Artania

Artania: Die letzten acht Kreuzfahrtschiff-Passagiere sind zurück in der Heimat

Nach rund zweieinhalb Monaten auf See sind nun auch die letzten acht Kreuzfahrt-Passagiere noch aus der Zeit vor dem Shutdown zurück in der Heimat. Die Artania von Phoenix Reisen hat am Montagmorgen, 8. Juni, Bremerhaven erreicht.

Die Artania sollte eigentlich von Australien mit ihren Passagieren direkt nach Deutschland zurückfahren, nachdem die Kreuzfahrt wegen der Coronavirus-Krise abgebrochen werden musste. Doch dann schleppte mutmaßlich ein neu zugestiegener Passagier in Sydney das Virus ein. Am 25. März wurden die ersten Passagiere positiv auf Covid-19 getestet.

Von Fremantle flog Phoenix Reisen nahezu alle Passagiere am 29. März in Charterflugzeugen nach Deutschland. Knapp 200 Passagiere waren bereits von Sydney nach Hause geflogen, bevor es die ersten Covid-19-Fälle an Bord gab. Das Schiff samt Crew wurde von den australischen Behörden in Fremantle unter Quarantäne gestellt.

Acht Passagiere, die nicht fliegen können, blieben für 14 Tage zunächst in einem Hotel an Land und durften nach der Quarantäne-Phase zurück auf die Artania. Das Kreuzfahrtschiff fuhr am 18. April in Fremantle ab. Auf dem langen Weg zurück nach Bremerhaven fuhr die Artania im April Benoa (Bali) und Manila (Philippinen) an, um dort jeweils Crew-Mitgliedern auszuschiffen.

Die acht Passagiere der Artania, die am 8. Juni in Bremerhaven angekommen ist, sind die letzten Passagiere, die noch vor dem weltweiten Shutdown der Kreuzfahrt Mitte März an Bord gegangen waren.

Die ganze Geschichte der Artania lesen Sie in unserem News-Beitrag „Coronavirus-Verdacht auf der Artania vor Fremantle in Australien bestätigt“. Eine ausführliche Chronologie zu der langen Heimreise der Artania hat kürzlich auch die NZZ veröffentlicht.

Im Gegensatz zu den Passagieren sind Zehntausende von Crewmitgliedern immer noch nicht wieder zurück in ihren Heimatländern und warten aus eine Reisemöglichkeit, wie unser Beitrag „Neue Hoffnung für Crew, die noch immer auf Kreuzfahrtschiffen“ zeigt.

Erst Mitte Mai zurück nach Mauritius

Sehr lange auf ihre Heimreise hatten auch 46 Passagiere der Costa Luminosa warten müssen, allerdings an Land. Sechs von ihnen waren nach der Ausschiffung im März in Savona positiv auf Covid-19 getestet worden. Nach ihrer Ausschiffung Ende März mussten Sie nach einer 14tägigen Quarantänezeit in Hotels in Italien ausharren, bevor sie Mitte Mai endlich via Paris in ihre Heimat Mauritius fliegen durften.

Mauritius hat besonders strikte Einreiseregeln, die auch eigene Landsleute treffen. So mussten selbst Kreuzfahrtschiffe, die Crew-Mitglieder aus Mauritius direkt in Port Louis ausschiffen wollten, unverrichteter Dinge weiterfahren, nachdem das oberste Gericht die Einreisesperre für diese Crewmitglieder bestätigt hatte. Zwischen 20. und 26. Mai passierten mindestens fünf Kreuzfahrtschiffe Mauritius, ohne dort Crew ausschiffen zu dürfen, darunter die Volendam und die Island Princess. Die aus Mauritius stammenden Crewmitglieder mussten stattdessen weiter nach Indien oder Indonesien mitfahren und von dort versuchen, nach Hause zu kommen.

Vorsichtiger Neustart der Kreuzfahrt beginnt

Währenddessen hat die Kreuzfahrt auf dem Fluss bereits wieder begonnen. Die Nicko Vision von Nicko Cruises ist seit 1. Juni mit Passagieren auf der Donau unterwegs. In Norwegen bereitet sich Seadream Yacht Club auf die ersten Hochsee-Kreuzfahrten mit der Seadream I und II ab Ende Juni mit ausschließlich norwegischen Passagieren vor. Variety Cruises startet am 24. Juli mit einem Schiff in griechischen Gewässern sowie einem auf den Seychellen. Viking will im Sommer für britische Passagiere mit Kreuzfahrten rund um Großbritannien starten, ohne dafür aber bislang einen konkreten Termin zu nennen. Und Hurtigruten nimmt den Postschiff-Betrieb entlang der norwegischen Küste am 16. Juni wieder in begrenztem Umfang auf.

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