Kulinarisches Intermezzo: Stippvisite auf der Marina von Oceania Cruises

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Die Küche bei Oceania Cruises gilt als eine der besten in der Kreuzfahrt. Bei einem Besuch auf der Marina in Hamburg gab es einen intensiven Blick in die Galley des Kreuzfahrtschiffs und einiges zu Probieren.

Zum Gala-Lunch im Grand Dining Room der Marina
Zum Gala-Lunch im Grand Dining Room der Marina

Manchmal ist mein Job schon ein wenig verrückt: Da fliegt man von München nach Hamburg nur für ein Mittagessen. Wobei: So verrückt ist es dann doch nicht. Denn es geht natürlich um mehr. Es ist das erste Mal, dass ich einen Fuß auf ein Schiff von Oceania Cruises setze.

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Und vor dem Lunch an Bord der Marina steht eine ausführliche Führung durch die Restaurants und die Main Galley mit Senior Executive Chef Alban Gjoka und Executive Chef Heiko Baller am Programm. Mit dabei sind auch Oceanias EMEA-Geschäftsführer Bernard Carter und der Business Development Manager für den deutschsprachigen Raum, Maik Schlüter.

Kulinarik als Markenzeichen

Kunstvolle Schoko-Erdbeeren-Verzierung in der Konditorei
Kunstvolle Schoko-Erdbeeren-Verzierung in der Konditorei

Nur wenige Restaurants auf Kreuzfahrtschiffen können mit dem Niveau von Oceania Cruises mithalten – jedenfalls ist das der Ruf der US-Reederei. Oceania Cruises selbst erhebt sogar den Anspruch, die feinste Küche auf See zu haben. Als eine von nur ganz wenigen würde zumindest Hapag-Lloyd Cruises da wohl widersprechen.

Das kulinarische Konzept bei Oceania Cruises stammt von dem in den USA durch TV-Shows sehr bekannten, französischen Spitzenkoch Jacques Pépin.

Auch wenn man das nach ein paar Kostproben nicht abschließend beurteilen kann, spricht doch vieles dafür, dass der gute Ruf der Küche gerechtfertigt ist. Selbst die luxuriöse Schwesterreederei Regent Seven Seas Crusies tritt da im Vergleich ein wenig zurück. Das sagt jedenfalls Frank Del Rio – er ist Präsident und CEO der Norwegian Cruise Line Holdings, zu der sowohl Oceania Cruises als auch Regent Seven Seas Cruises gehören.

Spezialitätenrestaurants ohne Aufpreis

Französische Spitzen-Küche im "Jaques"
Französische Spitzenküche im „Jaques“

Die Marina hat sieben Restaurants an Bord. Alle sind im Reisepreis inklusive, allerdings gibt es für die Spezialitäten-Restaurants pro Gast zunächst nur eine Reservierung pro Reise – damit alle Passagiere in den Genuss der Restaurants kommen können. Gerade auf längeren Reisen ergibt sich aber auch mal die Gelegenheit, eines der Restaurants ein zweites Mal zu besuchen.

  • Grand Dining Room: kontinentale Küche
  • Polo Grill: Steakhaus
  • Toscana: italienische Gerichte
  • Jaques: feine, französische Restaurant
  • Waves Grill: amerikanische Klassiker
  • Red Ginger: asiatische Küche
  • Terrace Café: Buffet-Restaurant
  • Und für private Buchungen: „Privée“ (maximal 10 Personen, Miete: 250 Dollar) mit Speisekarte von Polo Grill und Toscana sowie das „La Reserve“ (maximal 24 Personen) mit Gourmet-Speisen und Wein-Pairing

Impressionen aus der Main Galley

Die Marina hat 1.250 Passagiere, eine Tonnage von BRZ 66.084 – doch beim Betreten der Main-Galley könnte man meinen, man sei eher auf einem 4.000-Passagiere-Schiff. Die Galley ist im Verhältnis zur Schiffsgröße riesig. Oceania Cruises sagt, die Relationen bei Küchenfläche pro Passagier und Zahl der Köche pro Passagier seien die höchsten in der Kreuzfahrt-Industrie. Nachprüfbar ist das kaum, aber es wirkt angesichts der vielen Köche und der enormen Flächen nicht übertrieben.


Ein paar Fakten und Details

Oceania bildet das Führungspersonal der Galleys im Wesentlichen selbst aus, heißt es. Damit soll erreicht werden, dass die Oceania-Köche von Anfang an auf das eigene Konzept trainiert sind, ohne Einflüsse und Gewohnheiten von anderen Reedereien mitzubringen.

Kochbücher am Tablet-PC
Kochbücher am Tablet-PC

Einen Schrank mit Kochbüchern gibt es auf der Marina noch. Benutzt würden die aber nur im Notfall. Denn alle Rezepte – viele Tausend – sind auf Tablet-PC gespeichert, von denen man in der Galley viele liegen sieht.

Jedes Restaurant hat seinen eigenen Bereich in der Galley. Das ist auch auf den meisten anderen Kreuzfahrtschiffen so. Beeindrucken ist hier erneut die Größe der Sektionen. In der Sektion für das „Red Ginger“ kommen wir gerade vorbei, als Rinderfilets mariniert und der Hummer portioniert wird.

knuspriges Baguette aus Spezial-Mehl
knuspriges Baguette aus Spezial-Mehl

In der Bäckerei kommt gerade frisches Baguette aus dem Ofen. Dafür hat Oceania Cruises laut Heiko Baller sogar eine eigene Mehl-Qualität entwickeln lassen, damit das Baguette besonders knusprig wird. Frisch gebacken wie das französische Weißbrot dreimal täglich.

Ebenfalls nicht ungewöhnlich, bei Oceania Cruises aber auf einem sehr hohen Niveau: Für Passagiere mit Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder besonderen Anforderungen gibt es unter anderem vegane Gerichte, koschere Speisen und alle Varianten von salzarm, laktosefrei, glutenfrei et cetera.

Bestellzettel für Sondermenüs
Bestellzettel für Sondermenüs

Meldet man die Sonderwünsche rechtzeitig vor der Reise an, wird’s noch besser, weil dann Zutaten speziell dafür eingekauft werden können. Besonders angenehm: Weiß der Küchenchef Bescheid, bestellt der Gast von der normalen Karte und bekommt automatisch das entsprechend angepasste Gericht – so merken selbst Mitreisende am selben Tisch gegebenenfalls nichts von dem Sondermenü.

Degustations-Lunch im Hauptrestaurant „Grand Dining Room“

Gala-Lunch-Menü
Gala-Lunch-Menü

Aber wie schmeckt nun, was die Köche in dieser Luxus-Galley backen, braten, dämpfen und grillen? Für den Ship-Visit hat Oceania Cruises ein spezielles Lunch-Menü zusammengestellt, das den Journalisten und Reisebüro-Vertretern einen Überblick über die verschiedenen Restaurants geben soll – von überall etwas.

Zur Vorspeise gibt es zarter Hummer (natürlich den guten aus Maine) mit exzellentem Kaviar, wobei auch der Hummer keinerlei Anlass hat, sich unter dem Saucen-Schaum zu verstecken.

Den Zwischengang bestreiten hausgemachte Fagottini mit Käse-Füllung mit und einer Kürbis-Sauce, bei der man anschließend am liebsten den Teller abschlecken würde – das aber aus Anstand und guter Erziehung schweren Herzens sein lässt.

Der Fisch – chilenischer Seebarsch– ist perfekt auf den Punkt gegart, noch leicht glasig. Die Miso-Sauce macht das Filet zu einem großen Erlebnis und ruft schon wieder nach Teller abschlecken. Auch diesmal verkneife ich mir das nur mit Mühe.


Trotz der guten Entscheidung für den exzellenten Fisch probiere ich auch ein Stück vom Rinderfilet. In Ermangelung eines Steakmessers nehme ich das stumpfe Fischmesser – und stelle fest, dass ich gar kein Steakmesser brauche. Das Fleisch ist so zart, dass ich es mit dem Fischmesser mühelos zerteilen kann.

Der Schoko-Vulkan mit einem Herz aus Passionsfrucht zum Dessert schmeckt so gut wie er klingt und aussieht. Dazu gibt’s als Petit Fours unter anderem Macarons und Schoko-Pralinen, die allesamt am Schiff selbst hergestellt werden. Für eine US-Reederei eher ungewöhnlich: Es gibt guten Cappuccino, denn der Kaffee kommt von Illy.

Ein Blick in die Menüs

Werfen wir noch einen Blick auf Menüs einiger der Restaurants an Bord: Polo Grill, Toscana und das Mittage-Menü des Buffet-Restaurants. Da finden sich dann eben auch Gerichte wie Hummer aus Maine oder ein 28 Tage lang trocken gealtertes Rinderfilet.


Wer will, bestellt ein 32-Unzen-Porterhouse-Steak – inklusive Knochen sind das stolze 900 Gramm. Im Buffet gibt’s unter anderem Hummer und Burger vom Kobe-Rind.

Impressionen von der Marina

Marina in Hamburg-Altona
Marina in Hamburg-Altona

Bei so viel Kulinarik blieb bei meinem Ship-Visit auf der Marina in Hamburg keine Zeit für einen kompletten Schiffsrundgang. Vollständig ist die Bildergalerie daher bei Weitem nicht, vermittelt aber einen kleinen Eindruck vom Ambiente an Bord der Marina.


Besonders erwähnenswert ist die Kunst-Sammlung an Bord. Als Prestige-Objekt von CEO Frank Del Rio und erster für Oceania Cruises hat die Marina da einiges zu bieten. Rund vier Millionen Dollar soll die Sammlung wert sein. Darunter sind auch Originale von Miró (siehe Bildergalerie oben) und Picasso.

Anmerkung*: Cruisetricks.de reiste nach Hamburg zum Shipvisit auf der Marina auf Einladung von Oceania Cruises.

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7 Kommentare zu Kulinarisches Intermezzo: Stippvisite auf der Marina von Oceania Cruises

  1. Stefan on Juni 12, 2017 at 11:48 am

    Ich war Anfang des Jahres auf der Marina in der Karibik unterwegs und kann die Qualität des Essens (teilweise) bestätigen.
    Richtig ist, dass wirklich sehr sehr gute Lebensmittel verwendet werden, was man vor allem am (unverarbeiteten) Obst im Büffet merken kann.
    Toscana und Red Ginger einmal ausgenommen, war bei den anderen Restaurants eher das Gefühl des lieblosen Kochens das Problem. Häufig war auch die Würzung des Problem (insbesondere Salz).

    Der vermeintlich tolle Kobe-Burger, ich hatte mich da sehr drauf gefreut, war wirklich enttäuschen, er war nicht besser als jeder andere Burger auch. Leider waren alle Burger deutlich langweiliger als der Signature Burger von der Celebtriy Eclipse.

    Mit ein wenig mehr Liebe bei der Zubereitung könnte auf der Marina wesentlich mehr gehen, dann wie gesagt, die Ausgangsprodukte waren wirklich top!

  2. Franz on Juni 12, 2017 at 11:54 am

    Danke für die Ergänzungen und Erfahrungen!

    Zum Thema Salz nur kurz angemerkt: Ich denke, da muss man berücksichtigen, dass Oceania eine US-Reederei ist – dort ist es recht üblich, weniger zu salzen als insbes. in Deutschland (der ausgeprägten Salz-Phobie vieler Amerikaner geschuldet). Aber das kann man ja leicht durch Nachsalzen ausgleichen ;-)

  3. Stefan on Juni 12, 2017 at 12:19 pm

    Hallo Franz,

    im Vergleich zu Royal Caribbean (Oasis und Legend) und Celebrity Cruises (Eclipse) war das doch deutlich weniger Salz. Erstaunlicherweise war das auch nicht immer so und insbesondere die beiden genannten Spezialitätenrestaurants waren eine tolle Ausnahme! Bei Toscana gab es sogar verschiedene Öle und Essige, inkl. einem „Sommelier“ dafür.

    Nachsalzen ist leider häufig nicht das gleichen wie Salz beim Kochen :).

  4. Franz on Juni 12, 2017 at 12:22 pm

    Ja, ich weiß; ich habe diese Salz-Panik der Amerikaner auch noch nie verstanden …

  5. Andreas on Juni 14, 2017 at 10:17 am

    Wir waren mehrmals auf der Marina als auch auf 2 anderen Schiffen der Oceania Cruises und können das hohe Niveau der Küche nur bestätigen. Das vorerwähnte „Salzproblem“ ist unserer Meinung nach reine Geschmackssache. Wir haben lieber etwas dezent Gewürztes als die bei uns in Europa teilweisen vorherrschende Übersalzung (…eben Geschmackssache…). Bei Schiffen mit anderen Reedereien haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass eher weniger Salz verwendet wird.

  6. Alfred Werner on Juni 16, 2017 at 11:34 am

    Hallo Franz, wie Du weißt sind wir seit 1975 auf den Weltmeeren unterwegs und kennen fast alles was schwimmt. Die Küche von Oceania ist über jeden Zweifel erhaben und nur vergleichbar mit der Europa. Im Maine-Diningroom wird halt normal auf hohem Niveau gekocht. Und immer ist das Essen knallheiß. Da kann sich u.a.Celebrity mal eine Scheibe abschneiden. Die Spezialitätenrestaurants sind allerersten Sahne und es ist schwierig Details herauszustellen. Begleitet wird das Ganze noch von einem herausragenden Service. Erwähnenswert ist außerdem die Qualität des Selbstbedienungsrestaurants. Was und wie man dort Speisen kann ist schon außergewöhnlich. Es gelingt einem fast nicht, den Teller selbst an den Tisch zu bringen, da überall dienstbare Geister sind, die das für einem tun wollen. Also Franz: mach einfach mal eine Reise mit Oceania. Am besten mit der Marina oder Riiviera.Übrigens: das mit dem Salz ist wohl sehr persönlich zu verstehen.

  7. Franz Neumeier on Juni 16, 2017 at 11:41 am

    Hallo Alfred, Danke für die Ergänzung und den Erfahrungebericht. Oceania Cruises steht bei mir in der Tat im Moment ganz weit oben in der List der Reisen, die ich bald machen will.

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