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Kolosseum, Rom

Landausflüge in Corona-Zeiten: unbeschwerte Momente, kulinarische Highlights und kaum Touristen

Landausflüge bei Kreuzfahrten sind in Corona-Zeiten bislang nur in organisierten Gruppen und nicht individuell möglich. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, erlebt unerwartet unbeschwerte Momente, nahezu menschenleere Touristen-Hotspots und kann sich auch über kulinarische Highlights freuen. Wir haben es während unserer Italien-Kreuzfahrt mit der Costa Smeralda im Juni 2021 ausprobiert.

Wer sich auf einer Kreuzfahrt mit der Costa Smeralda auch an Land in die italienische Küche eintauchen möchte, findet im Ausflugsprogramm oft interessante Exkursionen mit mehr oder weniger intensivem Kulinarik-Bezug. Das Thema Essen hatte uns auch an Bord des Schiffs besonders beschäftigt.

Vor allem der Ausflug von Savona nach Albenga, zum Weingut Torre Pernice und der Olivenöl-Mühle Baglietto & Secco ist für Liebhaber italienischer Essenskultur ein Highlight. Außerdem waren wir während unserer Reise in Rom und in Neapel an Land.

Trofia Al Pesto - Nudeln mit Bohnen und Kartoffeln mit Pesto
Mein Lieblingsgericht in Ligurien: Trofie Al Pesto – Nudeln mit Bohnen und Kartoffeln mit Pesto

Obwohl pandemiebedingt nach wie vor nur geführte Gruppenausflüge und keine individuellen Landgänge möglich sind, sind Landausflüge in diesen Zeiten sehr reizvoll. Der Massentourismus macht während der Pandemie eine Pause. Wo man sonst das Gefühl von Massenabfertigung hat, spürt man nun echte Gastfreundschaft und ist ehrlich willkommen.

Wo immer man derzeit hinkommt, findet man touristische Hotspots ohne großen Andrang, manche Plätze hat man gar gänzlich für sich allein. Allein dieses Erlebnis ist die Einschränkungen wert, die man dafür in Kauf nehmen muss.

Wann sonst bekommt man den Petersplatz in Rom nahezu menschenleer zu sehen?

Petersplatz, Rom
Petersplatz, Rom

Wann sonst spaziert man durch die „Krippengasse“ Via S. Gregorio Armeno in Neapel, ohne sich nennenswert Sorgen um Taschendiebe machen zu müssen und vor Gedränge kaum etwas zu sehen?

Neapel
„Krippengasse“ in Neapel

Herzlicher Empfang in Albenga

Beim Hafenstopp der Costa Smeralda in Savona fahren wir an der Küste entlang in das Städtchen Albenga. Es liegt an der Mündung des Flusses Centa in einer der wenigen Ebenen in Ligurien, wo die Berge sonst fast direkt aus dem Meer aufsteigen.

Albenga
Albenga

Als kleine Gruppe von Journalisten sind wir so etwas wie die Vorkoster für einen Landausflug, den Costa in dieser Form demnächst uns Ausflugsprogramm aufnehmen will. „Vorkoster“ ist dabei durchaus im doppelten Wortsinn gemeint, denn auf diesem Ausflug geht es vor allem im eines: ligurisches Essen und Trinken.

In Albenga sind wir zudem eine der ersten Ausflugsgruppen in der Pandemie und Touristen sind auch hier noch kaum zu sehen. Auch deshalb werden wir mehr als herzlich begrüßt: Der Tourismusbeauftragte der Stadt begleitet uns und prüft die Nerven unserer Reiseführerin mit immer wieder kleineren oder größeren Abweichungen vom Programm, weil er uns gerne so viel mehr von seiner Stadt zeigen möchte, als es die Zeit zulässt.

Später stößt sogar der Bürgermeister für eine kurze Begrüßung dazu. Es sind außergewöhnliche Zeiten hier spürt man sehr deutlich, wie sehr sich alle darauf freuen, sich danach sehnen, bald wieder viel mehr Tourismus zu haben, von dem so viel abhängt.

Planmäßig ist der Stopp in einem Café in Albenga für einen schnellen Espresso.

Cafe in Albegna
Cafe in Albenga

Im Vorbeigehen werfen wir einen Blick in das – durchaus über Albenga hinaus bekannte – Steinschleuder-Museum der Stadt und auf die Kacheln an der Außenwand des Gebäudes, auf denen sich prominente Besucher des Museums verewigt haben.

Eigentlich nicht eingeplant – aber spannend und lecker – ist eine Bierverkostung in der Mikro-Brauerei „La Bottega del 44“ in einer der hübschen Gassen Albengas: feines Bier mit regionalem Hopfen aus der italienischen Provinz Marken gebraut, wie uns der Braumeister stolz erklärt. Wir würden gerne alle aktuell vier Biersorten durchprobieren, aber dann würde uns die Zeit davonlaufen …

Eine der Attraktionen in Albenga sind die elf noch erhaltenen, mittelalterlichen Türme, die an die Geschlechtertürme im berühmten toskanischen Ort an San Gimignano erinnern. 45 dieser seit dem 11. Jahrhundert erbauten Türme gab es hier einst. Einen davon, den Torre Comunale, besteigen wir über die Treppe im Inneren des Gemäuers und haben von oben den Blick auf andere Türme und die Dächer der Stadt.

Ligurische Spezialitäten im Weingut

Torre Pernice ist das Weingut mit den größten zusammenhängenden Weinbergen in Ligurien. Mit zehn Hektar ist es dennoch nicht besonders groß; zusammenhängende Flächen sind eben im bergigen Ligurien kaum zu finden.

Weingut Torre Pernice, Albenga
Weingut Torre Pernice, Albenga

Eine Besonderheit ist in der Region die Weinrebe Pigato. Diese Weißweinsorte wird nur hier angebaut und hat ein sehr feines, vielschichtiges Aroma, wie wir bei der Verkostung während des mehrgängigen Mittagessens mit ligurischen Spezialitäten feststellen.

Es ist einer dieser Momente, bei denen man sich wünscht, es würde die Zeit stehenbleiben: Wir sitzen an einer langen Tafel in einer Art Gartenlaube mitten in den Weinbergen, ein lauer Wind weht die weißen Vorhänge an den offenen Glastüren herein, wir bekommen einen Gang nach dem anderen serviert, begleitet von verschiedenen Weinen von Torre Pernice. Und das in einer Zeit, wo man schon so lange nicht mehr unbeschwert zum Essen und für ein Glas Wein zusammengesessen ist.

Zur Vorspeise gibt’s Farinata (Kichererbsen-Polenta) gewürfelt und als Salat angemacht; Gemuseküchlein mit Zucchini und Trompeta Coppa Piacentina (die Blüten einer besonderen Zucchini-Sorte), Birnenkompott, Käse, Schinken, Brot.

Der Zwischengang ist eines meiner persönlichen Lieblingsgerichte und ein ligurischer Klassiker: Trofia Al Pesto – Trofie-Nudeln mit grünen Bohnen, Kartoffeln und Pesto.

Der Hauptgang, „Burugida“, ist ein Fischeintopf mit Stockfisch, Kartoffeln, Oliven und Olivenöl, in Ligurien ein typisches Gericht am Gründonnerstag.

Zum Dessert reicht die Hausherrin einen Schokokuchen mit Vanilleeis und einem äußerst leckeren Süßwein aus der Pigato-Traube.

Wie gutes, ligurisches Olivenöl hergestellt wird

Der letzte Stopp auf diesem kulinarischen Landausflug führt uns zur Ölmühle Frantoio Baglietto & Secco, einem Familienbetrieb in der Nähe von Albenga.

Ölmühle Frantoio Baglietto & Secco
Ölmühle Frantoio Baglietto & Secco

Dort lernen wir viel über nachhaltigen Anbau von Oliven, wie man gutes Olivenöl erkennt, wie sich Olivenkerne als Brennstoff verwerten lässt und wie wenig sich eine moderne Olivenöl-Mühle eigentlich von den traditionellen Verfahren unterscheidet. Nur, das heute zumeist Maschinen die schwere Handarbeit von früher übernehmen.

Natürlich gehört zu dem Besuch bei Frantoio Baglietto & Secco  auch eine Verkostung von Oliven, Olivenöl und anderen Oliven-Produkten. Den kleinen Laden der Ölmühle würde man am liebsten leerkaufen, allein über 20 Honig-Sorten von regionalen Imkern sind im Angebot. Koffergröße und -gewicht für den Heimflug limitieren die Möglichkeiten leider deutlich.

Fast allein am Petersplatz in Rom

In Rom machen wir – auch weil individuelle Landgänge eben noch nicht möglich sind – einen dieser typischen „Rom in einem Tag“-Landausflüge per Bus mit (im Costa-Ausflugsprogramm heißt er „Super Rom“).

Aber bei aller Limitierung durch die geschlossene, aber relativ kleine Gruppe ist selbst ein solcher Ausflug in diesen Zeiten ein schönes Erlebnis und auch wenn man Rom bereits von früheren Besuchen kennt. Denn auch in Rom sind im Vergleich zu früher jetzt während der Pandemie nur wenige Touristen unterwegs – allein das zu erleben, ist den Ausflug wert.

Vor dem Kolosseum gibt es keine Warteschlangen (freilich bleibt uns dennoch keine Zeit, um in das Kolosseum hineinzugehen) …

… wir sitzen ohne Hektik zum Mittagessen bei richtig guten Antipasti in einem Café mit Blick auf das Kolosseum, …

Mittagsessen
Mittagsessen

… die Piazza Venezia, sonst von wild durcheinander fahrenden Autos verstopft, fotografiere ich mit nur einem öffentlichen Bus und einem Fahrradfahrer im Bild, …

Piazza Venezia
Piazza Venezia

… wir spazieren ohne Gedrängel entlang des Forum Romanum und des Augustus-Forums …

… und selbst am Trevi-Brunnen bekommt man in einer der Eisdielen eine Tüte Eis ohne Anstehschlangen, …

Eis am Trevibrunnen
Eis am Trevibrunnen

… für das Foto am Trevi-Brunnen steht kaum jemand im Weg, nicht einmal die sonst schon wieder allgegenwärtigen Instagram-Influenzer.

Trevi-Brunnen
Trevi-Brunnen

Zu Fuß durch Neapel

Und auch in Neapel das gleiche Bild: Ganz wenig Touristen. Hier haben wir uns für einen geführten Ausflug zu Fuß direkt vom Kreuzfahrt-Terminal durch die Altstadt entschieden. Nicht, was wir nicht früher schon einmal gesehen hätten, und doch erschein alles in einem anderen Licht, wenn man sich nicht durch die Touristenmassen durchdrängeln muss, nicht ständig eine Hand an der Kamera und die andere an der Geldbörse haben muss, um sich vor Taschendieben zu schützen.

Stattdessen leere Gassen in dem für Neapel so typischen Charme zwischen romantisch und ein wenig heruntergekommen und mit Graffitis verschmiert.

In der sonst von Touristenmassen verstopften „Krippengasse“ Via S. Gregorio Armeno ist zwar etwas mehr los, aber zum ersten Mal kann ich hier in Ruhe die Auslagen der Geschäfte ansehen, ohne von der Masse weitergeschoben und von Einheimischen angeschnauzt zu werden, die verzweifelt versuchen, sich einen Weg durch die Menschen zu bahnen.

„Krippengasse“ in Neapel
„Krippengasse“ in Neapel

Aber Neapel ist auch die Stadt der kleinen Überraschungen. Egal, wie oft man hier schon war, man entdeckt immer noch etwas Neues. Diesmal: den Palazzo Venezia. Mitten in der Altstadt steigen wir dort eine enge Stiege nach oben, um uns von einem idyllischen Garten und einer hübschen Terrasse überraschen zu lassen, die dort gut versteckt mitten in der sonst wenig grünen Innenstadt liegen.

Dort probieren wir das typisch neapolitanische Blätterteig-Gebäck mit Creme-Füllung „Sfogliatelle“. Kulinarisch nichts sensationelles, aber eben etwas sehr typisches aus Neapel und er Region Kampanien.

Espresso und Sfogliatelle
Espresso und Sfogliatella

Und natürlich probieren wir auf dem Weg durch die Stadt eine Pizza a portafoglio, die in Neapel als Street-Food zweimal gefaltet auf die Hand verkauft wird.

Auf andere Leckereien können wir nur einen sehnsüchtigen Blick durch die Schaufensterscheibe werfen und uns auf den nächsten Besuch in Neapel nach der Pandemie freuen.

Am Weg zurück zur Costa Smeralda kommen wir an der inzwischen weitgehend fertig renovieren und wiederbelebten Galleria Umberto I …

… und der Festung Castel Nuovo vorbei. Für alle, die Neapel kennen: Ja, die U-Bahn-Baustelle davor gibt es immer noch, aber sie macht deutlich sichtbare Fortschritte.

Glück haben wir an dem Tag mit dem Blick auf den Vesuv: Morgens zum Sonnenaufgang mystisch hinter Wolken, präsentiert sich der Vulkankegel zur Abfahrt der Costa Smeralda einmal ganz ohne Wolken.

Zur Ausfahrt begleiten uns so viele Möwen, wie ich das noch selten erlebt habe. Es sind solche Details einer Kreuzfahrt in diesen Zeiten, die einen demütig werden lassen und dankbar dafür, dass man trotz der Pandemie wieder – zumindest eingeschränkt – reisen und solche Momente der unbeschwerten Freiheit genießen kann.

Möwen bei der Hafenausfahrt Neapel
Möwen bei der Hafenausfahrt Neapel
Anmerkung*: Cruisetricks.de reiste auf der Costa Smeralda auf Einladung von Costa.

Weitere Teile der Serie " Costa Smeralda: schwimmendes Design-Museum und Italien pur ":

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Cruisetricks.de reiste auf der Costa Smeralda auf Einladung von Costa.

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12 Kommentare

12 Gedanken zu „Landausflüge in Corona-Zeiten: unbeschwerte Momente, kulinarische Highlights und kaum Touristen“

  1. Hallo, eine Reise für Journalisten ist, auch was die Ausflüge betrifft, nicht mit den Bedingungen für den Normalgast gleichzusetzen. Ein Fernsehbricht, der neulich einen Landgang in Dubrovnik zeigte (MSC), beschrieb die Regeln so, dass den Gruppnausflüglern kein Tässchen Kaffee unterwegs oder ein Bick in ein Lädchen erlaubt war. Leider sind die Aussagen der Reedereien vorab nicht präzise und für uns als Vermittler bleibt das Stochern im Nebel.. Aussagen wie „Blaue Reise“ oder „Ahoi Kreuzfahrt“ lassen die Unmöglichkeit oder das beschriebene zweifelhafte Vergnügen erwarten.

  2. Lieber Dieter Rosenbusch,

    da muss ich deutlich widersprechen. Zum einen bin ich natürlich nicht ganz auf der Brennsuppe daher geschwommen und kann durchaus unterscheiden, welche Elemente eines Ausflugs auf „normalen“ Ausflügen für Passagiere nicht enthalten sind (und das habe ich im Text oben ja auch kenntlich gemacht). Zum anderen waren die Ausflüge in Rom und Neapel ganz normale, reguläre Ausflüge mit anderen Passagieren zusammen. Der Albenga-Ausflug war auch nur deshalb nur mit der Journalistengruppe, weil dieser spezielle Kulinarik-Ausflug zu diesem Zeitpunkt noch (!) nicht im regulären Ausflugsprogramm enthalten war, so wie ebenfalls oben erwähnt.

    Insofern: Bitte ein wenig mehr Vertrauen in meine Urteilskraft und weniger ständiges Misstrauen und Negativ-Vermutungen, okay? Danke :-)

    Um es ganz klar zu sagen: Auf den Costa-Ausflügen sind z.B. eine Eisdiele, ein Café, ein Souvenirladen durchaus Bestandteil des ganz normalen Ausflugsprogramms, wenn auch natürlich nicht völlig frei, sondern in bestimmten Cafés, Eisdielen, Pizza in Neapel auf die Hand, Souvenirshops. Wenn andere Reedereien das anders handhaben, dann ist das deren Sache, bei Costa ist all das möglich und Teil der geführten Ausflüge.

    Herzliche Grüße
    Franz Neumeier

  3. Lieber Herr Neumeier,

    es ist erfreulich wie Sie es bezüglich der genutzten Costa Kreuzfahrt beschreiben können. Es liegt mir fern ständig alle negativ zu kommentieren, zumal wir von getätigten Kreuzfahrtumsätzen leben.
    Meine Kommentare gründen sich aus den Erfahrungen unserer Kunden und eigenen Seereisen, die wir in den zurückliegenden Monaten selbst unternehmen konnten.
    Dabei haben wir festgestellt, dass die Reedereien jeweils ähnliche Wege gehen um mit „Corona“ umgehen zu können.
    Gern berichte ich von der im August gebuchten MSC Kreuzfahrt in der Ostsee (8T). Wir sind schon deshalb bester Hoffnung, weil wir mit unserem Enkel unterwegs sein werden und uns einiges von den Zielen (Gotland, STO und Tallin versprechen .. Mit freundlichen Grüßen, Dieter Rosenbusch

  4. Lieber Herr Rosenbusch,
    ich drücke Ihnen (und der ganzen Branche) die Daumen, dass mehr Freiheiten bei geführten Ausflügen und bald auch wieder individuelle Landgänge möglich sein werden. Wie das Beispiel Nicko Cruises mit der Vasco da Gama zeigt (Dänemark-Anlauf nur mit geimpften Passagieren möglich, daher Impfpflicht für diese Reisen), wird der Weg dazu vermutlich über Impfpflichten führen. Ich nehme an, dass gerade jetzt mit steigenden Zahlen bei der Delta-Variante immer mehr Destinationen Landgänge oder zumindest freie Landgänge von einer Impfung abhängig machen werden. Ich bin sehr gespannt, wie sich das die kommenden Wochen weiter entwickeln wird …
    Herzliche Grüße
    Franz Neumeier

  5. Lieber Dieter Rosenbusch,

    ich bin ein Ösi und daher sorry, aber was ist ein „Bick in ein Lädchen“.

    „Bick“ dürfte vielleicht ein „Blick“ sein, also möglicherweise ein Tippfehler ?
    Aber was ist ein „Lädchen“ ?

  6. Ich kann das von Franz beschriebene auf dem kleineren Niveau einer Moselkreuzfahrt bestätigen: Unsere MS Andrea war das erste Schiff auf der Mosel seit 7 Monaten (!), was uns bei jeder Gelengenheit von Stadtführern, Busfahrern und Bedienungen in den Cafés bestätigt wurde. Meist mit einem erwartungs- und hoffnungsvollen Unterton. Typische Touristenhochburgen wie Rüdesheim, Traben-Trarbach oder Cochem waren wie leergefegt und in Winningen hat man uns erst gar nicht geglaubt, dass wir mit einem Kreuzfahrtschiff am Ufer liegen.

    Allerdings haben wir den Neustart in den ersten paar Tagen auch auf dem Schiff gemerkt: Der Kapitän war extravorsichtig bei den Schleusen (nach eigener Aussage seine erste Reise seit 8 Monaten) und am ersten Abend hat das Abendessen wegen Organisationschaos in der Küche 3,5 Stunden gedauert. Alles ein wenig eingerostet nach der Zwangspause…

  7. Ich war selbst Anfang Juni mit Costa auf der Luminosa unterwegs und muss leider sagen das man die Einschraenkungen schon sehr spuert. Es ist halt nicht jedermanns Sache sich zu einer festen Uhrzeit zum Ausflug zu sammeln, hinter dem Reiseleiter Schild Nummer 10 in der Gruppe hinterherzulaufen, nicht mal eben ungezwungen irgendwo an Land einen Espresso zu trinken und nur in einem vorgegeben Kiosk schnell ein Wasser kaufen zu duerfen.
    Die wenigen Passagiere an Bord haben einerseits zu einer sehr entspannten Atmosphaere beigetragen, andererseits waren die Salons und Bars abends menschenleer und es war teilweise schon sehr trostlos. Ihr Bericht und Ihre Bilder geben dem unbedarften Leser einen sehr geschoenten Eindruck der aktuellen Realitat wieder. Man muss schon, so wie ich, Hardcorde Kreuzfahrer sein und viel Einschraenkungen tolerieren koennen um das zu geniessen. Fuer den durchschnittlichen Kreuzfahrtgast ist das meiner Meinung nach im Moment noch nicht zu empfehlen, auch wenn Costa und die Besatzung alles machbare unternehmen um die Reise angenehm zu gestalten.

  8. @Andreas Dubiella: Ich übersehe mal geflissentlich die Formulierung „sehr geschönt“, die böse Absicht und Manipulation unterstellt und nehme an, dass da nicht so gemeint war … Mein Bericht und die Bilder geben das wieder, was ich auf unserer Reise erlebt habe. Ich denke, aus der Beschreibung kann jeder für sich selbst ableiten, ob ihm das so gefällt oder eher nicht. Das Denken kann und will ich niemandem abnehmen ;-) Es gibt eben Menschen, die eher volle Schiffe mit viel Geselligkeit und Nähe zu anderen mögen und es gibt Menschen, die genau glücklich sind, wenn sie ihre Ruhe haben, viel Abstand, keine vollen Bars etc. Das ist einfach Geschmackssache und entsprechend kann jeder für sich entscheiden, ob er das im aktuellen Zustand mag oder nicht.
    Ich gebe auch zu bedenken, dass einerseits die Costa Luminosa ein sehr anderes Schiff ist als die Costa Smeralda und sich allein dadurch schon ein anderes Ambiente ergeben könnte. Menschenleere Bars habe ich beispielsweise auf der Costa Smeralda nicht (bzw. nicht durchgehend) erlebt, da war z.B. in der Jazz Bar abends ordentlich was los; die Piano Bar war dagegen eher leer, die ist aber auch ein wenig abgelegen. Und es zwingt mich ja keiner, mich dann ausgerechnet dort hinzusetzen, wenn ich es lieber voll mag. Dann gehe ich eben in die Bar, wo richtig was los ist, wenn ich das lieber mag. Und die Buchungszahlen sind für den Sommer auch nochmal deutlich höher, sodass allein dadurch schon alles wohl wieder etwas mehr „wie früher“ sein wird.

  9. @Dieter Rosenbusch

    Lieber Herr Rosenbusch,
    ich war am 07.07. mit der My Princess von Phoenix-Reisen in Dubrovnik und wir konnten uns vollkommen frei bewegen. Wenn man während der Stadtführung in ein Lädchen springen wollte, um z. B. eine Flasche Wasser zu kaufen, blieb der Stadtführer solange mit der Gruppe draussen stehen und erklärte in Ruhe weiter.
    Außerdem durften wir auf eigene Faust auf der Stadtmauer entlang gehen, mit der Seilbahn fahren, oder shoppen. Treffpunkt war dann wieder am Pile-Tor. All das natürlich mit Maske, aber dennoch ganz entspannt.

  10. Sehr geehrte Frau Nikolin,
    herzlichen Dank für diese Infos. Ich nehme an, dass der Ausflug selbst nur in der Gruppe möglich war? Gerade in Dubrovnik ist das nicht unbedingt notwendig wenn man sich etwas treiben lassen möchte und auf die Sachinformationen eines lizensierten Reiseleiters verzichten kann. Selbst gehen wir am 14.8. auf eine MSC Kreuzfahrt, die Gotland und Stockholm enthält. Von Kunden, die sich gegenwärtig in Schweden aufhalten, hören wir von einer angenehmen und entspannten Situation. Niemand kann uns heute sagen, ob Pipi Langstrumpf und die schöne Insel Gotland individuell erkundbar sein wird….Wir werden uns gern an dieser Stelle äußern.

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