Columbus 2: Kleines Schiff mit der Vielfalt eines Großen

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Columbus 2 (Foto: Hapag-Lloyd Kreuzfahrten)

Columbus 2 (Foto: Hapag-Lloyd Kreuzfahrten)

Die Columbus 2 ist seit 9. April 2012 offiziell Teil der Flotte von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Cruisetricks.de hatte anlässlich der Taufe in Palma de Mallorca die Gelegenheit, schon mal einen genaueren Blick auf das Kreuzfahrtschiff zu werfen. Unser Portrait der Columbus 2 gibt einen Überblick über die Neuerungen und Besonderheiten des Schiffs und zeigt, warum das neue Kreuzfahrtschiff für die Reederei ein wichtiger Schritt in Richtung eines neuen Kreuzfahrt-Marktsegments ist.

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In nur sechs Tagen hat Hapag-Lloyd Kreuzfahrten die Insignia von Oceania Cruises in Barcelona zur Columbus 2 umbauen lassen. Viele der auch schon bei Oceania sehr ansprechenden Bereiche blieben dabei unverändert, beispielsweise die stilvolle Bibliothek mit der bemalten Kuppeldecke und die beiden Spezialitätenrestaurants Polo Grill und Toscana, die sogar ihren Namen behalten haben. An anderen Stellen haben haben Renovierungsarbeiten und vor allem Anpassungen auf das deutsche Publikum das Schiff für den Einsatz bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten noch einmal aufgewertet.

Martinis Club

Martinis Club

Martinis Club

Insbesondere wurde das Spielkasino auf Deck 5 komplett entfernt und ersetzt durch den neuen Nachtclub „Martinis Club“ mit gemütlicher Piano-Ecke auf der einen Seite der großen Martinis Bar und einer Tanzfläche mit DJ auf der anderen. Spannend dabei: Obwohl der Martinis Club ein einziger, großer Raum ist, hört man die DJ-Musik der Tanzfläche am andern Ende der Bar kaum, sodass dort, nahe dem Piano, Gespräche in gemütlicher Atmosphäre möglich sind, während gleichzeitig auf der Tanzfläche der Bär steppt.

Neuer Kids- und Teensclub

Kidsclub

Kidsclub

Das Internet Cafe und der Card Room auf Deck 9 nahe dem Spa mussten dem Kidsclub und Teensclub weichen. Aus dem Internet-Cafe wurde der neue Kidsclub mit der ersten “Steiff-Welt auf See”, insbesondere mit zahlreichen Steiff-Stofftieren für die Vier- bis Zehnjährigen, einschließlich einem großen „Käpt’n Knopf“, dem Kindermaskottchen von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, selbiger bei expliziten Familienkreuzfahrten zusätzlich auch in Lebensgröße für Spaß bei den Kids sorgt. Zum Kinderprogramm gehören unter anderen auch ein kleines Puppentheater, ein Mal- und Basteltisch und Ähnliches.

Teensclub

Teensclub

Der Card Room wurde zum Teensclub verwandelt, für Kinder und Teens ab 11 Jahren. Hier sorgen Tischkicker, Nintento-Wii-Konsolen, 3DS-Geräte-Verleih und gemütliche Sitzecken für Unterhaltung der Älteren.

Alle Restaurants inklusive

Lido Restaurant

Lido Restaurant

Bei den Restaurants zeigt sich vielleicht am deutlichsten das besondere Konzept der Columbus 2 – kleines Schiff mit den Annehmlichkeiten eines großen: Insgesamt sechs verschiedene Restaurant-Bereiche stehen zur Auswahl, vom Hauptrestaurant Albert Ballin über das Buffetrestaurant Lido Cafe einschließlich dem großen Außenbereich Lido Restaurant auf Deck 9 und dem Lido Grill am Pooldeck bis hin zu den beiden Spezialitätenrestaurants Polo Grill und Toscana – ersteres mit Grill- und Fischspezialitäten, letzteres mit gehobener italienischer Küche.

Polo Grill

Polo Grill

Auch die Spezialitätenrestaurants sind zuzahlungsfrei, wegen der jeweils lediglich knapp 100 Sitzplätzen ist aber eine Reservierung sinnvoll, die man auch schon vor der Kreuzfahrt vornehmen kann. Feste Tischzeiten gibt es im Hauptrestaurant Albert Ballin nicht, ebenso wenig wie eine feste Tischordnung. Dank vieler Zweier- und Viertische können Paare oder Familien beim Essen wahl- und wechselweise unter sich bleiben oder vom Maitre’D auch an größere Tische zusammen mit anderen Passagieren platzieren lassen.

Spa und Sonnendeck

Thalasso-Whirlpool

Thalasso-Whirlpool

Gemeinsam mit ihren ehemaligen Renaissance-Cruises-Schwestern der R-Klasse die Columbus 2 im Ocean Spa den vielleicht schönsten Whirlpool auf See. Der großen Thalasso-Pool ganz vorne auf Deck 9 im Außenbereich des Spa bietet einen grandiosen Blick nach vorne aufs Meer direkt vom Whirlpool aus und ist durch eine schräge Glasfront trotzdem windgeschützt.

Bildergalerie: Columbus 2

Ein weiteres Highlight findet sich auf Deck 11 vorne, am Sonnendeck. Dort gibt es, ebenfalls direkt mit Blick nach vorne, Sonneninseln (Cabanas), die für vergleichsweise günstige 20 Euro pro Tag vermietet werden. Für einen ungestörten Tag in der Sonne der ideale Ort.

Dezentrales Entertainment

Abendunterhaltung mit Band in der Lounge

Abendunterhaltung mit Band in der Lounge

Ein weiteres Element ganz großer Kreuzfahrtschiffe, adaptiert auf ein 698-Passagiere-Schiff, ist das Entertainment an Bord. Was auf den neuesten Megaschiffen, beispielsweise Royal Caribbeans Oasis-Class oder der Norwegian Epic, im Trend liegt, bietet – freilich im Kleinen und nicht direkt vergleichbar – auch die Columbus 2: Statt eines Bordtheaters mit einer großen Abendshow für alle Passagiere verteilt sich das Abend-Entertainment auf mehrere, unterschiedlich großen Bereiche und Bühnen, etwa in der Lounge, am Pooldeck, in der Observation Lounge oder im Martinis Club. Das Programm soll dabei jeden Abend eine Auswahl für verschiedene Geschmäcker bieten und reicht von Klassik bis Comedy.

Erschwinglicher Luxus für neue Zielgruppen

Lobby der Columbus 2

Lobby der Columbus 2

„Einen großen Schritt“ nennt Sebastian Ahrens, Sprecher der Geschäftsführung bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, die Aufnahme der Columbus 2 in die Flotte. Tatsächlich ist die Columbus 2 für die Reederei der Einstieg in ein Marktsegment, von dem sie sich viel verspricht und den bislang kaum ein Konkurrent in Deutschland so richtig besetzt. Vom Niveau her mit 4 Sterne unterhalb der Europa angesiedelt soll sie so etwas wie der Einstieg ins moderne Luxussegment sein – „erschwinglichen Luxus“ bieten – und die Vorzüge kleiner und großer Kreuzfahrtschiffe vereinen: Die familiäre Atmosphäre und den guten Service eines kleinen Schiff kombiniert mit einem vielfältigen Restaurant- und Entertainment-Angebot und moderne Ausstattung mit viel Platz pro Passagier und einschließlich einer großen Zahl an Balkonkabinen. Besonders auch Letzteres fehlt – vielleicht bis auf die Amadea von Phoenix Reisen – allen deutschen Schiffen, die sich auf einem ähnlichen Niveau positionieren.

Bildergalerie: Columbus 2

Ein Meilenstein ist die Columbus 2 für Hapag-Lloyd Kreuzfahrten aber auch deshalb, weil sie das erste Schiff in der Flotte ist, das neue Zielgruppen für die Reederei erschließen soll, die später auch – auf einem höheren Level – mit der Europa 2 adressiert werden sollen. Das sind insbesondere Berufstätige mit geringem Zeitbudget (daher kürzere, aber kombinierbare Fahrtrouten) und Familien sowie jüngere Aktivurlauber, die ihre Kreuzfahrt weder auf einem großen Megaschiff verbringen wollen, noch sich mit Cluburlaub anfreunden können und daher am liebsten auf kleineren, individuellen und legeren Kreuzfahrtschiffen buchen wollen.

Die vorerst auf zwei Jahre von Oceania Cruises gecharterte Columbus 2 ist dabei für Hapag-Lloyd Kreuzfahrten so etwas wie ein Antesten: Sebastian Ahrens sagte bei der Vorstellung des Schiffs in Palma de Mallorca, man nutze die Chance mit der Columbus 2, sehr kurzfristig in diesem Marktsegment präsent zu sein. Für die Zukunft halte er von der Verlängerung des Charter-Vertrages bis hin zu einem eigenen Neubau für diesen Markt alles für denkbar.

Für hautnahe Eindrücke von Bord der Columbus 2, siehe auch unsere interaktiven Panorama-Bilder der Columbus 2.

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9 Kommentare zu Columbus 2: Kleines Schiff mit der Vielfalt eines Großen

  1. Marita on April 19, 2012 at 6:24 pm

    Danke für die Bilder! Ist ja alles Geschmacksache, ich weiß, aber mir ist das viel zu plüschig. Diese wuchtigen Kopfteile von den Betten finde ich gräßlich. Die Kabinen sind ohnehin schon immer eng, da fühle ich mich von so einer geballten Ladung Samt regelrecht erschlagen.

    Da gefallen mir die neuen Ponant-Schiffe schon sehr viel besser.

  2. Andreas Halamoda on April 22, 2012 at 10:41 pm

    Lieber Franz,

    vielen herzlichen Dank für diese hochaktuelle Berichterstattung und natürlich die Bilder! Am kommenden Samstag geht es für uns auf die Columbus 2 – und da wir uns ja im November 2011 auf der baugleichen Regatta von Oceania bereits auf das neue Hapag-Lloyd-Schiff einstimmen konnten, interessieren uns die Umbaumaßnahmen ganz besonders.

    In Punkto Martini Club darf man den Hamburgern schon ein dickes Kompliment machen. Sehr gelungen. Auch Kids- und Teensclub sind sehr schön geworden – Oceania bietet Kindern und Jugendlichen nämlich rein gar nichts. Sehr schade finde ich allerdings, dass die Computerterminals einfach in beste Aussichtslage in der Observation-Lounge gezogen sind. Da gehören sie meiner Meinung nach überhaupt nicht hin, ich hätte eine Ecke im Bereich der Rezeption vorgezogen.

    Jetzt bin ich besonders gespannt, ob die von Hapag-Lloyd neu angesprochene Klientel auch kommt und die im Vergleich zur Regatta deutlich erweiterten Entertainmentmöglichkeiten nutzen wird. Die typischen Oceania-Passagiere gingen nämlich schlagartig nach Ende der Show (meist gegen 22:45) geschlossen ins Bett…

    Ein Wort zum “plüschigen” Einrichtungsstil: Man sollte sich deshalb keineswegs von der Buchung abhalten lassen! Ich bin auch eher für ein modernes oder klassisches Ambiente und war anfangs von der dunklen, leicht kitschigen und nicht allzu wertvoll eingerichteten R-Klasse etwas irritiert. Doch nach kurzer Zeit legte sich das und ich stellte fest, dass dieser intime Country-Club-Stil funktioniert: Ich fühlte mich äußerst entspannt und geborgen – wie auf kaum einem anderen Schiff zuvor. Und der Grand Dining Room (bzw. Albert Ballin auf der C 2) ist unübertroffen – er strahlt perfekt im Glanz vergangener Tage, als Dinner auf den Transatlantik-Luxuslinern stets festliche Anlässe waren.

    Wir freuen uns!

  3. leonie on April 23, 2012 at 1:17 pm

    sieht cool aus

  4. Peter on April 24, 2012 at 3:58 pm

    Wo ist die Computerecke geblieben?
    Auf der c.Columbus gibt es 4 Computer, von denen sich jederzeit kostenfrei E-mails verschicken und über die Rezeption auch empfangen lassen.
    Ich freu mich auch auf die “plüschige” Columbus2 im Oktober, obwohl wir absolut keine Fans des Gelsenkirchner Barocks sind.

    Wie Andreas schon erwähnte, kann man darüber hinweg schauen.
    Die Kabinen sind erfreulicherweise wesentlich größer als auf der c.Columbus. Sie haben ein Extra-Sofa.

  5. Franz Neumeier on April 24, 2012 at 4:03 pm

    Die Computer sind oben die Observation Lounge. Siehe: http://www.cruisetricks.de/galerie/index.php/columbus-2/bars-lounges/observation-lounge-1337

    Wie Andreas schon schrieb ist diese Location fast etwas schade dafür, mit PCs vollgestellt zu werden. Aber die Aussicht während des E-Mail-Schreibens ist natürlich sensationell ;-)

  6. Peter on April 24, 2012 at 5:55 pm

    Franz,
    danke für das Foto!
    Sind es nur 4 Computer? Also genauso viele wie auf der halb so großen c.Columbus.
    Schon dort bildeten sich häufig Warteschlangen vor den vier Computern.
    Aber mal ernsthaft, was nutzt mir die Aussicht, wenn ich auf die Tastatur stiere? :-(
    Da ist mir die dunkle Ecke, in der ich mich momentan auf der MS Belvedere befinde, lieber. Da kann ich das ganze Internet für 5,-/Tag oder 15,-/Woche komplett nutzen und nicht nur E-mails schreiben.

  7. Franz Neumeier on April 24, 2012 at 6:04 pm

    Das mit der Aussicht war auch nicht wirklich ernst gemeint ;-)

    Wenn ich’s richtig in Erinnerung habe, sind es 4 PCs und ein Drucker, ja. Aber Du hast ja zusätzlich WLAN am Schiff und inzwischen haben immer mehr Leute ihr Laptop, iPad oder Smartphone dabei und nutzen die stationären PCs gar nicht mehr.

  8. peter on April 24, 2012 at 9:15 pm

    WLAN gab es auf der alten Columbus nicht, insofern stellt dies u.a. einen Vorteil dar.

  9. Andreas Halamoda on Mai 14, 2012 at 11:32 am

    Hallo zusammen,

    wir sind zurück von der Columbus 2. In aller Kürze zur Computer-Situation: Es gibt wie beschrieben 4 Terminals mit einem Drucker in der Observation-Lounge und – wie Du es schon von der Regatta kennst, Peter – 2 Terminals in der Bibliothek. Mein Tipp allerdings: Die zwei weiteren Terminals im Teens Club (ohne Drucker). Hier war nie etwas los, wir hatten die Rechner immer für uns allein. Generell nutzen sehr viele das bordeigene WLAN.

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