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Erster Stahlschnitt Mein Schiff 7, Meyer Turku (Bild: TUI Cruises)

Mein Schiff 7 wird erstes Kreuzfahrtschiff, das mit Methanol fahren kann

Die Mein Schiff 7 wird bei ihrer geplanten Indienststellung 2024 voraussichtlich das erste große Kreuzfahrtschiff sein, das für den Einsatz des sehr saubere und umweltfreundlichen Treibstoffs Methanol vorbereitet ist. Das Schiff lässt sich dafür umrüsten, sobald dieser Treibstoff tatsächlich eingesetzt werden kann. Das gab TUI Cruises beim ersten Stahlschnitt für die Mein Schiff 7 in der Werft Meyer Turku am 14. Juni 2022 bekannt.

Die Mein Schiff 7 ist ein Schwesterschiff der 2018 und 2019 in Dienst gestellten Mein Schiff 1 und Mein Schiff 2 und bietet Platz für 2.894 Gäste (bei Doppelbelegung). Sie ist das erste von drei Neubauten für TUI Cruises, die voraussichtlich 2024, 2025 und 2026 fertiggestellt sein werden. Die Methanol-Variante kommt nach bisheriger Planung lediglich auf der Mein Schiff 7 zum Einsatz, die folgenden beiden Schiffe sollen mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben werden.

Bislang können nur sehr wenige Schiffe mit Methanol fahren, vor allem in der Containerschifffahrt mit Maersk als Vorreiter in diesem Segment. Die Mein Schiff 7 wird das erste größere Kreuzfahrtschiff sein, das mit Motoren ausgestattet ist, das zwar zunächst mit schwefelarmem Marinediesel fahren soll, später aber mit wohl relativ geringem Aufwand auf den Einsatz von Methanol umgerüstet werden kann. Genauere Details dazu sind noch nicht bekannt.

Die Entscheidung für die Zukunfts-Option Methanol bedeutet nach der Einführung von LNG seit 2016 als Treibstoff – zunächst bei AIDA und in der Folge bei vielen weiteren Reedereien – einen weiteren, großen Schritt zu umwelt- und klimafreundlichen Antriebsformen in der Kreuzfahrt.

Die Mein Schiff 7 bekommt auch Katalysatoren zur gesetzlich vorgeschriebenen Reduzierung der Stickoxid-Emissionen. Für den sauberen Schiffsbetrieb in entsprechend ausgestatteten Häfen wird die Mein Schiff 7 mit Landstromanschluß ausgerüstet.

Methanol, auch Methylalkohol genannt, ist biologisch abbaubar, sodass die Gefahr von Umweltschäden bei Unfällen mit auslaufendem Treibstoff gering ist. Das ist vor allem in der Fracht- und Containerschifffahrt ein wichtiges Argument für diesen Treibstoff. Nachteilig bei Methanol ist die geringe Energiedichte, sodass die Tanks deutlich größer sein müssen.

Grünes Methanol, also Bio- oder E-Methanol, das aus erneuerbarer Energie erzeugt wird, gilt als klimafreundlicher Kraftstoff und macht den Schiffsantrieb nahezu CO2-neutral. Mit der Entscheidung für diese neue Technik kommt TUI Cruises dem selbst gesetzten Ziel, bis 2030 die ersten klimaneutralen Kreuzfahrten anbieten zu können, einen großen Schritt näher.

2 Kommentare

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

2 Gedanken zu „Mein Schiff 7 wird erstes Kreuzfahrtschiff, das mit Methanol fahren kann“

  1. Tja, da wird viel geplant! Nur mit dem einhalten haperts dann doch noch und man sucht nach Kompromissen! Könnte man nicht hier und da eine Ausnahme machen. Ist doch gar nicht viel Dreck (gemessen an der Anzahl der Passagiere). Norwegen Fjorde ab 2025 emissionsfreie Einfahrt, das gilt auch für die Hurtigruten! Doch die Häfen an der Küste, sowie Bergen, die werden weiter hin mit Marine-Diesel oder was auch immer angefahren.

    Es gibt, meine Meinung, nichts schöneres als mit einem Schiff Urlaub zu machen. Trotzdem sind sie alle Dreckschleudern, egal wie grün sie sich selbst sehe. AHOI und gute Fahrt!

  2. @Thomas Stoll: Nur die Kreuzfahrt dafür anzugreifen, ist aus meiner Sicht deutlich zu kurz gedacht. Auch Autos, Flugzeuge, Stahlproduktion, massenhafter Transport von „überflüssigen“ Waren aus Fernost per Schiff nach Europa – alles „Dreckschleuder“ in diesem Sinne. Eine Lösung findet sich nicht, wenn man immer nur auf „die bösen anderen“ zeigt, sondern nur durch einen Wandel in der Grundeinstellung unserer Gesellschaft; die Bereitschaft, sich auf große Veränderungen einzulassen; Einschränkungen hinzunehmen; oder – viel besser eigentlich – darin eine neue Chance für unsere Gesellschaft und Wirtschaft zu sehen, mit Zukunftstechnik wieder die Technologieführerschaft in der Welt zu übernehmen, statt sich in auf Altem beharrend einzugraben und alles abzuwehren, was nötig wäre, um voranzukommen.

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