Kapitän Jungblut: Von Kündigung aus der Zeitung erfahren

Kapitän Andreas Jungblut zeigt sich schockiert über seine fristlose Kündigung als Kapitän der Deutschland. Obwohl er 27 Jahre treu und loyal der Reederei gedient habe, habe er von seiner Kündigung „durch einen Blick in die deutsche Medienlandschaft“ erfahren müssen, sagte er der Bild-Zeitung. Ihm liege zudem die Kündigung gar nicht vor, sagte er in einer ersten Stellungnahme.

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Die Vorgehensweise bei der Kündigung stehe, so Jungblut, in starkem Widerspruch zu den Werten und Traditionen, die durch die Deutschland verkörpert würden. Deilmann zerstöre das Herz und die Seele des Schiffes, indem die Reederei nicht nur ihm kündige, sondern in den vergangenen Tagen auch dem Hoteldirektor, der Chefhostess, der leitenden Hausdame und der besten Schiffsreiseverkäuferin gekündigt habe.

Kapitän Andreas Jungblut sagte der „Bild“, die Kündigung sei für alle Beteiligten aus heiterem Himmel ohne Begründung und ohne vorherige Gespräche mit der Geschäftsführung gekommen. Er werde die Angelegenheit nun mit Hilfe eines Anwalts klären.

Eine Sprecherin der Reederei sagte der Tageszeitung „Die Welt“, man habe am Montag vergeblich versucht, Jungblut telefonisch versucht zu erreichen. Die Kündigung sei auf dem Weg. Auch die Entlassung dreier weiterer Mitarbeiter bestätigte sie, wies laut „Welt“ die Darstellung Jungbluts ansonsten aber zurück. Dem Hamburger Abendblatt sagte die Deilmann-Sprecherin, ein Kapitän könne zwar intern seine Ängste und Sorgen äußern, nicht jedoch in der Öffentlichkeit.

Die Reederei hatte die fristlose Kündigung Jungbluts am Montagabend in einer Pressemitteilung bekannt gegeben und mit wiederholt illoyalem Verhalten des Kapitäns begründet. Zugleich benannte die Reederei, die seit 2010 mehrheitlich dem Münchner Finanzinvestor Aurelius AG gehört, Elmar Mühlebach zum Nachfolger Andreas Jungbluts als Kapitän der Deutschland. Er soll das Schiff abwechselnd mit Kapitän Andreas Greulich führen.

6 Kommentare zu “Kapitän Jungblut: Von Kündigung aus der Zeitung erfahren

  1. Für Herrn Jungblut persönlich ist das sicher eine schlimme Sache.
    Aber dennoch interessant, wie viel Aufsehen darum gemacht wird, dass ein Kapitän seinen Job verloren hat – was bei diversen Reedereien weltweit sicher häufiger mal vorkommt. Und was wirklich alles dahintersteckt, wissen ohnehin nur die Beteiligten.
    Abgesehen davon: Dem Passagier ist es doch sowieso egal, wer Busfahrer, äh Kapitän, ist.

  2. Bei Kapitän Jungblut dürfte das etwas anders sein: Er ist bei den Passagieren (und der Crew) höchst beliebt und ist halt auch schon sehr lange bei Deilmann gewesen. Anders aus auf den Mega-Schiffen spielt die Person des Kapitäns gerade auf der Deutschland eine ziemlich wichtige Rolle.

  3. Jungblut IST „die Deutschland“ (gewesen. Kein anderer Kapitän ist/war so mit seinem Schiff eins wie eben Jungblut. Sieht man einmal vom legendären Kapitän der QM2, Commodore Ronald W Warwick, ab,

  4. Eine riesen „Sauerei“ und unloyales Verhalten der jetzigen Geschäftsleitung… da sind doch, wenn ich mich erinnere auch „zwei“ abgesprungen“…? Es geht durch nur noch bergab bei Deilmann..

  5. wir wissen alle nicht was passiert ist. Richtig ist aber auch das Jungblut die Schlacht in der Presse losgetreten hat. Jetzt muss er mit den Folgen leben. Alles in allem wird viel zu viel um die Deutschland spekuliert, im Grunde ist es ein Schiff wie jedes andere auch und ebenso ein Unternehmen wie jedes andere..!

  6. Sehr geehrte Damen und Herren,

    Herr Kapitän Andreas Jungblut ist ein sehr anerkannter Fachmann,
    der alle Fahrtgebiete dieser Erde kennt. Dies mit einem BUSFAHRER zu vergleichen ist einfach unerhört. Alle Passagiere konnten sich immer sicher sein,
    dass alle sicher ans Ziel kamen und bestens unterhalten wurden.
    Ich war mit ihm als Staff-Kapitän auf der Berlin unterwegs Richtung Norden.
    Wir haben prima Reisen gemacht. Ich persönlich vertraue ihm jetzt erst recht. Seeleute sind denkende Menschen die Ihre Entscheidungen sehr wohl lange überdenken bevor sie an die Öffentlichkeit gehen.
    Er ist nicht zu vergleichen mit einem italienischen Kollegen, der in aller Munde war.
    Und überhaupt, mitreden könnten und sollten hier nur Fachleute und nicht irgendwelche Internettouristen.
    Selber dabeigewesen sein und dann kann man auch etwas sagen.
    Ansonsten gilt für einige:
    nichts weiter als große Öffnung vorn….

    Klaus Mewes
    Kapitän/Grosscontainerschiffe

    oder doch Busfahrer?

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