Einweg-Plastikmüll (Bild: Mr.TinDC, CC BY-ND 2.0)

Reisen ohne Plastik-Müll: Da geht mehr als nur ein paar Strohhalme!

Auf Reisen verursachen wir besonders viel Plastik-Müll. Dabei könnten wir das meiste Einweg-Plastik ganz einfach vermeiden. Wie das klappt, haben wir in diesem Plastik-Vermeidungs-Guide zusammengestellt. Übrigens: Plastik vermeiden macht Spaß und ist ziemlich cool …

Müssen wir wirklich warten, bis Reedereien das Einweg-Plastik von ihren Schiffen verbannen? Bis Airlines nicht mehr für jeden Schluck Wasser einen neuen Plastikbecher befüllen? Bis Plastiktüten nicht mehr nur in Kenia und Ruanda verboten sind? Bis die EU-Richtlinie zu Plastik-Müll irgendwann nach 2021 anfängt zu greifen?

Wir können vieles davon selbst steuern: Indem wir „nein“ zu Einwegplastik-Produkten sagen. Dazu müssen wir weder zu Öko-Terroristen noch zu Konsum-Verweigerern werden. Vieles geht ohne Einschränkungen, manches bringt sogar unerwartete Vorteile.

Was die Kreuzfahrt-Industrie in Sachen Plastik-Vermeidung tut, habe ich im Beitrag Gegen Verschmutzung der Meere: Projekte der Kreuzfahrt gegen Plastik-Müll ausführlich beschrieben. Hier geht es jetzt darum, was wir selbst tun können …

Einfach vermeidbar

Vermeintlich unvermeidliches begegnet uns besonders auf Reisen: die Plastik-Wasserflasche zum Tagesausflug oder am Flughafen. Die Plastiktüte beim Einkauf im Urlaub. Der Kaffee-Becher im „to go“-Café. Der Strohhalm zum Sundowner-Cocktail.

All das lässt sich bei genauerem Hinsehen aber mit nur minimalem Aufwand vermeiden. Wir setzen vieles davon schon selbst um. Es ist wirklich leicht, macht Spaß und ist sogar ziemlich cool.

Plastik vermeiden mit Minimal-Aufwand

Schon ein paar wenige, kleine Änderungen bringen gerade auf Reisen und am Kreuzfahrtschiff schon einen enormen Fortschritt, ohne dass man sich dafür verbiegen muss: „easy wins“ – die ganz simplen, aber effizienten Tricks.

Trink- und Kaffeebecher

Verweigere Kaffee-Becher „to go“ – nimm‘ Deine eigene Tasse mit auf Reisen. Sehr praktisch sind übrigens Trink-Becher mit Deckel: Der verhindert nämlich, dass Kaffee-Reste ins Handgepäck auslaufen.

Bambus-Trinkbecher
Bambus-Trinkbecher

Ich persönlich bevorzuge einfache Becher ohne Thermoisolierung. Die sind auf Reisen handlicher und leichter. Mein derzeitiger Favorit ist der Thermo Rex Bamboo Cup im Faultier-Design 350 ml, aus Bambus und mit Schraubdeckel. Bambus-Becher enthalten allerdings, wie ich kürzlich feststellte, oft einen honen Melamin-Anteil (also: Kunststoff). Aktuell teste ich mit dem „avoid waste“-Becher eine Variante, die statt Melamin den Naturstoff Lignin verwendet und sogar das beim Transport entstehende CO2 finanziell kompensiert. Allerdings ist dieser Becher auch um die Hälfte teurer.

Ansonsten kann man ja seinen Kaffee gerade im Urlaub auch mal ganz in Ruhe in einem lokalen Café aus der Porzellantasse trinken und die einheimische Wirtschaft unterstützen, statt große, internationale Ketten auf Kosten der Umwelt noch größer zu machen.

Wiederverwendbare Wasserflasche

Zur Grundausstattung sollte für jeden Reisenden eine Trinkflasche gehören. Wiederverwendbare Wasserflaschen lassen sich fast überall auffüllen. Nebenbei sparen sie viel Geld, wenn man nur die unverschämten Wasser-Preise an Flughäfen bedenkt.

Kostenlos auffüllen kann man die Flasche an erstaunlich vielen Orten:

  • Wasserhahn der Flughafentoilette (die Wasserhähne haben oft einen kleinen Hebel, um die Temperatur auf Kaltwasser umzustellen)
  • Wasserspender in Flughäfen und Hotels (gibt es immer häufiger – einfach an der Info danach fragen)
  • Wasserspender auf Schiffen (z.B. TUI Cruises, Hurtigruten, teils AIDA; und fast überall im Buffet-Restaurant)
  • Im Café oder Restaurant fragen, ob man Leitungswasser in die Flasche gefüllt bekommen kann
  • Manchmal sogar öffentliche Brunnen – in Rom beispielsweise haben diese Brunnen tatsächlich Trinkwasser (einfach vorher erkundigen)
  • Und es gibt sogar schon Handy-Apps, über die mal Refill-Stationen finden kann: „Refill Bali“ (für viele asiatische Länder) oder „Refill“ (Großbritannien)
Trinkflaschen
Trinkflaschen

Ideal sind Wasserflaschen aus Metall, weil sie den Inhalt länger kühl halten. Besonders leicht und damit für Reisen praktisch ist Alu. Gesundheitlich mit weniger Fragezeichen versehen ist Edelstahl. Aber auch Kunststoff ist hier durchaus vertretbar, weil die Ökobilanz bei sehr oft wiederverwendetem Plastik recht günstig ist. Die Vor- und Nachteile der möglichen Materialien zeigt das „Einfach Leben“-Blog von Lena und Philipp sehr gut auf.

Die Auswahl an Trinkflaschen ist riesig. Ich habe immer zwei Flaschen dabei: eine kleine Tupper-Flasche mit 0,5 Liter Inhalt, die in jedes Handgepäck passt und den Rucksack nicht unnötig schwer macht und eine 1-Liter-Aluflasche für Landausflüge und für längere Flugstrecken im Flieger (Beispiel: Eco Bottle Alu).

Eigener Kopfhörer

Vollkommen überflüssig sind auch die Einmal-Kopfhörer, die es bei den Airlines auf längeren Flugstrecken kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr gibt. Wer nicht ohnehin Ohrhörer fürs Smartphone dabei hat (sicherheitshalber an einen Adapter für ältere Flieger denken), sollte seinen eigenen Kopfhörer mitnehmen. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass einem die Flugbegleiter den Kopfhörer nicht schon eine dreiviertel Stunde vor der Landung wieder abnehmen („mit dem Kabel lose nach unten hängend bitte“).

Ich habe für mich einen Bose In-Ear Sport-Kopfhörer (Achtung, unterschiedliche Modelle für iPhone und Android), aber natürlich tut’s da auch etwas Günstigeres.

Strohhalme

Metall-Strohhalme
Metall-Strohhalme

Strohhalme aus Plastik sind zum Symbol der Umweltverschmutzung durch Einweg-Plastik geworden – und in der Tat überflüssig. Schon bei der Bestellung an der Bar sollte man einfach sagen „bitte keinen Plastik-Strohhalm“. Wer nicht auf einen Strohhalm verzichten will, besorgt sich einen aus Metall oder Bambus. Glas-Strohhalme sind eleganter, eignen sich aber auf Reisen eher nicht.

Plastik-Müll verantwortungsvoll entsorgen

Nicht aufwendig, aber etwas gewöhnungsbedürftig ist dieser Tipp: Wenn man schon Plastik-Müll verursacht, sollte man ihn verantwortungsvoll entsorgen. Also lieber erst einmal im Rucksack mitnehmen und erst dort in den Müll werfen, wo man sich sicher ist, dass er adäquat entsorgt wird. Auf Kreuzfahrt: Plastik-Müll vom Landausflug mit zurück aufs Schiff nehmen.

Besonders schlecht ist die Entsorgung von Plastik-Müll in offenen Papierkörben. Denn dort picken Vögel daran herum und der Wind bläst den Müll womöglich in den nächsten Fluss oder direkt ins Meer.

Ein sarkastisches Werbevideo aus den USA zeigt, warum achtsame Entsorgung von Plastik-Müll wichtig ist:

Video Thumbnail

Das Video wurde in Kalifornien als Werbung für ein (inzwischen beschlossenes) Gesetz zur Abschaffung von Plastiktüten eingesetzt.

„Plastikfrei“ einfordern

Werde zum aktiven Botschafter gegen Plastik-Müll! Überzeuge andere durch gutes Beispiel. Die mitgebrachte Wasserflasche im Flugzeug sorgt garantiert für Aufmerksamkeit. Vielleicht ergibt sich daraus ein Gespräch, in dem man einen Mitreisenden überzeugen kann.

Besonders einfach und wichtig: Schreibe den Wunsch nach der Abschaffung von Einweg-Plastik in Kundenbefragungs-Formulare von Hotels, Airlines und Kreuzfahrt-Reedereien, damit die Unternehmen erfahren, dass ihren Kunden das wirklich wichtig ist.

Ein Schritt weiter: Einweg-Plastik konsequent vermeiden

Wer einen Schritt weiter gehen will, stößt schnell auf Tipps, die ziemlich radikal klingen. Das ist aber nur auf den ersten Blick so. Denkt man genauer darüber nach, ist vieles davon sehr einfach umzusetzen und verlangt nur ein wenig Umdenken. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, wundert man sich, warum man das nicht schon immer so gemacht hat.

Plastik-Verpackung verweigern

Verweigere Plastik-Tüten generell, kaufe keine eingeschweißten oder in Plastik verpackten Lebensmittel oder Snacks. Auf den ersten Blick klingt das radikal. Meist lässt sich das mit etwas Aufmerksamkeit und Umsicht aber sehr einfach umsetzen.

Eine Banane oder ein Apfel sind ohnehin gesünder als eine Tüte Chips. Und Sandwiches gibt es meist auch unverpackt und frisch von der Theke.

Kein Airline-Food

Airline-Essen: beinahe mehr Plastik-Müll als Nahrung und dazu Getränke in Plastik-Bechern
Airline-Essen: beinahe mehr Plastik-Müll als Nahrung und dazu Getränke in Plastik-Bechern

Noch radikaler klingt die Forderung „kein Airline-Food“. Auf Langstrecken-Flügen ist das tatsächlich kaum einzuhalten. Aber Strecken von bis zu vier oder fünf Stunden ist es ganz leicht, das Flugzeug-Essen zu verweigern.

Das Essen (oder die fettigen/überzuckerten Snacks) im Flugzeug sind ohnehin schrecklich. Warum also nicht einfach verpackungsarmes, eigenes Essen mitbringen? Das kostet nur ein paar Euro extra, schmeckt dafür aber.

Zugegeben: Direkte Müllvermeidung ist das nur bei den abgepackten Snacks, nicht aber bei den kompletten Mahlzeiten. Denn letztere werden pro Passagier ohnehin geladen – ob sie dann gegessen werden oder nicht. Verweigern aber viele Passagiere das Essen, verändert das mittelfristig etwas bei der Planung der Airlines.

Keine Airline-Drinks

Becher und Rührstäbchen aus Plastik oder beschichtetem Papier
Becher und Rührstäbchen aus Plastik oder beschichtetem Papier

Aber die Plastikbecher zum Trinken im Flugzeug sind doch unvermeidlich, oder? Stimmt nicht: Niemand zwingt mich, bei der Flugbegleiterin etwas zu trinken zu ordern. Auf kürzeren Flügen tut es die eigene Trinkflasche, zuvor im Flughafen nachgefüllt.

Noch nicht ausprobiert habe ich, mir ein Getränk in meinem mitgebrachten Becher ausschenken zu lassen. Vermutlich hätte eine Flugbegleiterin aber kein Problem damit, wenn man nett fragt und erklärt warum.

Stoff-Tasche immer dabei

Einkaufen gehen im Urlaub? Einfach eine leichte, waschbare Falttasche aus Stoff mitnehmen und damit Plastiktüten vermeiden. Die tut es sowohl als Einkaufstasche als auch für einen spontanen Strandbesuch als Badetasche. Und am Ende der Reise lässt sich die Tasche sogar als Schmutzwäsche-Sack verwenden.

Einweg-Plastik und -verpackungen bei Bad- und Kosmetik-Artikeln vermeiden

Etwas mehr persönliche Umstellung erfordert das Vermeiden von Einweg-Kunststoff bei Kosmetik und Bad-Artikeln. Für Kamm, Bürste, Zahnbürste et cetera gibt es plastikfreie Alternativen, beispielsweise aus Holz oder Bambus. Bei Wattestäbchen gibt’s Alternativen mit Papier. Und ein Seifenstück verursacht viel weniger Plastik-Müll als Flüssigseife in Fläschchen.

Papier statt Plastik: Kleinigkeiten, auf die man einfach nur achten muss
Papier statt Plastik: Kleinigkeiten, auf die man einfach nur achten muss

Beim Einkauf sollte man Nachfüllbehälter bevorzugen – vor allem für die Mini-Packungen bei Reise-Kosmetik spart man hier sehr viel Plastik-Müll. Also: Großpackungen kaufen und für die Reise in wiederwendbare, kleine Nachfüllbehälter abfüllen, statt für jede Reise eine neue Mini-Tube oder ein Mini-Fläschchen zu kaufen. Das gilt übrigens auch für die Kosmetik am Waschbecken von Hotels und Schiffen. Niemand zwingt einen, diese Tübchen und Fläschchen zu benutzen und damit unnötigen Plastik-Müll zu verursachen.

Wenn Du noch mehr tun willst

Wer noch mehr zur Vermeidung von Einweg-Plastik tun will, muss mehr Aufwand treiben beziehungsweise sein Verhalten im Alltag eventuell deutlich verändern. Positive Nebeneffekte fürs Gewissen und die Gesundheit gibt es dabei allerdings auch.

Keine Kosmetika mit Mikroplastik

Mikroplastik ist eine enorme Belastung für unsere Gewässer. Es entsteht sowohl durch nach und nach zerfallende Kunststoff-Produkte, wird aber – auch bei uns in Deutschland – massiv direkt in die Gewässer eingetragen. Auch Kläranlagen können Mikroplastik nicht vollständig filtern.

Deshalb sollte man insbesondere keine Kosmetika mit Mikroplastik als Inhaltsstoff kaufen – etwa Zahncremes oder Peeling-Produkte. Es gibt umweltfreundliche Alternativen, die genauso gut funktionieren und potenziell auch für uns selbst gesünder sind.

Keine Kleidung aus Kunstfasern

Noch einen Schritt weiter geht, wer konsequent keine Kleidung aus Kunstfaser mehr kauft. Besonders kritisch ist Fleece-Kleidung. Warum keine Kunstfaser-Kleidung? Weil bei jedem Waschvorgang Mikrofasern, also Mikroplastik-Partikel ins Abwasser gelangen.

Waschsack fängt Mikrofasern von Fleece-Bekleidung auf.
Waschsack fängt Mikrofasern von Fleece-Bekleidung auf.

Bambus, Wolle, Merinowolle, Baumwolle statt Kunstfaser haben nebenbei einen deutlich höhere Tragekomfort. Bambus und noch mehr Merinowolle haben gerade auf Reisen zwei weitere, große Vorteile: sie lassen kaum Schweißgeruch entstehen, sodass sie auch mal mehrere Tage hintereinander getragen werden können. Und sie sind sehr leicht, was vor allem das Fluggepäck entlastet.

Wer dennoch für den einen oder anderen Zweck Mikrofaser- oder Kunstfaser-Kleidung bevorzugt oder ältere Fleece-Kleidungsstücke auftragen möchte: Eine deutsche Erfindung verhindert den Eintrag von Mikroplastik ins Abwasser: Der „Guppyfriend“-Waschsack filtert das Mikroplastik heraus.

Keine Schnellrestaurants, keine Billig-Hotels

Wird Plastikmüllvermeidung zum Teil des Lebensstils, fällt es nicht mehr sonderlich schwer, auf den Besuch von Schnellrestaurants mit deren immensen Müllbergen aus Kunststoff, Einwegbesteck und Styropor-Behältern zu verzichten. Gleiches gilt natürlich für Lieferdienste zu Hause.

Wenn man zum Beispiel in den USA in Billig-Hotels absteigt, gibt es beim Frühstück oft ausschließlich in Plastikfolie eingeschweißtes Plastik-Besteck, Teller und Becher aus Styropor. Die Alternativen sind offensichtlich: andere Hotels buchen oder eigenes Geschirr und Besteck mitbringen, beispielsweise aus Holz, Bambus oder Teller aus Papier.

Noch mehr Tipps und Ideen?

Die Kokosnuss in Zukunft definitiv ohne Plastik-Strohhalm - versprochen!
Die Kokosnuss in Zukunft definitiv ohne Plastik-Strohhalm – versprochen!

Natürlich kann man das Thema noch viel radikaler angehen. Mir ist dabei aber wichtig, die Kirche im Dorf zu lassen. Sprich: Tipps zu geben und Vorschläge zu machen, die man realistisch umsetzen kann, ohne gleich eine Lebensmission daraus zu machen.

Wenn möglichst viele Menschen die ganz einfachen Maßnahmen umsetzen, bringt das letztlich nämlich mehr, als wenn einige wenige den immensen Aufwand auf sich nehmen, Plastik komplett aus ihrem Leben zu verbannen.

In diesem Sinne freue ich mich auf Eure praktischen Erfahrungen, auf noch mehr Ideen und praktische Tipps wie man auf Reisen und auf Kreuzfahrt Plastik-Müll und Einweg-Plastik vermeiden kann …

9 Kommentare

9 Kommentare zu “Reisen ohne Plastik-Müll: Da geht mehr als nur ein paar Strohhalme!

  1. Alles vollkommen richitg und ja, jeder von uns sollte so viel Verantwortung übernehmen und zumindest einen Teil deiner Vorschläge umsetzen oder andere, eigene Methoden finden, um den Plastikverbrauch zu reduzieren.

    Aber eines ist dabei mit gigantischem Abstand am wichtigsten (du hast es auch erwähnt, aber meiner Meinung nach nicht deutlich genug): Entsprechendes Feedback an Hotels, Airlines, Reedereien, Supermärkte, Kaffeeläden, Politiker usw. geben und andere ermuntern, es auch zu tun. Der einzelne Konsument kann den Anfang machen, aber er kann „die Welt nicht allein retten“. Das muss von den Unternehmen ausgehen, mit denen wir interagieren, damit dort gewisse Dinge gar nicht erst angeboten und dann von der Mehrzahl aus Bequemlichkeit eben konsumiert werden. Diese bequemen Menschen machen nicht den Anfang, aber sie machen gern mit, wenn es von der Angebotsseite vorgelebt wird. Und das passiert nur, wenn Kunden aktiv Feedback geben und klarmachen, dass sie und andere ein umweltbewussteres Vorgehen nicht nur wünschen, sondern fordern. Oder der Politik klarmachen, dass das Thema immer mehr Menschen wichtig ist und dadurch auf gesetzliche Regelungen zu drängen.

  2. @Michael: Da hast Du absolut recht – ich habe mich aber in diesem Beitrag bewusst auf das konzentriert, was jeder einzelne wirklich aktiv tun kann. Da wollte ich diesen Aspekt nicht noch weiter nach vorne stellen, weil das dann ganz schnell wieder zu der Haltung „Soll doch erstmal die Regierung was machen, wofür haben wir die schließlich gewählt?“ führt ;-)

  3. Da sind einige wirklich nützliche Tipps dabei,von denen ich auch den ein oder anderen(teilweise aber nur halbherzig) anwende.(EInkaufen nur mit Stofftaschen,möglichst wenig in Plastik verpackte Lebensmittel,insbesondere Backwaren,kaufen,
    nicht jedes mal neue Kleinpackungen Hygieneartikel kaufen).
    Bevor ich aber mein eigenes Geschirr und Besteck mit den Urlaub nehme oder aber mir bei den Airlines das Getränk in die eigene Flasche abfüllen lasse,lasse ich das Fliegen ganz bleiben.Denn das schont die Umwelt noch viel viel mehr.

    Gerade mit der eigenen Flasche auf Reisen finde ich es teilweise schwierig.In den USA gibt es gefühlt an jeder zweiten Ecke Trinkbrunnen und Abfüllanlagen.In Europa sind mir diese baer bislang nicht aufgefallen,da muss man schon danach suchen.Und ich bin der Meinung,das bei AIDA sogar in den Buffetrestaurants ein Schild steht,das man aus hygienischen Gründen keine Flaschen abfüllen soll.(das kann man aber im Fitnesscenter machen)

  4. @Martin: Dass man in Europa seine Trinkflasche kaum irgendwo auffüllen kann, hatte ich auch gedacht. Klappt aber hervorragend. Die Airports wollen das nicht unbedingt (weil sie am Umsatz des 3,50-Euro-Wassers in der Plastikflasche mitverdienen), aber es geht fast überall:
    – notfalls: Waschbecken in der Toilette
    – Aber es gibt oft Trinkwasserspender (versteckt; aber wenn man an der Info-Theme fragt, spart man sich das Suchen; z.B. in Hamburg).
    – Amsterdam hat sogar extra dafür einen Wasserspender direkt hinter dem Security-Check; nur als Beispiel für viele.

    Und am Schiff? Ja, stimmt, Reedereien sehen es nicht gerne (oder „verbieten“), dass man die eigene Flasche im Buffet-Restaurant auffüllt. Das hat tatsächlich einen Hygiene-Hintergrund. Lässt sich aber umgehen, indem man das Wasser erst in ein „offizielles“ Trinkglas aus dem Restaurant fließen lässt und dann in die eigene Flasche umfüllt. Denn es geht dabei nur darum, dass die (möglicherweise kontaminierte Flasche des Passagiers) die Abfüllanlage nicht direkt berührt.

    Auf Kreuzfahrt wäre es auch wichtig, die Reedereien (z.B. über die Kundenbefragung) wissen zu lassen, wie wichtig einem eine Wasserabfüll-Station ist. Zwar gibt es da immer das Hygiene-Argument, aber TUI Cruises, Hurtigruten und AIDA (auf den älteren Schiffen) haben dieses vermeintliche Hygiene-Problem bei ihren Wasserspendern ja offenbar irgendwie gelöst – also geht es, wann die Reederei will.

    Das Spannende an dem Thema ist, dass man sich selbst weiterentwickelt, wenn man erst einmal anfängt, die Augen aufhält, neugierig ist und Lösungen gezielt sucht, auch wenn es zunächst aussichtslos erscheint. Jedenfalls ging (und geht) es mir so, wie ich angefangen habe, konsequenter auf das Thema zu achten.

  5. Bei den selbst abgefüllten Flaschen ist halt immer das Problem für diejenigen, die Wasser Mit Kohlensäure bevorzugen. Die meisten Wasserspender (abgesehen vielleicht von denen im Buffetrestaurant auf dem Schiff) bieten so etwas ja gar nicht an. Abgestandenes Wasser „ohne Zisch“ aus der Flasche bekomme ich beim besten Willen nicht runter. Dazu müßte es wirklch eiskalt sein, was es im Spender vielleicht noch ist, aber nicht nach einem halben Tag Landgang. Daheim habe ich für die Arbeit immer eine Mehrweg-PET-Flasche mit Wasser dabei, wenn ich zur Arbeit gehe (ist halt mehr drin und weniger Gewicht als die Glasflaschen, die ich daheim bevorzuge). Unterwegs geht das halt nicht, mal eben mit drei Kästen Wasser auf dem Schiff einchecken dürfte für Verstimmung sorgen. ;-)

    Im Fluzeug mache ich es ganz einfach – ich benutze während des gesamten Flugs einfach einen einzigen Becher. An Bord gebrühter Kaffee kommt für mich eh nicht in Frage (die Wassertanks der Flieger sind oft… naja, nicht gerade lecker), also sind es in der Regel Kaltgetränke, die ich dann konsumiere. Da kann ich auch auf einem Langstreckenflug vom ersten bis zum letzten Service den gleichen Becher behalten, da gab es noch nie Diskussionen, wenn ich den Becher zum Nachfüllen übergeben habe. Es ist dann zwar immer noch ein Plastikbecher, den man nutzt, aber eben nur genau einer und nicht etliche. Gerade transatlantisch bei den USA-Fluggesellschaften bekommt man auf Nachfrage auch gerne die komplette Dose und kann seinen Becher selbst nachfüllen.

    Bei Zahnbürsten gibt es übrigens auch Systeme, die zwar komplett aus Kunststoff sind, aber nur der Borstenkopf ausgetauscht werden kann. Der Griff, der ja mengenmäßig den meisten Kunststoff darstellt, wird wiederverwendet. Ich glaube, mein Zahnbürstengriff ist mittlerweile an die 20 Jahre alt, den Borstenkopf sollte man natürlich regelmäßig austauschen. ;-) Ab und an stellt man den Griff mal in Gebissreiniger (der sich auch hervorragend zur Reinigung von Thermoskannen eignet, zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen), und schon ist die Sache wie neu.

  6. Hallo Franz,
    ein sinnvoller und toller Beitrag. Ich stimme Dir zu, dass man einiges an eigentlich total überflüssigem Plastikmüll recht einfach vermeiden kann. Sehr gut gefällt mir auch das Video aus Kalifornien. Es bringt eine wichtige Botschaft mit Humor rüber, ohne belehrend daher zu kommen.
    Ob man in Afrika, Asien oder Südamerika auf Wasser in Einwegflaschen verzichten kann, wenn man keinen besonders robusten Magen hat, weiß ich allerdings nicht. Ich denke, das Auffüllen einer eigenen Flasche ist dort nicht ohne Risiko, es sei denn im eigenen Hotel gibt es Trinkwasserspender.
    LG
    Stefan

  7. Hallo Stefan,

    klar, beim Nachfüllen der eigenen Wasserflasche ist natürlich Vorsicht angesagt, was die Wasserquelle angeht und da würde ich mich auch nicht auf einen robusten Magen verlassen ;-) Letztlich geht es bei all den Tipp und bei allen Versuchen, Einwegplastik zu vermeiden, vor allem um Vernunft und Realismus. Die ganze Welt retten zu wollen, ist ein zu hohes Ziel, dass einem schnell die Motivation ruiniert. Aber so viel tun, wie sinnvoll möglich und dann versuchen, immer einen kleinen Schritt weiterzugehen, ist schon sehr viel mehr als resigniert nichts zu tun. Fülle ich morgens im Hotel die Flasche aus sicherer Quelle auf und kaufe dann unterwegs ein oder zwei Flaschen nach, habe ich immerhin eine Einweg-Flasche gespart …

    Herzliche Grüße,
    Franz

  8. Moin zusammen,

    Alles korrekt. „Jeder kann etwas tun.“ So weit so ungenügend. Schnell ist man hier bei dem bekannten „Jedes bisschen hilft“ und es folgt zwangsläufig die Vorstellung, dass man doch schon „so viel für die Umwelt täte“ und es endet im Zwangsläufigen „sollen doch erst mal die anderen…“. Keine Frage, niemand muss Trinkhalme aus Kunststoff und Plastikbesteck benutzen. Auch den Plastikstick zum Kaffeeumrühren oder für den Gin & Tonic braucht niemand. Dennoch ist es so als säße man auf der schwer Leck geschlagenen Titanic, Wasser schöpfend mit dem Schnapsgläschen. Auch das kann man mit Inbrunst tun und zu sich selbst sagen „Jedes bisschen hilft“, aber wir wissen: es verzögert des Absaufen des Kahns um vielleicht o,o1 Millisekunden. Herzlichen Glückwunsch! Genießen Sie die gewonnene Zeit. Vielleicht hätte man eher das Leck abdichten oder den Eisberg weiträumig umfahren sollen, spätestens als die Warnungen eintrafen?

    Unsere Warnung liegt spätestens seit 1972 vor. The Club of Rome: The Limits to Growth – Die Grenzen des Wachstums. Die stetig wachsende Menge des Plastikmülls gemahnt uns, dass die Zeit von Appellen und Goodwill vorbei ist und wenn wir nicht schnellstens radikal umsteuern, kippen ganze Ökosysteme großflächig, und das würde für lange Zeit irreversibel sein, ganz sicher aber zu lange für uns, die wir extrem von einer funktionierenden Biosphäre abhängen. Beim CO2 haben wir nur noch 10 Jahre Zeit, und das bedeutet: unser Handlungsspielraum schrumpft mit jedem Tag der Untätigkeit.

    Auf allen Kreuzfahrtschiffen entdeckte ich neben den Porzellantassen in Buffetrestaurants immer auch laminierte Papp/Plastikbecher für Kaffee. Die Mehrheit der Passagiere griff gedankenlos zu denen! Natürlich, wegen „der Hygiene“, nehme ich an. Demzufolge erleidet ja wohl jeder Restaurantgast sofort den Pest- und Cholera-Blitztod, wenn er auch nur einen Happen von einem Porzellanteller verzehrt. Ausgabestellen von Kaffeespezialitäten wie „Explorer Café“ auf HAL-Schiffen gaben ausschließlich Pappbecher aus. Das muss aufhören, und nicht weil der eine oder andere Kunde sich umweltbewusst zeigt, sondern weil es verboten werden muss. Wir sehen doch, dass Vernunft unwirksam ist.

    Als Mitarbeiter einer Luftfahrtgesellschaft stehe ich Tag für Tag gefühlt knietief im Plastikmüll. Einwegflaschen, Tetrapak, Bierdosen, Papp- und Plastikbecher, die Stangen jeweils in Folien verschweißt, Heiße Einweg-Baumwoll(!!!)-Tücher in Plastik-Einwegschale mit Einwegpinzette und Folienverschweißung, Kaffeebeutel in Plastiktüten, Schoko/Müsli/Keksriegel und Salzbrezeln in Plastik und selbst das Kinderspielzeug ist einzeln plastikverschweißt. Ach ja, die berüchtigten Rührsticks habe ich vergessen, mit deren Hilfe wir ja demnächst unser schlechtes Gewissen beruhigen. Ich wette, dass Luftfahrtgesellschaften wieder mal eine Ausnahmegenehmigung bekommen, wegen der „internationalen Konkurrenz“, wegen welcher wir ja auch unseren Treibstoff nicht versteuern müssen.

    Getränke oder Essen verweigern? Nutzlos. Vollkommen wirkungslos. Wird an Bord weniger verzehrt, passt die Fluggesellschaft die Beladungsmenge an. Schon jetzt gibt es auf Langstreckenflügen eine standardisierte „Unterbeladung“ beim Frühstück, weil im Durchschnitt ein bestimmter Anteil der Passagiere nicht frühstücken möchte. Hat man einen statistischen Ausreißer, und mehr als üblich möchten doch frühstücken, kann man nur sagen „Sorry, wir haben nicht genug.“ Dadurch lassen sich offenbar Millioneneinsparungen generieren, und man nimmt gelegentlich vergrätze Kunden in Kauf. So geht Gewinnmaximierung. Zudem hat der Weltluftverkehr von 2017 auf 2018 knapp 8% zugelegt, ähnlich waren die Wachstumsraten allein in Frankfurt. Terminal 3 soll die Passagierzahlen noch einmal um weitere 20 Millionen steigern. Glaubt da wirlich noch jemand, dass ein mitgebrachter Trinkbecher irgend etwas „bessern“ könnte?

    Wer immer mir eine Flasche zum Auffüllen hin hält, bekommt diese aufgefüllt oder jeder mitgebrachte Kleinkinderbecher natürlich auch. Die rasch wirksame Lösung kann nur lauten, dass Einwegbecher und -tassen verboten werden müssen. Übrigens hatten wir vor 20 Jahren noch Mehrwegtassen aus stabilem Kunststoff, wie sie auch auf Economy-Tabletts ausgedeckt sind. Die kamen vor jedem Kurzstreckenflug standardmäßig in einer Box an Bord, wurden wieder eingesammelt, zurückgestaut und dann gespült und wieder beladen. Aus „Kostengründen“ wechselten wir in den Nullerjahren irgendwann zu plastiklaminierter Pappe. Ist ja so praktisch.

    Rührsticks gibts aus Holz, wie man sie öfter bei den Kaffeeketten findet. Auch Plastiktrinkbecher für kalte Getränke gibts in einer Mehrwegvariante. Ja, die sehen nicht mehr sehr schön aus nach einigen Zyklen, aber wenn das Unternehmen schon großspurig mit „Fly Greener“ wirbt, dann sollte man es ernst meinen und maximale Anstrengungen unternehmen. Und wenn das eine „Waste Reduction Fee“ von 5 EUR pro Ticket bedeutet – würde das denn wohl die Masse der Reisenden abschrecken? Nun ja, in einem Land, das sich bereits an 20-EUR-Tickets gewöhnt hat, wahrscheinlich. Und da sind wir wieder bei der Geizdiskussion. Umweltschutz gibts nicht zum Nulltarif. Umweltsauerei auch nicht, aber leider zahlt die große Rechnung unsere Nachkommenschaft.

    Kaffee und Tee an Bord von Flugzeugen kann man übrigens bedenkenlos konsumieren. Das Wasser wird doch effiziente Aktivkohlefilter geleitet, bevor sich zu Kaffee oder Tee verwandelt. Der Ruf nach „Auffüllstationen“ bei Reedereien ist überflüssig, weil aus jedem Wasserhahn dieselbe Wasserqualität kommt. In der Tat ist es höchst kontraproduktiv und vermutlich dem Interesse am Flaschenverkauf geschuldet, wenn im Fitnesscenter die Wasserspender nicht zum Auffüllen von Flaschen benutzt werden dürfen. Wenn ich mit dem Mund am Wasserspender herumnuckeln kann, dann geht von einer Flasche keine größere Gefahr aus, oder?

    Was die Produktion von Plastikmüll betrifft bin ich leider pessimistisch, wie zur Zeit aus gegebenem Anlass bei fast allen Umweltaspekten, denn alle Parameter zeigen weiter ungebremst in eine schädliche Richtung: nach oben. Es ist nicht einmal eine deutliche Verlangsamung der Anstiege zu erkennen, ganz zu schweigen von Stagnation oder gar Reduzierung. Das atmosphärische Observatorium auf Hawaii hat übrigens kürzlich erstmals 415 ppm beim CO2 gemessen, es setzt sich der Anstieg also auch hier unvermindert fort. So lange wir also weiter mehr Rohstoffe verbrauchen als der Planet ohne große Schäden zu nehmen bereitstelle kann, tanzen wir weiter fröhlich und unbesorgt auf dem Vulkan herum. Es ist unerheblich ob ich das Doppelte oder das Zehnfache einer tödlichen Dosis an Gift schlucke, das Ergebnis ist identisch – und meine einzige Chance besteht darin, wenn ich um mehr als 90% reduziere. Das spiegelt ziemlich genau die Übernutzung wider, die wir uns in Europa und Nordamerika zur Zeit (noch) leisten.

    Es müssen also ebenso große Anstrengungen oder sogar größere unternommen werden, wenn es um den Erhalt der Biosphäre geht, wenn über Jahrzehnte und bis heute gleichfalls in großem Maßstab die Schädigung von Lebensräumen voran getrieben wird. Ein einsturzgefährdetes Haus wird man mit einer Tube Klebstoff nicht retten können. Das bedeutet zum Beispiel für den Verpackungsmüll (industriellen und Gewerbemüll lassen wir mal beiseite), der sich von 1995 bis 2016 von 1,5 Mio. t auf 3,1 Mio. t verdoppelte, dass wir ein rigides Mehrwegregime benötigen, welches aus zirkulierenden genau definierten und hoch bepfandeten Mehrwegbehältern besteht. So etwas funktioniert weder auf freiwilliger Basis noch durch industrie-organisierte Systeme (siehe die miserable Effizienz des „Dualen Systems“ oder den Wildwuchs bei E-Mobilitäts-Ladesystemen), das muss national oder noch besser auf EU-Ebene angestoßen werden. Unter 5 EUR pro Gebinde würde ich nicht gehen und zur Vermeidung sozialer Härten sollte pro Einwohner ein „Starterset“ aus 30 bis 50 oder Gutscheinen für den Ersterwerb von Produkten in Pfandbehältern ausgegen werden. Damit würde vermutlich sogar das allgemeine Konsumverhalten in eine nachhaltigere Richtung gelenkt, denn kaum jemand käme dann noch auf die Idee, dass man eine Chemiewaffenkollektion aus 25 verschiedenen Putzmitteln bräuchte.

    Entscheiden wir uns nicht in Bälde für vernünftige Maßnahmen zur Selbstbeschränkung, wird uns Mutter Natur die Entscheidung abnehmen, aber das auf eine Weise, die ziemlich unschön aussehen und auf soziale Härten wie menschliches Leid keinerlei Rücksicht nehmen wird. Unsere Ressourcen werden sehr schnell nicht mehr ausreichen um uns gegen die ständigen Schäden zu wehren, die Naturgewalten hervorrufen. Denn die Natur ist nicht empathisch, sie „ist“ einfach nur sie selbst und weiß noch nicht einmal, dass es uns gibt. Verweigern wir uns den unvermeidlichen Anpassungen zu lange, müssen wir im vorhergen Satz „gibt“ durch „gab“ ersetzen.

  9. @Volker: Ich stimme Dir im Grund vollkommen zu. Mein Ansatz war ein fatalistisch-realistischer mit der grundsätzlichen Annahme, dass radikale Veränderung (sei es durch Umdenken der Einzelne oder der Politik) nicht in realistischer Nähe sind. Mein Gedanke ist, nicht durch ein fatalistisches „das bisschen hilft eh‘ nix“-Denken überhaupt nichts zu machen. Sondern den ersten Schritt zu gehen, der dann (hoffentlich) schnell zu vielen weiteren führt. Um Dein Beispiel mit dem einstürzenden Haus und der Tube Klebstoff aufzugreifen: Klar hilft der Klebstoff nahezu nichts. Aber – und darauf setze ich meine Hoffnung: Beim Verschmieren des Klebers merkst Du plötzlich, wie viele Risse das Haus wirklich ha und wie dramatisch die Situation wirklich ist. Allen durch die Beschäftigung mit dem Thema verändert sich Dein Denken, Deine Sichtweise auf die Dinge, macht Dir die Dringlichkeit deutlich und dann gehst Du weitere Schritte und weitere Schritte, wählst bei der nächsten Wahl eine Partei, die sich mehr als andere für Klimaschutz engagiert und so weiter. Und dann hat plötzlich der mitgebrachte Mehrwegbecher im Flieger doch eine große Wirkung. Und nebenbei bringt der Becher vielleicht auch die Leute, die rund um Dich herum sitzen, zum Nachdenken und löst auch bei Ihnen einen Veränderungsprozess aus.

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