Havila Capella in Bergen

Havila sichert Finanzierung für Havila Polaris und Pollux, verschiebt aber Indienststellung

Havila Kystruten hat eine nicht von Russland-Sanktionen betroffene Finanzierung der künftigen Küstenrouten-Schiffe Havila Polaris und Havila Pollux gefunden. Damit steht der Inbetriebnahme der beiden Schiffe laut Reederei nichts im Wege. Allerdings verschiebt sich deren Ablieferung weiter auf Ende Dezember 2022 beziehungsweise März 2023.

Mit einer Finanzierung von rund 370 Millionen Euro hat sich Havila Kystruten unabhängig von russischen Geldgebern gemacht und entgeht damit weiteren Konsequenzen aufgrund von Sanktionen in Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Die Finanzierung bezieht sich sowohl auf die kommenden beiden Schiffe als auch eine Ablösung von kurzfristigen Zwischenfinanzierungen der beiden bereits fahrenden Schiffe Havila Capella und Havila Castor.

Zuletzt hatte Havila die Indienststellung der Havila Castor im Mai und die Wiederinbetriebnahme der Havila Capella Ende Juni erst nach komplizierten Verhandlungen, einem kurzfristigen Kredit der türkischen Werft Tersan sowie einem gewonnenen Prozess in Norwegen erreicht.

Die erst im Dezember 2021 gestartete Havila Capella saß vom 12. April bis 27. Juni 2022 unfreiwillig in Bergen fest. Die Probleme waren entstanden, weil Havila seine Neubauten – lange vor dem Ukrainekrieg – über das Leasing-Unternehmen GTLK finanziert hatte, das in russischem Besitz ist. Durch die neue Finanzierung ist dieses Problem nun laut Havila dauerhaft vom Tisch.

Die Havila Polaris soll spätestens am 29. Dezember 2022 und die Havila Pollux am 22. März 2023 in Dienst gehen. Die weiter verspätete Indienststellung der Havila Polaris und Havila Pollux begründet die norwegische Reederei mit Lieferschwierigkeiten bei kritischen Komponenten in der Werft. Von Absagen betroffenen Passagieren will Havila vergleichbare Reisen auf einem der beiden anderen Schiffe oder Umbuchungen auf spätere Termine anbieten.

Eigentlich hätten die vier Küstenrouten-Schiffe von Havila Kystruten bereits Anfang 2021 aufnehmen sollen. Verzögerungen beim Bau der Schiffe sowie die zeitweise Stilllegung der Havila Capella führten und führen nun dazu, dass das letzte Schiff erst mehr als zwei Jahre später als vorgesehen fährt.

Seit Januar 2021 hat die Reederei nämlich die Lizenz und zugleich Verpflichtung, die Küstenroute mit einem Teil der Fahrten zu bedienen. Der andere Teil wird von Hurtigruten bedient, die seit der Neuausschreibung der Küstenroute durch den norwegischen Staat dort kein Monopol mehr hat.

1 Kommentar

1 Gedanke zu „Havila sichert Finanzierung für Havila Polaris und Pollux, verschiebt aber Indienststellung“

  1. Schöne Bescherung, habe gestern die Mail betreffend Absage erhalten. Da werden noch massive Kosten auf Havila zukommen. Alleine der Anflug, Zürich-Kirkenes sowie der Rückflug Bergen Zürich beläuft sich bei uns auf Kosten von gut 1600.- Euro. Die stornierten Flüge können nicht zurück erstattet werden. Von der Enttäuschung über die Absage mal ganz abgesehen.

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