Hudson's, Hauptrestaurant

Norwegian Prima: Spannendes, neues Restaurant-Konzept

Neue Wege geht NCL auf der Norwegian Prima beim Restaurant-Konzept. Zunächst fällt das gar nicht sonderlich auf, doch es könnte deutlich verändern, wie Passagiere zu Abend essen. Die feststehende Speisekarte in den Hauptrestaurants und eine Markthalle als attraktive Ergänzung zum deutlich kleineren Buffet bieten mehr Vielfalt, zwingen aber auch zum Umdenken.

Die unauffälligste, aber recht weitreichende Veränderung ist die Speisekarte der Hauptrestaurants: das legere The Commodore Room und das elegante Hundson’s. Sie sind das Pendant zu Savor, Taste und Manhattan Room der Breakaway-Class-Schiffe.

Hauptrestaurants mit großer, aber feststehender Speisekarte

Die für Commodore Room und Hudson’s identische Speisekarte ist recht umfangreich, bleibt aber für die gesamte Kreuzfahrt gleich. Die angebotenen Gerichte wechseln also nicht täglich. Zusätzlich ist jeden Tag ein anderes Hauptgericht aus den Spezialitätenrestaurants mit Zuzahlung im Angebot sowie einmal ein dreigängiges „Signature Taste“-Menü (ohne Aufpreis).

The Commodore Room, Hauptrestaurant
The Commodore Room, Hauptrestaurant

Die feststehende Speisekarte nimmt einerseits die Sorge, dass man sein Lieblingsgericht verpasst, weil es ausgerechnet an einem Tag auf dem Menüplan steht, an dem man ein Spezialitätenrestaurant reserviert hat. Doch wer ohnehin ausschließlich im Hauptrestaurant dinieren will, dem werden irgendwann an Tag vier oder fünf die Optionen auf der Speisekarte ausgehen.

Zuzahlungsfreie Alternativen sind das Buffet, die neue Indulge Food Hall und das rustikale The Local Grill – alle allerdings keine herkömmlichen Dinner-Restaurants mit weißer Tischdecke.

Mit der täglich gleichbleibenden Speisekarte will NCL die Qualität steigern. Das gute Argument: Die Köche können die täglich gleichen Gerichte perfektionieren, statt sich jeden Tag auf neue Gerichte einstellen zu müssen. Unser Erfahrung nach funktioniert das durchaus gut. Die Zeit wird jedoch zeigen müssen, ob der Umfang der Speisekarte ausreicht oder noch erweitert werden muss.

Kleineres Buffet und die „Indulge Food Hall“-Markthalle

Das klassische Buffet-Restaurant Surfside Café auf Deck 17 verliert an Bedeutung und ist relativ klein. Fast schon versteckt ist die „Surfside Grill“-Ecke im Buffet-Restaurants ganz hinten. Ein Blick auf das Buffet dort lohnt sich immer, denn oft finden sich hie Dinge, die es am Hauptbuffet nicht gibt, auf unserer Reise zum Frühstück etwa Pecan-Nüsse oder Trockenfrüchte.

Surfside Cafe und Grill, Buffet
Surfside Cafe und Grill, Buffet

Daneben gibt es auf Deck 8 am Heck des Promenadendecks ganz neu die sehr gelungene „Indulge Food Hall“. Diese Markthalle mit elf unterschiedlichen Food-Ständen ist ein Mittelweg zwischen Buffet und Bedienrestaurant, wo der Passagier selbst entscheidet, ob er Gerichte bestellt und sich bedienen lässt, oder ob er sich die Gerichte direkt von den jeweiligen Food-Ständen holt.

Indulge Food Hall
Indulge Food Hall

Das reizvolle an dem Konzept ist die Auswahl an vielen unterschiedlichen Gerichten von Asia und Indisch über Barbeque und Rotisserie bis zu Nudelgerichten aus aller Welt und Salaten. Man sitzt gemütlich zusammen und jeder kann bestellen, was schmeckt, ohne dass man sich gemeinsam für eine Stilrichtung entscheiden muss. Der eine isst dann eben einen Salat während der andere einen Burger und der ein indisches Curry bestellt.

Geordert wird am Tisch per Tablet-Computer. Das Essen bringen die Kellner dann einzeln von jeder der Food-Stationen – und das geht auch erstaunlich schnell. Eiswasser gibt’s automatisch und kostenlos, sobald man Platz nimmt. Die übrigen Getränke bestellt man auf die gleiche Weise per Tablet. Schon das gemeinsame Bestellen hat durchaus einen gewissen Spaßfaktor.

Indulge Food Hall
Indulge Food Hall

In der Indulge Food Hall gibt es folgende Auswahl:

  • Q Texas Smokehouse (BBQ)
  • Seaside Rotisserie (Burger, Fleischgerichte)
  • Nudls (Nudel-Gerichte aus aller Welt)
  • Tamara (Indisch)
  • Tapas Food Truck
  • The Latin Quarter Food Truck
  • Garden Kitchen (Salate)
  • Coco’s (Desserts, gegen Aufpreis: Premium-Eiscreme)
  • Just Deserts
  • Just Ice Cream
  • Starbucks (gegen Aufpreis)

NCL bietet in der Indulge Food Hall auch solche Gerichte kostenfrei an, die auf anderen Schiffen extra zu bezahlen sind. Dazu gehört das Q Texas Smokehouse oder Coco’s – wobei Letzteres auch zuzahlungspflichtige Angebote hat, etwa Premium-Eiscreme und besonders aufwendig gestaltete Desserts.

Indulge Outdoor Lounge
Indulge Outdoor Lounge

Was die Indulge Food Hall ebenfalls besonders macht, sind die beiden Bars „Luna“ und „Soleil“, gespiegelt im Innen- und Außenbereich sowie der Lounge-artige Außenbereich mit ganz unterschiedlichen Sitzgruppen, Sonnenbetten, heimeligen Ecken, Hängesitzkörben – insgesamt sehr vielfältig, sodass jeder seine Lieblingsecke findet.

Indulge Outdoor Lounge
Indulge Outdoor Lounge

Wer übrigens gerne im Freien isst: Die Spezialitäten-Restaurants Los Lobos, Onda und Palomar sowie das Surfside-Café, The Local Grill und die schon erwähnte Indulge Food Hall haben jeweils Außenbereiche, die für kühlere Tage auch mit Heizstrahlern ausgestattet sind.

Bewährte Spezialitäten-Restaurants und das neue „Palomar“

Bei den Spezialitäten-Restaurants setzt NCL auf der Norwegian Prima weitgehend auf Bewährtes, etwa den Edel-Italiener Onda, den Mexikaner Los Lobos, das Steakhaus Cagney’s, das Asia-Fusion-Restaurant Food Republic, den Edel-Franzosen Le Bistro.

Neue Namen haben die beiden asiatischen Restaurants bekommen: Das Sushi-Restaurant heißt jetzt Nama, Teppanyaki firmiert als Hasuki. Wohltuend anders ist die Optik des Teppanyaki-Restaurants, das vom Design-Klischee abweicht und Blau aus Grundfarbe wählt. Neu ist auch, dass es hier jetzt neben den großen Teppanyaki-Tischen für acht Personen auch Zweier-Plätze gibt.

Ganz neu ist dagegen das mediterran-griechische Seafood-Restaurant Palomar. Wir hatten die Gelegenheit, auf der Jungfernfahrt einmal dort zu essen und was wir bekamen, war sehr fein. Weiterer Pluspunkt für das Palomar sind die bodentiefen Panoramafenster mit weitem Blick übers Meer.

Allerdings sind die á-la-carte-Preise des Palomar auch auf gehobenem Niveau: Vorspeisen zwischen 8 und 14 Dollar, Hauptgerichte von 32 bis 49 Dollar, Beilagen für 8 Dollar und Desserts für 10 Dollar, jeweils plus 20 Prozent Servicegebühr.

Die Gerichte auf der Speisekarte sind dabei eine interessante Mischung aus Griechisch und Steakhaus. Australische Lamm-Koteletts, New York Strip Steak, Filet Mignon oder Dover-Seezunge beispielsweise hätte ich in einem griechisch-mediterranen Seafood-Restaurant eher nicht erwartet.

Die Sache mit Starbucks auf der Norwegian Prima

Etwas verwirrend ist die Sache mit Starbucks: Im Atrium und in der Indulge Food Hall gibt es komplette Starbucks-Läden, echte Franchise-Betriebe. Entsprechend gelten hier die Getränkepakete nicht, es gibt aber ein eigenes Starbucks-Paket dafür.

Starbucks im Atrium
Starbucks im Atrium

Zugleich gibt es in den Restaurants Cappuccino und Espresso aus Starbucks-Kaffeebohnen, die nicht mit dem Franchise zusammenhängen und daher in den normalen Getränkepaketen enthalten sind, nicht jedoch wiederum im speziellen Starbucks-Paket.

Bars und Lounges: Modernes und Nachhaltiges

Viel Neues und Modernes tut sich an den Bars der Norwegian Prima. Besonders positiv: NCL hat für die Pool-Bereiche, in denen keine Glas-Gläser verwendet werden können, sehr ansprechende Kunststoff-Alternativen gefunden, sodass man einen Cocktail nun weitgehend auch am Pool in einem Cocktail-Glas serviert bekommt. Gänzlich verschwunden aber sind die einfachen, billig wirkenden Becher (immerhin aus pflanzlichen Rohstoffen, nicht aus Plastik) immer noch nicht.

die bisherigen
Die bisherigen „Plastik“-Becher (links) und die neuen, formschönen Kunststoff-Gläser, beide aus umweltfreundlichem Material

Teils auch an Land zunehmend beliebte Cocktail-Konzepte haben bei NCL schon vor einige Zeit Einzug gehalten, bekommen hier aber noch mehr Bedeutung: Bottled Cocktails, Cocktails aus dem Zapfhahn und nachhaltige Cocktails.

Bottled Cocktails

Diese Drinks werden in größeren Mengen frisch an Bord gemixt und dann in formschöne Fläschchen abgefüllt. Das macht für den Passagier optisch einiges her und schafft für die Bartender zeitlichen Freiraum für das Mixen andere Drinks.

Belvedere Bar, Bottled Cocktail
Belvedere Bar, Bottled Cocktail „All About Basil“

Cocktails vom Zapfhahn

Das Prinzip ist ähnlich wie bei den Bottled Cocktails. Diese besonders beliebten Drinks werden im großen Stil an Bord frisch gemixt und sind an der Bar dann per Zapfhahn verfügbar. Vorteil für den Passagier: Das Rezept wird 1:1 eingehalten und hängt nicht vom jeweiligen Barkeeper ab.

Cocktails aus dem Zapfhahn an der Local Bar
Cocktails aus dem Zapfhahn an der Local Bar

Nachhaltige Cocktails

Beim ersten Gedanken daran weniger attraktiv wirken Cocktails, die aus nachhaltigen Zutaten gemixt werden. Da kommen beispielsweise Sirups und Essenzen zum Einsatz, die aus Ananas-Abschnitten oder Bananenschalen aus der Küche oder aus Kaffee-Satz aus den Kaffeemaschinen an Bord gewonnen oder aus Champagner-Resten eingekocht werden – aber eben auch mit nachhaltig hergestellten Alkoholika. Doch einmal probiert, überzeugen diese Cocktails.

Metropolitan Bar
Metropolitan Bar, „Watermelon Twist“ (links im Bild: Probiergläschen)

Meine persönlichen Favoriten: Primadonna (Flor de Cana Eco Rum, Sirup aus Bananenschalen, Walnuss-Bitter und Orangenschale) und Watermelon Twist (Los Corrales Agaven-Tequila, selbst hergestellter Chili-Liqueur, Sirup auf Wassermelonenschale mit scharfem Salzrand).

Die „Sustainable Cocktails“ gibt es alle an der Metropolitan Bar sowie jeweils einer davon als Tages-Cocktail an den meisten anderen Bars.

Alkoholfreie und alkoholarme Cocktails

Die Vibe Beach Club Bar am Heck auf Deck 17 ist nicht nur die schönste Bar zum Sonnenuntergang, sondern auch der Ort für alkohol- und zuckerarme und alkoholfreie Cocktails. NCL hat hier Ideen entwickelt, wie man Passagieren, die wenig oder keinen Alkohol trinken wollen oder können, attraktive Alternativen bieten kann, die deutlich über das Mischen von Fruchtsäften hinausgeht.

Und so kommen für diese Cocktails beispielsweise alkoholfreie Gin-Varianten zum Einsatz, aber es gibt eben auch einen Aperol Spritz mit reduziertem Alkoholgehalt. Einige der Drinks sind auch an anderen Bars auf der Norwegian Prima verfügbar, alle aber nur an der Vibe Beach Bar.

Special-Drinks und Bar-Karten

Ein wenig kompliziert sind die Karten an den einzelnen Bars: Jede hat ihre eigenen Specials, die es nur an dieser einen Bar gibt. Standard-Cocktails und -Longdrinks gibt es grundsätzlich an jeder Bar, doch stehen sie nicht am Bar-Menü. Gin&Tonic, Negroni oder Lemondrop Martini bekommt man also überall, muss aber wissen, was man will und danach fragen.

Whiskey Bar Proof 66
Whiskey Bar Proof 66

Meine persönliche Lieblingsbar ist auf der Reise im Atrium die „Whiskey Bar Proof 66“ geworden, benannt nach dem Gründungsjahr von NCL, 1966: Fokus auf die Drinks, keine Ablenkung durch Entertainment und ein exzellenter Bar-Keeper, mit dem man schnell ins Plaudern kommt.

Observation Lounge
Observation Lounge

Für ruhige Momente – nicht nur für einen Sundowner-Cocktail – bietet sich die Obvervation Lounge an. Abseits des Trubels oben auf Deck 17 mit schön Ausblick nach vorne und zur Seite aufs Meer geht es hier meist sehr still zu. Die gemütlichen, teils wohnzimmerartig eingerichteten Sitzgruppen sind ein eleganter und zugleich entspannter Ort, um in Ruhe ein Buch zu lesen oder auch mal das Laptop aufzuklappen.

Luna Bar, Indulge Food Hall
Luna Bar, Indulge Food Hall

Ein Bar-Geheimtipp ist vor allem auch abends die Luna Bar – und bei warmem Wetter das Außen-Gegenstück Soleil Bar – der Indulge Food Hall am Heck auf Deck 8. Hier herrscht, ebenfalls etwas abseits des Trubels, eine nette Atmosphäre, um sich mit Freunden zu treffen oder in Ruhe ein Bierchen zu trinken.

Weiterlesen in Teil 3: Theater, Entertainment, Kart-Rennbahn, Promenadendeck „Ocean Boulevard“, Skulpturenpark „The Concourse“, Pools und Sonnendecks, Vibe Beach Club, Spa.

Anmerkung*: Cruisetricks.de fährt mit der Norwegian Prima auf Einladung von Norwegian Cruise Line.
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