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Explora I in der Fincantieri-Werft Monfalcone

Explora I bekommt erstmals Wasser unter den Kiel, Kapitänin wird Serena Melani

MSCs neue Luxusmarke Explora Journeys hat am 30. Mai 2022 das Aufschwimmen der Explora I in der Fincantieri-Werft in Monfalcone gefeiert. Dabei gab es auch erste Einblicke in das Suiten-Design des Schiffs. Und die Reederei überrascht mit Kapitänin Serena Melani, die von Regent Seven Seas Cruises zu Explora wechselt. Cruisetricks.de war bei dem Event in Monfalcone dabei und hat Infos und Eindrücke mitgebracht.

Das Aufschwimmen eines Kreuzfahrtschiffs ist ein großer Moment. Werften und Reedereien machen daraus meist ein Event, auf dem sie auch Neuigkeiten bekanntgeben oder mehr Einblicke in das in Bau befindliche Schiff geben.

Kapitänin Selena Melani mit MSC-CEO Pierfrancesco Vago
Kapitänin Serena Melani mit MSC-CEO Pierfrancesco Vago

So auch diesmal: Explora Journeys gibt die künftige Kapitänin der Explora I bekannt und kündigt an, dass das dritte und vierte Schiff der Baureihe, geplant für 2025 und 2026, wahrscheinlich auf Antrieb mit dem relativ umweltfreundlichen LNG als Treibstoff umgeplant wird. Außerdem gab es Einblicke in zwei Mockup-Kabinen. Das sind in einer Halle der Werft aufgebaute Suiten, die einen ersten Eindruck vom Schnitt, dem Design und den Features geben.

Aufschwimmen der Explora I

Das Aufschwimmen ist die moderne Form des Stapellaufs. Dabei gleitet das Schiff nicht mehr wie beim klassischen Stapellauf – zumeist seitlich – ins Wasser. Stattdessen wird das Trockendock, in dem das Schiff gebaut wurde, mit Wasser geflutet. Der Rumpf hebt sich langsam von den Blöcken ab, auf denen es bis dahin steht, und beginnt zu schwimmen.

Im Falle der 248 Meter langen Explora I dauert dieser Vorgang sechs bis sieben Stunden, bis das Dock komplett geflutet ist. Wir sehen bei dem Event also nur das erste Wasser einströmen, zumal das Aufschwimmen kurz darauf auch noch einmal unterbrochen wurde – wohl deshalb, weil einige letzte Arbeiten noch abgeschlossen werden mussten.

Bei Fincantieri ist der Tag des Aufschwimmens traditionell begleitet von priesterlichem Segen durch den Werft-Kaplan, …

Werft-Kaplan segnet das Schiff
Werft-Kaplan segnet das Schiff

… und einer Schiffstaufe. Denn nach Tradition und seemännischem Aberglauben benötigt das Schiff den Schutz die Fürsorge der Taufpatin vom ersten Moment an, in dem es schwimmt und nicht erst viele Monate später, wenn die mit großem Pomp inszenierte, große Taufe stattfindet. Moderne Technik ist heutzutage freilich ein wesentlich bedeutsamerer Faktor bei der Sicherheit eines Schiffs als die symbolische Fürsorge der Taufpatin.

Patin dieser Werfttaufe ist für die Explora I die Fincantieri-Mitarbeiterin Paola Ghinelli, im Bild gemeinsam mit dem Direktor der Werft in Monfalcone, Cristiano Bazzarra.

Werft-Taufpatin Paola Ghinelli mit dem Direktor der Werft, Cristiano Bazzarra
Werft-Taufpatin Paola Ghinelli mit dem Direktor der Werft, Cristiano Bazzarra

Anschließend drehen CEOs, Präsidenten und Direktoren von Werft und Reederei symbolisch gemeinsam das Rad zum Öffnen der Ventile, …

… um das Wasser ins Trockendock schießen lassen.

Ein Werft-Mitarbeiter fängt in einem Eimer an einem langen Seil das erste Wasser auf, dass ins Trockendock strömt. Eine Flasche von diesem Wasser wird später bei Indienststellung des Schiffs der Kapitänin Serena Melani überreicht werden.

Ein Eimer Wasser vom Aufschwimmen ...
Ein Eimer Wasser vom Aufschwimmen.

Kapitänin der Explora I: Serena Melani

Den Event in Monfalcone nutzt MSCs CEO Pierfrancesco Vago, um auch eine wichtige Personalie für die Explora I bekannt zu geben:  Kapitänin Serena Melani wird die Explora I kommandieren. Die Italienierin Serena Melani ist die weltweit erste Kapitänin, die ein Kreuzfahrtschiff in Dienst gestellt hat – noch bei ihrem bisherigem Arbeitgeber Regent Seven Seas Cruises auf der Seven Seas Splendor. Zuvor war sie seit 2016 bereits Kapitänin auf der Seven Seas Mariner, Navigator und Explorer.

Zur See fährt Serena Melani schon seit fast 30 Jahren. Sie ist eine der ganz wenigen Frauen, die sich zuvor auch auf Frachtschiffen als Offizierin und Kapitänin behauptet hat.

Explora Journeys als neue Konkurrenz für die etablierten Luxus-Marken in der Kreuzfahrt

Mit der Explora I geht Ende Mai 2024 das erste von vier geplanten Luxus-Kreuzfahrtschiffen der neuen Marke von MSC in Dienst. Explora Journeys soll den Platzhirschen am Luxusmarkt wie Seabourn, Silversea oder Hapag-Lloyd Cruises ernsthaft Konkurrenz machen, daran lässt die Reederei keinen Zweifel.

Für den Aufbau von hat sich Explora Journeys‘ CEO, der Österreicher Michael Ungerer, das Knowhow einiger sehr erfahrenen Experten der Branche ins Boot geholt. Man wolle, so erklärt uns einer der Produktmanager bei dem Event, mit dieser Erfahrung die besten Elemente aus der Branche vereinen und Schwächen vermeiden.

Video-Gruß von Explora Journeys‘ CEO Michael Ungerer, der an dem Event nicht persönlich teilnehmen konnte

Zum Team von Explora Voyages gehört beispielsweise Franck Garanger als „Head of Culinary“ (zuvor Fleet Corporate Chef bei Silversea Cruises und Culinary Director bei Oceania Cruises). Als Chief Sales Officer verantwortlich für den Vertrieb ist Chris Austin, der zuvor lange bei Seabourn war. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist im Vertrieb Francisco Sanchez aktiv, zuvor ebenfalls lange bei Seabourn sowie Holland America Line.

Mit dem Engagement renommierter, britischer Superyacht-Designers Martin Francis will die Reederei den Schiffen bei der Innenarchitektur eine Anmutung geben, die mehr an eine Superyacht als an ein Kreuzfahrtschiff erinnert.

Ziel: Luxus-Kreuzfahrt mit eigenen Akzenten

Explora Voyages verspricht eine neue Art von Luxus-Erlebnis auf den Kreuzfahrten mit starkem Fokus auf Individualität. Dazu gehört auch ein umfassendes All-inclusive-Konzept mit allen Restaurants und In-Suite-Dining, Getränken, Trinkgeldern, Internet-Zugang und Shuttle-Service in den Häfen.

Computer-Rendering: Lobby der Explora I (Bild: Explora Journeys)

Viele Details sind dazu noch nicht bekannt, beispielsweise aber, dass es kein großes Theater an Bord geben wird. Stattdessen setzt Explora auf Entertainment in kleinerem Kreis, das sich über den Abend verteilt, um den Passagieren eine flexiblere Abendgestaltung zu ermöglichen, insbesondere bei den Essenszeiten und der Essensdauer.

Neben dem Buffetrestaurant wird es auch kein großes Hauptrestaurant geben, stattdessen sechs kleinere Restaurants mit unterschiedlichen Themen, außerdem „Poolside Dining“ und umfangreicher Room-Service.

Mockup-Kabinen: Erste Einblicke in das Suiten-Design

Die 461 Suiten der Explora I kommen mit Wohnflächen ab 35 Quadratmetern. Die größte Suite ist die Owner’s Residence mit rund 280 Quadratmetern am Heck auf Deck 8. Sie bekommt sogar einen eigenen Infinity-Whirlpool auf dem Balkon – der bei Explora Journeys allerdings nicht mehr Balkon, sondern Terrasse heißt.

Für neue Kreuzfahrtschiffe baut die Werft einige Kabinen im Original an Land auf, um sowohl Funktionalität und Praktikabilität der Kabineneinrichtung zu testen, als insbesondere auch Design-Varianten, Ausstattung und Möbel in ihrer echten, späteren Umgebung zu sehen und Detail-Entscheidungen zu treffen. So kann man beispielsweise verschiedene Möbel-Varianten, Teppich-Designs oder ähnliches vergleichen.

Zwei solche Mockup-Suiten waren bei dem Event in Monfalcone zur Besichtigung geöffnet – mit dem deutlichen Hinweis, dass es sich dabei noch nicht um das endgültige Design und die finale Ausstattung handelt. Dennoch geben die Bilder aus den beiden Suiten einen ersten Eindruck, wie Explora Journeys sich für Kabinen für ihr erstes Schiff vorstellt.

Die Mockups zeigen beispielsweise neue Ideen für den Balkon, respektive die Terrasse: Einem komfortables Liege-Sofa (mit wasserabweisendem Stoff) statt der sonst üblichen Sonnenliegen. Auch einen größeren Tisch nebst zwei Stühlen soll es geben, sodass man auf der Suiten-Terrasse beispielsweise sehr bequem frühstücken kann.

Auch in den Suiten zeigen sich schon ein paar interessante Details, die auf eine unaufdringliche und farblich zurückhaltende, sehr wohnliche Atmosphäre hindeuten. Viele Elemente, so erklärt Explora Journeys es, sind gezielt so gestaltet, dass der Passagier sich möglichst wie zu Hause fühlen soll.

4 Pools und 64 private Cabanas

Ähnlich wie bei den Restaurants und im Entertainment setzt die Reederei bei der Explora I auch auf den Pool- und Sonnendecks auf mehrere, kleinere Bereiche statt einen großen Haupt-Pool. Entsprechend gibt es insgesamt vier Pools: zwei am Heck auf Deck 5 und auf Deck 10, sowie einen nach vorne auf Deck 12. Mittschifft gibt es auf Deck 12 außerdem zwei Whirlpools.

Computer-Rendering: die Explora I aus der Vogelperspektive (Bild: Explora Journeys)

Der vierte Pool ist etwas größer, liegt mittschiffs auf Deck 11 und hat ein auf der Vorschaubild sehr filigran wirkendes Glasdach, dass sich bei passendem Wetter öffnen lässt. 64 private Cabanas am Sonnendeck sollen für noch mehr Privatheit sorgen.

Computer-Rendering des Indool-Pools mit zurückfahrbarem Glasdach (Bild: Explora Journeys)
Computer-Rendering des Indoor-Pools mit zurückfahrbarem Glasdach (Bild: Explora Journeys)

Marinediesel, Katalysatoren, Landstrom

Die Explora-Schiffe sollen mit Marinediesel fahren und verfügen über SCR-Katalysatoren, mit denen die Grenzwerte für Stickoxidemissionen eingehalten werden können, denn sie reduzieren den SOx-Ausstoß um bis zu 90 Prozent. Die Explora-Schiffe sind mit Landstromanschlüssen ausgestattet und haben Unterwasser-Lärmschutzsysteme, um die Lärmverschmutzung der Meere zu reduzieren und damit zum Schutz beispielsweise von Walen und Delfinen beizutragen. Im Schiffsdesign berücksichtigt ist auch ausreichend Platz, um die Schiffe nachträglich mit Akkus auszustatten.

Die Explora I ist das erste von derzeit vier geplanten Kreuzfahrtschiffen für die Luxusmarke Explora Journeys von MSC. Sie soll Ende Mai 2023 zu ihrer Jungfernfahrt von Barcelona nach Piräus erstmals mit zahlenden Passagieren an Bord in See stechen. Die Fahrtrouten umfassen Ziele im Mittelmeer und Nordeuropa, Grönland, Kanada und USA, Karibik, Südamerika und Hawaii. Die durchschnittliche Dauer der Kreuzfahrten der Explora I liegt bei 8,2 Tagen.

In ihrem ersten Jahr soll sie 132 Häfen und 40 Ländern anlaufen und mit Kastellorizo in Griechenland sowie Saint Pierre in Martinique auch zwei Häfen, die laut Explora Journeys noch nie zuvor von einem Kreuzfahrtschiff angelaufen wurden.

Weitere Explora-Schiffe 2024, 2025 und 2026 – zwei möglicherweise mit LNG

Das zweite Schiff, die Explora II, soll im Sommer 2024 folgen. Die Kiellegung dafür hat bereits am 6. Mai 2022 in der Fincantieri-Werft Castellammare di Stabia nahe Neapel stattgefunden. Weitere zwei Schiffe folgen den Planungen zufolge 2025 und 2026.

direkt nebenan entstehen schon Baublöcke für ein anderes Schiff
direkt neben der Explora I im Trockendock entstehen bei Fincantieri schon Baublöcke für ein anderes Schiff

Für die nachfolgenden Explora III und Explora IV prüft die Reederei derzeit eine Umplanung auf Flüssiggas (LNG) aus Treibstoff. Das gab MSCs CEO Pierfrancesco Vago bei der Feier zum Aufschwimmen der Explora I in Monfalcone bekannt. Insgesamt investiert MSC nach eigenen Angaben mehr als zwei Milliarden Euro in die vier Kreuzfahrtschiff-Neubauten.

Explora I in der Fincantieri-Werft Monfalcone
Bug und Brücke der Explora I in der Fincantieri-Werft Monfalcone

Explora I – die Fakten

  • Baujahr: 2024
  • Werft: Fincantieri, Monfalcone
  • Flagge: Malta
  • Länge: 248 Meter
  • Breite: 32 Meter
  • Höhe: 56 Meter über der Wasserlinie
  • Tonnage: ca. BRZ 63.900
  • Kabinen: 461
  • Passagiere 922
  • Crew: 640
Explora I in der Fincantieri-Werft Monfalcone
Explora I in der Fincantieri-Werft in Monfalcone
Anmerkung*: Cruisetricks.de reiste zum Aufschwimmen der Explora I in Triest auf Einladung von Explora Journeys.
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Cruisetricks.de reiste zum Aufschwimmen der Explora I in Triest auf Einladung von Explora Journeys.

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