Mit unserem kostenlosen Newsletter sind Sie immer bestens informiert – gleich abonnieren!
Central Park

Umwelt-Aspekte und Fazit zur Symphony of the Seas

Bei einem neuen Kreuzfahrtschiff ist heute auch die Umwelttechnik ein wichtiger Aspekt, auch wenn die große Mehrzahl der Passagiere sich beim Buchungsverhalten bislang nicht an der Umweltfreundlichkeit eines Schiffs orientiert.

Da die Symphony of the Seas auf der Plattform eines Schiffs von 2009, der Oasis of the Seas, basiert, ist der Treibstoff konventionell: Schweröl und Marinediesel. Allerdings hat sich in den vergangenen neun Jahren viel verändert und so ist die Symphony of the Seas laut Royal Caribbean beeindruckende 25 Prozent energieeffizienter als die Oasis of the Seas. Anders formuliert: Sie benötigt für die gleiche Strecke und Betriebszeit ein Viertel weniger Treibstoff und stößt damit auch entsprechend weniger CO2 und andere Schadstoffe aus.

Unter anderem hat die Symphony of the Seas weiter entwickelte, effizientere Propeller und ein System zur Wärmerückgewinnung aus den Abgasen der Generatoren. Abseits der Emissionen hat die Reederei auf dem Schiff auch eine Initiative zur Reduzierung von nur einmal verwendetem Plastik gestartet. Für die Passagier deutlich sichtbar: Es gibt in den Bars keine Plastik-Strohhalme mehr. Wer unbedingt einen Strohhalm will, bekommt auf Nachfrage einen aus Spezialpapier.

am Sportsdeck der Symphony of the Seas
am Sportsdeck der Symphony of the Seas

Allerdings kommt der Hersteller dieser Strohhalme mit der Produktionsmenge nicht nach, sodass es noch eine Weile dauern wird, bis sich diese Initiative auf die restlichen Schiffe der Flotte ausweiten lässt. Ziel: „zero landfill“, kein Müll mehr auf Deponien, 100 Prozent Recycling.

Riesiges Schiff, aber alles andere als beengt

Wenn ich über so große Schiffe wie die Symphony of the Seas schreibe, bekomme ich oft Kommentare, die sinngemäß lauten: „Was für ein Monster, die vielen Menschen, das macht mir Angst, Massenabfertigung, da kriegt man ja Platzangst“. Dass die Oasis Class aber so genau nicht ist, macht für mich die große Faszination dieser Schiffe aus.

Sports Deck
Sports Deck

Kein andere, großes Massenmarkt-Kreuzfahrtschiff vermittelt so viel Gefühl für Platz, Freiraum und Individualität. Das hat viel mit der dezentralen Raumaufteilung dieser Schiffe zu tun. Die über 6.000 Passagiere ballen sich nie an einer Stelle zusammen, sondern verteilen sich sehr gleichmäßig übers Schiff. Restaurants, Bars und Entertainment sind so vielfältig, dass jeder seinen Lieblingsbereich findet.

Pooldeck und Wasserrutschen
Pooldeck und Wasserrutschen

Hinzu kommt, dass Royal Caribbean recht konsequent dem Trend der Branche widersteht, die Schiffe immer weiter zu verdichten und jeden Quadratmeter für zusätzlichen Umsatz zu nutzen. Da stehen vor dem (kostenlosen) Park Café einfach mal ein paar gemütliche Schaukelstühle. Im Central Park gibt es jede Menge Parkbänke, an denen nie ein Kellner vorbei kommt und zu einer Bestellung nötigt. Wo die Vögel zwitschern (okay, aus Lautsprechern) und wo es – zumindest zeitweise – ruhig und friedlich zugeht, zum Lesen oder für ein Abendessen im Freien bei Jamies Italian inklusive klassischer Livemusik.

Central Park
Central Park

Und wer lieber den Blick aufs Meer genießen und sich ein wenig den Wind um die Nase blasen lassen will, geht ans Heck hinters Aqua Theater, wo man häufig ganz allein die Ruhe genießen kann. Oder auf die „King of the World“ genannte Plattform oberhalb der Brücken-Nock mit ganz faszinierendem Ausblick.

Panorama-Blick vom
Panorama-Blick vom „King of the World“

Das heißt natürlich dennoch nicht, dass jeder ein Schiff wie die Symphony of the Seas lieben muss. Schade wäre es allerdings, wenn man diese großartigen Schiffe aus den falschen Gründen beziehungsweise aufgrund nicht zutreffender Vorurteile verpasst.

Bei Doppelbelegung 5.518 Passagiere in 2.759 Kabinen, maximal 6.680 Passagiere und etwa 2.200 Crew-Mitglieder. Zusammen genommen sind bis zu 8.880 Menschen an Bord. Und doch wirkt die Symphony of the Seas, wie auch die anderen Oasis-Class-Schiffe, nicht „voll“ oder gar beengt, sondern eher im Gegenteil.

Ruhe oder Trubel, je nach Laune

Auf unserer Vorabfahrt mit weniger als der Hälfte der Maximalbelegung war das ohnehin kein Thema. Aber ich habe insgesamt schon mehr als 50 Tage an Bord von Oasis-Class-Schiffen verbracht und auch bei ausgebuchten Reisen hatte ich nie den Eindruck, es seien zu viele Menschen an Bord. Ein ruhiges Plätzchen, an dem ich oft ganz allein oder nur mit einer Handvoll Mitreisender war, habe ich immer gefunden.

Symphony of the Seas in Malaga
Symphony of the Seas in Malaga

Das macht für mich die Faszination der Symphony of the Seas und ihrer Schwesterschiffe aus: Ich kann beides haben – die Ruhe und den individuellen Freiraum für mich, aber auch den ganzen Trubel, das großartige Angebot an Restaurants, Bars und Entertainment. Je nachdem, wonach mir gerade ist.

4 Kommentare

4 Gedanken zu „Umwelt-Aspekte und Fazit zur Symphony of the Seas“

  1. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die tollen Fotos! Ist mir zwar schleierhaft, wie man es schafft, soviel in der Kürze der Zeit zu fotografieren, waren die Restaurants noch nicht in Betrieb? Wir werden in 3 Wochen feststellen, ob uns diese Schiffsklasse gefällt. Ist auf jeden Fall eine tolle Einstimmung und wir freuen uns auf das Erlebnis „Symphony of the Seas“.

  2. @Brigitte: Doch, alle Restaurants waren in Betrieb, aber abends auf dieser Vorabfahrt waren die Spezialitäten-Restaurants nur auf Einladung und in einem Tag kann man ohnehin niemals auch nur annähernd alle schaffen ;-)

  3. Vielen Dank für diesen ausgewogenen Bericht. Heute war in meiner „Heimatzeitung“ ebenfalls ein Artikel, über den ich mich sehr geärgert habe, weil im Grunde jeder Satz latent negativ war – selbst positive Beschreibungen wurden indirekt ins negative gekehrt; El Loco Fresh wird zur „Imbißbude“, „Wer darauf eincheckt, vermisst nur eines: das Schiffsgefühl“, „Dieses Schiff ist nichts für Orientierungslose.“ oder „Nach Angaben von Royal Caribbean hat das Schiff mehr Kunstwerke als der Louvre in Paris. Aber wie im Museum fühlt man sich angesichts der wahllosen Anordnung der Bilder und Skulpturen nicht. “ „„Wunderbar“ sei es hier, finden französische Gäste, andere Kreuzfahrtlinien könnten einpacken im Vergleich zu dem, was hier geboten werde. Aber hilft viel immer viel? Dem amerikanischen Zielpublikum wird’s wahrscheinlich gefallen.“
    (wenn ich zuviel zitiert haben sollte – bitte meinen Beitrag kürzen oder löschen).
    Ich habe den Eindruck, daß ging jemand mit einer sehr manifestierten Haltung auf die gleiche Reise wie ihr und war wild entschlossen, alles mies zu finden. Dagegen freut man sich über die ehrliche Berichterstattung bei Dir – es ist ja nicht so, daß hier Verbesserungswürdiges nicht auch genannt würde. Aber dafür fehlte ganz eindeutig der Autorin die Sachkompetenz zum Thema Kreuzfahrten – da wurde sich lieber mit Platitüden beholfen und Satzbausteinen aus der Pressemappe.

  4. @Wendy: Ich glaube, man muss solche Texte wirklich einfach mit Humor nehmen und mal genau schauen, was dahinter steckt. Wenn jemand das Schiff als „nichts für Orientierungslose“ bezeichnet, dann offenbart es wohl nur, dass der Autor selbst wahrscheinlich eine so schlechte Orientierung hat, dass er sich nicht einmal auf einem sehr strukturiert angelegten Kreuzfahrtschiff zurecht findet. Nicht gerade beste Qualifikationen für einen Job als Journalist ;-)

    Was ich tatsächlich noch immer nicht so recht verstanden habe ist, warum viele Journalisten-Kollegen beim Thema Kreuzfahrt indirekt die Neid-Karte spielen: Lächerlich und schlecht machen, was sich ihre Leser (oder sie selbst) potenziell nicht leisten können. Und mangels Recherche nicht merken, dass Kreuzfahrten gar nicht so teuer sind, wie sie vorurteilsbehaftet annehmen. Die mangelnde Beschäftigung mit dem Thema frustriert mich, denn genaue Recherche auch von Hintergründen und Zusammenhängen ist die absolute Grundlage von Journalismus und die findet immer seltener statt.

    Man muss Kreuzfahrten, oder große Schiffe, ja nicht mögen. Aber die Kritik kann man auch sachlich und fundiert äußern und nicht, indem man vorurteilsbehaftet die Dinge ins Lächerliche oder Negative zieht. Denn das hilft ja auch dem Leser nicht in seiner Urteilsfindung, sondern schafft nur neue Vorurteile, baut Gräben auf und fördert schwarz-weiß-Malerei, der wir als Journalisten eigentlich entgegen wirken sollten.

    Aber dann wundern, wenn das Vertrauen in Journalisten allgemein immer weiter zurück geht. Traurig.

Schreibe einen Kommentar

Hinweis: Neue Kommentare werden aus technischen Gründen oft erst einige Minuten verzögert angezeigt.
Cookie Consent mit Real Cookie Banner