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Norwegian Jade in Katakolon

Norwegian Jade: Ein alte Bekannte macht bei NCL den Neuanfang

Die Norwegian Jade ist weder das kleinste noch größte Schiff der NCL-Flotte, weder das modernste noch das älteste – aber das erste, das in der Corona-Pandemie für Norwegian Cruise Line wieder fährt. Das ehemalige Hawaii-Schiff „Pride of Hawaii“ mit ihrem heutigen Namen „Norwegian Jade“ ist in Deutschland recht beliebt, verbrachte es doch mehrere Winter im Mittelmeer und hatte 2017 einen Sommer lang ihren Basishafen in Hamburg. Nun also im Sommer 2021 Griechenland in schwierigen Zeiten.

Ich war bei der ersten offiziellen Passagierfahrt zum Neustart ab 25. Juli 2021 an Bord und habe mir das Schiff genau angesehen – auch mit persönlichen Erinnerungen, denn bereits im Winter 2008/2009 war ich für zwei Wochen an Bord, damals noch mit ihrem recht bunten Hawaii-Design inklusive des riesigen, farbenfrohen Leuchters an der Decke des Atriums im Blumen-Design.

Dieses Aloha-Ambiente hat NCL bei der umfangreichen Renovierung des Schiffs 2017 gegen das elegantere Ambiente der neuesten Schiffe ausgetauscht. Dennoch ist dabei gelungen, das besondere Flair der Norwegian Jade zu erhalten. Und ein paar frühere Elemente findet man immer noch, beispielsweise im Hauptrestaurant Alizar, teilweise im Hauptrestaurant Grand Pacific, wo lediglich die Wandgemälde ersetzt wurden, oder im Theater – siehe Archiv unserer Bildergalerie zur Norwegian Jade, wie sie früher aussah.

Atrium
Atrium

Ich werde es in meinem Schiffsportrait nicht verhehlen können, deshalb frei heraus gestanden: Die Norwegian Jade gefällt mir auch persönlich sehr gut. Das hat mit privatem Geschmack zu tun, aber auch mit einigen objektiven Features, die das Schiff besonders machen.

Hauptrestaurant Alizar
Hauptrestaurant Alizar

Die Norwegian Jade ist mit knapp 300 Metern Länge, 2.466 Passagieren (aktuell maximal rund 70 Prozent, also circa 1.700) und einer Tonnage von BRZ 93.558 groß genug, um eine gewisse Vielfalt an Bars und Restaurants anzubieten. Aber sie ist klein genug auch für Fahrtrouten, die auch einmal länger ausfallen können und abseits der Kreuzfahrt-Rennstecken der ganz großen Schiffe verlaufen.

Umlaufendes Promenadendeck

Ein umlaufendes Promenadendeck haben neuere Schiffe nur noch selten, auch wenn es am Bug der Norwegian Jade durch eine Art Tunnel geht, es dort also keinen direkten Blick nach vorne gibt. Jogging ist auf der Promenade nicht erwünscht, dafür gibt es eine eigene Joggingbahn am Sonnendeck. Aber für Spaziergänge, neumodisch „Walking“, ist die 610 Meter lange Promenadenrunde ein guter Platz, zumal man hier auch kaum auf  andere Passagiere trifft.

Promenadendeck, Deck 7
Promenadendeck, Deck 7

Joggingbahn abseits der Sonnenliegen

Die Joggingbahn hat am Sonnendeck rund um den Schornstein einen eigenen Bereich, wo auch tagsüber keine Liegestühle im Weg stehen. Eine Runde hat hier gut 300 Meter Länge und führt auch am Golfabschlagplatz und dem Sportplatz (mit Zuschauertribüne) vorbei.

Joggingbahn
Joggingbahn

Riesendusche und freier Blick nach vorne

Ein nettes Kuriosum ist die Riesendusche am Sonnendeck 14 oberhalb des Pooldecks.

Sonnendeck, Deck 14 vorne
„Riesendusche“ am Sonnendeck, Deck 14 vorne

Am gleichen Sonnendeck gibt’s aber auch etwas, das auf neueren und größeren Schiffen oft nur noch Suiten-Gästen vorbehalten ist: Ein Sonnendeck mit gläsernem Windschutz und Blick über den Bug nach vorne.

Sonnendeck, Deck 14 vorne
Sonnendeck, Deck 14 vorne

Attraktive Raucher-Bar, ohne Rauchbelästigung für Nichtraucher

Zweifelsfrei der Lieblingsplatz für Raucher ist die Pit Stop Bar. NCL hat hier eine der geschicktesten Lösungen für das Raucher-Thema gefunden, die ich auf einem Kreuzfahrtschiff kenne. Denn die sehr attraktiv gelegenen Bar mit Blick über das Pooldeck kann zugleich von Rauchern (backbord) und Nichtrauchern (steuerbord) genutzt werden kann, ohne dass sich jemand vom Rauch gestört fühlt.

Pit Stop Bar
Pit Stop Bar

Kombination aus modernem Design und warmen Holzfarben

Die Innenarchitektur der Norwegian Jade ist – bei aller modernen Eleganz – auch wohltuend altmodisch: An vielen Stellen findet sich ein warmes Holzdesign wie etwa im „Grand Pacific“-Restaurant, das aber nicht altbacken wirkt, aber ein etwas traditionelleres Wohnzimmergefühl vermittelt, das die anderweitig zurzeit so modische, modern-distanzierte Kühle nicht bieten kann.

Hauptrestaurant Grand Pacific
Hauptrestaurant Grand Pacific

Kapelle, Bibliothek, Card Room

Auf der Norwegian Jade gibt es auch noch einige Räume, die auf neueren Schiffen längst abgeschafft wurden: eine Kapelle (Gebetsraum) mit buntem Tageslicht-Fenster …

Gebetsraum
Gebetsraum

… eine ziemlich große Bibliothek mit echten Büchern, zwei Schreibtischen, zwei Internet-Stationen und einem schönen Modell der SS United States …

Library
Library

… sowie einen Card Room mit Tischen, die sich mit ihrer grünen Filzoberfläche gut für karten- oder Gesellschaftsspiele eignen. Pandemie-bedingt muss man letztere derzeit allerdings selbst mitbringen. Nebenbei eignen sich die Tische im Card Room durch ihre geringere Höhe auch gut zum Arbeiten am Laptop – wenn man das während der Kreuzfahrt denn tun will oder muss.

Card Room
Card Room

Eines der größten Theater auf See

Neben der Spinnaker Lounge für kleinere Veranstaltungen und Live-Musik zum Tanz hat die Norwegian Jade ein besonders großes Theater für Shows im Broadway-Stil. Das für diese Schiffsgröße riesige Theater erinnert die großen Kinosäle früherer Zeiten mit weit aufsteigenden Zuschauerreihen, die zumindest in der Mitte nicht in separate Tribünen aufgeteilt sind.

Stardust Theater
Stardust Theater

Atrium mit Starbucks-Café

Wie bereits erwähnt, hat NCL die gläserne Blumenskulptur im Hawaii-Look bei der Renovierung 2017 durch einen eleganten, ebenfalls gläsernen Leuchter ersetzt, tagsüber mit weißem Licht, abends auch mal in bunten Farben. Das Ambiente des Atriums hat sich damit grundlegend geändert, von ein wenig schrill zu modern und elegant.

Atrium
Atrium

Ein wenig störend wirkt in dieser Atmosphäre nur das große LED-Display an der großen Treppe am Java Café.

Atrium
Atrium abends

Wer Starbucks-Kaffee mag: NCL hat Starbucks gerade auf alle Schiffe der Flotte eingeführt, auf der Norwegian Jade gibt es die Kaffeemarke aus Seattle im Java Café im Atrium.

Shopping: eher am Rande

Shopping auf Kreuzfahrt ist einer Frage er persönlichen Präferenzen. Auf Kreuzfahrtschiffen sind die Shops häufig so zentral platziert, dass die Passagiere ständig daran vorbei laufen müssen und damit in Versuchung geführt werden sollen.

Tradewinds Shopping
Tradewinds Shopping

Anders jedoch auf der Norwegian Jade. Hier liegt der hauptsächliche und durchaus großflächige Shopping-Bereich „Tradewinds“ abseits der typischen Laufwege auf Deck 7 ganz am Heck. Lediglich Photo Gallery und Art Gallery liegen am Durchgang zum Hauptrestaurant Grand Pacific. Ein kleinerer Schmuck-Shop liegt außerdem am Rande des Atriums auf Deck 6.

interaktive Panorama-Bilder: Norwegian Jade

verfügbare Bilder:
Pooldeck
Sonnendeck am Pool
The Great Ourdoor
Atrium
O Sheehans und Atrium
Restaurant Grand Pacific
Champagne Bar
Spinnaker Lounge
Balkonkabine 8042
Badezimmer
Vollbild-Modus empfehlenswert (Quadrat-Symbol links oben) – zum Ändern der Blickrichtung ins Bild klicken, Maustaste halten und Maus bewegen.

Herzlicher und individueller Service, der bei dieser Schiffsgröße überrascht

Das Zahlenverhältnis Crew-Passagiere liegt bei normaler Auslastung bei guten 2,24 und aktuell bei der coronabedingt geringeren Auslastung bei hervorragenden 1,55 Passagieren pro Crew-Mitglied.

Es ist aktuell eine Sondersituation, keine Frage: Die hohe Motivation der Crew auf den ersten Kreuzfahrten für NCL seit 500 Tagen und die geringere Passagierauslastung lassen per se schon einmal mehr Service zu, als das zuvor der Fall war. Aber darüber hinaus habe einen individuellen und herzlichen Service erlebt, der mich für ein Schiff im Massenmarkt sehr beeindruckt hat und der nicht nur durch das temporär bessere Crew-Passagier-Verhältnis zu erklären ist.

Zumindest in der aktuellen Situation hat NCL die Service-Qualität erreicht, die Frank Del Rio, Präsident und CEO der Norwegian Cruise Line Holdings, seit Übernahme dieses Postens im Januar 2015 propagiert und anstrebt.

Ein paar Beispiele zeigen das besser als eine allgemeine Umschreibung …

Atrium, Rezeption
Atrium, Rezeption

Situation 1: In der ersten Nacht war die leise Musik vom Kabinengang auch in meiner Kabine zu hören. Das Problem nach Vorsprache an der Rezeption am nächsten Tag behoben (und nicht etwa mit „bei der Gangmusik können wir leider nichts machen“ abgewiegelt, wie ich es eigentlich erwartet hatte). Fünf Tage später, in einem völlig anderen Kontext und ohne Computerunterstützung (nämlich beim Corona-Test zur Ausschiffung), traf ich wieder auf die Rezeptionistin, die meine Reklamation am ersten Tag entgegen genommen hatte. Sie erkannt mich sofort, erinnerte sich an die Reklamation und erkundigte sich, ob das Musik-Problem dauerhaft behoben sei.

Le Bistro, französisches Restaurant
Le Bistro, französisches Restaurant

Situation 2: Ich frage ein Crew-Mitglied, das gerade ein Quiz in der Champagner-Bar vorbereitet, ob ich die Tür zum nebenan gelegenen Restaurant „Le Bistro“ öffnen dürfe, um zu fotografieren. Er erklärt mir, das sei ein schlechter Zeitpunkt und ich solle mich zu Öffnungszeiten den Restaurantleiter fragen. Ein Kontakt von wenigen Sekunden, mit Maske vorm Gesicht. Drei Tage später sieht dasselbe Crewmitglied mich im Vorbeilaufen irgendwo anders am Schiff und erkundigt sich sofort, ob das mit dem Fotografieren geklappt habe.

Pool-Bar

Situation 3: Ich setze mich mit dem Laptop an einen der Tisch am Pool, meinen täglichen Reise-Beitrag zu schreiben, spreche ein Crew-Mitglied an mit der Bitte um eine Pepsi Light. Er erklärt mir, dass er nur Tische abräumt, aber sofort dem Kellner Bescheid sagt. Etwa fünf Minuten lang passiert nichts, dann kommt der Kellner, entschuldigt sich, dass es so lange gedauert hat und stellt mir gleich zwei Bechern Pepsi Light auf den Tisch und ohne sie zu berechnen.

Und auch Sonderwünsche beim Essen haben problemlos funktioniert: Im Grand Pacific bekam ich zu den (exzellenten) Pancakes wunschgemäß ein paar Streifen gebratenen Bacon und Pecan-Nüsse dazu (letztere stehen nicht auf der Speisekarte). Im Steakhaus – ich gestehe, ich habe die Seafood-Platte bestellt und Steak nur vom Teller eines Kollegen probiert – kam der Teller wunschgemäß ohne Jakobsmuscheln, die ich einfach nicht sonderlich gerne esse.

Längst nicht immer klappen solche Extrawünsche auf Kreuzfahrtschiffen so zuverlässig. Einzige Ausnahme während er siebentägigen Kreuzfahrt: Im Asia-Restaurant Jasmine Garden hatte der Kellner ein Timing-Problem mit dem Getränkeservice.

Restaurants & Essen

Ähnlich wie bei der Service-Qualität, ist auch beim Essen eine bemerkenswerte Steigerung erkennbar. Auch hier erreicht Norwegian Cruise Line jetzt tatsächlich das hohe Niveau, das schon vor einigen Jahren propagiert wurde.

Das fällt besonders in den beiden Hauptrestaurants Alizar und Grand Pacific auf. Eigentlich ist das Essen hier so hervorragend zubereitet und vielfältig, dass es einem beinahe schwerfällt, an einem oder mehreren Abenden das Hauptrestaurant zu Gunsten eines der Spezialitätenrestaurants aufzugeben. (Anmerkung: Ich bitte die teils schlechte Qualität der Essensfotos zu entschuldigen; die Lichtverhältnisse in den Restaurants waren zum Fotografieren oft etwa ungünstig.)

Im französischen Spezialitätenrestaurant Le Bistro hat NCL die Pandemie-Pause genutzt, um eine komplett neue Menükarte zu erstellen, die französische Klassiker modern interpretiert. Besonders fein ist das Hauptgericht, das  Lammhaxe und  Lammkarree kombiniert.

La Cucina hat ein etwas traditionelles Menü mit  bei Amerikanern beliebten Klassikern aus Italien, die aber ebenfalls etwas moderner interpretiert und exzellent zubereitet sind.

Das Asia-Restaurant Jasmine Garden kombiniert gute Asia-Küche mit Sushi-Bar, wobei Sushi auch am Tisch im Restaurant bestellbar sind, sodass man beides kombinieren kann.

Das Cagney’s Steakhouse und die brasilianische Churrascaria Moderno sind auf dem von NCL für diese beiden Spezialitätenrestaurants gewohnt hohen Niveau. Die Steaks sind exzellent und in der Churrascaria muss man nicht wie oft an Land damit rechnen, dass man zunächst mit billigen Fleischqualitäten satt gemacht wird, bevor die Filetstücke an den Tisch kommen.

Bei einem großen Anteil an Amerikanern an Bord könnte sich eine US-Reederei bei Steaks und in der Churrascaria auch keine Schwächen erlauben.

Ein Highlight der Norwegian Jade ist das „Great Outdoors“ mit Bar und Buffet am Heck als Außenbereich des „Garden Café“-Buffet-Restaurant. Teils mit einem Sonnensegel überdacht, teils unter freiem Himmel kann man dort sowohl die Mahlzeiten als auch einen Cocktail zum Sonnenuntergang mit Blick aufs Kielwasser genießen.

Ein wenig umständlich und fehleranfällig ist aktuell noch das Abrufen der Speise- und Getränkekarten der einzelnen Restaurants und Bars per QR-Code. Überall aber hält die Crew aber auch traditionelle Speise- und Bar-Karten auf Papier bereit, sodass das nicht weiter ins Gewicht fällt.

Getränkepakete & „Feel free“

Was bei NCL auf den ersten Blick erschreckt, sind die enorm hohen Preise de Getränkepakete, die bis zu 129 Dollar plus 20 Prozent Trinkgeld pro Tag kosten. Allerdings verkehrt sich der Eindruck ins Gegenteil, wenn man genauer hinsieht. Denn NCL bietet mit „Feel free“ ein Paket für einmalig 99 Euro für eine komplette siebentägige Kreuzfahrt ab, das zwei Leistungspakete enthält, die man auswählen kann – darunter auch das Premium-Getränkepaket, das regulär 99 Dollar pro Tag kosten würde.

Tatsächlich kostet damit das Premium-Paket umgerechnet also etwas mehr als 14 Euro pro Tag, wobei die zweite Leistung des Pakets, zum Beispiel ein Spezialitätenrestaurant-Paket dabei noch nicht berücksichtigt ist. Insofern sollte man bei einer NCL-Kreuzfahrt das „Feel free“-Paket für 99 Euro eigentlich immer dazubuchen.

Anders als bei den meisten anderen Reedereien wird das Getränkepaket übrigens auch auf teurere Getränke, die nicht im Paket enthalten sind, angerechnet. Übersteigt ein Getränke also den im Paket enthaltenen Preis von 15 Dollar, bezahlt man lediglich die Differenz, nicht den kompletten Preis.

Bars & Cocktails

Cruisetricks.de-Leser wissen es: Ich trinke abends gerne mal einen guten Cocktail. Auf amerikanischen Schiffen sind die zumeist kreativ, sehr gut gemacht und für deutsche Verhältnisse etwas teurer. Bei NCL ist das genauso. Reizvoll ist, dass jede Bar auf der Norwegian Jade neben der Standard-Karte auch eigene Spezialitäten-Cocktails anbietet, sodass es sich lohnt, sich im Laufe der Reise nicht nur auf eine Bar zu konzentrieren.

Mein persönlicher Favorit ist die Sugarcane Mojito Bar, die auf der Norwegian Jade zwar als Bar-Raum nicht so attraktiv ist wie auf den neueren NCL-Schiffen, aber durch ihre Lage am Sonnendeck dazu einlädt, sich den einen oder anderen Mojito einfach mit an die Reling oder zu einer Sonnenliege mitzunehmen,

Gin &Tonic, Pit Stop Bar
Gin &Tonic, Pit Stop Bar

Schade ist lediglich, dass NCL im Außenbereich, also am Pool und an der Great Outdoors Bar auch Cocktails lediglich in Kunststoff-Bechern serviert – immerhin nachhaltig aus Maisstärke, aber ein guter Cocktail verliert dadurch einfach an Flair. Immerhin kann man sich die feinen Mojitos der Sugarcane Mojito Bar auf Deck 13 auch zum Mitnehmen mixen lassen und bekommt dort dann auch ein richtiges Glas.  

Eine weitere  Besonderheit ist erwähnenswert: Zusammen mit den Cocktail-Experten von Bar Lab in Miami hat NCL eine Reihe von nachhaltigen Cocktails entwickelt (Preis: 12 Dollar). Für diese Drinks werden Lebensmittel-Reste wie Bananenschalen, Ananas-Abschnitte oder Kaffeesatz verwendet. Durchgehend an mehreren Bars gibt es „Pineapple Surplus“. Ansonsten hat die Great-Outdoors-Bar täglich einen anderen „Sail & Sustain“-Cocktail im Angebot, die so interessante Namen wie „“Croissant Mai Thai“ oder „Pulp Art“ tragen.

Zwei davon habe ich probiert: Der „Pineapple Surplus“ (Tequila, Chinola Passionsfrucht, Honigsirup, Anananas-Abschnitte) ist recht gut, der „Café Replay“ (Skyy Vodka, Chinola, Kaffeesatz-Essenz, Zitronensaft, Angostura) hat mich dagegen überhaupt nicht überzeugt und letztlich auch davon abgehalten, weitere Varianten zu probieren. Möglicherweise habe ich mit dem „Café Replay“ aber einfach nur Pech gehabt …

Kabinen

Bei der Kabinenausstattung spricht unsere Bildergalerie zur Balkonkabine Nr. 8042 weitgehend für sich. Die Kabine ist mit Minibar, Kaffeemaschine und recht großem Safe ausgestattet.

Empfehlenswert ist, einen Steckdosen-Adapter für US-Steckdosen mitzubringen. Denn es gibt lediglich eine Schuko-Steckdose, dafür aber mehrere in US-Norm. Auch USB-Steckdose zum Laden des Handys gibt es in der Kabine – wenn man denn weiß, wo man sie suchen muss, nämlich an den Unterseiten der Nachttischlampen.

Balkonkabine 8042
Balkonkabine 8042

Einen Nachttisch gibt es nur auf einer Seite des Betts und es ist kein Tisch vorhanden, der groß genug wäre, um darauf ein Laptop unterzubringen, wobei letzteres für die meisten Passagiere kein Problem darstellen dürfte.

Balkonkabine 8042
Balkonkabine 8042

Positiv anzumerken ist dagegen die sehr geschickte Raumaufteilung im Badezimmer, die es erlaubt, die Toilette sogar durch eine Schiebetür abzutrennen. Auch Ablageflächen gibt es in dem Bad reichlich.

Suiten-Bereich „The Haven“

Der Suiten-Bereiche „The Haven“ ist auf dieser Schiffsklasse noch nicht so ausgeprägt wie auf den neueren Schiffen. Daher gibt es hier kein spezielles Haven-Restaurant, stattdessen haben die Suiten-Passagiere exklusiven Zugang zu bestimmten Spezialitätenrestaurants.

The Haven Courtyard und Pool
The Haven Courtyard und Pool

Die Norwegian Jade hat jedoch bereits einen The Haven Courtyard mit zurückfahrbarem Glasdach, Pool und Whirlpool sowie ein eigenes Sonnendeck.  

The Haven Vista Villa Suite
The Haven Vista Villa Suite

Und die große Vista Villa Suite ist eine der  meinen Augen – besten Suiten, die man auf einem Kreuzfahrtschiff bekommen kann, wenn man sich das leisten will. Sie hat zwar nicht die spektakulärsten Features, aber eine sehr gute und praktische Raumaufteilung, sodass sie besser zum tatsächlich darin wohnen geeignet ist als so manche andere, spektakulärere Suite. Aber natürlich auch Geschmackssache.

Der Haven ist übrigens auf der Norwegian Jade von außen kaum wahrnehmbar. Der Zugang ist gut versteckt und der gesamte Haven-Bereich ist kaum sichtbar – wenn man nicht weiß, was sich hinter den verspiegelten Scheiben auf Deck 14 oberhalb der Moderno Churrascaria verbirgt.

Lieblingsplätze und „Geheimtipps“

Wie eingangs erwähnt, gefällt mir die Norwegian Jade auch ganz persönlich sehr gut. Aber selbst auf so einem Schiff gibt es dann noch einmal ganz besondere Plätze und liebenswerte Besonderheiten.

Einer dieser Plätze ist das Promenadendeck ganz hinten am Heck mit Blick ins Kielwasser. Typischerweise ist man hier ganz alleine und es gibt kaum einen schöneren Platz, um ein wenig vor sich hinzuträumen und den Sonnenauf- oder -untergang still zu genießen.

Promenadendeck, Deck 7
Promenadendeck, Deck 7

Ebenfalls ein wunderbar ruhiger Raum ist die Bibliothek, herrlich Retro mit vielen echten Büchern. Hierher kann man sich zurückziehen, um ganz in Ruhe ein Buch zu lesen oder sich an einem heißen Tag ein wenig abzukühlen.

Library
Library

Whiskey-Bar und Champagner-Bar gehen ineinander über, wobei in der Champagner-Bar das Piano steht, sodass es dort meist deutlich voller ist und lauter zugeht. Die Whiskey-Bar nur ein paar Meter weiter ist ruhiger, ohne dass man vom Trubel und der Musik ganz abgeschieden wäre. Für ein angeregtes Gespräch mit Freunden ist hier der ideale Platz. Und nebenbei gibt es hier besonders gute Cocktails – mein Tipp: Lavender Patch mit Wodka, Lavendel und Ananas.

Maltings Beer & Whiskey Bar
Maltings Beer & Whiskey Bar

Ein liebenswertes und zugleich nützliches Detail auf NCL-Schiffen sei hier ebenfalls erwähnt: das Teppichmuster auf den Kabinengängen. Das Design besteht im Wesentlichen aus Fisch-Schwärmen – und die Fische schwimmen immer in Richtung Bug. Anhang des Musters lässt sich also immer sofort erkennen, wo es zum Bug oder zum Heck geht.

Teppichmuster im Kabinengang
Teppichmuster im Kabinengang

Und noch ein Tipp: Um Papier zu sparen und zur Digitalisierung möglichst vieler Aspekte in Corona-Zeiten gibt es das Tagesprogramm „Freestyle Daily“ nicht mehr in Papierform automatisch in die Kabine. Stattdessen ist es in der NCL-Smartphone-App als PDF abrufbar – was allerdings zumindest auf meinem Android-Phone meist nicht auf Anhieb funktionierte.

Auf Papier gibt es das Tagesprogramm aber weiterhin an der Rezeption. Dort kann man auch darum bitten, das Programm dennoch in Papierform in die Kabine geliefert zu bekommen, was dann bei mir zuverlässig funktionierte.

Fazit

Die Norwegian Jade trifft, wie schon eingangs erwähnt, nicht nur meinen persönlichen Geschmack. Sie überzeugt mit dem relativ neuen, eleganteren und hochwertigeren Anspruch von Norwegian Cruise Line inzwischen deutlich mehr, als das zu Beginn der Amtszeit von NCLH-Chef Frank Del Rio der Fall war, als „Premium“ noch eher ein Ziel als Realität war.

Salted Caramel Chocolate Tart, Dessert im Hauptrestaurant

In den Restaurants überzeugt nahezu durchgehend die exzellente Zubereitung der Gerichte, die inzwischen meist auch mit neuen, moderneren und leichteren Interpretationen gekocht werden.

Crew mit Maske
Bar-Service am Pool

Und auch beim Service hat NCL noch einmal zugelegt, obwohl das schon länger eine Stärke der Reederei im Vergleich zu ähnlich positionierten Reedereien war. Insgesamt hatte die Crew alles schon auf dieser ersten Reise nach 500 Tagen Stillstand so gut im Griff, wie ich es nicht erwartet hätte.

Norwegian Jade in Santorini
Norwegian Jade in Santorini

Von Anlaufschwierigkeiten keine Spur. Hier und da kann man aus den ersten Erfahrungswerten mit den Corona-Protokollen noch Feinschliff betreiben (siehe „Infektionsschutz und Impfpflicht auf der Norwegian Jade“). Aber ansonsten gibt es kaum etwas zu kritisieren. Im Gegenteil spürte man bei jedem Einzelnen die Freude und Erleichterung, dass die Kreuzfahrt nun endlich auch bei Norwegian Cruise Line wieder in Schwung kommt.

Mehr zum Neustart der Norwegian Jade erfahren Sie übrigens im Podcast-Gespräch, das ich mit NCLs Europageschäftsführer Kevin Bubolz an Bord geführt habe.

Anmerkung*: Cruisetricks.de reist auf der Norwegian Jade auf Einladung von Norwegian Cruise Line.
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Cruisetricks.de reist auf der Norwegian Jade auf Einladung von Norwegian Cruise Line.

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3 Kommentare

3 Gedanken zu „Norwegian Jade: Ein alte Bekannte macht bei NCL den Neuanfang“

  1. Vielen Dank für den sehr ausführlichen Bericht. Wir waren schon mehrfach mit der Jade unterwegs. Das Schiff war früher jedoch die „Pride von Hawaii“ und nicht wie angegeben die „Pride vom America“. Letztere fährt noch immer unter ihrem angestammten Namen :-)

  2. Sehr geehrter Herr Neumeier
    Vielen Dank für den sehr sehr ausführlichen und detaillierten Bericht und die vielen Fotos der Norwegian Jade.
    NCL ist meine Lieblingsreederei und ich freue mich immer wenn Sie darüber berichten.
    Durfte die Jade im September 2015 im östlichen Mittelmeer kennen lernen.
    Freue mich nun umso mehr im nächsten Jahr wieder mit der Jade unterwegs zu sein und zwar von Dubai nach Kapstadt. In diesen 19 Tagen werde ich dann Ihre Lieblingsplätze und Geheimtipps erkunden. Freue mich auf das Essen. Die von Ihnen fotographierten Gerichte sehen toll aus. Auch die Shows im Theater sind immer ein Highlight. Auf so langen Reisen gibt es immer viele Gastkünstler damit das Programm für die Gäste abwechslungsreich bleibt.
    Mit freundlichen Grüssen
    Christian Brunner

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