Mit unserem kostenlosen Newsletter sind Sie immer bestens informiert – gleich abonnieren!
Blick auf Venedig und die Anfahrtsroute der Kreuzfahrtschiffe (Giudecca-Kanal) aus dem Flugzeug

„Venice Blue Flag 2021“-Vertrag erweitert Emissionsschutz für Venedig

Kreuzfahrt-Reedereien und die Stadt Venedig haben sich auf eine Erneuerung und Verschärfung des „Venice Blue Flag 2021“-Vertrags geeinigt. Die Vereinbarung sieht insbesondere eine Ausweitung der Schutzzone vor Venedig auf 15 Seemeilen vor, innerhalb der nur Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 0,1 Prozent genutzt wird.

WERBUNG

„Venice Blue Flag 2021“ verschärft die Regeln des Vertrags zwischen der Lagungenstadt und zahlreichen Kreuzfahrt-Reedereien. Der Vertrag besteht bereits seit 2008 und wurde mehrfach erneuert und strenger gefasst.

Seit 2020 dürfen Kreuzfahrtschiffe weltweit nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von maximal 0,5 Prozent nutzen beziehungsweise Abgaswäscher (Scrubber) aktivieren, die entsprechend niedrige Schwefeloxid-Emissionen gewährleisten. In vielen Häfen gilt eine Grenze von 0,1 Prozent.

Mit der Unterzeichnung des Vertrags am 28. Mai 2021 sieht die 15-Meilen-Schutzzone (Vts, „area di controllo del traffico marittimo“) für Venedig vor, dass die Schiffe bereits auf See vor Einfahrt in diese Zone auf den schwefelarmen Treibstoff umstellen müssen beziehungsweise äquivalente Werte mit dem Einsatz von Scrubbern gewährleisten müssen. Bei den allgemein geltenden Regeln müssten die Schiffe die Maschinen erst nach dem Anlegen auf den schwefelarmen Treibstoff umstellen.

Zu den vereinbarten Maßnahmen gehören neben der Emissionskontrolle aber auch zahlreiche weitere Maßnahmen inklusive einer Aufklärungskampagne für Kreuzfahrt-Passagiere in Hinblick auf nachhaltigen Tourismus und verantwortungsvolles Verhalten beim Besuch von Venedig.

Erste Schritt zu einer „Venedig-Schiffsklasse“

Cinzia Zincone, außerordentliche Kommissarin der Hafenbehörde für Venedig, bezeichnete „Venice Blue Flag 2021“ als erste Schritt zu einer „Classe Venezia“ für Kreuzfahrtschiffe, bei der künftig sehr strenge Vorgaben für die Einfahrt von Schiffen in die Lagune von Venedig definiert sein sollen.

Für 2021 weiter Anläufe der Terminals an der Stazione Marittima

Für 2021 bleibt es in Venedig allerdings bei der Stazione Marittima als Kreuzfahrt-Terminal und der Anfahrt durch den Giudecca-Kanal. Im April 2021 war zwar die Umleitung der Schiffe nach Marghera am Festland beschlossen worden. Die Umsetzung ist allerdings nicht ganz einfach.

Man arbeite am Aufbau des Terminals in Marghera, so die Kommissarin der Hafenbehörde,  derzeit sei aber ein Anlegen von Kreuzfahrtschiffen dort noch nicht möglich, unter anderem weil sich dort die Anforderungen für den Infektionsschutz in Hinblick auf die Covid-19-Pandemie noch nicht umsetzen ließen. Parallel läuft ein Ideenwettbewerb für eine komplett neue Lösung für die Kreuzfahrt mit Anlegemöglichkeiten außerhalb der Lagune von Venedig.

Wie Venice Today berichtet, haben den „Venice Blue Flag 2021“-Vertrag 29 Unternehmen unterschrieben, darunter Carnival Corp., Marella, Oceania und Viking. Eine vollständige Liste der Unterzeichner liegt uns aktuell noch nicht vor. Den bisherigen Vertrag hatten noch 38 Unternehmen unterzeichnet. Begrüßt wird die Regelung ausdrücklich von der Kreuzfahrt-Branchenvereinigung Clia, in der nahezu alle Reedereien Mitglied sind.

Als erstes Kreuzfahrtschiff nach Beginn der Covid-19-Pandemie wird die MSC Orchestra am 5. Juni anlegen. Die Costa Deliziosa startet am 26. Juni wieder und wird ebenfalls Venedig anlaufen.

Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Hinweis: Neue Kommentare werden aus technischen Gründen oft erst einige Minuten verzögert angezeigt.
Cookie Consent mit Real Cookie Banner