Michael Smith, Senior Vice President Guest Experience & Product Development, Holland America Line

Interview: Hintergrundmusik – nerviges Gedudel oder angenehmes Ambiente?

Auf Kreuzfahrtschiffen läuft fast immer und überall Musik im Hintergrund. Meist nimmt man diese Hintergrundmusik gar nicht bewusst wahr. Ob nervige Fahrstuhlmusik oder angenehme Hintergrund-Begleitung, dezente Unterhaltung oder unterschwellige Umsatzförderung – was hat es mit dieser Musik eigentlich auf sich? Dieser Frage bin ich einmal genauer nachgegangen. Und das kam so …

Ich saß auf der Nieuw Statendam im Lido-Café-Buffetrestaurant beim Frühstück und fühlte mich rundherum wohl – nichts Ungewöhnliches. Aber diesmal fiel mir etwas auf, das ich bewusst bisher in diesem Zusammenhang nicht wahrgenommen habe: Die dezente Hintergrundmusik hatte einen wesentlichen Anteil dran, dass ich mich wohlfühlte. Weil es genau meine Musik ist, weil sie unterschwellig positive Emotionen ausgelöst, für Entspannung gesorgt hat.

Dabei liefen zwischendurch sogar Weihnachtlieder, „Rock around the Christmas Tree“ in einer reizvollen, beinahe jazzigen Version. Wäre stattdessen das nervige „Last Christmas“ – meine Entspannung und gute Laune wäre dahin gewesen. Natürlich habe ich danach viel genauer auf die Hintergrundmusik am Schiff geachtet und festgestellt, dass Holland America Line meinen ganz persönlichen, subjektiven Musikgeschmack fast perfekt trifft.

Hintergrundmusik – was steckt da eigentlich dahinter?

Wie funktioniert das? Wer entscheidet, wann welche Musik läuft und wo überhaupt Musik gespielt wird? Wie groß ist der Einfluss von Hintergrundmusik auf die Passagiere? Und warum gibt’s auf manchen Schiffen eine Auslaufmusik beim Verlassen des Hafens und bei anderen nicht?

Nach meinem Erlebnis im Buffet-Restaurant der Nieuw Statendam habe ich die Gelegenheit genutzt, mich mit dem Mann zu unterhalten, der für dieses Thema bei Holland America Line zuständig ist und während meiner Reise zufällig an Bord war: Michael Smith, Senior Vice President Guest Experience & Product Development.

Wie wichtig ist Hintergrundmusik für die Reederei und für die Passagiere?

Michael Smith: Hintergrundmusik ist für Holland America Line etwas ganz Neues. Aber in heutiger Zeit ist Musik sehr wichtig, um ein bestimmtes Ambiente zu schaffen, ob in einem Restaurant, einer Lounge oder an einer Poolbar. Deshalb hat dieses Schiff – und auch die Koningsdam – ein umfassendes Musik-System, über das wir unterschiedliche Hintergrundmusik zu unterschiedlichen Tageszeiten in verschiedenen Bereichen des Schiffs spielen können.

Wenn Sie also zum Dinner in Rudi’s Sel de Mer sitzen, vermittelt die Musik ein gewisses französisches Feeling. Das bestätigt eine gewisse Erwartung der Gäste, quasi in einem Restaurant in den Straßen von Paris zu sitzen.

Aber auf den Straßen von Paris läuft eigentlich keine Musik …

Ja, aber es vermittelt einem diese unterschwellige Wahrnehmung eines authentischen Erlebnisses. Wir sprechen bei allem, was wir tun, über Authentizität. Wenn wir also ein Tischgedeck gestalten oder ein Restaurant: Viele Kreuzfahrtschiffe würden im Steakhaus und im Buffet-Restaurant dasselbe Porzellan benutzen. Wir wollen ein Erlebnis bieten, bei dem der Gast das Gefühl bekommt, dass das wirklich sein Geld wert ist. Deshalb haben wir wirklich viel über diese kleinen Details nachgedacht.

„Es vermittelt einem diese unterschwellige Wahrnehmung eines authentischen Erlebnisses.”

Wenn Sie zum Beispiel ins Canaletto (Anm.: italienisches Spezialitätenrestaurant) gehen, da gibt es diese Serviettenringe, die genau genommen eine Werbung für Aperol Spritz sind. Aber es ist eben auch ein typisch italienischer Drink vor der Mahlzeit.

Oder schauen wir unsere Uniformen an: Details wie die orangefarbenen Knöpfen als Reminiszenz an unsere niederländische Geschichte, oder der orangefarbene Gürtel im Lido Market. Uns sind diese kleinen Details wichtig, um dem Gast etwas mehr zu bieten als andere.

Okay, aber wie trifft man denn den richtigen Musikgeschmack in weniger spezifischen Bereichen des Schiffs?

Unser Entertainment-Team in Seattle arbeitet mit einem Unternehmen in New York City zusammen, das spezialisiert darauf ist, Musik für alle möglichen Umgebungen zu designen. Die haben vielleicht hundert oder mehr unterschiedliche Playlists verfügbar und die werden über einen Server im Voraus programmiert.

Was also um acht Uhr morgens läuft, unterscheidet sich stark davon, was man zur Mittagszeit hört und sehr unterschiedlich zu dem, was um neun Uhr abends läuft. Die sind also diejenigen, die die Musik und den Tagesablauf zusammenstellen.

Das hängt nicht von der Tageslaune eines Bartenders oder DJs ab …

Wie oft waren wir schon in einem Restaurant, wo sie womöglich Heavy-Metal-Musik spielen, weil das die Musik ist, die der Bartender hören möchte? Nein, bei uns kann niemand die Musik einfach ändern. Die ist für jede Tageszeit für jeden Bereich vordefiniert.

Wie entscheiden Sie also, welche Musik gespielt wird?

Die Leute in dem Unternehmen schauen sich unsere Fahrtgebiete an. Wenn wir in Asien sind und beispielsweise in Shanghai einlaufen, werden wir beispielsweise im Crow’s Nest (Anm.: Aussichtslounge) thematisch etwas eher Asiatisches spielen. Dann schauen sie natürlich auf unsere Gästezusammensetzung, vor allem die Altersgruppe.

„Eher leicht zugängliche Musik, die unsere Gäste auch wiedererkennen.”

Wir spielen also kein Heavy Metal oder etwas in dieser Richtung, sondern eher leicht zugängliche Musik, die unsere Gäste auch wiedererkennen. Wir spielen aber auch Musik, an die unsere Gäste vielleicht nicht von sich aus denken würden, sich aber sich im richtigen Genre bewegt.

Das Unternehmen hat eine Menge Informationen, für was Holland America Line steht und was wir bei unserer Positionierung und unserer Marke zu erreichen versuchen. Die bekommen all diese Informationen. Sie stellen uns viele Fragen und wir geben Feedback, wenn wir das Gefühl haben, dass etwas nicht funktioniert – und das tun wird durchaus oft, wenn wir feststellen, dass eine bestimmte Playlist vielleicht nicht ganz passend ist, damit sie das anpassen können.

Der Einfluss von Musik ist so subtil. Können Sie überhaupt nachvollziehen, ob die Passagiere die Musik mögen oder nicht?

Wir bekommen rund 300.000 Feedback-Bögen jährlich von unseren Gästen. Aber das ist eher anekdotisches Feedback, wenn der eine oder andere Gast kommentiert: „Ich habe es genossen, morgens im Crow’s Nest zu sitzen, die Musik zu hören und den Sonnenaufgang zu beobachten.“ – Sowas in dieser Richtung.

Aber ansonsten denke ich, nehmen unsere Gäste das gar nicht wahr, weil sie auch gar nicht merken, wie unterbewusst Hintergrundmusik wirkt und was sie verändert. Sie wissen nur, dass es sich mit der Musik irgendwie besser anfühlt, wenn sie über das Schiff laufen.

Ich selbst habe es heute beim Frühstück tatsächlich das erste Mal bewusst wahrgenommen, wie Musik zu meinem Wohlbefinden beigetragen hat …

„Sie realisieren nicht, dass die Musik das mit ihnen macht.”

Ich freue mich, dass Sie das sagen. Denn ich denke, dass die Mehrheit unserer Gäste gar nicht wahrnimmt, dass Musik ihnen das Gefühl von Entspannung gibt und dass sie dadurch in Urlaubsstimmung kommen. Sie realisieren nicht, dass die Musik das mit ihnen macht.

Andererseits ist das ja auch etwas sehr Subjektives. Spielen Sie „Last Christmas“ und meine gute Laune ist dahin …

Ja, ich habe das gestern auch bemerkt, als wir im Atrium bei der Einschiffung einige Weihnachtslieder eingestreut haben und ich kann ihnen nicht versprechen, dass Sie „Last Christmas“ nicht hören werden, während Sie an Bord sind.

„Wenn Musik läuft, bleiben sie vielleicht.”

Es ist interessant, dass Sie das so sagen, denn wir, die wir das Entertainment hier an Bord managen, glauben fest an Hintergrundmusik. Sie lässt Menschen in einem Bereich bleiben. Sie könnten beispielsweise ins Crow’s Nest hineinlaufen und es ist totenstill, keine Aktivität. Dann würden Sie wahrscheinlich wieder umdrehen und gehen. Aber wenn da ein wenig Musik läuft, bleiben sie vielleicht. Und natürlich steigert das auch unseren Umsatz, weil sie einen Drink bestellen.

Das ist eine neue Herangehensweise für Holland America Line. Diese beiden Schiffe sind die ersten, auf denen wir Hintergrundmusik umfassend und schiffsweit einsetzen und wir haben vor, das auf die restliche Flotte auszuweiten, abhängig vom Erfolg hier.

Gibt es Situationen oder Zeiten am Schiff, wo Sie definitiv keine Hintergrundmusik spielen würden?

Musik unterstützt immer. Nein, ich denke nicht, dass es einen Zeitpunkt gibt, wo wir sagen würden: „absolut keine Musik“ – außer während Vorträgen und Ähnlichem.

Wir glauben auch daran, dass es sinnvoll ist, die Gäste darauf einzustimmen, was als Nächstes kommt. Wenn Sie auf dem Weg zur World Stage (Anm.: das Theater) sind oder dort sitzen und warten, dass eine Show beginnt, dann wird die Musik speziell auf die bevorstehende Show abgestimmt sein, um das Publikum in die richtige Stimmung zu versetzen.

Manchmal wäre es schön, einen Ort zu haben, wo man ungestört dem Meeresrauschen, den Geräuschen des Windes lauschen kann, ohne Musik …

Das haben wir noch nicht ausprobiert. Für bestimmte Zeiten am Tag in einzelnen Bereichen wäre das eine Überlegung wert. Unter unseren Gästen gibt es Leute, die eine wirklich ruhige Lounge bevorzugen, wie beispielsweise das Crow’s Nest, ohne jegliche Musik. Und dann schlafen sie in diesen Lounge-Sesseln ein. Es gibt eigentlich viele Plätze am Schiff, wo man einfach abhängen kann.

Denkt HAL über eine eigene Auslaufmusik nach oder haben Sie sowas schonmal ausprobiert?

Michael Smith, Senior Vice President Guest Experience & Product Development, Holland America Line
Michael Smith, Senior Vice President Guest Experience & Product Development, Holland America Line

Wir haben eine Sail-Away-Party am Pool, aber wir wollen dieses große Getue vermeiden – Sie wissen schon: „We are Sailing“ von Rod Steward oder sowas. Wenn wir auslaufen, spielen wir Musik, die zum jeweiligen Hafen und zur Altersstruktur der Passagiere passt. Unser Cruise Director ruft aber nicht alle Passagiere zu gemeinsamen „Jello Shots“ zusammen oder sowas (Anm.: ein beliebter Party-Drink in den USA, bestehend aus Gelatine und billigem Schnaps). Wir versuchen, ein gehobenes und anspruchsvolles Niveau zu bieten und nicht ins Lächerliche zu gehen.

Wir danken Michael Smith für das spannende Interview!

Anmerkung*: Cruisetricks.de fuhr auf der Nieuw Statendam auf Einladung von Holland America Line.
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Cruisetricks.de fuhr auf der Nieuw Statendam auf Einladung von Holland America Line.

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7 Kommentare

7 Kommentare zu “Interview: Hintergrundmusik – nerviges Gedudel oder angenehmes Ambiente?

  1. Hintrgrundmusik finde ich in der Regel nur nervig. Selten ist sie passend und meist zu laut.
    Besonders schlimm an Bord, wenn man die gleiche Musik immer wieder serviert bekommt.
    So gerne ich Schiffsreisen mache, so sehr bin ich dann nach ca. 10 Tagen froh, wenn ich endlich mal wieder Ruhe genießen darf.

  2. Bei der Lautstärke würde ich in der Tat unterscheiden zwischen echte Hintergrundmusik (dezent) und der Musik, die auch zur aktiven Unterhaltung dient (lauter bis laut). Letztere würde ich nicht im engeren Sinne zur Hintergrundmusik zählen – schon weil man sie aufgrund ihrer Lautstärke immer bewusst wahrnimmt. Bei Holland America Line ist die Hintergrundmusik tatsächlich sehr dezent und fällt zunächst gar nicht auf, wenn man nicht explizit darauf achtet.

  3. Also ich nehme Hintergrundmusik selten wahr,finde sie aber eigentlich immer sehr angenehm.Einmal habe ich sogar laut gelacht,als bei einer Reise mit Costa Kreuzfahrten beim Rückweg von der Seenotrettungsübung zur Kabine ausgerechnet der Schmachtfetzen „My Heart will go on“ aus dem Titanic-Film lief.Ich glaube nicht,das es Absicht war…aber lustig war es in dem Moment irgendwie schon.

  4. Hallo Franz,
    danke für deinen Bericht – endlich spricht jemand mal das Thema an :)
    Also ich war kürzlich auf der Aida Luna und habe die Hintergrundmusik als sehr positiv wahrgenommen. Hier wurde
    angenehme Lounge oder besser chillige Musik gespielt (ähnl.Cafe del Mar). Das erinnerte mich an schöne Stunden in der „Milchbar“ auf Norderney mit Blick aufs Meer:) Auf früheren Reisen mit Aida war das (nach meinen Erfahrungen) nicht so gut
    gelöst (z.B. mehr Radio Musik von der Stange). Auch, dass in der „Aida Lounge“ mal keine Musik gespielt wird, finde ich sehr vorteilhaft.

  5. Moin zusammen! Dieses Thema war überfällig. „Hintergrundmusik“ ist leider allzu oft eine Vordergrundmusik. Schon lange frage ich mich: was soll das? Bekannt ist, dass Mensch, sein neuronales Netzwerk und die biochemischen Abläufe in dessen Körper sich seit Jahrhunderttausenden nicht geändert haben. Ebenso lange ging es prima ohne „Hintergrundmusik“, weil es während der längsten Zeit unserer Existenz nur „live“ gespielte Musik gab (oder Gesang). Die Omnipräsenz von Gedudel gab es lange Zeit gar nicht. Die Tatsache, dass wir es bis heute über alle evolutionären Klippen ohne Dauerbedudelung schafften, ist mir Beweis genug, wie herrlich es ohne geht. Besonders entnervend habe ich die extrem laute Dauerbeschallung auf NCL-Schiffen in Erinnerung. Ohrenbetäubendes Gequäke irgendwelcher US-amerikanischer Sangeskünstlerinnen in den schrillsten Tönen und aberwitzigsten Scheinmelodien zerrte an meinen Nerven. Nach zahlreichen Kreuzfahrten kam ich zu der Erkenntnis, dass nur in wenigen Fällen etwas „Dezentes“ in erträglicher Lautstärke gewählt wurde, zumeist empfand ich es als störend. Dazu kommt, dass jeder einen anderen Musikgeschmack hat und es statistisch völlig unmöglich ist, den Geschmack aller zu treffen. Ich plädiere also dafür, mit dieser akustischen Versklavung der Kundschaft aufzuhören. Wer immer beschallt werden möchte, kann dieses heute per MP3 und Headset/Kopfhörern erledigen (was ja auch reichlich statt findet). Diese Möglichkeiten habe es noch nicht, als die „Hintergrundmusik“ erfunden wurde. Da wurde noch von Vinylplatten oder Tonbändern gedudelt. Die Zeiten haben sich aber geändert, die Musikkonserve ist heute winzig und mobil, so dass dieses nach meiner Ansicht ein weiterer guter Grund ist, mit dem Irrsinn aufzuhören.

    Bordansagen haben zwar mit diesem Thema nichts zu tun, jedoch ist jede Art elektronischer Beschalung geeignet, dem Ruhesuchenden seinen Urlaub zu vermiesen. Besonders negativ empfinde ich, dass z.B. auf Flusskreuzfahrtschiffen immer wieder die Sightseeing-Ansagen des Passagierbespaßers unentwegt in die Kabinen übertragen werden. Ich erwarte, dass meine bezahlte Kabine allein mein Rückzugsraum ist, an dem ich Ruhe und jene Zerstreuung genießen kann, die ich selbst wähle, da brauche ich ganz sicher keine Zwangsbeschallung. Ich finde es geradezu unerhört, dass solche Erkenntnisse bei den Betreibern überhaupt keinen Sinneswandel auszulösen scheinen. Nicht einmal entscheiden kann man sich, weil es keinen Schalter gibt, ob ich diese Ansagen hören möchte oder nicht. Wie kompliziert wäre es denn, wenn man analog zu den Hochseeschiffen, die Bordansagen an einen bestimmten TV-Kanal koppelte? Ich denke, dass es hierzu noch einiges zu optimieren gibt. Frohes Neues Jahr :-)

  6. Lieber Volker,

    Deine Sichtweise hat eine strikte Passagier-Perspektive und aus dieser Sicht bin ich vollkommen bei Dir.

    Die Reedereien (ich pauschalisiere jetzt mal unfairerweise etwas) sehen das natürlich anders. Passagier-Wohl ist gut, solange es Geld bringt. Gehen die Kreuzfahrt-Preise aber immer weiter nach unten oder steigen nicht so, wie die Aktionäre das verlangen (Ursachen dafür: nochmal ein anderes Thema), muss das Geld anderswo herkommen. Also erhöht man stetig die Getränkepreise an Bord, verkürzt die Hafenzeiten, sodass Passagiere gezwungen sind, die überteuerten Reederei-Ausflüge zu buchen etc. Und man setzt eben Methoden zur Absatz-Steigerung an Bord ein – wie etwas Hintergrundmusik, die zum Kauf von Getränken animieren soll. Für die Mehrheit der Passagiere funktioniert das und die wenigen, die davon genervt sind, fallen durchs Raster :-(

    Etwas weniger pauschal: Erfreulicherweise gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Reedereien, die Du teils ja auch schon ansprichst. Letztlich aber läuft es immer aufs Gleiche hinaus:
    – im Massenmarkt passiert, was bei der Mehrheit dieser Masse funktioniert und was sich die Leute gefallen lassen
    – ansonsten bekommst Du, wofür Du bezahlst – sprich: Musik- und Durchsage-freie Umgebung kostet beim Grundpreis der Reise mehr, weil der Onboard-Revenue tendenziell niedriger ist.

    Das Ärgerliche ist, dass sich die Mehrzahl der Anbieter (und das ist ja nicht nur in der Kreuzfahrt so, sondern in nahezu allen Branchen) orientiert sich an der „breiten Masse“, sodass man als jemand, der etwas Anderes will, sich gar nicht so leicht tut, geeignete Produkte/Angebote überhaupt zu finden, selbst wenn man bereit ist, dafür mehr zu bezahlen.

    Aber da habe ich mich jetzt thematisch schon sehr, sehr weit von Hintergrundmusik entfernt ;-)

  7. Ach Markus, Du auch hier? :-)

    Das „My heart will go on“ hatte ich bei AIDA auch mal nach der Rettungsübung, allerdings nur die Instrumentalversion. Absicht oder nicht – man weiß es nicht. :-D

    Mich überrascht die Aussage von Volker etwas, Ich war zugegebenermaßen noch nie auf einer Flußkreuzfahrt, aber auf See kenne ich es so, daß die Ansagen, sofern sie nicht sicherheitsrelevant sind, nur in den öffentlichen Bereichen laufen, nicht aber in den Passagierkabinen. Meistens wird auf den Fernseher verwiesen, der die Ansage auf einem bestimmten Kanal auch hat, aber bis der so weit ist, ist die Ansage meist schon um, also reißen alle, die die Ansage hören wollen, die Kabinentüren auf. Daher bin ich etwas überrascht, daß es auf Flüssen anders zu sein scheint. (Ohne die Wahrheit der Aussage anzuzweifeln, nicht falsch verstehen.)

    Wer keine Musik hören will, hat zumindest bei den Sphinx-Schiffen von AIDA (bei den anderen weiß ich es nicht sicher) auf Deck 5, wo auch die Musterstationen sind, die Chance, das Meeresrauschen ungestört zu genießen. Außer beim Auslaufen wird dort üblicherweise keine Musik gespielt, ebenso auf den Kabinenbalkonen. Meist ist dort auch weniger los als auf dem überlaufenen Pooldeck.. ;-)

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