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Symbolbild: Kreuzfahrtschiff, Corona-Impfung

Regeln der Kreuzfahrt-Reedereien zur Corona-Impfung

Kreuzfahrt-Reedereien und Passagiere setzen große Hoffnung in die Corona-Impfung, um aus dem weitgehenden Stillstand der Branche zu kommen. Ob als Impf-Pflicht für Crew und Passagiere oder als Ergänzung zu den vorhandenen Hygiene-Konzepten an Bord: In diesem ständig aktualisierten Beitrag geben wir einen Überblick, welche Reedereien welche Regeln zum Thema Sars-Cov-2-Impfung angekündigt oder bereits in Kraft gesetzt haben.

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Einige Fragen sind zur Corona-Impfung weiterhin offen – etwa, wie gut die Impfung auch vor Weitergabe des Sars-Cov-2-Virus schützt, auch wenn die Geimpften selbst nicht erkranken (hier gibt es inzwischen Erkenntnisse, dass eine Weitergabe des Virus‘ wohl sehr unwahrscheinlich ist). Und welchen Einfluss die Mutationen des Coronavirus auf die Wirksamkeit der Impfstoffe haben. Für eine mögliche Impf-Pflicht, die einzelne Reedereien einführen könnten, stellt sich auch die Frage, wie viele der Kunden zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon die Gelegenheit hatten, sich impfen zu lassen.

Die Fakten zu diesen Aspekten und einige weitere Überlegungen dazu habe ich Ende Januar 2021 bereits in dem ausführlichen Beitrag „Mit Corona-Impfung bald wieder auf Kreuzfahrt?“ zusammengefasst.

Bisher bekannte Corona-Impfpflichten bei Kreuzfahrt-Reedereien:

In der Tabelle nicht aufgeführte Reedereien planen derzeit keine Impfpflicht oder haben noch keine Pläne zu einer möglichen Impfpflicht veröffentlicht (mit Ausnahme teils für die UK-Kreuzfahrten im Sommer 2021, siehe Tabelle). Dazu zählen unter anderem: AIDA, TUI Cruises, Hapag-Lloyd Cruises, Plantours, Phoenix, Seacloud Cruises, Hansa Touristik, Hurtigruten, Star Clippers, Costa, MSC, Celestyal Cruises, Ponant, Seadream, Seabourn, Princess Cruises, Holland America Line, Carnival Cruise Line, Cunard Line und Disney Cruise Line.

Reederei (Hochsee)PassagiereCrew
Azamarajaja
Celebrity Cruisesja (alle Passagiere ab 18, für St. Maarten-Abfahrten der Celebrity Millennium und für Piräus-Abfahrten der Celebrity Apex ab Juni 2021 sowie die drei Schiffe auf den Galapagos-Inseln)ja
Crystal Cruisesjaja (soweit möglich)
Cunard Lineja (für Sommer-Reisen Queen Elizabeth; keine Ausnahmen für Kinder)nein
Disney Cruise Lineja (Passagiere unter 18: PCR-Test; gilt für die Disney Wonder in UK)(unklar)
Marella Cruisesja (alle Passagiere ab 18)(unklar)
Norwegian Cruise Lineja (vorerst befristet bis 31. Oktober 2021)ja
Oceania Cruisesjaja
P&O Cruisesja (für Sommer-Reisen Britannia, Iona; keine Ausnahmen für Kinder)nein
Ponantja (alle Passagiere ab 16)ja (sofern möglich)
Regent Seven Seas Cruisesjaja
Royal Caribbean Internationalja (alle Passagiere ab 16 für Odyssey of the Seas ab Israel; alle Passagiere ab 18 für Adventure of the Seas ab Nassau, Vision of the Seas ab Bermuda, Jewel of the Seas ab Zypern, Anthem of the Seas in UK)ja
Saga Cruisesjaja
Seabournja(unklar)
Silversea Cruisesjaja
Swan Hellenicneinja
Uncruise Adventuresja (alle Passagiere ab 18 und zusätzlich PCR-Test)ja
Victory Cruise Lineja (ab 1. Juli 2021)ja (ab 1. Juli 2021)
Vikingja (vorerst bis 1. Juli 2021; abhängig von lokalen Vorschriften)(unklar)
Virgin Voyagesjaja
Windstar Cruisesjaja (sofern Impfungen für Crew verfügbar)

Tabelle zuletzt aktualisiert: Mai 5, 2021 4:38 pm. Die Angaben basieren auf Bekanntmachungen oder öffentlichen Äußerungen der jeweiligen Reedereien. Absolute Korrektheit können wir nicht garantieren. Verbindliche Informationen zu diesem Thema holen Sie bitte vor Buchung beziehungsweise Reiseantritt direkt beim Reiseveranstalter ein.

Bislang – Stand April 2021 – halten sich europäische Kreuzfahrt-Reedereien mit der Einführung von Impfpflichten zurück (außer in Großbritannien), zumal viele ihren Schiffsbetrieb ohnehin noch nicht wieder aufgenommen haben. Es kristallisiert sich allerdings bereits heraus, dass die Crew idealerweise so schnell wie möglich geimpft werden soll, einige haben bereits eine Impfpflicht für die Besatzung angekündigt (siehe Tabelle). Insbesondere in den USA und bei US-Reedereien deutet sich inzwischen an, dass Impfungen wahrscheinlich verpflichtend sein werden.

Sonderwege gehen MSC Cruises und Uncruise Adventures: Für die Kreuzfahrten in Großbritannien ausschließlich für Briten verlangt MSC entweder eine Impfung oder ein negativer PCR-Test Voraussetzung, zusätzlich wird vor der Einschiffung bei allen Passagieren ein Antigentest durchgeführt. Uncruise Adventures verlangt eine Impfung von allen Passagieren über 18 Jahren und zusätzlich einen negativen PCR-Test. Dafür sind auf deren Expeditionskreuzfahrten dann auch individuelle Landgänge möglich.

Als „geimpft“ betrachten Reedereien typischerweise Passagiere, die vollen Impfschutz haben, bei den meisten Impfstoffen also zwei Impfdosen. Zudem muss die letzte Impfung mindestens ein oder zwei Wochen vor Reisebeginn verabreicht worden sein.

AIDA und TUI Cruises planen derzeit keine Impfpflicht

In Europa wird eine Impfpflicht – außer bei der britischen Saga Cruises – Anfang 2021 noch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen. Die Infektionsschutzkonzepte beispielsweise von Costa, MSC, TUI Cruises, Hapag-Lloyd Cruises oder AIDA insbesondere mit Corona-Tests und Abstandregeln haben sich seit Sommer 2020 bewährt. Impfungen dürften daher – zumindest vorerst – nur als nicht-verpflichtende Ergänzung oder auch als freiwillige Alternative zum Coronatest eine Rolle spielen.

AIDA-Sprecher Hansjörg Kunze beispielsweise sagt dazu Anfang Februar gegenüber cruisetricks.de: „Die neuen Impfstoffe sind ein wichtiger Durchbruch für uns alle. Ein möglicher Impfnachweis ist für uns im Moment aber kein Thema. Gemeinsam mit medizinischen Experten überprüfen wir ständig die aktuellen Entwicklungen in der COVID-19-Prävention und werden unsere Protokolle, falls notwendig, anpassen.“

Auch die Position von TUI Cruises ist – Stand Mitte Februar – klar: „Teil unseres Hygienekonzepts, mit dem wir seit Juli 2020 erfolgreich wieder fahren, ist der verpflichtende Covid-19-Test für alle Gäste vor der Reise. Dies gilt zunächst weiterhin unabhängig von einer möglichen Impfung. Wir verfolgen die Entwicklung der Impfkampagne der Bundesregierung und deren Bewertung durch das RKI. Sofern bestätigt ist, dass geimpfte Personen nicht infektiös sind, können, diese von einem verpflichtenden Test vor der Reise befreit werden. Es wird keine Regelung geben, wonach wir nicht-immune Kunden von Reisen ausschließen. Auch die weiteren Maßnahmen des Hygienekonzepts werden bis auf Weiteres für alle Gäste gleichermaßen gelten.“

Ähnlich äußert sich, ebenfalls Anfang Februar, der Deutschland-Direktor des Kreuzfahrt-Branchenverbandes Clia, Helge Grammerstorf: „Es ist wichtig zu beachten, dass die Einführung von Impfstoffen in der ganzen Welt einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Impfung sollte neben den Testsystemen bestehen und als schrittweise Ergänzung der bereits existierenden und funktionierenden Gesundheitsprotokolle und Verfahren mit einfließen, wird diese aber auf absehbare Zeit nicht ersetzen.“

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Sehr wahrscheinlich erscheint inzwischen eine Impfpflicht für Passagiere bei den amerikanischen Reedereien. Sie sind in der schwierigen Situation einer weitgehenden Blockadehaltung der US-Gesundheitsbehörde CDC. Deren strikten Regeln der „Conditional Sailing Order“ gelten noch bis Ende Oktober 2021. Die Sars-Cov-2-Impfung könnte ein Ausweg aus diesem Quasi-Kreuzfahrtverbot sein, zumal die CDC diesen Weg inzwischen auch offiziell anspricht.

2 Kommentare

2 Gedanken zu „Regeln der Kreuzfahrt-Reedereien zur Corona-Impfung“

  1. Die interessantere Frage bezüglich einer Impfpflicht ist weniger, was die Reedereien dazu meinen. In Deutschland dürften zumindest im Massenmarkt diese 2021 einfach nicht genügend geimpfte Reisende zusammenbekommen.

    Welche Zielländer werden dann aber das Einlaufen in ihre Hoheitsgewässer mit ungeimpften Passagieren erlauben? Das beliebte Sommerziel Norwegen ist anscheinend mit der Impfquote pro Kopf der Bevölkerung schon weiter als Deutschland. Wird man dann in den vielen relativ kleinen Häfen das Anlanden von ungeimpften Urlaubern erlauben? Oder überhaupt das Einfahren in die Hoheitsgewässer, wenn man dann notfalls Covid-Patienten übernehmen müßte.

    Der wirtschaftliche Druck für Norwegen selbst, die Häfen schnell wieder für Kreuzfahrer zu öffnen, ist auch nicht so riesig, wenn man die norwegischen Staatsfonds aus den Öleinnahmen berücksichtigt.

    Letztlich dürften die Fragen der Impfpflicht nicht die Reedereien, sondern die Zielgebiete entscheiden.

  2. Ich denke, es ist einfach noch zu früh, um da eine sinnvolle Einschätzung vornehmen zu können. Die USA hatten beispielsweise anfangs viel größere Impfprobleme als wir jetzt und plötzlich hat sich das komplett gewendet und sie sind uns inzwischen gut voraus. Da ändert sich gerade ständig so viel, dass man kaum mehr als ein paar Wochen vorausschauen kann.
    Vermutlich werden Destinationen ein Wörtchen mitreden bei dieser Frage. Aber letztlich hängen viele Destinationen halt auch vom Tourismus ab und werden da kompromissbereit sein, wenn es z.B. um Kreuzfahrtschiffe geht, wo alle Passagiere und Crew getestet sind und das Risiko recht gering ist, insbesondere wenn weiterhin nur abgeschirmte „Bubble-Ausflüge“ gemacht werden.
    Da hilft, so schwer und immer schwerer es fällt, einfach nur abwarten …

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