Pullmantur Ocean Dream, ex Tropicale

Pullmantur wird international

Pullmantur öffnet sich für nicht-spanisches Publikum. Bisher rein auf den spanischen Kreuzfahrt-Markt ausgerichtet hat die Kreuzfahrtgesellschaft erstmals einen englischsprachigen Katalog herausgebracht, im Internet tritt die Kreuzfahrtgesellschaft auch mit einer deutschsprachigen Website auf. Der weit überwiegende Teil der Passagiere dürfte trotzdem weiterhin aus Spanien stammen und auch an der Bordsprache dürfte sich nichts ändern.

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Wer mit der spanischen Mentalität und Feier-Laune sowie den spanischen Essenszeiten zurecht kommt und ein wenig Spanisch spricht, kann Pullmantur-Kreuzfahrten einiges abgewinnen: Interessante Routen und Abfahrtshäfen, ein umfassendes All-inclusive-Konzept und interessante Schiffe. Pullmantur ist übrigens seit 2006 eine Tochter von Royal Caribbean Cruises Ltd.

Nicht in europäischen Raum angeboten werden übrigens die Pullmantur-Kreuzfahrten ab Brasilien. Das Kulturschock-Risiko auf einer brasilianisch geprägten Kreuzfahrt wäre für europäische und nordamerikanische Urlauber wohl auch zu groß.

Kreuzfahrtschiff-Klassiker für Liebhaber

Spannend ist Pullmantur für Lieberhaber etwas älterer Kreuzfahrtschiffe. Im Dienst der Spanier stehen bekannte Schiffe aus den 80er und frühen 90er-Jahren. Die Sovereign, ehemals Sovereign of the Seas, war 1988 das größte Kreuzfahrtschiff der Welt und ein Meilenstein in der Geschichte von Royal Caribbean. Sie stammt aus der legendären französischen St.-Nazaire-Werft.

Kaum weniger legendär ist die Ocean Dream, bei Kreuzfahrt-Fans besser bekannt unter ihrem ersten Namen bei Carnival, nämlich Tropicale. Die Tropicale wurde 1982 in Dienst gestellt und war Carnivals erster Kreuzfahrtschiff-Neubau.

Die Bleu de France war einst als Hapag Lloyds Europa das nobelste Kreuzfahrtschiff der Welt und ist der Vorgänger der heutigen MS Europa. Gebaut wurde die Europa damals in der Bremer Vulkan Werft. Streng genommen gehört die Bleu de France allerdings der französischen Royal-Caribbean-Tochter Croisieres de France, wird aber auch von Pullmantur vermarktet.

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Zur Flotte gehört außerdem die Atlantic Star (gebaut 1984 für Sitmar als Fairsky), die ganz nostalgisch noch mit Dampfturbinen betrieben wird. Die Atlantic Star ist derzeit aber nicht im Einsatz und liegt auf Reede in Marseille.

bei PullmanturHerkunft
SovereignSovereign of the Seas (erstmals 1988 bei Royal Caribbean in Dienst gestellt)
EmpressNordic Empress (1990 für Royal Caribbean)
ZenithCelebrity Zenith (1992 für Celebrity Cruises)
Pacific DreamCelebrity Horizon (1990 für Celebrity Cruises)
Ocean DreamTropicale (1988 für Carnival)
Bleu de FranceEuropa (1982 für Hapag Lloyd)
Atlantic StarFairsky (1984 für Sitmar; nicht in Betrieb)

Interessante Routen, ungewöhnliche Abfahrtshäfen

Eine Besonderheit der Pullmantur-Schiffe sind auch die Abfahrtshäfen, die von den Standard-Häfen der großen Kreuzfahrtgesellschaften abweichen. Lediglich die Sovereign fährt vom großen Kreuzfahrthafen Barcelona durch westliche Mittelmeer. Die Zenith dagegen ist die meiste Zeit des Jahres in Piräus stationiert und fährt von dort durch die Ägäis. Malaga und Lissabon sind die Stammhäfen der Empress und der Pacific Dream, die Empress pendelt in der Ostsee zwischen Kopenhagen und Helsinki.

In der Karibik fährt die Pacific Dream ab Santo Domingo, die Ocean Dream abwechselnd ab Aruba, Isla Margarita und Cartagena sowie im Sommer ab Acapulco. Die Bleu de France ist erwartungsgemäß von einem französischen Hafen aus unterwegs, nämlich ab Marseille.

All inclusive XXL

Eine Spezialität von Pullmantur ist das umfassende All-inclusive-Konzept, genannt AI: Bis auf sehr teuren Wein und teure Champagner-Sorten sind wirklich sämtliche Getränke, auch alkoholische, im Reisepreis enthalten. Alkohol gibt’s übrigens – anders als auch amerikansichen Schiffen – schon ab 18. Bei bestimmten Specials geht das All-inclusive sogar noch weiter: Manchmal sind Fluganreise, Hafentransfer und Landausflüge schon im Reisepreis enthalten. Auf einigen Kreuzfahrten zahlen Singles keinen Aufpreis bei Einzelbelegung einer Kabine, Kinder reisen gratis und sogar 2-für-1-Angebote sind regelmäßig im Programm.

Für Kreuzfahrt-Neulinge – das sei nochmals erwähnt – sind Pullmantur-Kreuzfahrten wegen der stark spanischen Prägung des Onboard-Erlebnisses tendenziell nicht geeignet. Wer dagegen weiß, auf was er sich einläßt und Freude an der spanischen Art des Kreuzfahrens hat, wird bei Pullmantur viel Spaß haben.

Eine kurze Geschichte von Pullmantur Cruises

Die Oceanic, 2008 in Civitevecchia; seit 2009 bei Peace Boat in Japan
Die Oceanic, 2008 in Civitevecchia; seit 2009 bei Peace Boat in Japan

In dern 90er-Jahren begann Pullmantur ohne eigene Schiffe, vertrieb Kreuzfahrten auf Schiffen von Premier Cruises. Premier Cruises beendete diese Zusammenarbeit aber 1997 und ging 2000 pleite. Pullmantur übernahm eines der Schiffe, die Starship Oceanic, später unter dem Namen Big Red Boat I. Bei Pullmantur bekam das Schiff seinen ursprünglichen Namen zurück: Oceanic. Selbige wurde übrigens für 1965 in Italien für Home Lines gebaut – der Kreuzfahrtgesellschaft, die indirekt die Gründung von Celebrity Cruises auslöste, die wie Pullmantur, zu Royal Caribbean Cruises Ltd. gehört; aber das ist eine andere Geschichte. Heute steht die Oceanic im Dienst von Peace Boat in Japan (seit April 2009).

2002 kam ein zweites Schiff zur Pullmantur-Flotte: Die Pacific – besser bekannt als Pacific Princess, dem berühmten Love Boat aus dem US-Fernsehen und Vorbild für die deutsche ZDF-Serie Traumschiff. Weitere Schiffe folgten (Details siehe Wikipedia).

Ein weiterer wichtiger Moment in der Geschichte von Pullmantur kam 2006, als die Kreuzfahrtgesellschaft an Royal Caribbean Cruises Ltd. Als Konsequenz auf dem Zusammenschluß begann ein reger Austausch von Schiffen zwischen den verschiedenen Royal-Caribbean-Tochtergesellschaften. Neben den oben schon erwähnten Bewegungen von Royal Caribbean und Celebrity zu Pullmantur gingen auch zwei Pullmantur-Schiffe an eine weitere Royal-Caribbean-Tochter: Azamara Club Cruises übernahm die jeweils 2000 gebauten Blue Dream (ex Renaissance Cruises R Six, heute Azamara Journey) und Blue Moon (ex Renaissance Cruises R Six, Delphin Renaissance, heute Azamara Quest), einer Kapazität von je knapp 700 Passagieren.

Erst seit 2008 übrigens fahren die Pullmantur-Kreuzfahrtschiffe in einheitlichem Design mit dem orange-roten Logo am Schornstein, weißem Rumpf und den großen, roten Lettern „Pullmantur“ auf der Seite.

6 Kommentare zu “Pullmantur wird international

  1. Ich habe im Jul 14 die Cruise „Antillas y Caribe Sur“ auf der Monarch (of the Seas) gemacht und war begeistert. Im Jun 15 habe ich jetzt die Sovereign (of the Seas) ab Barcelona gebucht. Vorher gehe ich allerdings im Jan 15 auf die HORIZON ab El Guamache (Isla de Margarita), 7 Tg suedoestliche Karibik. Die Cruises werden in Venezuela von Pullmantur vertrieben. Meine erste Frage nun: fahre ich im Jan 15 nun auf einem Pullmantur- oder einem CDF-Schiff? Und 2.: stimmt das, dass Pullmantur auf der Sovereign das AI-Konzept abschafft? Es soll nur noch fuer Buchungen bis 19.10.14 gelten. Weitere Info fuer Interessierte: die sagenumwobenen Cruises der Sovereign ab Brasilien sind bei vacationstogo.com buchbar. Auf deren Website findet man auch alle Relocations. Noch ein Tip für Suiteliebhaber: für relativ kleines Geld kann man auf den fast identischen Schiffen Monarch und Sovereign die Suiten 1010 (Royal Suite w/ Balcony) buchen. Nur den THE WAVE YACHT CLUB gibt es nur auf der Monarch. Ein Traum für jeden Cruiser.

  2. Die Horizon wird von CDF betrieben, aber u.a. auch von Pullmantur Cruises vertrieben – beides sind ja Tochterunternehmen von RCCL.

    Was das AI-Konzept angeht bin ich ehrlich gesagt überfragt, der Kontakt zu Pullmantur in Deutschland ist zur Zeit etwa schwierig, weswegen ich das eine Weile lang nicht mehr verfolgt habe. Bei bzw. vor der Buchung nachfragen sollte Sicherheit schaffen …

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