zwischen Bar und Casino, sodass die Geräusche von dort nicht stören.

Zugleich ist die Founders Bar aber die Top-Bar an Bord, was ausgefallene und besondere Drinks angeht, inklusive Cocktails mit Räucherglocke und vier Drinks, die nach den Vorlieben von vier Gründervätern von Oceania Cruises entwickelt wurden.

Unter anderen hat sich hier Frank Del Rio ganz unbescheiden in dem rauchigen „G.O.A.T. The Greatest of All Time“ verewigt, Bob Binders Liebe zu Pinot Noir zeigt sich im „Benevolent Dictator“ als Rotwein-Eiswürfel.
Grand Lounge und „Martinis“
Wie auf den anderen Schiffsklassen die Casino Bar, bedient die Founders Bar auch die Grand Lounge mit. Anders als auf der Vista gibt es auf der Allura sinnvollerweise eine Durchgang von der Founders Bar zur Grand Lounge, sodass die Kellner nicht mehr den Umweg vorbei am Treppenhaus nehmen müssen.

Die Grand Lounge wird sowohl von der Martinis Bar als auch der Founders Bar bedient, sodass man hier die Spezialitäten beider Bars bekommen kann. Allerdings ist die Founders Bar dadurch zu Stoßzeiten überlastet, sodass sich die Kellner von dort dann auf die Founders Bar selbst fokussieren.




Die Martinis ist weiterhin die klassische und traditionelle Martini Bar für Fans der eher hochprozentigen Cocktail, ob gerührt oder geschüttelt.
Entertainment: Einige der besten Shows der Kreuzfahrt
Die positivste Überraschung auf unserer Allura-Kreuzfahrt fanden wir im Theater, der „Vista Lounge“. Die in den Studios von Norwegian Cruise Line Holdings in Florida selbst produzierte Musik-Shows gehören zu den besten, die wir je auf einem Kreuzfahrtschiff gesehen haben. Schon auf der Vista hat und das begeistert, nun auf der Allura legt Oceania Cruises noch einmal nach.

Natürlich kann die Bühne nicht mit den technischen Möglichkeiten einer Icon of the Seas mithalten, wo die Produzenten auch mal ein ganzes Flugzeug durch den Zuschauerraum fliegen lassen können. Aber Tanz (acht exzellente Tänzer und Tänzerinnen), Gesang (vier durchweg großartige Stimmen), Choreografie (abwechslungsreich, überraschend), Kostüme (sehr stilvoll) und Kreativität haben uns rundum überzeugt. Und anders als noch auf der Vista vor zwei Jahren waren alle vier Shows, die wir gesehen haben, auch in sich schlüssig und rund.

Die Musik kommt von einer erstklassigen Sieben-Mann-Liveband, die in einer Show („Our World“) noch um die vier Musikerinnen des Streichquartetts ergänzt wird und damit Orchester-Sound live auf die Bühne bringt.
„Flashback“, beschrieben als „songs, that defined generations“ mit Musik aus den 1960ern, 70ern und 80ern, erzählt von Meilensteinen der Musikgeschichte, die einem nebenbei die Bedeutung mancher Songs in Erinnerung rufen. Interessant dabei: Ein Erzähler aus dem Off (auf Englisch) führt auch ein wenig durch die Entwicklung der Musik in dieser Zeit.

Ähnlich ist das auch bei der Show „Broadway A Documentary in Concert“. Was hier ebenfalls begeistert, sind die großartigen Stimmen der Sängerinnen und Sänger und eine stilvoll-mitreißende Choreografie, die ganz ohne die üblichen Klischees auskommt und beispielsweise mit einem Song aus dem Musical „Chicago“ auch ganz ohne sie sonst üblichen, ordinär-halbnackten Kostüme überzeugt.

„Rock n‘ Roll Remix“ bindet erneut ein wenig Wissensvermittlung zur Geschichte des Rock’n’Roll in die Show mit ein. Vor allem aber liefert die Show atemberaubende Neuinterpretationen von Songs, bei denen man normalerweise sagen würde: Finger weg, das kann nur schief gehen. Aber dann kommt da Jerry Lee Lewis‘ „Great Balls of Fire“ als langsame, emotionale Ballade daher, oder Chuck Berrys „Johnny B. Goode“ in einer Rap-Version, bei der man sich fragt, warum man so etwas nicht schon viel früher mal gehört hat, oder den Klassiker „Fever“ in einer melodiösen Country-Version. Diese Show ist, ich kann es nicht andere formulieren, absolut großartig, kreativ, unerwartet und perfekt umgesetzt. Sie integriert sogar die Live-Musiker direkt und dynamisch in die Choreografie.



„Our World“ schließlich hat als Motiv das auf Kreuzfahrtschiffen häufig anzutreffende „Around the World“-Thema mit Musik aus aller Welt. Man befürchtet eine dieser klischeehaft gestalteten Shows mit „O Sole Mio“ für Italien oder platt-peinlichem Moulin-Rouge-Tanz und Ziehharmonika-Schmalz für Frankreich. Oceania Cruises schafft es, genau dies nicht zu tun. Die Sänger und Sängerinnen präsentieren Songs auch mal auf Japanisch oder Spanisch (jeweils ohne merklichen Akzent).

Sie lassen ziemlich alle Länder-Klischees außen vor und führen ihr Publikum stilsicher und authentisch mit wunderschönen und oft sehr eleganten Kostümen durch die Welt. Da sehen die Tänzerinnen bei dem selbst hier unvermeidlichen „Danny Boy“ für Irland eben nicht wie Weihnachtswichtel aus, sondern tragen eher weit geschnittene, edel glänzende Kleider, die durch Scheinwerferlicht die Farbe wechseln.

Kabinen und Suiten
Beim Design und der Ausgestaltung der Kabinen und Suiten der Allura dominieren helle Farben wie Silber und Grau, die jedoch nicht kühl wirken, zumal die Wände von den auf Kreuzfahrtschiffen üblichen, hellbeige-farbigen Paneelen abweichen und mit einer leichten Struktur versehen sind, was sehr elegant wirkt.

Die verschiedenen Kategorien von Balkonkabinen sind bei Grundriss und Ausstattung weitgehend identisch, unterscheiden sich aber durch Design- und farbliche Akzente – Details, siehe unsere Bildergalerie zu diversen Kabinenkategorien der Allura, wo der Unterschied besonders im Vergleich der Veranda-Kabine und der Penthouse Suite deutlich wird.
Insgesamt hat die Allura weder Innen- noch Außenkabinen. Für Hochseeschiffe ungewöhnlich, gibt es aber einige Kabinen mit französischem Balkon. Das sind quasi Außenkabinen, bei denen sich die Glasfront aber wie bei Balkonkabinen mit einer Schiebetür zur Hälfte aufschieben lässt. Davor ist ein Geländer, aber eben kein betretbarer Balkon.
Penthouse Suite
Nachdem wir auf der Vista in einer Balkonkabine „Concierge Level“ gewohnt haben, durfte es diesmal eine Penthouse Suite sein (Kategorie PH1, Nr. 11016).




Die ist deutlich größer als die Veranda-Kabinen, was vor allem mehr Freifläche und damit Bewegungsspielraum bedeutet. Entsprechend ist auch der Balkon deutlich größer und mit einem vollwertigen Tisch ausgestattet, der sich zum Frühstücken oder Dinieren am Balkon gut eignet.

Neben dem Sofa mich Couch-Tisch gibt es auch einen höheren Tisch mit zwei Stühlen, die sich ebenfalls bequem fürs Essen in der Suite eignen – etwas, das bei der Penthouse-Suite mit Butler-Service inklusive ist. Für das In-Suite-Dining kann man aus den Speisekarten aller Restaurants ordern, auch aus den Spezialitätenrestaurants und zum Frühstück neben dem regulären Room-Service-Menü auch aus der Aquamar Kitchen.

Ein begehbarer Kleiderschrank, der breite Schreib-/Frisiertisch mit zusätzlichen Schubladen sowie vollwertige Nachtkästchen mit weiteren Schubladen sorgen für sehr viel Stauraum. Das ist besonders für längere Reisen angenehm. Einer der beiden großen Kleiderschränke hat einen sehr hohen Hängebereich, sodass Hosen und lange Kleider frei hängen und unten nicht aufstoßen.


Ebenfalls für längere Kreuzfahrten praktisch: Auf jedem Kabinendeck gibt es im vorderen Bereich des Schiffs einen Waschsalon zur Selbstbedienung mit jeweils drei Waschmaschinen und Trocknern sowie einem Bügelbrett.
Großzügig ist Oceania Cruises bei den Steckdosen: eine für US-Stecker und eine USB-C-Buchse gibt es auf beiden Seiten des Bettes. Auch am Schreib- und Frisiertisch gibt es noch einmal eine Universal und zwei US-Steckdosen sowie je zwei USB-A- und USB-C-Buchsen. Der Adapter für die US-Steckernorm kann gegebenenfalls also zu Hause bleiben.

Gut durchdacht: Auch nahe dem hohen Tisch in der Suite gibt es je eine Universal- und US-Steckdose sowie je eine USB-A- und USB-C-Buchse, sodass man den Tisch auch beispielsweise zum Arbeiten am Laptop nutzen kann.
Die Verdunkelungsvorhänge schließen sehr gut und das Nachtlicht lässt sich ausschalten, um bei kompletter Dunkelheit schlafen zu können. Zwar leuchtet dann an dem entsprechenden Schalter neben dem Bett ein kleines Lämpchen grün, das man aber problemlos abdecken kann – ebenso wie das beleuchtete Logo auf der Rückseite des Telefons.

Die Klimaanlage ist einfach zu steuern, bietet aber keine konkrete Temperatur-Einstellung. Die Besonderheit der Klimaanlage sind die Auslass-Schlitze: Sie sind oberhalb des langen Frisier-/Schreibtischs angebracht. Die Richtung des Luftstroms lässt sich von Hand verstellen oder die Düsen sind sogar nahezu komplett verschließbar. Das kommt einem häufig geäußerten Wunsch nach Abschaltbarkeit der Klimaanlage recht nahe.

Besonders beeindruckt die Größe des elegant in hellem Marmor ausgestalteten Badezimmers inklusive einer sehr großen Duschkabine und zweier separater Waschbecken. Im Bad findet man sogar eine Personenwaage.

Einzig das überhängende Pooldeck direkt über der Penthouse-Suite auf Deck 11 ist ein Wermutstropfen bei dieser Suite. Das spendet zwar Schatten, blockiert aber auch den Blick nach oben in den Himmel.

Wem das wichtig ist, solle eine der Penthouse-Suiten auf Deck 10 oder auf Deck 7 am Heck wählen – hier aber mit dem Nachteil einer größeren Distanz zur exklusiven Executive Lounge, falls man die regelmäßig nutzen möchte.

Einer der besonderen Vorzüge der Penthouse-Suite (genauer: ab Kabinenkategorie Veranda Concierge Level) ist neben dem 24-Stunden-Butlerservice und diversen Zusatzleistungen der freie Zugang zur Aquamar Spa Terrace.
Eine detaillierte Beschreibung aller Einzelheiten der Penthouse-Suite 11016 finden Sie in einer der Folgen des Beitrags „Mit der Oceania Allura von Genua nach Triest“ unseres Schwesterblog Carmens Cruisediary.
Aquamar Spa und die Spa Terrace
Ein wesentliches Element des Wellness-Konzepts von Oceania Cruises ist neben der Aquamar Kitchen das Aquamar Spa. Die Reederei hat hier eine eigene Marke ins Leben gerufen, statt mit einem der bekannten Spa-Anbieter wie Canyon Ranch zusammenzuarbeiten. Das erlaubt eine stärkere Integration der verschiedenen Wellness-Angebote über das eigentliche Spa hinaus.




Dazu gehören beispielsweise auch (kostenfreie) Stretching- und Yogaeinheiten im Theater der Allura und passende Landausflüge mit Gesundheitsfokus, neben den klassischen Massage- und Wellness-Anwendungen im Spa. Letztere sind bei Oceania Cruises allerdings zwar gut, aber auch ziemlich teuer. Die günstigste Massage (50 Minuten, Swedish) liegt bei 199 Dollar plus 20 Prozent Servicegebühr.




Ein Highlight der Allura ist die Aquamar Spa Terrace, auf Deck 15 vorne über der Horizons Lounge gelegen. Mit weitem Blick nach vorne und seitlich aufs Meer gibt es hier zwei Whirlpools, einen breiter, erhöht liegender Thalasso-Pool inklusive Wasserfall sowie zweimal drei Wärmeliegen im Freien. Ebenfalls zu diesem Wellness-Bereich gehören Sauna mit Panoramafenster, ein Dampfbad sowie ein Ruheraum.
Die Spa Terrace ist für Passagiere in Kabinen ab Concierge-Level kostenfrei zugänglich. Ansonsten kostet ein Tagespass moderate 25 Dollar.
Inklusiv-Leistungen und Nebenkosten
Oceania Cruises ist einerseits keine All-inclusive-Reederei. Andererseits sind dann doch relativ viele Leistungen bereits im Reisepreis enthalten. Der Ansatz dabei: Alles inkludieren, was man sinnvollerweise auf einer Kreuzfahrt braucht. Und extra berechnen, was individuell unterschiedlich ist, sodass sich jeder zusammenstellen kann, was jeweils am besten passt.

Auf auffälligsten: Alle Restaurants sind bei Oceania Cruises inklusive. Für die Spezialitätenrestaurants ist eine frühzeitige, kostenlose Reservierung allerdings sinnvoll und empfehlenswert. Kostenpflichtig sind hier lediglich die Event-Menüs mit Weinbegleitung und die Nutzung es „La Reserve“ (Privèe) sowie die Teilnahme an Kochkursen im Culinary Arts Center (89 Dollar).
Im Reisepreis inklusive:
- Servicegebühren/Trinkgeld
- Spezialitätenrestaurants
- Vero-Wasser, alkoholfreie Getränke, frisch gepresste Säfte, Kaffeespezialitäten, Tee, Eiscreme
- Starlink-Internet (kein Streaming) – Upgrade-Option für 9,99 Euro oder für Highspeed 24,99 Dollar ohne und 34,98 Dollar mit Streaming pro Tag
- Guest Laundry
- Zugang zur Aquamar Spa Terrace ab Concierge-Level-Kabinenkategorie (Tagespass ansonsten 25 Dollar)
- Computer-/Smartphone-/Foto-/Social-Media-Kurse
- Gruppen-Fitness-Kurse

extra zu bezahlen:
- alkoholische Getränke (und 20 Prozent Servicegebühr darauf)
- Getränkepakete (House Select: nur bei Sonderaktionen im Reisepreis inkludiert erhältlich, Prestige Select: 69,95 Dollar pro Tag beziehungsweise 30 Dollar Aufpreis auf House Select)
- Spa-Anwendungen
- Landausflüge
Details zu den Getränkepreisen und Getränkepaketen finden Sie in unserem Beitrag „Getränkepreise und Getränkepakete bei Oceania Cruises“.
Oceania Cruises ist übrigens eine der wenigen Reedereien, bei denen nicht alle Bewohner einer Kabine das gleiche Getränkepaket kaufen müssen.
Fazit: Allura und die neue Luxus-Positionierung
Auf der Allura ist es Oceania Cruises gelungen, einen hohen Komfort – ich vermeide den Begriff „Luxus“ trotz Oceanias neuem Claim bewusst – in entspannter Weise umzusetzen. Dafür braucht es auf der Allura keine auffälligen Features, sondern eher den angenehmen Service und die vielen Details und guten Ideen – wie etwa die Alkoven-artigen Lounge-Nischen und die gelungene Holz-Optik, die dem Pooldeck einen besonderen Charakter verleiht.

Das Innendesign der Allura wirkt zugleich elegant und modern und vermittelt trotz überwiegend heller Farben ein angenehm warmes Wohlfühl-Ambiente.

Besonders im Vordergrund stehen die sehr guten Restaurants, alle im Reisepreis inklusive, und hochklassige Bars. Wer will, kann das Kulinarik-Erlebnis mit entsprechenden Landausflügen erweitern und im Culinary Arts Center bei wirklich ernsthaften Kochkursen etwas dazulernen.

Alluras Schwesterschiff Vista war 2023 quasi das Vermächtnis von Frank Del Rio, Oceania-Mitbegründer und bis dahin President und CEO der Norwegian Cruise Line Holdings. Unter der neuen Führung von Jason Montague (seit Januar 2025 „Chief Luxury Officer“ für Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruise) und Harry Sommer (seit März 2023 CEO von Norwegian Cruise Line Holdings), hat sich seitdem vieles geändert, auch bedingt durch die Pandemiefolgen in der Kreuzfahrt insgesamt.

Vergleicht man die Vista von 2023 mit der Allura heute, fallen vor bei genauerem Hinsehen recht kluge Spaßmaßnahmen auf, die man zwar bedauern mag, die aber nur relativ geringe Auswirkungen auf das Gesamterlebnis an Bord haben und sich meist eher auf Äußerlichkeiten beziehen.
Da hängen dann eben keine Picassos mehr an der Wand, sondern Werke weniger bekannter Künstler. Der Begrüßungs-Champagner in der Kabine ist zu einem (guten) Begrüßungs-Prosecco geworden. Die Kosmetik in den Badezimmern stammt nicht mehr von Bulgari, sondern von der Eigenmarke Aquamar, der Kaffee im Baristas ist ein Houseblend und nicht mehr das Markenprodukt Illy.

Für das Unternehmen sind solche Maßnahmen sinnvoll, weil sie Geld frei machen für den Schuldenabbau nach der Pandemie, vor allem aber für weitere Neubauten und Investitionen in auch für den Passagier relevantere Aspekte. Dazu gehört besonders die stetige Weiterentwicklung der Kulinarik, bei der Oceania Cruises durch starke und teils neue Konkurrenz nicht mehr die weitgehend unangefochtene Spitzenposition in der Kreuzfahrt hält, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war.
Am deutlichsten und positivsten spürt man den neuen Wind bei Oceania Cruises auf der Allura beim Entertainment. Die eigenproduzierten Shows im Theater sind, wie bereits angesprochen, auf höchstem Niveau angekommen und begeistern das Publikum (und uns).

Der angenehm unaufdringliche, aber präsente Service und die herzliche Crew gehören zu den Highlights der Allura. Bei einem Passager-Crew-Verhältnis von 1.200 zu 786 kommen gut zwei Crewmitglieder auf drei Passagiere. Besonders hoch ist übrigens die Zahl der Köche an Bord: Pro acht Passagiere gibt es einen Koch.

Und was ist mit der neuen Luxus-Positionierung von Oceania Cruises? Nach der herkömmlichen, strengen Luxus-Definition erfüllt Oceania Cruises die selbst gesetzten Maßstäbe nur teilweise. Vergleicht man mit einem weiter ausgelegten Luxus-Begriff, wie er von anderen Reedereien teils proklamiert wird, kann Oceania Cruises und die Allura aber gut mithalten. Es ist also vor allem eine Frage der Perspektive.

Dennoch wird der eine oder anderen Oceania Cruises, bei aller guten Leistung, eben doch an der strenge, traditionelleren Luxus-Definition messen. Da wird die Reederei viel mit ihren Stammkunden kommunizieren und viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um den Eindruck zu vermeiden, dass man womöglich zu viel verspricht.

Jedenfalls bietet Oceania Cruises eine Kreuzfahrt-Leistung, die irgendwo im Bereich des oberen Premium- bis unteren Luxus-Segment angesiedelt ist. Alle, die einige der gehobenen Luxus-Leistungen nicht brauchen, bekommen bei Oceania Cruises, nicht nur auf der Allura, sehr gutes Essen mit großer Vielfalt an Restaurants und ebenso herzlichen wie professionellen Service auf reizvollen Fahrtrouten und einem relativ kleinen Schiff.
Allura – Fakten und Daten

- Name im Schiffregister: „Allura“, Marketing-Name: „Oceania Allura“
- Baujahr: 2025
- Werft: Fincantieri, Sestri Ponente (Genua)
- Flagge: Marshall Islands (Majuro)
- Jungfernfahrt: 18. Juli 2025 ab Triest
- Taufe:13. November 2025, Taufpaten: mehrere frühere Preisträger der „Food & Wine Best New Chefs“
- Tonnage: BRZ 67.901
- Länge: 241 Meter
- Breite: 32 Meter
- Kabinen: 610
- Passagiere: 1.220 (bei Doppelbelegung)
- Crew: 786

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Hallo Herr Neumeier,
wie immer ein sehr interessanter und aussagekräftiger Bericht.
Der Imagewandel vom Premium zum Luxussegment stößt vor allem langjährigen „Oceania Liebhabern“ leider bitter auf, da er mit deutlichen Service und Qualitätseinbußen einher geht. Dies ist fairerweise, aber nicht nur bei Oceania so.
Gegenüber der Zeiten vor Corona, mit eingespielter und gut ausgebildeter Crew bei fast familiärer Atmosphäre, haben sich die Essensqualität und die Servicequalität im Haupt- und Bufettrestaurant, sowie die Aufmerksamkeit und Servicebereitschaft der Crew wahrnehmbar verschlechtert. Dieses „home away from home“ feeling kommt seit Corona leider nicht mehr auf. Das ist zwar jammern auf hohem Niveau, aber gegenüber ihrem eigenen, früheren „benchmark“ spürbar. Erstfahrern fällt dies logischerweise nicht auf und sie können „das Meckern“ von uns Altkunden teilweise überhaupt nicht verstehen und finden alles super. Alles ist halt relativ.
Der Einfluss von NCL, auf die „Firmenphilosophie“ von Oceania wird halt immer deutlicher spürbar. Auch im Gespräch mit Crewmitgliedern und ehemaligen Crewmitgliedern, die inzwischen bei anderen Reedereien tätig sind, kommt dieser Punkt häufig zum Ausdruck.
Punkte wie: Entfall der Bedienung an allen Stationen im Buffet, Entfall Illy Kaffee, sehr langsames Internet, nachlassende Essensqualität, ernten in den entsprechenden Gruppen in der sozialen Medien wenig Beifall.
Trotzdem bleibt Oceania Cruises, nach wie vor eine für mich und meine Frau interessante Cruise Line, aber ist aktuell nicht mehr unser Favorit und Platz 1, wenn wir eine neue Reise buchen.
Gruß Steffen Müller
Hallo Herr Müller, ich kenne Oceania Cruises leider nicht mehr aus der wirklich „guten alten Zeit“, kann aber bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen, was Sie meinen. Leider, und das sagen Sie ja richtig, trifft diese Art von Entwicklung auch auf andere Reedereien zu. Offenbar ist die Konkurrenzsituation inzwischen intensiver als früher und somit der Kostendruck größer und die (vermeintliche oder tatsächliche – das traue ich mich nicht zu beurteilen) Notwendigkeit von Vereinheitlichung, um die (Kosten-)Vorteile größerer Unternehmen nutzen zu können. Hinzu kommt, und das spielt sicher auch eine Rolle, dass – mutmaßlich aus denselben Gründen – die Schiffe größer werden, sodass ein so intensiv individueller Service wie früher schwierig(er) wird. Wie soll sich die Crew, die sich früher 600 Namen merken sollte, heute 1.200 oder bald gar 1.400 Namen merken?
Was die Luxus-Ambitionen angeht: Dieser Aspekt ist gerade wirklich sehr schwierig zu erklären und auch Oceania Cruises tut sich da meiner aktuellen Erfahrung nach etwas schwer. Denn eigentlich will Oceania ja gar nicht im klassischen Sinne „Luxus“ sein oder werden. Eine veränderte Positionierung im Sinne von Veränderungen am Produkt, so verstehe ich das, ist eigentlich gar nicht vorgesehen. Was Oceania tut, ist nur, ihren Status in Relation zu den Marketing-Aussagen der Konkurrenten anzupassen. Da verändert sich also im Marketing die Definition davon, was „Luxus“ ist, und entsprechend nutzt Oceania dann ebenfalls diese veränderte Definition, nach der sie plötzlich so ganz knapp auch als „Luxus“ durchgehen. Jedenfalls, was die Marketing-Aussagen angeht.
Ich glaube, die Kreuzfahrt-Branche insgesamt tut sich da gerade keinen Gefallen, indem sie „Luxus“ schleichend „nach unten“ ausweitet, weil es die Kunden irgendwann überhaupt nicht mehr richtig einordnen können und dann jeder mit einer anderen Erwartungshaltung auf ein „Luxus-Schiff“ geht – und entsprechend enttäuscht ist, weil er/sie sich unter „Luxus“ was anderes vorgestellt hat. Letztlich kann man sich da nur jede einzelne Kreuzfahrt-Marke genau ansehen und für die eigenen Bedürfnisse und Wünsche entscheiden, was einem gefällt (und was man sich leisten kann), ohne darauf zu achten, ob sich die Reederei nun selbst als „Premium“, „Luxus“, „Ultraluxus“ oder irgendwie mit fantasievollen Zwischenbegriffen einordnet ;-)
Hallo Herr Neumeier,
vielen Dank für den interessanten Bericht. Auch wenn Oceania eher nicht meine bevorzugte Reederei ist,so hat mir der Bericht doch etwas Hoffnung in Bezug auf meine aktuell favorisierte Reederei – NCL – gegeben. Dort wurden ja sehr viele production shows mit Fremdlizenz gestrichen bzw. durch Gameshows ersetzt. Ich habe die Hoffnung,das wenn der Konzern das Geld in die Hand nimmt,um eigene Produktionen zu kreieren und auf die Oceania Schiffe zu bringen, dies dann auch nutzt und diese Produktionen auf die NCL-Schiffe bringt.(evtl. angepasst an die deutlich größeren Bühnen mit mehr Möglichkeiten dort).
Dann gäbe es auf den NCL Schiffen wieder große Shows ohne das der Konzern die teils horrenden Lizenzgebühren bezahlen muss.
@Martin: Die beiden Marken arbeiten innerhalb von NCLH zwar ziemlich unabhängig voneinander, aber ich denke, eine gewisse Hoffnung in dieser Richtung kann man da schon hegen. Ich bin da auch sehr gespannt, wie sich das bei NCL entwickeln wird.
Lieber Herr Neumeier
vielen Dank für Ihre außerordentlich detaillierten Bericht und Ihre Einordung des Produktes in die Kategorie Luxus- insbesondere im Vergleich zum Schwesterprodukt Regent Cruises-
welches wir intensive seit Jahren mit Erfolg anbieten. Wir waren ja mit Ihnen auf dem Schiff.
Die Hardware und die Räumlichkeiten des Schiffes gefallen. Die Restaurants konnte wir nur begrenzt selbst erfahren, die Speisen auf hohem Niveau aber nicht über Silversea, Regent oder insbesondere Crystal, der Service ist freundlich und hilfsbereit, das Getränkekonzept für mich erklärungsbedürftig und auch mit dem Premium Paket kein Luxus.
Ihre Einordnung in die „Komfort“-Klasse gefällt mir
Ihr Jürgen Kutzer
Lieber Herr Kutzer,
solche Einordnungen sind nie ganz einfach, zumal wenn man nur einige Tage an Bord ist und es sich um eine Reise noch vor der ersten regulären Kreuzfahrt des jeweiligen Schiffs handelt. Insofern freue ich mich, dass Sie das ganz ähnlich erlebt haben und meine Einschätzung teilen, denn Sie haben natürlich vor allem auch in diesem Segment eine noch viel längere Erfahrung als ich.
Herzliche Grüße
Franz Neumeier