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Venedig

Venedig verbietet geführte Touristen-Gruppen mit mehr als 25 Personen

Geführte Touristen-Gruppe mit mehr als 25 Personen sind in Venedig ab Juni 2024 verboten. Das hat der Stadtrat jetzt recht kurzfristig beschlossen. Um die Folgen des Overtourism in der Lagunenstadt abzumindern, kommt in diesem Jahr außerdem eine eigentlich schon lange beschlossene Eintrittsgebühr für Tagestouristen in Venedig zum Tragen. Sie wird an 29 besonders besucherstarken Tagen erhoben.

Barcelona hat es bereits im August 2022 vorgemacht, nun übernimmt Venedig die Idee: Geführte Touristengruppen sind nur noch bis 25 Teilnehmer erlaubt und die Guides dürfen generell keine Lautsprecher für ihre Erklärungen mehr nutzen. Stattdessen müssen sie auf Funksysteme zurückgreifen oder mit der Lautstärke ihrer natürlichen Stimme auskommen. Barcelona beschränkt die Gruppengröße übrigens noch strenger, nämlich auf maximal 15 Personen.

Das neue Verbot gilt sowohl für Venedig selbst als auch die Inseln Burano, Murano und Torcello. Für die städtischen Museen in Venedig gab es die 25-Personen-Begrenzung auch bisher schon. Und noch etwas will Venedig an Juni konsequenter durchsetzen: Nicht lizensierte Fremdenführer sollen nicht mehr toleriert werden.

Besonders betroffen ist von der neuen Vorschrift in Venedig vor allem auch die Kreuzfahrt. Zwar dürften größere und große Schiffe Venedig schon seit August 2021 nicht mehr direkt anlaufen (auch wenn diese Regelung schon wieder wackelt). Doch von Ausweichhäfen wie Fusina und Marghera am Festland gegenüber von Venedig sowie von Ravenna und Triest fahren die Ausflugsbusse die Kreuzfahrt-Touristen weiterhin für Besichtigungstouren nach Venedig. Diese Gruppen umfassen häufig eine ganze Busladung, um die 50 Personen. Geführte Ausflüge könnten durch die Beschränkungen nun teurer werden, weil mehr Guides benötigt werden und die Organisation von mehreren kleineren Gruppen aufwendiger ist.

Ziel der Gruppengrößen-Begrenzung und das Lautsprecher-Verbot ist es, die Belastung der Einheimischen durch die Touristen zumindest abzumildern. Große Touristen-Gruppen blockieren häufig Durchgänge und Laufwege, die Lautsprecher sorgen vor allem an den Touristen-Hotspots für konstante Lärmbelästigung.

Ab April: Eintrittsgebühr für Venedig an 29 Tagen im Jahr 2024

Einen schon länger gefassten Beschluss setzt Venedig ebenfalls 2024 tatsächlich um: eine Art Eintrittsgebühr für Tagestouristen in die Altstadt von Venedig. Besucher, die nicht in Venedig im Hotel übernachten, müssen sich von diesem Jahr an vorab über eine Smartphone-App für den Besuch in Venedig registrieren und dafür eine Gebühr von fünf Euro bezahlen. Kontrolliert werden soll das in der Stadt mit einem QR-Code, den die Besucher auf ihr Smartphone geschickt bekommen, sobald sie die Gebühr bezahlt haben.

Die Registrierungspflicht und Eintrittsgebühr („Contributo d’Accesso“) für Venedig gilt in diesem Jahr an 29 besonders besucherstarken Tagen, soll in den Folgejahren bei erfolgreicher Umsetzung aber ganzjährig eingeführt werden. Ab 16. Januar 2024 soll die Plattform zur Entrichtung der Venedig-Eintrittsgebühr unter der Adresse cda.ve.it aktiv sein.

Eintrittsgebühr wird 2024 an folgenden Tagen fällig: 25. April bis 5. Mai und dann an Wochenenden im Mai (11./12., 18./19., 25./26.5.), Juni (8./9., 15./16., 22./23., 29./30.6.) und Juli (6./7., 13./14.7.). Wer an diesen Tagen ohne QR-Code erwischt wird, soll zwischen 50 und 300 Euro Strafe zahlen.

Die Eintrittsgebühr wird nicht fällig für Aufenthalte auf den kleineren Inseln einschließlich Murano, Burano oder Lido de Venezia und muss auch nicht entrichtet werden, wenn man lediglich in Tronchetto, an der Piazzale Roma oder dem Bahnhof St. Lucia ankommt, von dort aber nicht in die Altstadt geht. Weiterhin kostenlos nach Venedig dürfen Kinder unter 14 Jahren. Sie müssen sich aber dennoch für den (für sie kostenlosen) QR-Code registrieren.

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Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

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