Internet-Gebühren am Kreuzfahrtschiff

von
Artikel drucken

Internet-Zugang am Kreuzfahrtschiff ist teuer – meistens jedenfalls. Denn mit Flatrates und Social-Media-Tarifen geht der Trend dank neuer Technik zu günstigeren Tarifen und schnellen Verbindungen. Minuten-Preise, für die man zu Hause stundenlang surfen könnte, sind aber immer noch weit verbreitet. cruisetricks.de zeigt, welche Reedereien und Schiffe bereit schnelles und günstiges Internet an Bord bieten – und wo es immer noch sehr teuer ist.

Internet-Zugang am Kreuzfahrtschiff: Cybercafé der MSC Musica
Internet-Zugang am Kreuzfahrtschiff: Cybercafé der MSC Musica

Die Preise für Internet per WLAN oder im Internet-Café unterscheiden sich von Reederei zu Reederei deutlich. Wir haben deshalb zusammengestellt, welche Kosten für den Internet-Zugang auf Kreuzfahrtschiffen anfallen.

ANZEIGE

Zwischen 4 und 72 Euro-Cent pro Minute bewegen sich die Preise für den Internet-Zugang auf Kreuzfahrtschiffen. Entspanntes Surfen per WLAN am eigenen Laptop oder iPad sollte man daher auf See zumindest bei Minuten-Abrechnung vermeiden. E-Mails abrufen, abmelden, Antworten schreiben, anmelden, abschicken und wieder offline – das ist der typische Ablauf vieler, die auch im Urlaub zumindest E-Mails checken wollen, ohne dabei arm zu werden. Bei Luxus-Reedereien ist der Internet-Zugang tendenziell günstiger, bei den großen US-Reedereien am teuersten. Aber es gibt auch Ausnahmen.

Zur besseren Übersicht haben wir die WLAN-/Internet-Gebühren zahlreicher Reedereien zusammengestellt und der Vergleichbarkeit halber auch die Paket-Preise in Minuten-Preise und Euro-Cent umgerechnet – meist bieten die Reedereien Internet-Zugang nämlich in Minuten-Paketen an, beispielsweise 30 Online-Minuten für 20 Dollar.

Reedereirechnerischer Minutenpreis in Euro-Cent *Preise bei Minuten-AbrechnungMinuten-Pakete/Flatrates
AIDA (Europa)--Internet-Flatrate:
komplette Reise (bis 14 Tage): 189,90 Euro

Social-Media-Flatrate:
4,90 Euro für 24 Stunden
2,79 Euro pro Tag (ab 2 Tage)
2,49 Euro pro Tag (ab 11 Tage)
0,99 Euro pro Tag (ab 36 Tage)

Datenvolumen:
XS (50 MB – 10 Euro): 0,20 Euro/MB
S (150 MB – 15 Euro): 0,10 Euro/MB
M (250 MB – 25 Euro): 0,10 Euro/MB
L (500 MB – 40 Euro): 0,08 Euro/MB
XL (3 GB – 90 Euro): 0,03 Euro/MB
XXL (6.000 GB – 120 Euro): 0,02 Euro/MB
AIDA (Rest der Welt)--Internet-Flatrate:
komplette Reise (bis 14 Tage): 199,90 Euro

Social-Media-Flatrate:
4,90 Euro für 24 Stunden
2,79 Euro pro Tag (ab 2 Tage)
2,49 Euro pro Tag (ab 11 Tage)
0,99 Euro pro Tag (ab 36 Tage)

Datenvolumen:
XS (40 MB – 10 Euro): 0,25 Euro/MB
S (100 MB – 15 Euro): 0,15 Euro/MB
M (200 MB – 24 Euro): 0,12 Euro/MB
L (400 MB – 40 Euro): 0,10 Euro/MB
XL (2 GB – 100 Euro): 0,05 Euro/MB
XXL (4.000 GB – 120 Euro): 0,03 Euro/MB
Azamara Club Cruisesca. 2 - 300,33 DollarFlatrate für die komplette Reise: 19,95 Dollar pro Tag Reisedauer
60-Minuten-Paket: 19,95 Dollar
24-Stunden-Flatrate: 29,95 Dollar
Carnival Cruise Line--Flatrates mit abgestufterer Zugangsgeshwindigkeit:
Social: 5 Dollar pro Tag (nicht auf Glory, Inspiration, Triumph; Stand Nov. 2017)
Value: 12 Dollar pro Tag
Premium: 17,70 Dollar pro Tag
Celebrity Cruises (neue Technik "Xcelerate", außer Galapagos Inseln)--1 Stunde Flatrate 19,99 Dollar (nur an Bord)
24 Stunden Flatrate 49 Dollar (nur an Bord)
79 Dollar Flatrate bei Reisen 2-3 Tage
159 Dollar Flatrate bei Reisen 4-6 Tage
249 Dollar Flatrate bei Reisen 7-9 Tage
299 Dollar Flatrate bei Reisen 10-13 Tage
319 Dollar Flatrate bei Reisen ab 14 Tage

10 Prozent Rabatt bei Vorab-Buchung online
Celestyal Cruises7 – 12-7 Euro für 60 Minuten
16 Euro für 180 Minuten
25 Euro für 360 Minuten
Color Line (Fantasy, Magic)4 – 10-60 Minuten 50 NOK (ca. 6,10 Euro)
180 Minuten 70 NOK (ca. 8,55 Euro)
24 Stunden 150 NOK (ca. 18,35 Euro)
Costa250,250,25 Cent pro Minute
Social Media Flatrate (24 Stunden) 5 Euro
Social Media Flatrate (7-Nächte-Reise) 23 Euro
Internet-Paket M (250 MB – 32 Euro): ca. 0,13 Euro/MB
Internet-Paket L (500 MB – 47 Euro): ca. 0,09 Euro/MB
Internet-Paket XL (3 GB – 109 Euro): ca. 0,04 Euro/MB
Crystal Cruises--unbegrenzt kostenlos
Cunard Line26 – 680,75 Dollar120 Minuten: 47,95 Dollar
240 Minuten: 89,95 Dollar
480 Minuten: 167,95 Dollar
Disney Cruise Line--1 MB 0,25 Dollar (Upgrade auf größeres Datenpaket jederzeit möglich)
100 MB 19 Dollar
300 MB 39 Dollar
1.000 MB 89 Dollar
FTI Cruises300,30 Euro-
Hansa Touristik (Ocean Majesty)5-3 Euro pro Stunde
Hapag-Lloyd Cruises190,19 EuroMinuten-Abrechnung:
19 Cent pro Minute

Datenvolumen:
S (250 MB – 25 Euro): 0,10 Euro/MB
L (500 MB – 39 Euro): ca. 0,08 Euro/MB
XL: (1 GB – 69 Euro): ca. 0,07 Euro/MB

Europa und Europa 2: ab 2018 in allen anderen Suiten 1 Stunde pro Tag kostenlos
nur Europa 2: kostenloses Internet für Owner- und Grand-Penthouse-Suiten
nur Europa: Social-Media-Flatrate (Facebook, WhatsApp, Twitter und Instagram): 5 Euro pro Kalendertag
Holland America Line32 – 680,75 Dollar1.000 Minuten: 250 Dollar
500 Minuten: 175 Dollar
250 Minuten: 100 Dollar
100 Minuten: 55 Dollar
plus jeweils Aktivierungsgebühr 3,95 Dollar

Auf einigen Schiffen testet HAL außerdem derzeit andere Preismodelle wie beispielsweise eine günstige Social-Media-Flatrate.
HurtigrutenkostenloskostenlosStandard (1 MBit Bandbreite, kein Streaming):
1 Tag (24 Stunden): 50 NOK (ca. 5 Euro)
3 Tage: 125 NOK (ca. 13 Euro)
5 Tage: 200 NOK (ca. 21 Euro)
11 Tage: 400 NOK (ca. 43 Euro

Der Standard-Zugang ist in den Buchungs-Tarifen Select und Platinum kostenlos enthalten.

Nutzung in der Saison 2017/2018 mit zwei Geräten gleichzeitig, ab Saison 2018/2019 ein Gerät.

Premium (5 MBit Bandbreite, unbeschränkt):
4 Stunden: 250 NOK (ca. 26,50 Euro)

Auf der “Lofoten” steht kein WLAN zur Verfügung.
MSC--Social Media: 4,90 Euro/Tag od. 19,90 Euro/Woche, Social-Media-Dienste unbegrenzt auf einem Gerät (inkl. Posten von Fotos)
Surfer: 11,90 Euro/Tag od. 34,90 Euro/Woche, Social-Media bis zu zwei Geräten mit "Standard-Bandbreite", Begrenzung: 170 bzw. 800 MB Datenvolumen (kein Audio/Video)
Streamer: 22,90 Euro/Tag od. 69,90 Euro/Woche, Social-Media auf bis zu vier Geräten (inkl. Audio/Video) mit maximaler Bandbreite, Begrenzung: 340 bzw. 1,5 GB Datenvolumen

bei Buchung vorab im Internet: 20 Prozent mehr Datenvolumen
Norwegian Cruise Line52 – 860,95 DollarSuiten: 250 Minuten pro Suite kostenlos

Flatrate "unlimited": 29,99 Dollar pro Tag bei Reisen 1-12 Tage, 24,99 Dollar bei Reisen ab 13 Tage
plus 3,95 Dollar Aktivierungsgebühr

Minuten-Pakete (außer Sky, Breakaway):
100 Minuten 75 Dollar
250 Minuten 125 Dollar
(jeweils plus 3,95 Dollar Aktivierungsgebühr)
minutenweise Abrechnung: 0,95 Dollar pro Minute

Norwegian Sky:
60 Minuten 39 Dollar
100 Minuten 55 Dollar
plus jeweils 3,95 Dollar Aktivierungsgebühr

Norwegian Breakaway:
300 MB: 59 Dollar
1 GB: 125 Dollar
"pay as you go": 0,59 Dollar pro MB
Oceania Cruises-0,99 Dollarkostenloses Internet für Owner-, Vista- und Oceania-Suiten
kostenlose 200 bis 500 Minuten für Concierge-Kabinen und Penthouse-Suiten

darüber hinausgehend:
Tages-Flatrate: 27,99 Dollar
Abrechnung pro Minute: 0,99 Dollar
200 Minuten: 160 Dollar
plus 3,95 Dollar Aktivierungsgebühr
Phoenix Reisen (Hochsee)--150 MB: 15 Euro
300 MB: 25 Euro
500 MB: 35 Euro
3 GB: 95 Euro

Flatrate für Reisen ab 100 Tage: 699 Euro
P&O Cruises540,65 brit. Pfund"Connect" 7,75 brit. Pfund für 24 Stunden (soziale Netzwerke und Messaging)
"Browse" 12,50 brit. Pfund für 24 Stunden (Internet ohne Streaming, E-Mail, soziale Netzwerke)
"Works" 24,95 brit. Pfund für 24 Stunden (uneingeschränkte Nutzung inkl. Streaming)

Flatrate für die Dauer der Kreuzfahrt pro Tag 6,75 brit. Pfund ("Connect"), 10 brit. Pfund ("Browse") oder 20 brit. Pfund ("Works")
Plantours (Hamburg)9 – 20-300 Minuten 33 Euro
180 Minuten 23 Euro
60 Minuten 9 Euro
30 Minuten 6 Euro
Ponant18 – 30-100 Minuten 30 Euro
240 Minuten 60 Euro
1.000 Minuten 180 Euro
Poseidon Expeditions--100 MB: 130 Dollar
30 MB: 50 Dollar
10 MB: 20 Dollar
Princess Cruises30 – 720,79 Dollar600 Minuten 199 Dollar (vorab: 80 Min. Bonus)
400 Minuten 159 Dollar (vorab: 60 Min. Bonus)
200 Minuten 99 Dollar (vorab: 40 Min. Bonus)
100 Minuten 69 Dollar (vorab: 20 Min. Bonus)
15 Minuten 8,99 Dollar
plus jeweils plus 3,95 Dollar Aktivierungsgebühr
(Princess Cruises gewährt Bonus-Minuten bei Vorab-Buchung online)
Regent Seven Seas Cruises--kostenlos
Royal Caribbean International--"Voom-Flatrates" für die komplette Reise, Preise pro Tag:

Voom Surf (Social Media, E-Mail, Web)
12,99 Dollar (für 1 Gerät), gestaffelte Preise für mehrere Geräte bis hin zu 9,99 Dollar pro Gerät bei fünf und mehr Geräten

Voom Surf + Stream (zusätzlich Video- und Audio-Streaming, keine Dienste-Einschränkungen)
17,99 Dollar (für 1 Gerät), gestaffelt bis 13,99 Dollar pro Geräte bei fünf und mehr Geräten

24-Stunden-Pass: Voom Surf 19,99 Dollar, Voom Surf + Stream 27,99 Dollar

(auf manchen Reisen 30 Prozent Rabatt bei Vorab-Onlinebuchung)
Seabourn Cruise Line15 – 360,40 Dollar120 Minuten 19,95 Dollar
180 Minuten 29,95 Dollar
7-Tage-Flatrate 239,95 Dollar
Flatrate für komplette Kreuzfahrt bei längeren Reisen 399,95 Dollar
Seacloud Cruises--Fahrtgebiet Europa:
250MB: 20 Euro
500MB: 35 Euro

Fahrtgebiet Karibik (langsamere Geschwindigkeit):
250MB: 10 Euro
500MB: 20 Euro
Seadream Yacht Club--Tagesflatrate 35 Dollar
Wochen-Flatrate 99 Dollar
Silversea--Vista-/Terrace-/Verandah-Suiten: 1 Stunde pro Tag kostenlos
alle anderen Suiten: unbegrenzt kostenlos
Details, siehe Silversea-Website

darüber hinaus:
1.000 Minute: 250 Dollar
Tages-Flatrate: 30 Dollar
Wochen-Flatrate: 140 Dollar
Flatrate für längere Reisen: 16 Dollar pro Tag
Star Clippers7,5 – 10-240 Minuten 18 Euro
60 Minuten 6 Euro
Transocean / CMV (Hochsee)--1 GB: £59 brit. Pfund
500 MB: £39.00 brit. Pfund
250 MB: £29.00 brit. Pfund
TUI Cruises (europäische Sommerfahrtgebiete; Kanaren ganzjährig)49 (kostenlos für Suiten-Gäste ab Juniorsuite)0,49 Eurokostenlos für Suiten-Gäste ab Juniorsuite

Volumentarife:
Europa S (250 MB – 17,50 Euro): 0,07 Euro/MB
Europa M (500 MB – 27,50 Euro): ca. 0,06 Euro/MB
Europa L (3 GB – 55,50 Euro): ca. 0,02 Euro/MB
Europa XL (6 GB – 83,50 Euro): ca. 0,014 Euro/MB

Tagestarife:
S (inkl. 75 MB): 5,50 Euro (ca. 0,07 Euro/MB)
M (inkl. 150 MB): 7,00 Euro (ca. 0,05 Euro/MB)
L (inkl. 250 MB): 10,50 Euro (ca. 0,0 Euro/MB)

nur Mein Schiff 6:
Social Media Flatrate Tagestarif: 9 Euro (bei Vorab-Buchung 8 Euro)
Social Media Flatrate komplette Reise: 29 Euro (bei Vorab-Buchung 26 Euro)
TUI Cruises (Winterfahrtgebiete weltweit außer Kanaren)49 (kostenlos für Suiten-Gäste ab Juniorsuite)0,49 Eurokostenlos für Suiten-Gäste ab Juniorsuite

Volumentarife:
S (250 MB – 25,00 Euro): 0,10 Euro/MB
M (500 MB – 39,00 Euro): ca. 0,08 Euro/MB
L (3 GB – 79,00 Euro): ca. 0,03 Euro/MB
XL (6 GB – 119,00 Euro): ca. 0,02 Euro/MB

Tagestarife:
S (inkl. 75 MB): 7,50 Euro (0,10 Euro/MB)
M (inkl. 150 MB): 10,00 Euro (ca. 0,07 Euro/MB)
L (inkl. 250 MB): 15,00 Euro (0,06 Euro/MB)

nur Mein Schiff 6:
Social Media Flatrate Tagestarif: 9 Euro (bei Vorab-Buchung 8 Euro)
Social Media Flatrate komplette Reise: 29 Euro (bei Vorab-Buchung 26 Euro)
Viking Ocean Cruiseskostenloskostenloskostenlos
* rechnerischer Vergleichswert, Umrechnung: 1 Euro = 1,10 Dollar = 1,20 britische Pfund

Minutenpakete und ihre Tücken

Minutenpakete erscheinen günstiger, als sie tatsächlich sind: Denn man legt sich von Anfang an auf eine bestimmte Minutenzahl fest, ohne zu wissen, ob man überhaupt so viel surfen wird. Obwohl größere Pakete nominell pro Minute günstiger sind, fährt man deshalb mit einem kleineren Paket meist billiger – zur Not kauft man ein weiteres kleines Minutenpaket nach, wenn es wirklich nicht reichen sollte, statt gegen Ende der Kreuzfahrt überschüssige Minuten verfallen zu lassen oder mutwillig zu versurfen.

Ganz unangenehm wird es, wenn man bei Minutenpaketen das Ausloggen vergisst – dann läuft der Zähler nämlich einfach weiter, selbst wenn man das Laptop längst ausgeschaltet hat. Manche Reedereien haben einen automatischen Timeout eingerichtet, der bei Inaktivität nach einigen Minuten automatisch ausloggt, aber darauf sollte man sich nicht verlassen. Im schlimmsten Fall hilft nur, ganz freundlich an der Rezeption um Kulanz zu betteln.

Übrigens: Eine Geschwindigkeitsgarantie gibt es für die Internet-Verbindungen auf Kreuzfahrtschiffen generell nicht. Und so schleichen die Daten denn manchmal auch so langsam heran, dass man schon zum Abrufen von ein oder zwei E-Mails ein paar Euro verbraucht hat – siehe dazu auch unser Tipp am Ende des Beitrags. Lichtblicke gibt es in dieser Hinsicht bei der relativ neuen O3b-Technik bei Royal Caribbean International, Xcelerate bei Celebrity Crusies und einem Hybrid-Netz, das der Carnival-Konzern schrittweise für die Schiffe seiner Tochter-Reedereien aufbaut. In allen drei Fällen gibt es teils erhebliche Geschwindigkeits-Vorteile.

Abrechnung nach Datenvolumen

Die Abrechnung nach übertragener Datenmenge kennen die meisten von ihrem Mobilfunkvertrag zu Hause. Bezahlt wird strikt nach übertragener Datenmenge – egal, wie lange das dauert. Immer mehr Reedereien haben solche Tarife im Angebot, oft als Ergänzung zu Flatrate-Tarifen.

Macht aber Windows 10 am Laptop ausgerechnet am Schiff ein großes Update, kann das ziemlich teuer werden. Wie viel Daten ein Smartphone ständig im Hintergrund überträgt, weiß niemand so genau. Kontrollierbar ist das kaum. Entsprechend vorsichtig sollte man bei der Nutzung solcher Tarife also sein und ab Smartphone gegebenfalls mit Firewall-Apps arbeiten, die in der Lage sind, ungewollte Datenübertragungen zu blockieren. Gute Erfahrungen haben wir auf Android-Geräten mit dabei mit der Gratis-App „Firewall ohne Root“ gemacht.

Internet-Flatrates

Wer auch auf Kreuzfahrt viel im Internet sein will oder muss und sich den Datenvolumen- oder Minuten-Stress sparen will, fährt gut mit Flatrates, die inzwischen von einigen Reedereien angeboten werden, darunter AIDA, Azamara, Carnival Cruise Lines, MSC, Norwegian Cruise Line, Phoenix Reisen, Seabourn und Royal Caribbean International. Vor allem Wochenflatrates machen den Internet-Zugang stressfrei und auch bei langsamen Verbindungsgeschwindigkeiten muss man sich nicht über teure Minutenpreise ärgern, für die es in solchen Fällen kaum eine Gegenleistung gibt.

Der Nachteil: Anders als bei Minutenpaketen, die man durch aus- und wieder einloggen unterbrechen und stückweise verbrauchen kann, läuft die Zeit läuft ab dem ersten Einloggen weiter – eine Stundenflatrate lohnt sich also nicht, wenn man nur ein paar Minuten lang E-Mails checken will. Und auch eine Tagesflatrate lohnt sich an einem Seetag meist mehr als an eine Tag, an dem man von 8 bis 18 Uhr auf Landausflug ist.

Besonderheiten einzelner Reedereien

Die Internet-Konditionen der einzelnen Reedereien haben gelegentlich einige Besonderheiten, die je noch Nutzungsverhalten durchaus spannend sein können. Die folgende Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wir freuen uns auf Eure Ergänzungen.

AIDA und Costa bieten Social-Media-Flaterates an, bei der Social-Media-Dienste unbegrenzt nutzbar sind: Facebook und Facebook Messenger, Twitter, WhatsApp, iMessage, Threema, Snapchat, Google+, Instagram, Pinterest, Tumblr, Xing und LinkedIn. Bei Vorab-Buchung von Internet-Paketen im Internet (via MyAIDA) gibt es fünf Prozent Rabatt auf die Tarife. Auch Carnival Cruise Line hat solche Social-Media-Flatrates inzwischen.

Für Passagiere, die im Premium-Tarif gebucht haben, ist das Internetpaket M mit 250 MByte pro Kabine im Reisepreis inklusive. Das gleiche gilt für Club-Mitglieder mit Status „Grün“ oder „Gold“. Kinder und Jugendliche in diesen beiden Status-Stufen erhalten die Social Media Flat gratis.

TUI Cruises: Für Suiten-Gäste ist der Internet-Zugang an Bord der Schiffe von TUI Cruises unbegrenzt inklusive.

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten: Über eine eigene E-Mail-Adresse an Bord, die jede Kabine schon vor Abreise zugewiesen bekommt, können Passagiere kostenlos E-Mails verschicken und empfangen (ohne Dateianhänge).

Crystal Cruises: Seit Ende Oktober 2017 ist der Internet-Zugang nun für alle Gäste komplett kostenlos und unbegrenzt verfügbar.

Cunard Line, Princess Cruises, Royal Caribbean, Celebrity Cruises: Für Vielfahrer-Status-Kunden gibt es Freiminuten-Gutschriften für den Internetzugang an Bord der Schiffe von Cunard Line, Princess Cruises, Royal Caribbean International und Celebrity Cruises.

Holland America Line: Mitglieder des Treueprogramms Mariner Society der Status-Stufe 5-Star Mariner erhalten 50 Prozent Rabatt auf ein 100-Minuten-Paket. Passagiere der Pinnacle- und Neptune-Suiten können in der Neptune Lounge kostenlos E-Mails abrufen.

Hurtigruten: Auf den Hurtigruten-Schiffen ist WLAN-Internet für die Buchungsklassen Select und Platinum kostenlos verfügbar. Die in der Tabelle genannten Tarife gelten sowohl für die Küsten- als auch Expeditionsschiffe. Ausnahme ist die Lofoten, auf der es keine Internet-Verbindung gibt.

Oceania Cruises: Seit Anfang 2016 gibt es für Passagiere der Owner, Vista und Oceania Suites kostenloses Internet, in Concierge und Penthouse Suites gibt es 200 bis 500 Freiminuten oder äquivalent Frei-Datenmengen.

Princess Cruises: Hier lohnt es sich, die Internet-Pakete bereits vor der Reise zu buchen, da Princess Cruises dann kostenlose Bonus-Minuten auf die Pakete aufschlägt, Details siehe Tabelle.

Regent Seven Seas: Internet-Nutzung seit 2015 kostenlos, in teureren Suiten-Kategorien unbegrenzt, in günstigeren gibt es großzügige Minuten-Pakete kostenfrei.

Royal Caribbean International setzt bei den Schiffen der Oasis- und Quantum-Klasse auf eine neue Satelliten-Technik des Anbieters SES Networks (ehemals O3b). Damit sind DSL-ähnliche Geschwindigkeiten und recht günstige Tarife möglich. Die Marketing-Bezeichnung „Voom“ bedeutet allerdings nicht auf allen Schiffen die neue O3b-Technologie. Stattdessen werden teils andere Beschleunigungstechniken genutzt. Auf Schiffen mit der neuen Technik gibt es auf vielen Abfahrten offenbar bei Vorab-Buchung online 30 Prozent Rabatt. Daher sollte man vor der Reise einmal online seine Buchung ansehen und gegebenenfalls das Internet-Paket bereits vorab entsprechend günstiger buchen. Diese rabattierten Internet-Pakete sind bis drei Tage vor Abfahrt (12 Uhr mittags) buchbar.

Tipp: Schneller zur richtigen Tageszeit

Wer auf Internet auch an Bord nicht verzichten kann und Probleme mit Probleme mit der Geschwindigkeit hat, nutzt den Service beispielsweise am besten früh morgens, wenn andere Passagiere noch schlafen. Der Minutenpreis bleibt zwar der gleiche, man hat die Satelliten-Verbindung aber weitgehend für sich allein und surft entsprechend schneller. Mit antizyklischem Verhalten bekommt man beim Internet-Zugang deutlich mehr Leistung für sein Geld.

Wenn die Daten nur sehr langsam kommen: Abbrechen und später nochmal probieren. Oft belegt auch die Reederei selbst die Satellitenverbindung für die Übertragung beispielsweise der Kreditkarten-Abrechnungsdaten von der Rezeption oder Ähnliches.

Alternativ zum Internet-Zugang am Kreuzfahrtschiff bieten sich natürlich kostenloses WLAN-Hotspots an Land sowie Auslands-Datenroaming-Tarife von Mobilfunkprovidern ab. Tipps und Tricks dazu gibt’s in unserem Beitrag „Auf Kreuzfahrt günstig ins Internet“.

Bitte unterstützen Sie uns!

Ein Mausklick genügt! Wir bekommen Vermittlungs-, wenn Sie vor Online-Einkäufen oder Kreuzfahrtbuchungen auf bestimmte Links klicken. Dabei entstehen für Sie keinerlei Kosten! So funktioniert's).

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien, folgen Sie uns auch auf Twitter und/oder Facebook und unterstützen Sie uns mit einer kleinen Spende via Paypal!

Immer aktuell informiert werden? Abonnieren Sie unseren kostenlosen, wöchentlichen cruisetricks.de Newsletter abonnieren oder unseren  RSS-Logo RSS-Feed.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

10 Kommentare zu Internet-Gebühren am Kreuzfahrtschiff

  1. Carmen on Juni 25, 2012 at 1:29 pm

    Als Ergänzung: RCCL hat gerade mit der Firma O3b Networks einen Vertrag geschlossen, um die Oasis of the Seas ab Sommer 2013 mit einem High-Speed Breitband Internet Service auszustatten, welcher eine Geschwindigkeit ähnlich wie bei Glasfaser-Verbindung an Land ermöglichen soll.

    Dies wäre natürlich eine deutliche Verbesserung!

    Gruß
    Carmen

  2. Volker Kaczmarek on März 15, 2014 at 9:37 pm

    Hallo zusammen,

    Es klingt nach sehr viel Geld, wenn eine Reederei 50.000 EUR im Monat an Satellitengebühren zahlt. Es ist doch viel Geld, oder? Es ist davon die Rede, dass eine REEDEREI diese 50.000 EUR berappt, und wie viele Schiffe hat eine Reederei?

    Um diesen Betrag ein wenig genau einordnen zu können, muss man rechnen. Nehmen wir einmal an, dass diese 50.000 EUR ( entsprechend knapp 70.000 USD) für EIN EINZIGES Schiff anfielen, und gehen wir einmal davon aus , dass dieses Schiff an 30 Tagen im Monat mit ca. 2.000 Passagieren unterwegs, es also ein mittleres Schiff sei.

    Nehmen wir einmal an, dass dieses Schiff ganz typische US-Touren von 7 Nächten durch die Karibik unternähme, von denen es ergo im Monat gut 4 Stück durchführen würde.

    Dann müsste man die 70.000 USD also zunächst einmal durch 4 teilen, und es ergäben sich Kosten von 17.500 USD pro Fahrt. Nehmen wir einmal als sehr pessimistische Annahme an, dass aufgrund des hohen Durchschnittsalters (sagt man ja immer so bei Kreuzfahrten) „nur“ 40% dieser Passagiere an regelmäßiger Nutzung des Internet interessiert wären, also 800 von 2.000.

    17.500 USD geteilt durch 800 Passagiere macht großzügig gerundet 22 (in Worten: zweiundzwanzig!) USD pro Passagier an Kosten für Internet, welche die Reederei zu zahlen hätte.

    Böte die Reederei jedem Interessierten also eine Internet-Flatrate mit vielleicht sogar gedrosselter Geschwindigkeit, um allen Teilnehmern einen einigermaßen akzeptablen Stream zu erlauben, könnte sie unter Wahrung einer sehr guten Marge diese Flatrate locker für 59,95 USD anbieten für eine Reise von 7 Nächten.

    Daraus folgt: die zur Zeit verlangten Preise sind eine bodenlose Frechheit, zu der sich offenbar alle Reedereien wie in einem Kartell bekennen. Hier wird die Abhängigkeit und das Ausgeliefertsein des Passagiers gnadenlos ausgenutzt und es wird wohl einen Musterprozess wegen Wuchers brauchen, um dieses Treiben zu beenden und die Preise auf ein vernünftiges Niveau zu drücken. Die EU-Kommission sollte sich nicht nur um Mobilfunk-Roaming kümmern, sondern auch um Kommunikationstarife auf Schiffen.

    Sollten die erwähnten 50.000 EUR gar für eine Reederei im Ganzen gelten, bei 10 und mehr Schiffen auf den Weltmeeren, beispielhaft hierfür Norwegian Cruise Lines mit zur Zeit einer Kapazität von 34.444 Passagieren (bei Doppelbelegung), dann sind die aktuellen Internetgebühren mit „Frechheit“ nur noch unzureichend beschrieben.

    Da wird man natürlich argumentieren, dass die Einnahmen aus dem Internetgeschäft dem Gesamtkonzernergebnis zugute kommen. Schön und gut, nur fragt man sich, warum man denn als Internetnutzer und jemand, der auf regelmäßige Internetkommunikation angewiesen ist, die Schiffsreise von 90jährigen Internetabstinezlern mitfinanzieren muss. Hier sollte es soch in Bälde mal zu einer Normalisierung der Verhältnisse kommen, finde ich.

  3. Franz Neumeier on März 20, 2014 at 12:01 pm

    Die 50.000 Euro beziehen sich auf ein einzelnes, größeres Schiff. Die Zahl wurde mir vor einiger Zeit mal von einem Insider genannt. Ein Satelliten-Uplink kostet demnach 25.000 Euro, größere Schiffe haben/benötigen zwei davon, zumal ja auch die Reederei selbst viele Daten für eigene Zwecke darüber übertragen muss.

    Beim Geld kommen wir halt immer wieder auf das gleiche Thema: Die Basis-Preise für Kreuzfahrten sinken (bzw. bleiben seit vielen Jahren auf dem gleichen, relativ niedrigen Niveau) und das Geld muss anderswo verdient werde, also über Zusatzgeschäfte an Bord und auch der Internet-Zugang ist eben ein solches Zusatzgeschäft. Aber nicht falsch verstehen: Ich der selben Meinung: In heutiger Zeit sind 70 Cent pro Minute schneckenlangsamen Internetzugangs eine Frechheit, zumindest aber nicht mehr zeitgemäß.

    Dass es auch anders geht, habe ich eben bei Star Clippers auf der Star Flyer genossen: volle 4 Stunden (240 Minuten) Internet-Nutzung für 18 Euro. Immer noch kein echtes Schnäppchen, aber doch ziemlich fair.

  4. Konstantinos Dafalias on September 13, 2014 at 10:23 am

    Ich muss Volkers Kalkulation entschieden widersprechen.
    Erstens ist die Berechnungsgrundlage Passagiere schon einmal falsch. Die Zugänge werden pro Kabine vergeben.
    Zweitens sind die Kapazitäten äußerst beschränkt – wenn wirklich 800 Leute gleichzeitig surfen, weil sie eine tolle Flatrate haben, oder ein ganz schlauer Jugendlicher (gibt ja nur einen bei bis zu 5800 Passagieren) auf die Idee kommt, einen Download zu starten, gute Nacht.
    Also muss die Kalkulationsgrundlage eine geringe Auslastung bei zumindest Kostendeckung sein, und dabei kommt eben der derzeitige Preis heraus.

    Der Forderung können die Reedereien meiner Ansicht nach gelassen entgegen sehen.
    Davon abgesehen hat die EU da überhaupt nichts zu regeln, was Schiffe in internationalen Gewässern verlangen, ist ihre Sache.
    Und ein Internetzugang ist ja kein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken oder medizinische Versorgung.
    Für ein paar E-Mails an die Lieben zu Hause oder ein paar Bilder, die man zur Neiderweckung unbedingt auf Facebook laden will, reichen die Pakete völlig aus.
    Wer sich auf einem Kreuzfahrtschiff keine interessantere Beschäftigung findet, als stundenlang im Web zu surfen, sollte sich fragen, ob das die richtige Urlaubsform für ihn ist.

  5. Volker Kaczmarek on September 13, 2014 at 11:52 am

    Moin, zusammen. Natürlich kommen wir immer wieder auf dasselbe Thema, das da lautet „linke Tasche, rechte Tasche“. Gibt es Preisdruck bei den Reisepreisen, erschließen sich die Reedereien neuen Einkunftsmöglichkeiten. Was wäre da besser geeignet als Wucherpreise beim Internet? Anders als bei Hotels kann hier der Kunde nicht mal eben um die Ecke zum nächsten Café gehen, das den Zugang für Kunden kostenlos bietet. Warum wohl bieten so viele Hotels heute den Zugang inklusive an? Weil es für Kunden ein maßgebliches Entscheidungskriterium ist. Reedereien können sich in ihrem Kartell gemütlich zurücklehnen und weiter die Kasse klimpern hören.

    Wie schon Carmen schrieb, gibt es bei Royal Caribbean auf den Smart Ships (Quantum aufwärts) demnächst einen sehr schnellen Breitbandanschluss, weil Satelliten quasi die Schiffe in den Fokus nehmen und eine Datenautobahn aufbauen. Der Preis, den das Ganze haben soll, wäre in der Tat interessant. Unter dem Strich gibt es bei jedem Produkt diverse Möglichkeiten, Gewinne zu erzielen – ob nun aber wenige Kunden einen sauteuren Service wenig nutzen oder sehr viele Kunden einen guten Service zu angemessenen Preis intensiv – DAS könnte man ja mal ausprobieren, wie dann das Ergebnis unter dem Strich aussieht.

    Die Innovationen bei RCI finde ich vielversprechend. Hoffentlich bewirkt die neue Technik einen Paradigmenwechsel und ausreichend Druck auf andere Reedereien, um ähnliches anzustoßen – und am Ende wird, wie beim privaten DSL, wie im Hotel, an Flughäfen, in Cafés – der Preis sinken, weil er sinken MUSS.

    Der berühmte „Jugendliche“, der seine Lieblingsserien herunterladen will, ist ein Schreckgespenst. Es gäbe genügend technische Möglichkeiten, den Datentransfer pro Endgerät oder Funkzelle (Router) so zu managen, dass für alle genug Datenvolumen übrig bleibt.

    „Internet ist kein Grundbedürfnis?“ Ich weiß nicht, in welcher Welt Sie leben, in meiner Welt ist es das längst. Flugbuchungen, Flug-Check-In, Gepäckrecherche, Bahnticket, Konzertkarte, Busticket, Taxireservierung, Ausflug beim Hafenstopp (Fremdanbieter), mein Dienstplan (Luftverkehr), meine Beeinflussung des Folge-Dienstplans [Ja, auch auf einer Kreuzfahrt gilt: es beginnt anschließend wieder das normale Leben und dann gibt es auch einen Dienstplan, den man vielleicht nicht dem Zufal überlassen möchte], Sperrmülltermin, Meldeamt-Termin, Paketverfolgung, Kommunikation mit Anwaltskanzlei bei Klageführung… MIR jedenfalls fallen tausend Gründe ein, warum ich gerade mal an Bord online gehen möchte. Vielleicht weniger für den Sperrmülltermin, aber aus anderen wichtigen Gründen.

  6. Volker Kaczmarek on September 13, 2014 at 12:05 pm

    PS: Wenn auch die 50.000 USD für EIN Schiff pro Monat anfallen, dann kann man ausrechnen, dass z.B. bei einer Norwegian EPIC (volle Auslastung vorausgesetzt) und vier 7tägigen Reisen im Monat ein rechnerischer Preis pro Passagier von exakt 3,05 USD anfallen würde. Geht man davon aus, dass nur jeder dritte Passagier das Internet überhaupt nutzen möchte und die Reederei gern noch einen Gewinn von mehreren hundert Prozent einfahren möchte, dann wäre selbst die Flatrate von 49 USD für alle 7 Reisetage ein Wahnsinnsgewinn. Die Einnahmen würden sich im geschilderten Fall auf 268.000 USD belaufen.

    So ganz mag ich das Klagelied von den „armen Kreuzfahrtreedereien“, die unter dem Preisdruck so schrecklich leiden, nicht glauben. Die meisten operieren unter Billigflaggen, verschleiern ihre Finanzen durch verschachtelte Unternehmensstrukturen, nutzen Steueroasen, investieren nur unter Zwang in bessere und sauberere Antriebstechnik etc. – und kaufen gerade neue Schiffe als gäbe es kein Morgen. Irgendwoher muss die Knete kommen. Ich schätze: von uns :-)

  7. Volker Kaczmarek on November 16, 2017 at 1:44 pm

    Moin zusammen! Ein älterer Artikel, aktualisiert… und wie ich sehe, haben wir bereits vor einigen Jahren leidenschaftlich über das Thema diskutiert. Inzwischen habe ich das VOOM-Konzept von RCI ausgiebig getestet und war begeistert. Streaming von Tagesschau und ganz ruckelfrei, Klasse! Es bleibt also zu hoffen, dass andere nachziehen werden, denn die Internetverbindung an Bord ist für viele ein wichtiger Aspekt.

    Royal Caribbean International bewirbt sein Produkt mit Sprüchen wie „Your vacation is too precious for not being shared“… Ihr Urlaub ist zu kostbar um nicht geteilt zu werden. Genau das beleuchtet einen Aspekt, der bisher in diesem Zusammenhang kaum zur Sprache kam: Generierung neuen Kundenpotenzials durch kostenlose Werbung in Form von Social Media Postings!

    War bisher, wenn es um Internet an Bord ging, eher vom etwas altbackenen „Mails Checken“ die Rede (natürlich tut man das auch heute noch, auch wenn neue Mails sich heute in den Regel selbst beim User „melden“), jedoch kennen wir doch die metastasierende Selfiemanie der global vernetzten Gesellschaft und welche Direktwerbung wäre für eine Reederei kostbarer als ständige Postings netter Urlaubsbildchen fröhlicher Kreuzfahrer, ständig im Bild das Schiff inklusive Reedereilogo, Fotoa vom tollen Essen, Unterhaltung, Pooldeck, Kabine, Spa, Fitness, Landausflügen. Man wird den Effekt kaum messen können, es sei denn man fragte die Erstkreuzfahrer, wie sie denn auf die Idee einer Kreuzfahrt gekommen waren. Der Effekt dürfte jedoch nicht zu unterschätzen sein. Denn wer eine oder zwei Wochen lang von seinen kreuzfahrenden Freunden permanent mit herrlichen Urlaubsfotos überflutet wird, könnte sehr wahrscheinlich irgendwann sagen: das will ich auch.

    Überteuerte Minutentarife sind nach meiner Ansicht (und Hoffnung) ein Auslaufmodell und selbst die Flatratepreise wie sie Celebrity Cruises verlangt halte ich für immer noch sehr frech. Ob man Teures selten oder Günstigeres viel häufiger verkauft, kann einen großen Unterschied im Yield machen, das sollte auch der Controller im Revenue Office herausfinden hönnen. Als Kunde werde ich in meiner Post-Cruise-Survey oder auf Bordfeedbacks weiterhin meinen Unmut über zu hohe Internettarife äußern und wenn Reedereien bemerken, dass dieses ein Entscheidungskriterium ist, sofern Route und Preis nicht weit auseiander liegen, werden sie sich bewegen müssen.

  8. Franz Neumeier on November 16, 2017 at 1:50 pm

    @Volker: Die höheren Preise bei manchen Reedereien hängen nicht unbedingt damit zusammen, dass die Reederei weiterhin frech den hohen Preis verlangt. Vielmehr liegt das eher daran, dass sie noch alte Technik und alte Satelliten-Verträge haben, die tatsächlich deutlich teurer sind. Die Satelliten-Betreiber haben in den vergangenen zwei, drei Jahren flexiblere, schnellere, effizientere Technik und Abrechungsmodelle entwickelt, mit denen das Satelliten-Internet auch für die Reedereien billiger bzw. vor allem leichter kalkulierbar wird – statt Festpreis jetzt nutzungsabhängige Preise etc. Dazu ist auf den Schiffen neue (teure) Technik nötig und der Einbau ist auch nicht ganz trivial. Entsprechend sind viele Schiffe damit halt schlicht noch nicht ausgestattet, entsprechend zahlt auch die Reederei noch alte, teure Tarife.

  9. Eike on November 17, 2017 at 8:06 am

    Danke für die Aktualisierung, Franz!
    Für mich stellt sich aber in dem Zusammenhang eine ganz andere Frage – braucht man das unbedingt? Natürlich, wenn man geschäftlich an Bord ist, wie Franz, ist es essentiell, ohne Frage. Wer aber, wie die meisten Passagiere, an Bord ist, um Urlaub zu machen.. nun ja.
    Gut, mit der 40 in Sichtweite (und einer generellen Abneigung gegen Fotos von mir) bin ich vielleicht für die Selfiekultur zu alt, zudem ich mit dem ganzen klassischen Social Media-Getüddel keinen Vertrag habe (Messenger auf dem Smartphone nutze ich schon, allerdings nur als einfachere Alternative zu E-Mails und günstigere und leistungsfähigere Alternative zur SMS). Das bordeigene WLAN nutze ich, um mir das Tagesprogramm direkt aufs Handy zu laden, aber „raus“? Kein Bedarf. Mir reicht es, wenn ich an Land online gehen kann, um mal zu schauen, was an Nachrichten so reingekommen ist. Aufgrund unserer Urlaubszeiten sind wir ohnehin meistens in europäischen Gewässern unterwegs, das heißt, wir nutzen unseren Internettarif von zu Hause ohne Roaminggebühren. Und wenn’s doch mal teurer würde, sucht man sich eben irgendwo ein offenes WLAN.

    Wenn ich nun also wirklich diejenigen ausklammere, die das Internet an Bord aus beruflichen Gründen brauchen, kommt mir zwangsweise der Gedanke, ob dem einen oder anderen etwas offline sein nicht gut tun würde. Ich genieße es jedenfalls. Auch tie telefonische Nichterreichbarkeit ist herrlich – das bordeigene Handynetz ist mir als Prepaidkunden ja ohnehin verwehrt.

    Was ich viel sinnvoller fände, wäre die Möglichkeit, schiffsintern etwas wie einen Messenger zu haben. Das würde es doch sehr erleichtern, sich mal spontan auf dem Schiff zu verteilen, ohne direkt vereinbaren zu müssen, wann und wo man sich wieder trifft. AIDA hatte wohl mal was in der Testphase, das aber meines Wissens im Sande verlaufen ist. Und nur dafür für zwei Personen ’ne Social Media-Flatrate zu buchen (also knappe 10€ am Tag) um WhatsApp nutzen zu können, wäre dann doch etwas drüber. So lange es auf dem Schiff bleibt, fallen dafür ja die hohen Kosten für den Satellitentransfer nicht an – Telefonate von Kabine zu Kabine kosten ja schließlich auch nichts.

  10. Franz Neumeier on November 17, 2017 at 8:21 am

    Eike: ein schiffsinterner Messenger wäre in der Tag klasse. Das haben inzwischen einige Reedereien probiert, hat nirgendwo richtig geklappt, vermutlich weil es jeweils überambitioniert war und unbedingt schiffsinterne Telefonie per Wlan enthalten sollte statt nur einen simplen Text-Messenger. TUI Cruises hat gerade für die Mein Schiff 6 (später: alle Schiffe) eine neue App herausgebracht, mit der Textnachrichten und Telefonie an Bord klappen soll; ich konnte das aber noch nicht testen.

    Was das „brauchen“ von Internet an Bord angeht: Ich glaube, das ist wie der Streit zwischen klassischer Kreuzfahrt auf kleinen Schiffen und der modernen Ressort-Kreuzfahrt auf Mega-Schiffen: Es gibt für beides eine Zielgruppe und die Schnittmengen sind klein. Viele Menschen – und das sind nicht nur die Jungen, sondern auch Großeltern, die mithalten wollen/müssen, im Kontakt zu ihren Kindern und Enkeln zu halten – haben Internet (sprich v.a. Facebook, Instagram, Whatsapp) so in ihr Leben und in den Alltag integriert, dass ihnen tatsächlich etwas Essenzielles fehlt, wenn sie kein Internet haben. Das wäre wohl, wie wenn man jemandem sagen würde: „Kreuzfahrt? Klar, aber Schuhe darfst Du nicht mit an Bord nehmen!“ Will sagen: Es würde die Lebensqualität einschränken – und genau das Gegenteil will man im Urlaub ja.

    Bewerten will ich das auf keinen Fall. Jeder, wie es ihm/ihr gefällt. Weder das eine noch das andere ist gut oder schlecht. Schade ist nur, dass man auch am Schiff immer mehr Leute trifft (der eben nicht mehr trifft, sondern nur noch nebeneinander her läuft), die über ihr Hands gebeugt ihre Umwelt kaum noch wahrnehmen. Kontakt, Kommunikation, Gemeinsamkeit findet da immer weniger statt. Aber auch hier: Das ist ein anderes Lebensmodell und jeder ist frei, das zu wählen, das ihm/ihr am besten passt.

Schreibe einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.