Seadream I

Seadream I: Erste Karibik-Kreuzfahrt der Saison endet mit Covid-19-Fällen

Die erste Karibik-Kreuzfahrt der Saison 2020/21 musste vorzeitig abgebrochen werden: Sieben Passagiere und zwei Crewmitglieder der Seadream I sind mit Covid-19 infiziert. Die übrigen Passagiere und Crewmitglieder wurden bislang negativ getestet. Das Luxuskreuzfahrtschiff war am 7. November von Barbados aus zu einer Sieben-Nächte-Reise gestartet.

Update 17.11.: Inzwischen hat Seadream die verbleibenden Karibik-Kreuzfahrten für 2020 abgesagt.

Zunächst war am Mittwoch, 11. November, ein Passagier an Bord positiv auf Covid-19 getestet worden, nachdem typische Symptome aufgetreten waren. Daraufhin brach die Seadream I ihre Karibik-Reise ab und fuhr auf direktem Weg zurück zum Ausgangshafen Bridgetown auf Barbados, wo es am späten Mittwochabend ankam. Alle Passagiere wurden bis zum Vorliegen der Testergebnisse vorsichtshalber in ihren Kabinen isoliert.

Bereits während der Rückreise wurden alle Crew-Mitglieder mithilfe der drei PCR-Schnelltestgeräte an Bord getestet – alle mit negativem Befund. Die Passagiere wurden sowohl an Bord als auch zusätzlich über Labors an Land ebenfalls auf Covid-19 getestet.

Bei den Tests der Passagiere durch die Behörden auf Barbados ergaben sich zunächst vier weitere, positive Testergebnisse. Alle fünf positiv getesteten Personen gehören offenbar zu einer Familie, die gemeinsam reist.

Auch bei einem weiteren Passagier, der nicht zu dieser Gruppe gehört, fiel ein Schnelltest an Bord positiv aus. Inzwischen wurde diese Diagnose betätigt. Auch die Ehefrau dieses Passagiers ist infiziert. Die abschließenden Ergebnisse der Behörden von Barbados, die am Freitagvormittag Ortszeit vorlagen, ergaben keine weiteren Infizierten. Anschließend sollten die negativ getesteten Passagiere ihre Kabinen wieder verlassen dürfen. Die Ausschiffung soll planmäßig am Samstag stattfinden.

Am Samstag, 14. November wurde dann auch ein Crewmitglied positiv auf Covid-19 getestet. Die Pressemitteilung von Seadream vom 17. November spricht letztlich von zwei infizierten Crewmitglieder. Das deutet darauf hin, dass Ansteckungen auch an Bord selbst stattgefunden haben.

Erste Karibik-Kreuzfahrt der Saison

Die Seadream I war am Samstag, 7. November, von Bridgetown auf Barbados zu einer Karibik-Kreuzfahrt nach Grenada und St. Vincent and the Grenadines gestartet. Es war die erste Karibik-Kreuzfahrt in dieser Saison überhaupt nach dem Shutdown der Kreuzfahrt infolge der Covid-19-Pandemie. An Bord befinden sich 53 Passagiere und 66 Crewmitglieder.

Seadream hat im Sommer 2020 mit zwei Kreuzfahrtschiffen zahlreiche Kreuzfahrten vorwiegend in Norwegen durchgeführt. In dieser Zeit galt das bisherige Infektionsschutzkonzept ohne Maskenpflicht. Infektionen sind in dieser Zeit keine bekannt geworden, lediglich ein Verdachtsfall war aufgetreten, der sich aber als Fehlalarm herausstellte.

Grundsätzlich verlangt Seadream derzeit wohl einen PCR-Test vor Anreise zum Schiff und führt zusätzlich einen PCR-Schnelltest direkt vor Einschiffung durch. Während der Reise soll es noch einen Routine-Test für alle Passagiere geben.

Die Grundzüge des Infektionsschutzkonzepts beschreibt ein Eintrag im Captain’s Blog der norwegischen Reederei. Genauere Details dazu sind uns jedoch nicht bekannt. Seadream hat auch mehrere Tage nach unserer Anfrage weder Details zum Konzept noch zu den aktuellen Covid-19-Fällen genannt. Wir ergänzen an dieser Stelle, falls wir von dem Unternehmen noch eine Stellungnahme erhalten sollten.

Seadream korrigiert die Regeln nach Empörung über fehlende Maskenpflicht

Zuvor hatte sich Seadream nach empörten Blogger- und Medienberichten entschieden, kurzfristig eine Maskenpflicht an Bord der Seadream I einzuführen. Fotos vom ersten Tag der Reise zeigten Passagiere und Crewmitglieder ohne Mund-Nasen-Schutz und hatten kritische Reaktionen ausgelöst. Seit Montagabend galt daher eine generelle Maskenpflicht für die Crew. Passagiere müssen seitdem Masken tragen, wenn sie sich übers Schiff bewegen.

Zumindest für die fünf anfänglich entdeckten Covid-19-Infektionen dürfte das Fehlen der Masken an den ersten drei Tagen der Reise allerdings keine Rolle gespielt haben, da die Inkubationszeit bei einer Ansteckung an Bord länger wäre, als die Passagiere an Bord waren. Ob die beiden zusätzlichen Passagiere sich an Bord angesteckt oder bereits zuvor infiziert waren, ist unklar. Die fünfköpfige Familiengruppe soll Gerüchten zufolge vor Abreise in Miami eine Party gefeiert haben. Die beiden zuletzt positiv getesteten Crewmitglieder haben sich jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit an Bord angesteckt, möglicherweise in der Phase, als noch keine Maskenpflicht galt.

Hinweis: Unsere Berichterstattung stützt sich größtenteils Teilen auf Informationen der US-Kreuzfahrtjournalisten Gene Sloan sowie Sue Bryant, die sich während der betroffenen Reise auf der Seadream I befanden.

Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.