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Costa Smeralda

Costa Smeralda: schwimmendes Design-Museum und Italien pur

So italienisch wie nur möglich: Die Costa Smeralda zelebriert italienisches Essen und italienisches Design. Auf einer siebtägigen Mittelmeer-Kreuzfahrt haben wir uns Costas größtes Kreuzfahrtschiff und erstes Schiff der Flotte mit LNG-Antrieb genau angesehen.

Es ist schon über ein Jahr her, dass die Costa Smeralda in Dienst gegangen ist: Am 21. Dezember 2019 fuhr die die erste Passagierkreuzfahrt, am 22. Februar 2020 taufte Penelope Cruz das neue Flaggschiff von Costa. Und eigentlich wollte ich die Costa Smeralda im April 2020 vorstellen. Doch die Pandemie verhinderte das – bis jetzt. Mitte Juni waren wir für eine Woche auf der Costa Smeralda in Italien unterwegs.

Dabei ist die Costa Smeralda für Costa ein echter Meilenstein: Es ist das erste LNG-getriebene Kreuzfahrtschiff für die Reederei, zugleich auch deutlich das größte. Und das Schiff repräsentiert so gut wie kein anderes Costa-Schiff italienische Lebensart, die Costa in den Mittelpunkt seines Kreuzfahrtkonzepts „Italy’s Finest“ stellt.

CoDe-Design-Museum
CoDe-Design-Museum

Die Costa Smeralda wirkt wie ein schwimmendes Museum für italienische Design-Kunst und das nicht nur in dem recht großen „CoDe“-Museum, sondern überall an Bord bis hinein in die Kabinen. Auf der Costa Smeralda lohnt es sich, ganz bewusst ein Auge auf die Vielfalt von Stühle, Sessel, Lampen und Leuchten zu haben, die allesamt von italienischen Designern entworfen wurden.

Il Meneghino, Hauptrestaurant
Il Meneghino, Hauptrestaurant

Das Essen, maßgeblich mitgestaltet durch Sternekoch Bruno Barbieri und Patisserie-Ikone Riccardo Bellaera, konzentriert sich auf italienische Spezialitäten aus allen Regionen des Landes. Und auch im Landausflugsprogramm – aktuell durch die Pandemie noch beschränkt – finden sich einige besondere Ausflüge, die Passagiere abseits der klassischen Touristen-Hotspots führen und Verkostung von lokalen Spezialitäten, Wein oder Olivenöl anbieten, die nicht die sonst oft übliche Touristen-Abfütterung, sondern wirklich gut ist. Mehr zum Thema „Essen“ in einem eigenen Beitrag.

Die Costa Smeralda ist zu groß und vielfältig, um jedes Detail des Schiffs in diesem Schiffsportrait ausführlich zu behandeln. Ich konzentriere mich auf wesentliche Aspekte und Besonderheiten, die einen guten Überblick geben. Eine Schiffsbeschreibung in allen Details, Deck für Deck, finden Sie in unserem Schwesterblog Carmens Cruise Diary in der Beitragsserie „Italien pur mit der Costa Smeralda“ sowie in unserer umfangreichen Bildergalerie zur Costa Smeralda.

AIDAnova und Costa Smeralda: gleiche Schiffsarchitektur und doch zwei sehr unterschiedliche Schiffe

Die Costa Smeralda, gebaut bei Meyer Turku in Finnland, basiert wie die AIDAnova, Carnivals Mardi Gras und P&O Cruises‘ Iona auf der gleichen Schiffsarchitektur, die vom Meyer und Carnival Corp. für deren neue Schiffsgeneration mit umweltfreundlichem LNG als Treibstoff entwickelt wurde.

Costa Smeralda
Costa Smeralda

Dennoch unterscheidet sich die Costa Smeralda von der AIDAnova sehr deutlich. Eigentlich weisen nur das zentrale Atrium (AIDAnova: Theatrium, Costa Smeralda: Colosseo) und der Blick von vorne auf den Bug der Schiffe gewisse Ähnlichkeiten auf. Design, Raumaufteilungen und Ambiente sind gänzlich verschieden, ebenso wie das Restaurant-Konzept.

Die wichtigsten, baulichen Unterschiede der Costa Smeralda zur AIDAnova im Überblick:

  • klassisches Theater vorne auf den Decks 6 und 7 (AIDAnova: Studio X und Zen Lounge)
  • CoDe-Museum auf Deck 7 steuerbord (AIDAnova: Kochstudio und Crew-Bereich); das Kochstudio „Laboratorio del Gusto“ liegt auf er Costa Smeralda auf Deck 8 vorne backbord
  • Restaurants und Bars auf Deck 8 vorne (AIDAnova: Spa und ganz vorne Kabinen)
  • Spa auf Deck 16 (AIDAnova: Familienrestaurant Fuego)
  • Fitness-Studio auf Deck 16 (AIDAnova: Kids-Clubs)
  • Aqua Park, Deck 17/18 (AIDAnova: AIDA Lounge auf Deck 17)
  • Piazza di Spagna, Deck 16/17/18 am Heck (AIDAnova: Four Elements, Klettergarten)
  • Sun Deck Private 19 auf Deck 19 vorne (AIDAnova: FKK-Bereich)

Schwimmendes Museum für italienisches Design

Das Innendesign prägt auf Kreuzfahrtschiffen maßgeblich das Ambiente und variiert je nach Alter des Schiffs und Konzept der Reederei von sehr dezent und modern über schrill und farbenfroh mit zu plüschig-konservativ. Was einem davon gefällt und was weniger, ist persönlicher Geschmack.

Was die Costa Smeralda aber heraushebt, ist die Fokussierung auf italienische Design-Kunst. Leuchten, Möbel, Dekoration, Stoffe, Tapetenmuster – alles stammt von namhaften, italienischen Designern. Der Passagier erkennt vieles wieder, denn italienisches Design ist auch außerhalb des Italiens allgegenwärtig.

Sofas und Sitze stammen zumeist von Molteni & C, Balkonmöbel von Roda, Leuchten und Lampen von Flos, Stoffe und Polster von Dedar und Rubelli inZusammenarbeit mit bekannten, italienischen Lieferanten wie wie Kartell, Poltrona und Alessi.  Und das grundlegende Gestaltungskonzept der Costa Smeralda verantwortet Adam D. Tihany als Creative Director.

Eigentlich ist das ganze Schiff ein Museum für italienisches Design. Aber wer sich mit diesem Thema an Bord der Costa Smeralda noch ausführlicher Beschäftigen will, findet mit dem „CoDe“ ein überraschend großes und schön gestaltetes Design-Museum: Objekte, die seit den 1930er-Jahren bis heute die Klassiker des italienischen Designs darstellen, kuratiert von Matteo Vercelloni, Professor für Design-Geschichte an der Politecnico University in Mailand. Der Besuch des Museums ist nicht nur dann sehr empfehlenswert, wenn man sich an einem Seetag einmal langweilen sollte.

Mein persönlicher Eindruck: eines der schönsten, großen Kreuzfahrtschiffe

An der Stelle erlaube ich mir ausnahmsweise, einmal auch meinen persönlichen, subjektiven Eindruck einfließen zu lassen. Denn dieser Fokus auf italienisches Design und die liebevolle Umsetzung an Bord machen die Costa Smeralda bei der Innenarchitektur in meinen Augen zu einem der schönsten, großen Kreuzfahrtschiffe.

Arlecchino, Hauptrestaurant
Arlecchino, Hauptrestaurant

Was mir vor allem beim Fotografieren am Schiff aufgefallen ist: Costa hat bei der Raumaufteilung offenbar gezielt auf schöne Sichtachsen und ungestörte Symmetrien geachtet, die Räume sehr harmonisch gestaltet. Das ist längst nicht auf allen Kreuzfahrtschiffen so und angesichts statischer Notwendigkeiten im Schiffbau ist das alles andere als einfach. Doch auch wenn einem das nicht bewusst auffällt, prägt es doch subtil das ästhetische Empfinden.

Grand Bar Mastroianni
Grand Bar Mastroianni

Bei aller Harmonie findet man allerdings einzelne Ecken, die in dieser Hinsicht etwas mehr Liebe verdient hätten.

Rezeptionsbereich
Rezeptionsbereich

Insbesondere der Bereich um die Rezeption wirkt etwas wirr und ist ein Durcheinander aus künstlichen Pflanzen, Plastikstatuen und Werbeschildern. Die eigentlich attraktive Bar Il Mattino geht darin völlig unter.

Piazza di Spagna
Piazza di Spagna

Die Piazza di Spagna ist an sich ein sehr spannende Ort auf der Costa Smeralda, mit der bar Orizzonte und ihrem Weitblick übers Meer, der Sky Walk mit den ungemein großen Glasboden-Elementen, die nichts für schwache Nerven sind und den Hängestühlen und netten, überdachten Ecken auf mehreren Decks.

Bei dem Namen des Bereichs hätte ich mir aber mehr Ähnlichkeit zu dem Flair der Spanischen Treppe in Rom erhofft. Aber das ist wirklich nur dem Namen geschuldet, denn unabhängig davon ist der Bereich sehr attraktiv.

Piazza di Spagna
Piazza di Spagna

Pools und Sonnendecks

Wer das Pooldeck der AIDAnova kennt, wird es auf der Costa Smeralda kaum wiedererkennen. Zwar gibt es auch hier ein durchsichtiges Folien-Dach, aber was darunter geschieht, ist auf der Costa Smeralda gänzlich anders. Denn das Schiff hat einen größeren, richtigen Pool. Darum herum finden sich auf einer Zwischenebene mit Glas voneinander abgegrenzte Sitzgruppen- und Sonnenliegen-Bereiche, die beinahe wie VIP-Lounges wirken.

Auf dieser Ebene gibt es auch vier Infinity-Whirlpools – also relativ große Whirlpools mit Glaswand bis zum Boden. Wer sich dort durchsprudeln lässt, sollte also bedenken, dass von außen alles sichtbar ist, was sich auch unter Wasser abspielt.

Daneben gibt es auf Deck 18 im vorderen Schiffsdrittel einen weiteren Pool unter freiem Himmel mit einem ganz anderen Ambiente, der optisch ein klein wenig an den Retro-Look der früheren Costa Classica erinnert.

Settimo Cielo Pool
Settimo Cielo Pool

Ein dritter Poolbereich, ebenfalls unter freiem Himmel, ist der Lido Caracalla mit zwei sehr seichten Becken und je einem Wasserfall. Er eignet sich gut für Familien mit kleinen Kindern, zumal er auch nicht weit entfern vom Einstieg zu den Wasserrutschen auf Deck 17 liegt. Der Kids- und Teensbereich liegt in direkter Nähe ein Deck tiefer, ebenso wie das Familien-Restaurant Tutti a Tavola.

Lido Caracalla
Lido Caracalla

Aktuell bei der geringen Passagierauslastung für alle offen ist das eigentlich zuzahlungspflichtige Private Sun Deck 19 ganz oben auf Deck 19 vorne. Dort kann man sich gegen Geld ein wenig dem Trubel auf den frei zugänglichen Sonnendecks entziehen.

Private Sun Deck 19
Private Sun Deck 19

Auf den Blick nach vorne müssen aber auch die übrigen Passagiere nicht verzichten – anders als auf vielen anderen, sehr großen Schiffen, wo es oft kein frei zugängliches Deck mit dem Blick nach vorne mehr gibt. Auf Deck 18 hat die Costa Smeralda ein teils mit Sonnensegeln überdachtes Deck mit eben diesem freien Blick übers Meer.

Sonnendeck Settimo Cielo
Sonnendeck Settimo Cielo

Und nicht zu übersehen: die Wasserrutschen der Costa Smeralda. Neben einer gemächlichen Kinderrutsche gehören die beiden großen Rutschen zu den rasantesten, die wir bislang auf einem Kreuzfahrtschiff erlebt haben.

Entertainment: Zwei Theater und viel Live-Musik

Anders als die AIDAnova hat die Costa Smeralda zusätzlich zum Colosseo (AIDAnova: Theatrium) auch ein klassisches Show-Theater, in denen kreuzfahrttypische Tanz- und Gesangsshows auf sehr gutem Niveau geboten werden, ebenso wie beispielsweise Auftritte von Zauberern und Ähnlichem.

Ungewöhnlich an dem Theater sind die kaum ansteigenden Stuhlreihen, sodass der Blick von den hinteren Plätzen nicht optimal ist. Abhilfe sollen hier Monitore schaffen. Aber ob man in einem Live-Theater dann doch nur auf einem Bildschirm zuschauen will, muss jeder für sich entscheiden.

Teatro San Remo
Teatro San Remo

Ungewöhnlich ist auch, dass das Theater – zumindest außerhalb von Coronazeiten – auch als Disko genutzt wird. Deshalb hat das Teatro San Remo auch direkt vor der kreisrunden Bühne keine Zuschauerreihen, sondern eine große Bar. Die Publikumsbestuhlung liegt also seitlich der Bühne.

Show im Colosseo
Colosseo

Interessant ist, wie gut das Colosseo als Show-Location angenommen wird. Als Theatrium für AIDA entwickelt, stößt es aber auch beim Costa-Publikum auf Gegenliebe. Mit Game-Shows und Bingo über Live-Musik bis zu aufwendigen und hochklassigen Akrobatik-Shows (sehr empfehlenswert: „The Men’s World“) ist das Colosseo mit seinen umliegenden Bars auf drei Ebenen den ganze Tag ein lebendiger und vielfältiger Bereich, der auf unserer Reise von den Passagieren sehr gut angenommen wurde.

Show im Colosseo
Akrobatik-Show im Colosseo

Sehr positiv fällt die viele Live-Musik in einigen Bars auf. Hervorragende Musiker verschiedener Stilrichtungen spielen hier abends, etwa in der Piano-Bar, Jazz-Bar und Grand Bar Mastroianni.

Live-Musik in der Jazz-Bar Quelli della Notte
Live-Musik in der Jazz-Bar Quelli della Notte

Kabinen

Auch in den Kabinen findet sich viel italienisches Design wieder – mein persönliches Highlight ist die – allerdings von dem Franzosen Philippe Starck stammende –Schreibtisch-Leuchte Ktribe T1 von FLos (wer die im Einzelhandel kaufen will: sie kostet um die 500 Euro).

Kabine 12018 - BP- Balcony Premium
Kabine 12018 – BP- Balcony Premium

Die Kabinen wurden von dem in Mailand ansässigen Studio Dordoni Architetti entworfen und mit den Farben und geometrischen Mustern der Stadt dekoriert, nachdem das jeweilige Schiffsdeck benannt ist. Entsprechend unterschiedlich fallen die Tapeten und Wandbilder in den Kabinen auf unterschiedlichen Decks aus.

Die Kabinen wirken ein wenig minimalistisch und was ein wenig fehlt ist zusätzlicher Stauraum wie etwa ein Nachtkästchen oder zusätzlich Schubladen unter dem Schreibtisch. Dafür ist unter dem Bett bequem Platz, um den Koffer dorthin zu schieben und zwischendurch auch einfach wieder hervorzuholen.

Kabine 12018 - BP- Balcony Premium
Kabine 12018 – BP- Balcony Premium

Ungewöhnliches Detail im Badezimmer: Die Dusche hat zur Kabine hin ein bodentiefes Fenster, sodass Tageslicht ins Bad fällt. Milchglas auf mittlerer Höhe verhindert allzu intime Einblicke von außen und auf der Wohnraumseite gibt es außerdem einen Vorhang.

Siehe auch Kapitel 360-Grad-Panoramabilder von der Costa Smeralda am Ende dieses Beitrags.

Meine Lieblingsplätze an Bord der Costa Smeralda

Auf einem so großen Schiff wie der Costa Smeralda reicht eine Woche Kreuzfahrt kaum aus, um alle Bars, Lounges und Restaurants durchzuprobieren – und wer Urlaub an Bord genießen will, sollte das auch gar nicht versuchen. Bei einem Schiffsrundgang wird man aber schnell die persönlichen Lieblingsplätze finden, an die man dann während der Reise immer wieder zurückkehrt. Dazu ein paar persönliche Tipps …

Ungewöhnlich für ein so großes Schiff ist die komplett umlaufende Promenade, auf der man auch ganz nach vorne an den Bug des Schiffs gelangt. Auf Deck 8 beziehungsweise am Heck über breite Treppenstufen erreichbar auf Deck 7 findet man auf der Costa Smeralda ruhige Außenbereiche …

Promenade Lungomare Riviera, Deck 8
Promenade Lungomare Riviera, Deck 8

… einen wenig frequentierten Bugbereich mit Sitzgruppen und Liegestühlen …

Bugbereich auf der Promemade, Deck 8
Bugbereich auf der Promemade, Deck 8

… und am Heck die Superba Bar mit ihren markanten Sitzgruppen-Inseln.

Superba Bar
Superba Bar

Für einen Aperitif vor dem Abendessen oder zum Sonnenuntergang ist die Superba Bar ein wunderbarer, ein wenig abgeschiedener Ort mit Blick aufs Meer, an dem man den Rest des großen Schiffs kaum noch wahrnimmt.

Superba Bar
Superba Bar

Wer es zum Aperitif etwas lebhafter mag, findet am Trastevere auf Deck 8 vorne die Bar Il Bacaro, die einer italienischen Weinbar mit den typisch venezianischen Häppchen „Cicchetti“, der venzianischen Variante der spanischen Tapas (mehr dazu in einem anderen Beitrag zum Thema Essen auf der Costa Smeralda).

Venezianische Weinbar Il Bacaro am Trastevere
Venezianische Weinbar Il Bacaro am Trastevere

Und gleich nebenan liegt die Gelateria Amarillo …

Gelateria Amarillo am Trastevere
Gelateria Amarillo am Trastevere

Zu jeder Tageszeit spektakulär, vor allem aber früh morgens zum Sonnenaufgang besonders ist die „Passeggiata Volare“ – eine Brücke, die halbrund auf Deck 18 beginnt und noch einmal eine Ebene höher führt, dort dann mit freiem Blick über das Schiff und aufs Meer aus einer Höhe von über 60 Metern.

Passeggiata Volare
Passeggiata Volare

Tagsüber kann man von hier aus auch den Trubel im Wasser- und Rutschenpark beobachten, inklusive Blick in die Rutschen von oben.

Aqua Park
Aqua Park

Auch der Sky Walk über der Piazzia di Spagna ist zu jeder Tageszeit einen Besuch wert, wenn man sich denn auf die großflächigen Glasboden-Elemente traut, von wo auch der Blick 10 Decks tiefer auf die Superba Bar und noch tiefer aufs Meer darunter fällt.

Sky Walk
Sky Walk

Besonders reizvoll ist aber ein Gang über den Sky Walk nachts bei Dunkelheit, wenn die Superba Bar farbig angeleuchtet ist und vom Meer nur das weiß strahlende Kielwasser umgeben von schwarzer Nacht zu sehen ist.

Superba Bar
Superba Bar

Wer gerne gute Cocktails trinkt, wird die Campari-Bar mögen. Denn dort gibt es nicht nur den bekannten, roten Aperitif sondern die ganze Palette des Spirituosen-Unternehmens Campari mit einem exzellenten Barkeeper und richtig guten Cocktails – wer möchte auch in Molekular- und Solid-Varianten.

Campari Bar
Campari Bar

Direkt nebenan liegt das „Sushino“ mit Sushi zu erstaunlich günstigen Preisen (beispielsweise „all you can eat“ für 15 Euro). Nachmitaggs und abends zur „Happy Sushino-Hour“ gibt es bei Bestellung eines Drinks von der Campari-Bar drei Stück Sushi für drei oder sechs für vier Euro zum Aperitif am Nachmittag und Abend.

Sushino
Sushino

Und auch bei den Restaurants gibt es einen Bereich, den ich persönlich besonders gerne mag: die „Library“ im Arlecchino-Restaurant. Das Arlecchino ist eines der Hauptrestaurants der Costa Smeralda und wurde von Jeffrey Beers mit der Grundidee einer großen, italienischen Villa mit vielen unterschiedlichen, eleganten Räumen konzipiert, die etwa den Eingang, das Wohnzimmer, den Garten und die Küche repräsentieren und entsprechend unterschiedlich gestaltet sind.

Arlecchino, Hauptrestaurant
„Library“ im Arlecchino-Hauptrestaurant

Für meinen persönlichen Geschmack besonders harmonisch und heimelig designt ist dabei die „Library“ als eine Kombination aus gemütlichem Wohnzimmer und Bibliothek.

Hygienekonzept und Corona-Maßnahmen

Mit dem Infektionsschutzkonzept von Costa in der Corona-Pandemie haben wir uns bereits im vergangenen Oktober im Beitrag „Das Schutzkonzept gegen Covid-19 auf der Costa Deliziosa – ein Erfahrungsbericht“ befasst. Im Wesentlichen hat sich an diesem bewährten Konzept nichts geändert, weswegen wir an dieser Stelle nur auf einige Anpassungen des Konzepts eingehen wollen:

  • Im Theater und im Colosseo finden inzwischen wieder Show mit großen Ensembles statt. Wo der Abstand zwischen den Sängern und Tänzern nicht eingehalten werden kann, tragen selbige auch während der Show Masken.
  • Das Kontakt-Tracing funktioniert sehr unauffällig im Hintergrund, als Passagier nimmt man das kaum noch wahr.
  • Die täglich Messung der Körpertemperatur geschieht nun in Eigenverantwortung an den vielen dazu aufgestellten Messstellen zur Selbstbedienung. Irgendwann am Tag, spätestens aber vor 15 Uhr, sollte jeder Passagier eine solche Messstation besuchen, ansonsten gibt es eine freundliche Erinnerung.
  • Crew-Mitglieder mit engerem Passagierkontakt tragen FFP2-Masken – also vor allem die Kellner in Restaurants und Bars.
  • In der Mitte der Kreuzfahrt ist ein zweiter Antigen-Test – neben dem bei der Einschiffung – Pflicht. Dazu bekommt jeder Passagier einen Timeslot in der Teststation auf Deck 6 zugewiesen, der Zeitaufwand dafür beträgt kaum mehr als fünf Minuten.

Weil das derzeit einzigartig in der Kreuzfahrtbranche ist, sei an dieser Stelle explizit noch einmal das sehr günstige Ausflugspaket erwähnt, das Costa anbietet, solange individuelle Landgänge coronabedingt nicht möglich sind. In diesem Paket kostet jeder Ausflug dann im Schnitt nur noch knapp 20 Euro, wobei zur Auswahl durchaus recht attraktive Ausflüge gehören, die einzeln gebucht zwischen 29 und 59 Euro kosten würden. Will man in einem Hafen einen anderen, teureren Ausflug machen, wird das bereits bezahlte Paket entsprechend angerechnet.

Geheimtipp: Exklusiv-Wellness im Samsara Spa

Ein pandemiebedingtes Highlight, dass so mutmaßlich nie wieder möglich sein wird, ist das Spa-Angebot von Costa im Samsara Spa. Mehr als ein Haushalt oder auf der gleichen Buchungsnummer fahrende Personen dürfen aus Hygienegründen derzeit nicht in den Wellnessbereich. Doch wer sich das leisten möchte, kann den kompletten Wellness-Bereich des Spa komplett für sich alleine genießen.

Der Spaß kostet für zwei Personen 80 Euro pro 75 Minuten Nutzung, weitere Personen je 40 Euro. Dafür gibt’s Thalasso-Becken, Wärmeliegen, Erlebnisdusche, finnische Sauna, Eiswasser-Eimer und den großen Schneeraum mit Panoramafenstern exklusiv.

Nicht zugänglich sind zu Coronazeiten das Hammam, der Salzraum und die unbeheizten Ruheliegen.

Massagen und andere Anwendungen in den Behandlungsräumen des Spa werden dagegen ganz normal angeboten und auch das Fitness-Studio ist geöffnet, mit entsprechenden Abstandsregeln und Kapazitätsgrenzen.

Fazit: großes Schiff mit dennoch authentischem Costa-Flair

Mit der Costa Smeralda ist Costa bei den ganz großen Mega-Schiffen angekommen. Das nächstkleinere Schiff der Flotte, die Costa Diadema mit maximal 4.947 Passagieren, ist da schon um ein Viertel kleiner. Dennoch gelingt es mit der Costa Smeralda, das von Costa gewohnte Flair zu erhalten und mit dem durch und durch italienischen Design sogar noch zu betonen.

Illy-Kaffeebar
Illy-Kaffeebar

Mit relativ wenig zuzahlungspflichtigen Spezialitätenrestaurants bleibt der Charakter der übrigen Costa-Schiffe auch in der Weise erhalten, als die Restaurants quasi als zentraler Punkt fungieren, an dem sich die Passagiere immer wieder treffen – im Gegensatz zu dezentraleren Konzepten auf vielen anderen, sehr großen Schiffen.

Das beeindruckend gute Essen mit einer sehr schlauen Grundideen sei hier nur kurz erwähnt – dazu folgt noch ein separater Beitrag.

Besonders an Costa und damit auch der Costa Smeralda ist die Herangehensweise der Reederei an das Thema Nebenkosten (Getränkepreise, Getränkepakete, Internetzugang, Trinkgeld ist bei Costa im Reisepreis inklusive, Info zu weiteren Nebenkosten bei cruisediary.de): Während die meisten anderen hier seit Jahren an der Preisschraube drehen und die Nebenkosten an Bord als eine immer wichtigere Umsatzquelle forcieren, hält Costa die Nebenkosten familienfreundlich günstig – an manchen Stellen wie etwa dem Sushi-Restaurant oder den aktuellen Ausflugspaketen bis zu einer Grenze, bei der man sich fragt, wie sich damit überhaupt noch Geld verdienen lässt.

Auch wenn immer mehr Reedereien bei zumindest einem Teil ihrer Kreuzfahrtschiff-Neubauten auf den deutlich umweltfreundlicheren Kraftstoff LNG umsteigen: Die Costa Smeralda ist immer noch eines von sehr wenigen Schiffen, die bereits aktuell mit LNG fährt. Die Schwefeldioxidemissionen sinken im LNG-Betrieb auf nahezu Null, der Partikelausstoß verringert sich um mindestens 95 Prozent. LNG reduziert auch die Emissionen von Stickoxiden um rund 85 Prozent und senkt den CO2-Ausstoß um bis zu 20 Prozent.

Schornstein
Schornstein der Costa Smeralda

Was ich nicht beurteilen kann: Wie präsentiert sich die Costa Smeralda, wenn im Sommer die Auslastung deutlich ansteigt oder sie nach der Corona-Pandemie sogar wieder Vollauslastung  mit bis zu 6.554 Passagieren fährt? Denn naturgemäß stellte sich auf dem Schiff auf unserer Reise mit geschätzt um die 2.000 Passagieren ein sehr großzügiges Raumgefühl ein, am Pool findet sich immer ein Platz, der Service in den Restaurants ist (fast) immer sehr zügig und aufmerksam.

Costa Smeralda
Costa Smeralda

An der aktuellen Fahrtroute der Costa Smeralda ist beinahe schade, dass jeder Tag ein Hafentag ist. Wer in jedem Hafen an Land geht, dem bleibt relativ wenig Zeit, das Schiff selbst zu erkunden. Am liebsten möchte man da noch einmal ein paar reine Schiffstage anhängen.

Sonnendeck Settimo Cielo
Sonnendeck Settimo Cielo

Oder man bleibt gezielt in dem einen oder andern Hafen an Bord und genießt das Schiff dann noch leerer als jetzt zu Coronazeiten ohnehin schon. Denn wer jetzt in Coronazeiten grundsätzlich verreisen und nicht ohnehin zu Hause bleiben möchte, wird aktuell so viel Komfort und Freiraum an Bord dieses – und jedes anderen großen – Kreuzfahrtschiffs finden wie nie zuvor und mutmaßlich auch nach der Pandemie nie wieder.

interaktive Panorama-Bilder: Costa Smeralda

verfügbare Bilder:
Passegiata Volare
Piazza di Spagna
Sky Walk
Terrazza Superba
Superba Bar
Pool
Colosseo
Trastevere
Balkonkabine 12018
Badezimmer
Vollbild-Modus empfehlenswert (Quadrat-Symbol links oben) – zum Ändern der Blickrichtung ins Bild klicken, Maustaste halten und Maus bewegen.

Fakten zur Costa Smeralda

  • Werft: Meyer Turku Oy (Finnland)
  • Klassifikation: RINA
  • Flagge: Italien
  • Tonnage: 185.010
  • Länge: 325,27 m (LOA: 337 m)
  • Breite auf Spanten: 42 m
  • Treibstoff: LNG (Flüssiggas)
  • Besatzungsmitglieder: max. 1.682
  • Passagierkabinen: 2.612
  • Unterbetten: 5.224
  • max. Passagierzahl: 6.554
  • Anteil der Balkon-Kabinen: 63,7%
  • 19 Bars
  • 16 Restaurants und Essensbereiche
Anmerkung*: Cruisetricks.de reiste auf der Costa Smeralda auf Einladung von Costa.

Weitere Teile der Serie " Costa Smeralda: schwimmendes Design-Museum und Italien pur ":

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2 Kommentare

2 Gedanken zu „Costa Smeralda: schwimmendes Design-Museum und Italien pur“

  1. Vielen Dank an Carmen und Franz für diesen (wie immer) hervorragenden und ausführlichen Bericht.

    Welch ein großes Glück für Costa, dass viele Menschen negative Dinge relativ schnell ausblenden können.
    So wurde scheinbar auch schnell vergessen, welchen unmöglichen Menschen (und großen Feigling) diese Reederei als Kapitän der „Costa Concordia“ anvertraute.
    Für mich persönlich spielt dies allerdings keine Rolle, weil ich italienische Schiffe generell nicht mag und daher auch nicht buche (wie auch Schiffe mit mehr als 3.000 Passagieren)

    Aber zum Glück gibt es ja für jeden Geschmack das passende Schiff ;-)

    Liebe Grüße aus Österreich

  2. @Manfred: Danke. Nur schnell zu einem Punkt angemerkt: Ich denke, man sollte jedem Unternehmen, jedem Menschen die Chance geben, aus Fehlern zu lernen …

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