So schwierig der Ortsname Qeqertarsuaq auszusprechen ist, so wunderschön ist die Landschaft um diesen Ort auf der Disko-Insel. Eisberge, Grönland-Schlittenhunde, Finnwale, Robben und die grandiose Aussicht aus die Diskobucht machen diesen Stopp der Fridtjof Nansen zu einem besonders erlebnisreichen.
Es ist ein beeindruckender Kontrast, den man selbst innerhalb Grönlands erlebt, wenn man aus der Thule-Region ganz im Norden zurück zur Disko-Insel kommt: Im Norden kleine Dörfer, die sich fast autark versorgen müssen, von Fischfang und der Jagd leben, und hier im Süden „ganz normale“ Ortschaften mit fließendem Wasser in jedem Haus, Krankenhaus, Zahnarzt, einem Hotel, einem Café, teils geteerte Straßen, Autos.

Wir sind in Qeqertarsuaq – einem Ort mit rund 800 Einwohnern, dessen Namen man nur mit sehr viel Übung halbwegs korrekt aussprechen kann. Es ist einer der schönsten Orte auf dieser Erde, die ich je gesehen habe, mit Blick auf die Diskobucht mit ihrem kontinuierlichen Strom an Eisbergen, die in der Sonne glitzern und immer wiedermal mit großen Getöse auseinanderbrechen.

Kein Wunder, dass sich schon vor rund 5.000 Jahren hier die ersten Menschen ansiedelten, auch wenn das heutige Qeqertarsuaq erst 1773 als Walfänger-Ort mit dem Namen „Godhavn“ von Schweden gegründet wurde. Und obwohl Qeqertarsuaq nicht allzu weit von Ilulissat entfernt ist, liegt es auf der Disko-Insel doch recht abgeschieden, ist nur per Boot oder Hubschrauber erreichbar und hat deshalb noch relativ wenig Tourismus.
















Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort und an den schwarzen Strand mit einem grandiosen Blick auf die Diskobucht mit ihren Eisbergen, paddeln wir mit den aufblasbaren „Discovery“-Kajaks der Fridtjof Nansen am Rande des Hafens von Qeqertarsuaq ein wenig zwischen kleineren Eisbergen herum.










Nach Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt im Norden sind wir jetzt wieder im grönländischen Sommer angekommen, sonnige 15 Grad, und stellenweise dichten Mückenschwärmen. Wichtiger Tipp für Grönland-Reisen im Sommer: sicherheitshalber Mückenspray und ein Mückennetz mitnehmen.

Plötzlich hören wir irgendwo ganz nahe das typische Geräusch eines Wal-Blases hören. Und tatsächlich wölben sich nicht weit entfernt die Rücken von zwei Finnwalen aus dem dunkelblauen Meer.

Möwen streiten sich um ein großes Stück Robben-Blubber, dass auf dem Wasser treibt.

Am späten Nachmittag, als wir die Bucht mit der Fridtjof Nansen verlassen, sehen wir auch noch einen Buckelwal und einige Robben.




Im Bereich der Diskobucht lohnt es sich eigentlich immer, mit dem Fernglas am Bug zu stehen und nach Meerestieren Ausschau zu halten – mal ganz abgesehen von dem unbeschreiblichen Anblick der Eisberg-Parade, die hier stetig vorbeizieht.

Am Nachmittag spazieren wir durch den Ort zum Haus unseres Guides Denny, der uns zu seinen 39 Grönland-Schlittenhunden bringt.

Denny ist Gründer der kleinen Ausflugsfirma Disko Adventures, die unter anderem Schlittenhund-Ausflüge anbietet, aber eben auch im Sommer auf ganz liebenswerte Weise Touristen mit seine Schlittenhunde bekannt macht – inklusive streicheln, was sonst bei diesen halbwilden Arbeitshunden in Grönland nicht anzuraten ist.







Und immer wieder schweift der Blick ab zu den Eisbergen der Diskobucht, das funkelnde und glitzernde Meer und die bunten Häuser von Qeqertarsuaq, die einem an einem solchen sonnigen Sommertag wie eine magische Traumwelt erscheinen. Momente, in denen man sich wünscht, die Zeit anhalten zu können.





