The Haven Sundeck, Deck 16

Norwegian Prima: Kabine, Suiten-Bereich „The Haven”, Service und unser Fazit

Im letzten Teil unseres Schiffsportraits der Norwegian Prima widmen wir uns den Vorzügen und Schwächen der Kabinen und dem neu konzipierten und ans Heck verlegten Suiten-Bereich „The Haven“. Wir schildern unseren Eindruck von der Service-Qualität an Bord und ziehen ein persönliches Fazit.

Unsere Balkonkabine hinterlässt einen sehr überwiegend positiven Eindruck mit ein paar verbesserungswürdigen Details. Das flächige Wandbild schafft ein unverwechselbares Ambiente, die Kabine wirkt sehr modern und fröhlich.

Balkonkabine 11312
Balkonkabine 11312

Die Balkon-Möbel werden dem Premium-Anspruch von NCL gerecht und sind sehr wertig, die Rückenlehne ist verstellbar.

Balkonkabine 11312
Balkonkabine 11312

Der Vorhang zum Balkon ist weitgehend lichtdicht, in der Kabine gibt es nachts keine störenden Lämpchen. Steckdosen haben überwiegend US-Norm, eine am Schreibtisch hat aber auch Schuko-Standard: Tipp daher: Adapter für US-Steckdosen einpacken.

Balkonkabine 11312
Balkonkabine 11312

Sehr positiv: An beiden Nachttischlampen gibt es sowohl eine USB- als auch eine USB-C-Ladebuchse fürs Smartphone.

Balkonkabine 11312
Balkonkabine 11312

Richtig gut gefällt uns auch das Badezimmer: sehr helle, blendfreie Spiegelbeleuchtung, genug Ablagefläche und ein breites Waschbecken, das man in der Eile auch mal zu zweit gleichzeitig nutzen kann. Eine schlaue Lösung hat NCL auch für die Duschkabinentür gefunden, mit platzsparender Schwingtür, lange Wäscheleine und Fußstütze in der Ecke.

Was uns stört: Es gibt in der Kabine relativ wenig Stauraum und nahezu keinen Schubladenplatz. Lange Kleider und Hosen lassen sich nicht aufzuhängen, ohne dass sie unten etwas aufstehen. Praktisch wären auch Schubladen an den Nachttischen, um dort Kleinkram unterbringen zu können. Immerhin ist das Bett hoch genug, um den Koffer bequem darunter zu schieben, sodass man den Koffer als zusätzlichen Stauraum nutzen kann.

Unpraktisch sind die herausziehbaren Körbe des Kleiderschranks, die statt Regalfächern zum Einsatz kommen. Sind die Körbe nicht vollständig zurückgefahren, blockieren sie die Schiebetüren und umgekehrt lassen sich die Körbe nicht herausziehen, solange die Türen nicht vollständig auf eine Seite geschoben wurden. Mit einfachen Regalbrettern wäre man hier besser bedient.

Balkonkabine 11312
Balkonkabine 11312

Die schwere Badtür schlägt ungewöhnlich schnell und kräftig zu, sodass man hier besser keine Finger dazwischen bekommt. Quetschgefahr besteht konstruktionsbedingt auch bei den Schiebetüren des Kleiderschranks. Hier sollte man einfach ein wenig aufpassen.

Kaum nachvollziehbar ist, warum NCL gerade angesichts des neuen Premium-Anspruchs ausgerechnet die unpraktische Kleiderbügel-Variante mit Diebstahlschutz statt regulärer Bügeln mit gebogenem Haken einsetzt.

Anmerkung: Unsere Kabinenbeschreibung begrenzt sich auf die Kategorie Balkonkabine. Denn auf der Jungfernfahrt waren alle Kabinen belegt, sodass eine Besichtigung andere Kabinen-Kategorien nicht möglich war.

The Drop
The Drop

Tipp zur Kabinenwahl: Wer es am Balkon besonders ruhig haben will, wählt eine Kabine im vorderen Bereich des Schiffs abseits des Infinity Beaches und der Trockenrutschen. Denn letztere verlaufen nahe an den hinteren Kabinen, bei einigen sogar quasi durch deren Balkon hindurch. Bei der „Drop“-Rutsche ist zudem der Countdown und der vom Band kommende „Juhu“-Schrei bei jedem Rutschenden zu hören.

Suiten-Bereich „The Haven“ nach hinten verlegt

Den Suiten-Komplex „The Haven” hat NCL auf der Norwegian Prima ganz nach hinten auf Deck 16 und 17 verlegt, sodass das Haven-Sonnendeck einen 270-Grad-Blick nach hinten und seitlich aufs Meer hat – anders als auf bisherigen Schiffen der nach innen orientierte Haven Courtyard und lediglich ein relativ kleines Sonnendeck mit Blick aufs Meer.

Das Haven Sundeck hat einen recht großen Infinity-Pool nach hinten und bietet eine eigene Sauna und einen Cold-Room. Ein Deck höher auf 17 finden sich noch zwei Whirlpools.

Aufmerksamer und individueller Service

Um den Premium-Anspruch zu erfüllen, ist die Servicequalität besonders wichtig. Und da auf der Jungfernfahrt alle Kabinen belegt waren, lässt sich dieser Aspekt auch bereits sehr gut beurteilen. Und unser Eindruck war ein sehr positiver. Das eingangs schon erwähnte, sehr gute Verhältnis Crew-Mitglieder pro Passagier zahlt sich hier aus, vor allem aber auch die offensichtlich sehr gute Ausbildung und Erfahrung der meisten Servicekräfte.

Hudson's, Hauptrestaurant
Hudson’s, Hauptrestaurant

Sowohl unser Kabinensteward, als auch Kellner in den Bars und Restaurants waren durchgehend sehr aufmerksam mit nur gelegentlich kleinen Schwächen. Was mir aber besonders gut gefallen hat, war das Eingehen auch auf individuelle Anforderungen und Sonderwünsche, die sehr zuverlässig erfüllt wurden – etwas zusätzliche Anchovis auf dem Cesar Salad im Hauptrestaurant Hudson’s, was bei fertig vorbereiteten Salaten im normalen Küchenablauf nicht ganz unkompliziert zu bewerkstelligen ist.

Und nicht zuletzt hatten wir mit einigen unserer Kellner und dem Kabinensteward sehr herzliche und spannende Gespräche, unter anderem zwei Kellner, die zuvor schon für Hansa Touristik auf der Ocean Majesty oder auf Hochseeschiffen von Phoenix Reisen gearbeitet hatten und ein paar Worte Deutsch sprechen.

Mein Fazit

Der versprochene Schritt Richtung Premium-Markt gelingt NCL mit der Norwegian Prima sehr gut. Das Schiff hat eine moderne, leichte Eleganz und es gelingt sehr gut, auf dem mit gut 3.000 Passagieren relativ großen Schiff eher das Ambiente eines viel kleineren Boutique-Schiffs zu schaffen.

Atrium
Atrium

Ein paar wenige Aspekte erreichen den hohen Anspruch derzeit auf der Norwegian Prima noch nicht. Aber das sind eher Details, die sich nachbessern oder bei kommenden Schiffen der Leonardo-Klasse verändern lassen. So etwa die seltsamen, diebstahlsicheren Kleiderbügel in den Kabinen oder aber die immer noch nicht ganz verschwundenen Kunststoff-Becher (immerhin nachhaltig aus pflanzlichen Rohstoffen), die das beanspruchte Premium-Niveau verfehlen.

In einiger Hinsicht erinnert das Design und – in Teilen das Ambiente – der Norwegian Prima mehr an die Boutique-Schiffe der Schwesterreederei Oceania Cruises als an die übrige NCL-Flotte.

Vibe Beach Club
Vibe Beach Club

Wie dieser Wandel innerhalb der Flotte sich auch in kleinen Details auswirkt, zeigt das folgende Beispiel. Wer schon öfter mit NCL gefahren ist weiß, dass die kleinen Fische im Teppich-Design der Kabinengänge als Orientierungshilfe immer in Richtung Bug schwimmen. Diese ein wenig altbacken wirkenden Fische sind nun auf der Norwegian Prima dem moderneren Teppichdesign zum Opfer gefallen. Ein Element als Orientierungshilfe gibt es aber weiterhin: Im modernen Teppichmuster dezent eingearbeitete, abstrakte Pfeile erfüllen nämlich denselben Zweck.

Kabinengang
Kabinengang

Bei meinem Schiffsportrait zu Oceania Cruises‘ Marina hatte ich kürzlich geschrieben, dass ich die Marina als eine weniger pompöse Variante der Ultraluxus-Schwester Regent Seven Seas Cruises erlebt habe. Die Norwegian Prima ordnet sich nun in dieser Skala ein als eine Übertragung des Oceania-Ambiente auf ein dreimal so großes Schiff – plus natürlich die turbulenteren Aspekte wie Wasserrutschen, Kart-Rennbahn und Galaxy Pavilion.

Norwegian Prima
Norwegian Prima

Was insgesamt den wesentlichen Unterschied der Norwegian Prima zur übrigen NCL-Flotte ausmacht und damit auch das gehobene Ambiente schafft, ist die an vielen Stellen intimere Gestaltung, exklusivere Ausstattung und der sehr gute Service durch die höhere Crew-Zahl pro Passagier. Das schafft insgesamt die Wahrnehmung von mehr Exklusivität und Premium-Qualität.

Norwegian Prima: Fakten und Zahlen

  • Baujahr: 2022
  • Auslieferung: 29. Juli 2022
  • Taufpatin: Katy Perry
  • Werft: Fincantieri, Marghera
  • Flagge: Bahamas
  • Tonnage: BRZ 143.535
  • Länge: 293,4 Meter
  • Breite: 40,5 Meter (Wasserlinie; max. 51 Meter)
  • Tiefgang: 8,7 Meter
  • Kabinen: 1.646
  • Passagiere: 3.215 (Standardbelegung)
  • Crew: 1.506
Anmerkung*: Cruisetricks.de fährt mit der Norwegian Prima auf Einladung von Norwegian Cruise Line.
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1 Kommentar

1 Gedanke zu „Norwegian Prima: Kabine, Suiten-Bereich „The Haven”, Service und unser Fazit“

  1. Toller, ausführlicher und umfangreicher Bericht mit ganz hervorragenden Fotos. Ihr Bericht macht so was von Lust so schnell wie möglich auf die NCL Prima zu gehen um das Schiff selber zu erleben.
    Ihre Reportagen sind wie immer sehr spannend zu lesen und man ist bestens informiert. Ich freue mich den nächsten Schritt und darauf die „Premium“ Schiffe von NCL kennen zu lernen.

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