Die MSC Orchestra hat beim Ablegen im Kreuzfahrthafen von Buenos Aires die noch an der Pier liegende MSC Poesia touchiert. Bei dem Unfall am 20. Februar 2019 wurden Videos und Fotos von âNoticias de Crucerosâ zufolge vor allem die AufhÃĪngungen von zwei Rettungsbooten der MSC Orchestra beschÃĪdigt. Bei der MSC Poesia wurde eine ausklappbare Plattform am Bug heruntergerissen. Menschen kamen nicht zu Schaden.
Die Unfall-Ursache ist noch nicht bekannt und wird von den BehÃķrden untersucht. Auch Schlepper konnten den Zusammenstoà nicht verhindern. Mindestens ein Schlepper befand sich bei dem Unfall auf der gegenÞber liegenden Seite der MSC Orchestra, einer weiterer hinter der MSC Orchestra.
Die MSC Orchestra trieb etwa mittschiffs seitlich in den Bug der MSC Poesia. Der Bug der MSC Poesia beschÃĪdigte dabei die AufhÃĪngungen (Davits) von mindestens zwei Rettungsbooten. Die Davits wurden deutlich sichtbar deformiert.
Kurz darauf schrammte die MSC Orchestra auch an der Ecke der Pier entlang, riss dort den Puffer an der Ecke der Pier weg und streifte wohl auch leicht den Beton. Gleichzeitigt berÞhrte das Heck der MSC Orchestra mÃķglicherweise noch einmal die MSC Poesia leicht in deren Bugbereich.
Die MSC Poesia trug von dem Unfall eine tiefe Schramme am Bug davon und verlor auf der Backbordseite die ausklappbare Plattform, die beim An- und Ablegen als Ausguck zur Ãberwachung der ManÃķver genutzt wird.
Laut der Website „Weather Underground“ herrschte zum Zeitpunkt des Ablegens der MSC Orchestra in Buenos Aires lediglich ein Wind mit etwa 14 Knoten (22 km/h), sodass Seitenwind als Hauptursache mutmaÃlich ausscheidet, warum das Kreuzfahrtschiff in die MSC Poesia getrieben wurde. Das bestÃĪtigt auch die Website „Crew Center„, ohne allerdings eine Quelle zu nennen.
Update: Wie MSC uns gegenÞber inzwischen in einem Statement bestÃĪtigte, habe man fÞr die nÃķtigen Reparaturarbeiten die Fahrtroute der MSC Orchestra angepasst und zunÃĪchst Punta del Este in Uruguay angelaufen, wo Reparaturen ausgefÞhrt wurden. Statt Buzios wird Itajai in Brasilien angefahren. Der Fahrplan der MSC Poesia ist demnach durch den Unfall nicht beeintrÃĪchtigt.



Wenn man das sieht (zweifache BerÞhrung der Poesia und 1x die Pier ramponiert) fragt man sich schon wer da klÃĪglich versagt hat, die BrÞckencrew oder die Schlepper im Hafen? Wahrscheinlich sogar beide
Ich wÃĪre da etwas vorsichtiger mit Vorverurteilungen … Wenn da unerwartete Winde aufgetreten sind, muss da niemand „klÃĪglich versagt“ haben. Manchmal passieren UnfÃĪlle einfach, weil die Natur unberechenbar ist. Fakt ist: Bei diesem Unfall ist die genaue Ursache noch nicht bekannt, deshalb sollte man erst einmal die Untersuchungsergebnisse abwarten.
Schleppermassnahmen werden Þblicherweise mit der BrÞcke abgestimmt. Da der Vorfall nicht absehbar war, hÃĪtten die Schlepper so kurzfristig vermutlich nur wenig ausrichten kÃķnnen. Und eigenmÃĪchtig wird sicher kein SchlepperkapitÃĪn in das Unfallgeschehen eingreifen.
Ist schon sehr auffÃĪllig, dass sich solche UnfÃĪlle bei Costa und MSC hÃĪufen. Italienische UnzuverlÃĪssigkeit?!?
Hallo JÃķrg…
Wie Herr Neumeier schon sagt… UnfÃĪlle kommen immer wieder vor… natÞrlich denkt man da gleich an Costa…. aber es gab vor kurzem erst einen Crash mit der Norwegian Epic in San Juan… es gab auch schon einen Unfall mit der Celebrity Infinity in Alaska…. wo sie gleich mal ein Dock zerstÃķrt hat es wird halt nichtimmer extrem darÞber berichtet… und in fast allen FÃĪllen war der Wind mit schuld…. Da braucht zb nur ein oder mehrere Taue reiÃen… im Hafen und schon kanns krachen
lg Bernhard
AuÃerdem darf man eins nicht vergessen – die Wahrscheinlichkeit fÞr einen Unfall steigt mit der Anzahl der Schiffe*, womit es bei Reedereien mit groÃen Flotten schon rein statistisch wahrscheinlicher ist, als bei Reedereien, die nur ein Schiff haben. Und die Wahrscheinlichkeit fÞr Windprobleme steigt mit der SegelflÃĪche. Schiffe dieser GrÃķÃenordnung reagieren viel empfindlicher bei Seitenwind als kleine Schiffe. Und MSC oder Costa sind ja nun mal eher im Segment der groÃen Schiffe daheim. Somit ist, vollkommen ohne die ZuverlÃĪssigkeit anzuzweifeln, die Wahrscheinlichkeit dort grÃķÃer als anderswo.
*) Das ist so ein Punkt wo man Leute immer verwirren kann, wenn sie sagen, Flugzeuge mit vier Triebwerken seien zuverlÃĪssiger als solche mit zweien. Nehmen wir an, die Wahrscheinlichkeit, daà wÃĪhrend des Fluges ein Triebwerk ausfÃĪllt, sei (hypothetische Zahl) 5%, also ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem Triebwerk weniger anzukommen bei vier Triebwerken 20%, bei 10%. (Egal wie hoch die Wahrscheinlichkeiten wirklich sind, das VerhÃĪltnis bleibt gleich!) Die _Auswirkung_ eines Ausfalls, also Verlust von 25% oder 50% der Triebwerksleistung ist dann wieder ein anderes thema. ;-)
NatÞrlich kann es auch „einfach so“ passiert sein, aber bei Cruise Critic las ich, dass offenbar der KapitÃĪn der Orchestra entlassen wurde (war anscheinend nicht sein erster Unfall). Und dieser Artikel (–> http://crew-center.com/msc-cruise-ships-collide-buenos-aires ) legt dar, dass vor Ort wohl perfekte Wetterbedingungen geherrscht haben und der Wind als Grund fÞr plÃķtzliche ManÃķvrierunfÃĪhigkeit ausscheidet (mal von BÃķen abgesehen, aber die kann man dank der zahlreichen Videos wohl als Grund ausschlieÃen).
In der Tat scheint Wind nun eher unwahrscheinlich, ich habe oben noch die Info zu den Windbedingungen ergÃĪnzt, wobei allgemeine Wetterdaten zu Buenos Aires nicht ausschlieÃen, dass der Wind im Hafen stÃĪrker war. Cruise Center nennt keine Quelle fÞr die dort benannten, perfekten Wetterbedingungen.
Und dass der KapitÃĪn entlassen wurde, das liest man als GerÞcht so ziemlich nach jedem Unfall. In diesem Fall will es jemand von einem Freund erfahren haben. Also: eine nicht identifizierte und damit nicht qualifizierbare Quelle erzÃĪhlt es jemandem, der es wieder weitererzÃĪhlt. Eine zuverlÃĪssige Informationsquelle ist etwas anderes ;-)
Klar, seriÃķser Journalismus sieht anders aus, aber an jedem GerÞcht ist auch ein QuÃĪntchen Wahrheit dran ;-)
@Patrick Schneider: Nein, sorry, da muss ich als erfahrener Journalist heftig widersprechen: GerÞchte sind eine Pest, kÃķnnen Menschen und Karrieren grundlos vernichten und in deutlich der Mehrheit der FÃĪlle ist eben absolut nichts dran. Allgemein gesprochen; in diesen konkreten Fall weià ich es schlicht nicht.