Venedig

Venedig-Eintrittsgeld wird konkret: drei Euro ab Mai 2019, mindestens sechs Euro ab 2020

Drei Euro kostet der Eintritt nach Venedig für Tagestouristen ab Mai 2019. Dies gilt ausdrücklich auch für Kreuzfahrt-Urlauber. Von 2020 wird es teurer: Je nach Andrang steigt die Gebühr dann auf sechs, acht oder zehn Euro, berichtet unter anderem die Tageszeitung Corriere del Veneto.

Das Venedig-Eintrittsgeld wird von Tagestouristen erhoben, die nicht in der Stadt übernachten. Hotelgäste zahlen auch bisher schon eine Übernachtungsgebühr und sind deshalb von der neuen Steuer ausgenommen. Kassiert werden sollen die Gebühren zunächst indirekt über Beförderungsunternehmen, welche die Touristen nach Venedig bringen: Kreuzfahrt-Reedereien, Busunternehmen, über das Zugticket und in Taxis.

Von 2020 an steigen die Gebühren dann deutlich an – auf sechs Euro für den Eintritt nach Venedig an normalen Tagen. In der Hochsaison sollen es acht Euro werden (Stufe „Rot“) und an besonderen Tagen gilt bei Stufe „Schwarz“ ein Tarif von zehn Euro. Ein reduzierter Betrag von drei Euro soll für Touristen gelten, die in Hotels nahe Venedig am Festland absteigen. Dafür verpflichtet Venedig diese Hotels dazu, ihre Gäste zu einem verantwortungsvollen Verhalten in Venedig anzuhalten.

19 Ausnahmen und hohe Bußgelder

Insgesamt gibt es 19 Ausnahme-Kategorien, darunter:

  • Kinder unter 6 Jahre
  • Menschen mit Behinderung und deren Betreuer
  • Verwandte von Einheimischen bis zum dritten Grad
  • Studenten
  • Menschen, die im historischen Stadtzentrum ihren Arbeitsplatz haben
  • Zeugen vor Gericht
  • Teilnehmer an Sportwettbewerben

Wer die Eintrittsgebühr nicht bezahlt, muss übrigens mit happigen Bußgeldern von 100 bis 450 Euro rechnen.

2019 betrachtet Venedig als Feldversuch, um Erfahrungen mit der Zutrittsgebühr zu sammeln. Für 2020 könnte es also noch Anpassungen bei den Regeln geben.

Ab 2022 Venedig nur noch mit vorheriger Anmeldung?

Die Ziele des Bürgermeisters von Venedig reichen aber noch über die Eintrittsgebühr hinaus: Von 2022 an will er am liebsten ein System einführen, bei dem auch Tagestouristen ihren Besuch vorab buchen müssen. Den Zutritt zur Stadt will er zwar auch spontanen Besuchern nicht verwehren, allerdings sollen unangemeldete Besuche dann „komplizierter“ werden.

Mit den Maßnahmen wolle man, so Bürgermeister Luigi Brugnaro, die Lebensqualität der Bürger Venedigs verbessern, die Kosten für die Dienstleistungen für Venezianer senken, Geld in den Erhalt der historischen Stadt zu investieren und mehr Ordnungskräfte einstellen.

Venedig kämpft seit vielen Jahren mit den Folgen des Overtourism und sucht nach Wegen, die Zahl der Touristen in der Stadt zu reduzieren. 2017 hatte die Stadt erstmals bei 60.000 Menschen die Reißleine gezogen und an einem Tag zum Festa del Redentore mit besonders viel Besucherandrang weiteren Besuchern den Zutritt verweigert. Dieser Schritt war damals offiziell noch mit Sicherheitsbedenken begründet worden.

2 Kommentare zu “Venedig-Eintrittsgeld wird konkret: drei Euro ab Mai 2019, mindestens sechs Euro ab 2020

  1. Wir fliegen Ende Mai für einige Tage nach Venedig und übernachten auch in der Stadt. Daher bin ich sehr gespannt auf die neue Eintrittsgebühr – speziell, ob die Ausnahmeregelung für Hotelgäste funktioniert. Schließlich benutzen diese die gleichen Beförderungsmittel auf der An- und Abreise wie die Tagestouristen und müssen dennoch ohne großen Aufwand eindeutig unterschieden werden können.
    Im schlimmsten Falle erfolgt eine manuelle Kontrolle der Hotelbuchung, was zum einen ziemlich zeitaufwendig wäre (lange Schlangen!) und zum anderen bei Spätanreisen problematisch werden könnte, wenn es keine besetzten Schalter mehr gibt und man die Tickets am Automaten ziehen muss (wir landen in VCE nach 22 Uhr).

    Wir berichten nach der Rückkehr, wie es geklappt hat!

  2. @Carsten Fister, da bin ich sehr gespannt! Schöne Zeit Euch in Venedig, die für mich immer noch schönste Stadt der Welt.

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