Shuffleboard auf Kreuzfahrt-Schiffen: Geschichte und Regeln

Shuffleboard ist von keinem Kreuzfahrtschiff wegzudenken und zugleich das deutlichste Indiz dafür, dass eine elegante Schiffsreise ehemals eine sehr privilegierte Form des Reisens war. Aber bevor wir zu den recht simplen Shuffleboard-Regel kommen, einen kurzen Ausflug in die Geschichte – es ist einfach zu nostalgisch, als dass man diesen Aspekt ignorieren könnte.

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Shuffleboard stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und begann als Indoor-Spiel im verregneten England, das man mit Münzen auf einem langen, schmalen Tisch spielte. Eine der früheste Erwähnung von Shuffleboard stammt aus dem Jahr 1532, als der englische König Henry VIII beim „Shovelboard“ neun Pfund an einen gewissen Lord William verlor. Zu diesem Zeitpunkt hatte sein Vorgänger Henry VII offenbar dem gemeinen Volk längst schon das Spielen von Shuffleboard verboten. Nur der Aristrokratie durfte das Spiel zum Zeitvertreib dienen. Aber auch die Oberschicht verlor irgendwann im 19. Jahrhundert das Interesse und Shuffleboard kam aus der Mode.

Wiederentdeckung von Shuffleboard auf den Ozean-Dampfern

In einer vergrößerten Variante als Outdoor-Spiel wurde Shuffleboard dann für die lange Überfahrten auf den Ozeandampfern in die Neue Welt wieder entdeckt. Erneut waren die eher reichen Passagiere, die sich mit dem Shuffleboard-Spiel die Zeit an Deck vertrieben. Möglicherweise war es P&O Cruise Lines, die in den 1870er-Jahren Shuffleboard auf die Schiffe gebracht hat und diese Tradition auf Kreuzfahrtschiffen bis heute geprägt hat. Von da an schoben Transatlantik- und später Kreuzfahrt-Passagiere die Shuffleboard-Disks mit langen Cue-Stangen über Schiffsdecks. Und auch wenn Shuffleboard auf modernen Kreuzfahrtschiffen keine Hauptattraktion ist, so verzichtet doch keine Kreuzfahrtgesellschaft darauf, irgendwo an Deck wenigstens ein paar Shuffleboard-Bahnen aufzumalen sowie Cues und Disks bereit zu stellen – der guten alten Tradition wegen, aber auch, weil Passagiere nach wie vor gerne Shuffleboard spielen.

Shuffleboard-Regeln

Shuffleboard auf dem FDGB-Schiff "Völker-freundschaft", 1960
Shuffleboard auf dem FDGB-Schiff „Völker-freundschaft“, 1960 (Bild: Bundesarchiv, CC BY-SA 3.0 Germany)
Vermutlich ist Shuffleboard so bliebt, weil die Regeln unkompliziert sind: Mit dem Cue schiebt man eine Disk in Richtung des mit Ziffern markierten Wertungs-Dreiecks (auf Kreuzfahrtschiffen häufig auch quadratisch statt dreieckig). Bleibt die Disk vollständig innerhalb eines der Ziffernfelder liegen, gibt es Punkte – die Disk darf dabei aber keine Linie berühren, sonst geht der Spieler leer aus. 10 Punkte Abzug gibt es, wenn die Disk vollständig innerhalb des „10 off“-Feldes zu liegen kommt.

Pech hat ein Spieler, wenn die Disk eines Mitspielers seine Disk aus dem Wertungsfeld schießt, denn Punkte gibt es nur für die Lage der Disks am Ende einer Runde („Frame“ genannt).

Jeder Spieler hat pro Frame vier Disks, geschoben wird eine Shuffleboard-Disk von der gegenüberliegenden „10 off“-Linie aus. Bleibt eine Disk vor dem Wertungsdreieck liegen, wird sie sofort aus dem Spiel genommen.
Gespielt wird Shuffleboard üblicherweise, bis ein Mitspieler 75 Punkt erreicht hat oder die vereinbarte Anzahl von Frames erreicht ist – üblich sind beim Shuffleboard zehn Frames.

Spielt man zu viert, also ein Shuffleboard-Doppel, bildet man zwei Mannschaften von denen je ein Spieler auf der einen und einer auf der anderen Seite des Spielfelds steht und so immer je ein Spieler beider Mannschaft gegeneinander spielen.

Shuffleboard-Tradition pflegen

Also auf der nächsten Kreuzfahrt daran denken – der traditionsbewußte Kreuzfahrer spielt auf jeden Fall eine Runde Shuffleboard. Allein das Gefühl, eine über hundert Jahre alten Kreuzfahrt-Tradition zu pflegen, ist es wert. Und anders als an künstlichen Surf-Wellen und in Sterne-Restaurants an Bord der modernen Schiffe muss man für Shuffleboard weder reservieren noch lange warten. Eine Shuffleboard-Bahn ist eigentlich fast immer frei.

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