MSC Orchestra, 2014 in Barcelona

MSC Orchestra und MSC Poesia bei Unfall in Buenos Aires beschädigt

Die MSC Orchestra hat beim Ablegen im Kreuzfahrthafen von Buenos Aires die noch an der Pier liegende MSC Poesia touchiert. Bei dem Unfall am 20. Februar 2019 wurden Videos und Fotos von „Noticias de Cruceros“ zufolge vor allem die Aufhängungen von zwei Rettungsbooten der MSC Orchestra beschädigt. Bei der MSC Poesia wurde eine ausklappbare Plattform am Bug heruntergerissen. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Die Unfall-Ursache ist noch nicht bekannt und wird von den Behörden untersucht. Auch Schlepper konnten den Zusammenstoß nicht verhindern. Mindestens ein Schlepper befand sich bei dem Unfall auf der gegenüber liegenden Seite der MSC Orchestra, einer weiterer hinter der MSC Orchestra.

Die MSC Orchestra trieb etwa mittschiffs seitlich in den Bug der MSC Poesia. Der Bug der MSC Poesia beschädigte dabei die Aufhängungen (Davits) von mindestens zwei Rettungsbooten. Die Davits wurden deutlich sichtbar deformiert.

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Kurz darauf schrammte die MSC Orchestra auch an der Ecke der Pier entlang, riss dort den Puffer an der Ecke der Pier weg und streifte wohl auch leicht den Beton. Gleichzeitigt berührte das Heck der MSC Orchestra möglicherweise noch einmal die MSC Poesia leicht in deren Bugbereich.

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Die MSC Poesia trug von dem Unfall eine tiefe Schramme am Bug davon und verlor auf der Backbordseite die ausklappbare Plattform, die beim An- und Ablegen als Ausguck zur Überwachung der Manöver genutzt wird.

Laut der Website „Weather Underground“ herrschte zum Zeitpunkt des Ablegens der MSC Orchestra in Buenos Aires lediglich ein Wind mit etwa 14 Knoten (22 km/h), sodass Seitenwind als Hauptursache mutmaßlich ausscheidet, warum das Kreuzfahrtschiff in die MSC Poesia getrieben wurde. Das bestätigt auch die Website „Crew Center„, ohne allerdings eine Quelle zu nennen.

Update: Wie MSC uns gegenüber inzwischen in einem Statement bestätigte, habe man für die nötigen Reparaturarbeiten die Fahrtroute der MSC Orchestra angepasst und zunächst Punta del Este in Uruguay angelaufen, wo Reparaturen ausgeführt wurden. Statt Buzios wird Itajai in Brasilien angefahren. Der Fahrplan der MSC Poesia ist demnach durch den Unfall nicht beeinträchtigt.

10 Kommentare zu “MSC Orchestra und MSC Poesia bei Unfall in Buenos Aires beschädigt

  1. Wenn man das sieht (zweifache Berührung der Poesia und 1x die Pier ramponiert) fragt man sich schon wer da kläglich versagt hat, die Brückencrew oder die Schlepper im Hafen? Wahrscheinlich sogar beide

  2. Ich wäre da etwas vorsichtiger mit Vorverurteilungen … Wenn da unerwartete Winde aufgetreten sind, muss da niemand „kläglich versagt“ haben. Manchmal passieren Unfälle einfach, weil die Natur unberechenbar ist. Fakt ist: Bei diesem Unfall ist die genaue Ursache noch nicht bekannt, deshalb sollte man erst einmal die Untersuchungsergebnisse abwarten.

  3. Schleppermassnahmen werden üblicherweise mit der Brücke abgestimmt. Da der Vorfall nicht absehbar war, hätten die Schlepper so kurzfristig vermutlich nur wenig ausrichten können. Und eigenmächtig wird sicher kein Schlepperkapitän in das Unfallgeschehen eingreifen.

  4. Hallo Jörg…

    Wie Herr Neumeier schon sagt… Unfälle kommen immer wieder vor… natürlich denkt man da gleich an Costa…. aber es gab vor kurzem erst einen Crash mit der Norwegian Epic in San Juan… es gab auch schon einen Unfall mit der Celebrity Infinity in Alaska…. wo sie gleich mal ein Dock zerstört hat es wird halt nichtimmer extrem darüber berichtet… und in fast allen Fällen war der Wind mit schuld…. Da braucht zb nur ein oder mehrere Taue reißen… im Hafen und schon kanns krachen

    lg Bernhard

  5. Außerdem darf man eins nicht vergessen – die Wahrscheinlichkeit für einen Unfall steigt mit der Anzahl der Schiffe*, womit es bei Reedereien mit großen Flotten schon rein statistisch wahrscheinlicher ist, als bei Reedereien, die nur ein Schiff haben. Und die Wahrscheinlichkeit für Windprobleme steigt mit der Segelfläche. Schiffe dieser Größenordnung reagieren viel empfindlicher bei Seitenwind als kleine Schiffe. Und MSC oder Costa sind ja nun mal eher im Segment der großen Schiffe daheim. Somit ist, vollkommen ohne die Zuverlässigkeit anzuzweifeln, die Wahrscheinlichkeit dort größer als anderswo.

    *) Das ist so ein Punkt wo man Leute immer verwirren kann, wenn sie sagen, Flugzeuge mit vier Triebwerken seien zuverlässiger als solche mit zweien. Nehmen wir an, die Wahrscheinlichkeit, daß während des Fluges ein Triebwerk ausfällt, sei (hypothetische Zahl) 5%, also ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem Triebwerk weniger anzukommen bei vier Triebwerken 20%, bei 10%. (Egal wie hoch die Wahrscheinlichkeiten wirklich sind, das Verhältnis bleibt gleich!) Die _Auswirkung_ eines Ausfalls, also Verlust von 25% oder 50% der Triebwerksleistung ist dann wieder ein anderes thema. ;-)

  6. Natürlich kann es auch „einfach so“ passiert sein, aber bei Cruise Critic las ich, dass offenbar der Kapitän der Orchestra entlassen wurde (war anscheinend nicht sein erster Unfall). Und dieser Artikel (–> http://crew-center.com/msc-cruise-ships-collide-buenos-aires ) legt dar, dass vor Ort wohl perfekte Wetterbedingungen geherrscht haben und der Wind als Grund für plötzliche Manövrierunfähigkeit ausscheidet (mal von Böen abgesehen, aber die kann man dank der zahlreichen Videos wohl als Grund ausschließen).

  7. In der Tat scheint Wind nun eher unwahrscheinlich, ich habe oben noch die Info zu den Windbedingungen ergänzt, wobei allgemeine Wetterdaten zu Buenos Aires nicht ausschließen, dass der Wind im Hafen stärker war. Cruise Center nennt keine Quelle für die dort benannten, perfekten Wetterbedingungen.

    Und dass der Kapitän entlassen wurde, das liest man als Gerücht so ziemlich nach jedem Unfall. In diesem Fall will es jemand von einem Freund erfahren haben. Also: eine nicht identifizierte und damit nicht qualifizierbare Quelle erzählt es jemandem, der es wieder weitererzählt. Eine zuverlässige Informationsquelle ist etwas anderes ;-)

  8. @Patrick Schneider: Nein, sorry, da muss ich als erfahrener Journalist heftig widersprechen: Gerüchte sind eine Pest, können Menschen und Karrieren grundlos vernichten und in deutlich der Mehrheit der Fälle ist eben absolut nichts dran. Allgemein gesprochen; in diesen konkreten Fall weiß ich es schlicht nicht.

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