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"sponsored by Oceania Cruises" - was bedeutet das fĂźr cruisetricks.de?

Ocean Albatros: Expeditionskreuzfahrtschiff mit besonderen Fähigkeiten

Die Grönland-Expedition mit der Ocean Albatros war meine erste Reise auf einem Expeditionsschiff mit X-Bow. Diese futuristisch wirkende Bugform verspricht mehr Komfort für die Passagiere. Das habe ich getestet – mit überraschendem Ergebnis. Aber auch alle anderen Details zur Ocean Albatros habe ich mir auf dieser Kreuzfahrt genau angesehen.

Elf Tage war ich mit der Ocean Albatros auf Expeditionsreise: „In Grönland auf der Suche nach Polarlichtern“. Obwohl ich dabei auch erstmals mit Albatros Expeditions unterwegs war, konzentriere ich mich im Beitrag allein auf das Schiff. Der Grund: Der Arktis-Spezialist Albatros Expeditions und der Antarktis-Veranstalter Polar Latitudes sowie die australische Chimu Adventures schließen sich gerade zur neuen Expeditionsreederei „Polar Latitudes Expeditions“ zusammen.

Wie ich die Reederei auf meiner Reise erlebt habe, wird also schon in wenigen Wochen Vergangenheit sein, zugunsten von voraussichtlich deutlichen, positiven Veränderungen, beispielsweise einem Wechsel des Caterers zu Sea Chefs. Eigentßmer der neuen Reederei ist ßbrigens ein deutsches Unternehmen. Mehr zu diesem Thema lesen Sie demnächst in meinem Interview mit dem neuen CEO Patrick Shaw.

Was die Ocean Albatros besonders macht

Die Ocean Albatros ist ein robustes Expeditionskreuzfahrtschiff mit einem großen Expeditionsteam. Das Schiff erfüllt die Bedingungen für Polar Code 6, verfügt über einen bereits erwähnten X-Bow, hat laut Reederei einen sehr geringen Treibstoffverbrauch und ist im Betrieb sehr leise. Letzteres konnten wir auf der Grönland-Reise gleich zweimal eindrucksvoll erleben, als wie sehr nahe an Buckel- und Finnwale herankamen, ohne dass sich die Tiere gestört fühlten.

Viewing-Platform am Bug
Viewing-Platform am Bug

Ein Highlight der Ocean Albatros sind die großen Außendecks mit Blick nach vorne, sogar direkt vor der Brücke, sowie zur Seite. Wer lieber im Warmen sitzt oder steht, bekommt das in der Observation Lounge „Knud Rasmussen“ auf Deck 8 und durch Fenster ganz vorne im Bug auf Deck 5.

Aussendeck BrĂźcke
Aussendeck, BrĂźcke

Außergewöhnlich sind die beiden relativ großen, ausklappbaren Aussichts-Balkone ganz vorne am Bug auf Höne von Deck 5. Während nebenan der X-Bow durchs Wasser pflügt, steht man dort im Freien ein paar Meter über dem Wasser. Näher kann man Walen oder Delfinen kaum kommen, auch wenn es dort, nachvollziehbarerweise, recht windig sein kann.

X-Bow: Vor- und Nachteile der ungewĂśhnlichen Bugform

Was hat es nun mit dem X-Bow auf sich? Entworfen hat diese spezielle Bugform das norwegische Unternehmen Ulstein, ursprĂźnglich fĂźr den rauen Einsatz von Offshore-Schiffen, die auch bei den schlechtesten Wetter- und Seebedingungen fahren mĂźssen.

Ocean Albatros
Ocean Albatros

Der große Vorteil des X-Bow: Er schneidet auch bei mehr Seegang durch die Wellen, statt hart aufzuschlagen. Das spart zum einen Treibstoff. Es reduziert aber auch die wellenbedingten Vibrationen erheblich. Denn statt mit dem Bug auf anrollende Wellen aufzuschlagen und diese unangenehmen Erschütterungen durchs ganze Schiff zu schicken, taucht dieser Bug quasi in die Welle ein und leistet weniger Widerstand.

X-Bow
X-Bow

Das führt zu einer gleichmäßigeren, erschütterungsarmen Stampfbewegung. Nachteil: Der Bug taucht tiefer ein. Vor allem, wenn man eine Kabine weit vorne oder hinten hat, macht sich das durch eine stärkere Auf- und Ab-Bewegung bemerkbar. Letztlich hängt es also vom persönlichen Empfinden ab, ob einem mit Blick auf Seekrankheit die Vibrationen durch den Aufschlag des Bugs auf die Wellen oder das weiche, aber tiefere Eintauchen des Bugs besser bekommt.

Ocean Albatros in Reykjavik
Ocean Albatros in Reykjavik

Technisch hat der X-Bow aber vor allem Vorteile: Die Materialbelastung fßr den Rumpf ist geringer, das Schiff kommt mit schweren Seeverhältnissen besser zurecht und, wie schon erwähnt, sinkt der Treibstoffverbrauch und tendenziell sind bei Seegang hÜhere Fahrtgeschwindigkeiten mÜglich.

Ocean Albatros in Reykjavik
Ocean Albatros in Reykjavik

Mein persönliches Empfinden auf der Ocean Albatros war gemischt: Mit einer Kabine auf Deck 6 vorne konnte ich in einer Nacht mit rund vier Meter Wellenhöhe und einer ungünstigen Wellenlänge kaum geschlafen, weil sich die Auf- und Ab-Bewegungen wie ein kontinuierlicher Parabelflug anfühlten. Mal hebt es einen fast aus dem Bett, dann drückt es einen wieder fest in die Matratze, und das im Zehn-Sekunden-Rhythmus. Wer da empfindlich ist, sollte also eine Kabine weiter unten und in Schiffsmitte buchen – aber das gilt letztlich für alle kleineren Schiffe.

Lounges, Bars, Innenräume

Die Innenräume der Ocean Albatros folgen einer gewohnten Aufteilung bei Expeditionskreuzfahrtschiffen. Vorne oben gibt es eine Observation Lounge mit vorgelagertem Außenbereich auf dem obersten Deck 8, inklusive Bar und 24-Stunden-Kaffee-/Teestation. Ein künstliches Kaminfeuer in der Mitte sorgt abends für Gemütlichkeit. Auch zwei Ferngläser auf Stativ (Marke Celestron) stehen hier bereit.

Weiter unten auf Deck 5 vorne liegt die „Vitus Bering Lecture Lounge“, die vor allem für Vorträge genutzt wird. Die Vorderseite der Lounge besteht durchgehend aus großflächigen Bildschirmen, sodass man von allen Plätzen den Vorträgen gut folgen kann – selbige aber auch über Bord-TV in die Kabinen übertragen werden.

Grundsätzlich ist die Bordsprache der Ocean Albatros Englisch. Die Vortrags-Lounge verfügt aber über ein Simultan-Übersetzungssystem, sodass beispielsweise bei meiner Reise für eine größere Reisegruppe aus China ein Mitglied des Expeditionsteams alle Vorträge eine via Ohrhörer verfügbare, chinesische Simultanübersetzung anbot. Auch wichtig Durchsagen wurden auf Chinesisch wiederholt.

chinesische SimultanĂźbersetzung
chinesische SimultanĂźbersetzung

Positiv fällt die große Zahl an Universal-Steckdosen auf, sodass man an vielen Sitzgruppen in der Lounge beispielsweise das Handy zum Laden oder auch mal das Laptop zum Arbeiten einstecken kann.

Direkt vorgelagert ist die „Roald Amundsen Bar and Lounge“, quasi als gesellschaftlicher Mittelpunkt der Ocean Albatros inklusive künstlichem Feuer im simulierten Kamin. Hier steht ein Piano, das von Gästen bespielt werden darf, wo am Nachmittag und Abend aber auch ein Mitglied des Expeditionsteams für ein wenig Unterhaltung inklusive Karaoke und Mitsingen sorgt.

Gleich nebenan, durch eine Glastür abgetrennt, liegt die „Peter Freuchen Library“ – ein ruhiger Nebenraum mit Computer-Arbeitsplatz und eine kleine Bibliothek (englischsprachig) sowie ein Regal mit Brettspiele.

Library Peter Freuchen
Library Peter Freuchen

In der Nähe der Bar und der Bibliothek befindet sich auch die Rezeption und die Aushänge beispielsweise mit dem Tagesprogramm und der Einteilung der Gruppen fßr die Zodiac-Fahrten.

Lecture Lounge Vitus Bering
Lecture Lounge Vitus Bering

In beiden Lounges, Lecture und Observation, gibt es rund um die Uhr Tee und Kaffee, auch Kaffeespezialitäten, aus WMF-Maschinen.

Zeitweise „Open Bridge“

Albatros Expeditions bietet zwar keine durchgängig für Passagiere geöffnete Brücke. Doch der Kapitän – der Schwede Johan Bernekorn – hat während meiner Reise die Brücke bei vielen Gelegenheiten für Besucher geöffnet, sodass man reichlich Gelegenheit hat, die Brücke anzusehen und mit dem Kapitän zu plaudern.

BrĂźcke
BrĂźcke

Eine fĂźr die Reederei teure, aber fĂźr Expeditionen sehr nĂźtzliche Sonderausstattung ist ein Sonarsystem, das von senkrecht nach unten bis zu 400 Meter voraus ausrichtbar ist. Ergänzt wird das mit einem mobilen Sonar, das auch von einem Zodiac aus einsetzbar ist, um unkartierte Stellen zu erfassen. Auf unserer Reise erkundete der Kapitän damit eine Bucht, um eine geschĂźtzte Ankerstelle nahe großer Eisberge fĂźr einen Ausflug der Passagiere mit Zodiacs zu diesen Eisbergen zu ermĂśglichen. 

Brßcke, Kapitän Johan Bernekorn
Brßcke, Kapitän Johan Bernekorn

Die damit erfassten Daten werden in ein Chart-System eingespeist, in dem sich alle beteiligten Schiffe, auch Fischerboote, die neu erfassten Kartendaten teilen.

Außendecks

Von der Observation Lounge fĂźhren zwei seitliche TĂźren zu einer vorgelagerten Terrasse mit klassischer Reling ohne hochgezogene Verglasung. Niedrige Verglasung und der Mangel weiterer Windabweiser machen es hier mitunter sehr windig.

Aussendeck Observation Lounge
Aussendeck Observation Lounge

Seitliche Treppen fßhren von hier ein Deck tiefer zur Brßcke mit einer weiteren, frei zugänglichen Terrasse mit Blick nach vorne und zur Seite.

Aussendeck BrĂźcke
Aussendeck BrĂźcke

Vom Observationdeck führen auf beiden Seiten schmale Außenpromenaden nach hinten zum Außenbereich des oberen Restaurants und von dort per Treppe auf das Pooldeck.

seitlich der Observation Lounge
seitlich der Observation Lounge

Für Expeditionsreisen in polare Gebiete ist dieses Pooldeck nicht optimal – was die Reederei auch erkannt hat und über Veränderungen nachdenkt. Insbesondere der eigentlich sehr schöne Infinity-Pool ist bei Seegang kaum nutzbar und könnte bei nächster Gelegenheit umgebaut beziehungsweise ersetzt werden.

Sehr schĂśn sind aber die zwei Whirlpools, erhĂśht gelegen, mit Blick aufs Wasser und auch nachts geĂśffnet, sodass man Polarlichter aus dem Whirlpool beobachten kann.

Ein am Deckplan mittschiffs auf Deck 9 als „Viewing Platform“ eingezeichneter Bereich ist gewöhnlich Crew-Bereich, wird aber gelegentlich für Passagiere geöffnet, insbesondere nachts bei Nordlicht-Sichtungen.

Restaurants

Das Hauptrestaurant „Jens Munk“ auf Deck 5 hinten ist ein klassisches Hauptrestaurant mit einem Buffet zum Frühstück und Lunch, jedoch mit Bedienung am Platz abends. Der große, hintere Teil ist angenehm vom Buffet abgeteilt, sodass man hier die typische Restaurantatmosphäre bekommt.

Ein halb abgeteilter Nebenraum gleich nach dem Eingang war frĂźher ein Sushi-Restaurant und ist jetzt ein heimeliger Teil des Hauptrestaurants, wenn es mal etwas ruhiger sein soll.

Restaurant Jens Munk
Restaurant Jens Munk, Nebenraum

Das zweite Restaurant „Fridtjof Nansen“ oben auf Deck 8 war aus meiner Reise abends noch ein Hot-Stone-Spezialitätenrestaurant. Es soll demnächst aber in ein rund um die Uhr geöffnetes Bistro umgewandelt werden.

Auch wenn bei niedrigen Temperaturen nur im warmen Anorak nutzbar, bietet der recht großzügige Außenbereich dieses Restaurants eine reizvolle Open-Air-Alternative.

Bars und Getränkepreise

Gesellschaftlicher Mittelpunkt der Ocean Albatros ist die eigentlich relativ kleine, aber zentral zwischen Rezeption und Lecture Lounge gelegene Roald-Amundsen-Bar inklusive Barservice fĂźr die Lecture Lounge.

Bar Roald Amundsen
Bar Roald Amundsen

Wer sich eher zurückziehen und die Aussicht genießen will, wählt die Observation Lounge auf Deck 8, wo die Bar hier allerdings deutlich beschränktere Öffnungszeiten hat als die Bar unten auf Deck 5. Kaffee und Tee gibt es hier dennoch durchgehend.

Auf vielen Reise, so auch auf dieser, war im Reisepreis das Dinner-Getränkepaket inklusive – also wechselnde Weiß-/Rot-/Rosé-Weine inklusive, ebenso Becks-Bier und Softdrinks.

Die Preise für Bier und Wein sind relativ hoch: Das Glas Hauswein kostet 8,35 Dollar, Biere zwischen 6,35 und 8,40 Dollar, alkoholfreies Bier 5,75 Dollar. Cocktails sind dagegen mit 7,80 Dollar relativ günstig, der „Drink of the Day“ ist sogar für 5 Dollar zu haben. Softdrinks in der Dose (Coca-Cola-Marken) kosten 2,60 Dollar.

Kabine

Meine Kabine, Balkonkabine Nr. 611, ist hell und modern gestaltet, und wird dominiert von einem großformatigen Pinguin-Foto über dem Bett.

Kabine 611
Kabine 611

Der Wohnbereich ist mit zwei bequemen Sesseln und einem kleinen Tisch sowie einem großer Frisier-/Schreibtisch inklusive Vergrößerungsspiegel ausgestattet. Auch über einen Minibar-Kühlschrank verfügt die Kabine.

Kabine 611
Kabine 611

Mehrere Universalsteckdosen sowie USB-A-Ladebuchsen an den Leseleuchten Ăźber dem Nachttisch sparen das Mitbringen von Steckeradaptern.

Der Schrankplatz für Kleidung in der Kabine ist ausreichend, aber nicht üppig. Was wirklich stört ist das gänzliche Fehlen eines Hängebereichs für Hosen. Dafür bieten mehrere Regale viel Platz für Kleinteile, Fotoausrüstung und Ähnliches. Angenehm sind auch die beiden vollwertigen Nachtkästchen mit jeweils zwei Schubladen.

Kabine 611
Kabine 611

Mangels Möglichkeit, bei Landausflügen feucht gewordene Kleidung zum Trocknen aufzuhängen, ist es ganz praktisch, dass man behelfsmäßig Kleiderbügel an die quadratische Klimaanlagenabdeckung hängen kann.

Kabine 611
Kabine 611

Am relativ großen Balkon stehen zwei Sesseln, ein kleiner Tisch sowie eine Sonnenliege.

Das Badezimmer ist zwar klein, durch geschickte Raumaufteilung aber nicht eng. Komfortabel vor allem nach einem frostigen Landausflug ist die Fußbodenheizung. Die Duschkabine verfügt über keine Tür, ist durch eine Milchglasscheide aber so geschickt vom Waschbeckenbereich abgetrennt, dass kaum Wasser aus dem Duschbereich herausspritzt. Ein Rasier-/Vergrößerungsspiegel fehlt im Bad, ist aber im Wohnbereich am Frisiertisch vorhanden.

Wiederverwendbare Trinkflaschen gibt es bei Albatros Expeditions übrigens nicht – was durchaus positiv zu sehen ist, weil diese Flaschen häufig nur für eine Resie und danach nie wieder benutzt werden. Jeder kann seine Trinkflasche selbst mitbringen, notfalls im Bordshop kaufen. Wer öfter reist, hat ohnehin mehr als genug Trinkflaschen und braucht keine weitere.

AuffĂźllen lassen sich mitgebrachte Flaschen an Wasserspender Ăźberall am Schiff,  insbesondere auch in jedem Kabinengang.

Sauna, Spa, Fitness-Studio

Die Ocean Albatros hat ein kleines Spa, vor allem aber eine frei zugängliche Sauna mit Panoramafenster und ein allerdings eher kleines Fitness-Studio.

Expeditionsausstattung

Mit einem großen Expeditionsteam und vielen Zodiac-Schlauchbooten hat die Ocean Albatros die Kapazität, alle Passagier gleichzeitig auf Zodiac-AusflĂźge zu nehmen. Kajak-AusflĂźge werden – relativ teuer – ebenfalls angeboten.

Die Ausschiffung ins Zodiac erfolgt auf der Ocean Albatros typischerweise direkt vom Schiff durch Ausstiege seitlich ohne ausklappbare Plattform oder Gangway. Das beschleunigt den Ausschiffungsprozess.

Ocean Albatros
Ocean Albatros, Zodiac-Ausschiffung

Zwar gibt es auch eine kleine Marina am Heck, die auf unserer Reise aber nur fĂźr den Polar Plunge genutzt wurde.

Polar Plunge
Polar Plunge, Marina

Wie bei Expeditionskreuzfahrten üblich, verleiht die Reederei für die Dauer der Reise kostenlos gut isolierte und auch für längere Wanderungen sehr bequeme Stiefel der für diese Zwecke hervorragenden Marke „Muck“.

Mudroom
Mudroom

Polar-Parka gab es bislang nur bei Antarktis-Reisen gestellt, fßr Arktis-Expeditionen mussten die Passagiere ihre eigenen, wind- und wasserdichten, warmen Jacken mitbringen. Das soll sich kßnftig aber ändern.

Worauf man bei der Buchung einer Expeditionsreise mit Polar Latitudes Expeditions achten sollte

Ich habe es bereits angesprochen: Bei der Reederei, die künftig Polar Latitudes Expeditions heißt, wird sich einiges verändern. Zu diesen Aspekten kann ich daher keine Einschätzung aus eigener Erfahrung abgeben. Insgesamt klingen die Planungen aber recht vielversprechend, vor allem der Ansatz, sich auf intensives Expeditionserlebnis zu konzentrieren und den Schwerpunkt auf diesen Aspekt statt auf Luxus zu legen.

Ocean Albatros
Ocean Albatros

Neben bereits erwähnten Veränderungen bei Caterer (kßnftig: Sea Chefs) und den Polararkas, empfehle ich, die folgenden Punkte vor einer Buchung mit dem Reisebßro oder direkt mit der Reederei abzuklären, sofern einem diese Aspekte wichtig sind.

Geplant ist ein flexiblerer Umgang mit Durchsagen an Bord beziehungsweise eine technische Lösung, die Passagiere selektiv beispielsweise über nächtliche Ereignisse wie Polarlicht-Sichtungen zu informieren. Aktuell ist es nur möglich, Durchsagen für alle direkt in die Kabinen zu machen. Wer also, obwohl er eine Themenreise „Aurora Explorer“ gebucht hat, die Nordlichter lieber verschlafen wollte, wurde von den Durchsagen dennoch geweckt.

Expeditionsleiter Marc Jensen
Expeditionsleiter Marc Jensen

Die Internet-Verbindung an Bord war, trotz grundsätzlich vorhandenem Starlink, extrem langsam – eine der Aspekte, die Polar Latitudes Expeditions schnellstens ändern will. Limitierender Faktor bleibt hier allerdings, wie immer bei Polarexpeditionen, die Satellitenabdeckung in den Fahrtgebieten, hohe Berge, enge Fjorde sowie speziell in Grönland derzeit auch Regularien, die eine direkte Starlink-Nutzung zum Schutz des eigenen Telekommunikationsunternehmens verbieten.

Fazit: Besondere Erlebnisse statt Statussymbol „Diskobucht“

Auch wenn es sich nicht lohnt, zum Betrieb an Bord viel zu sagen, weil sich viele davon schon in wenigen Wochen verändern wird, sei doch die großartige Crew erwähnt, sehr persönlich und aufmerksam und mit großartigem Service.

Kellner
Kellner

Gleiches gilt für das Expeditionsteam um Expeditionsleiter Mark Jansen – mit dem ich übrigens schon einmal vor drei Jahren unterwegs war, damals auf der World Navigator durch die Kanarischen Inseln.

Expeditionsteam der Ocean Albatros
Expeditionsteam der Ocean Albatros

Was mich sehr ßberzeugt hat, ist die Fahrtroute, die Albatros Expeditions fßr die Ocean Albatros geplant hat. Der bewusste Verzicht auf die ebenso populäre wie touristisch fast schon ßberlaufene Diskobucht hat fßr die elftägige Route einige schÜne Anlandungen ermÜglicht, die zeitlich bei einem Umweg von Kangerlussuaq nÜrdlich in die Diskobucht zeitlich nicht machbar gewesen wären.

Eisberge im Sermiliak-Fjord
Eisberge im Sermiliak-Fjord

Die Reise hat eine schöne Mischung aus Natur und Kultur geboten, vor allem auch durch gut gepflegte Beziehungen zu den kleinen, grönländischen Dörfern, was gerade in diesem Fahrtgebiet viele Türen für die Passagiere öffnet, die sonst verschlossen bleiben. Hinzu kamen unerwartet skurrile und faszinierende Orte wie frühere US-Airbase in Ikateq, das fantastische Örtchen Aappillatoq, plus glücklicher Fügung mit Walbegegnungen, für die der Routenplan aber genug Pufferzeit enthielt, um an einem solchen Ort auch mal eine Stunde ungeplant zu verweilen.

Wale
Wale

Letztlich entscheidet Ăźber das Erlebnis einer Expeditionskreuzfahrt vor allem eine so gute Routenplanung, die nur mit Erfahrung und einer engen Beziehung zu lokalen Communities umsetzbar ist. Bucket-List-Ziele wie die Diskobucht sind weniger entscheidend als das Wissen um lokale Gegebenheiten und MĂśglichkeiten.

Aappilattoq
Aappilattoq

Und dann bekommt man eben dennoch auch das großartige Erlebnis, mit dem Zodiac zwischen riesigen Eisbergen zu kreuzen, an einem letztlich schöneren, weil unberührten und untouristischen Ort wie dem Sermilik-Fjord in Ostgrönland und wird zu Kaffee und Kuchen ins Wohnzimmer einer grönländischen Familie in dem kleinen Ort Kuummiit eingeladen. Solche Erinnerungen überwiegen bei weitem das touristische Status-Symbol „Diskobucht“.

Fakten und Daten: Ocean Albatros

Ocean Albatros
Ocean Albatros
  • Bauwerft: China Merchants Heavy Industry
  • Baujahr: 2023
  • Flagge: Portugal
  • Tonnage: BRZ 8.181
  • Länge: 104,40 Meter
  • Breite: 18,40 Meter
  • HĂśhe Ăźber dem Wasserspiegel: 30,13 Meter
  • Tiefgang: 5,30 Meter
  • Eisklasse: PC6
  • Passagierdecks: 6
  • Kabinen: 94 (davon (10 Einzelkabinen, 2 Dreierkabinen, 12 Suiten)
  • Passagiere: 184
  • Crew: 120 (davon 20 Expeditionsteam)

Anmerkung*: Cruisetricks.de reist auf der Ocean Albatros auf Einladung von Albatros Expeditions.
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Cruisetricks.de reist auf der Ocean Albatros auf Einladung von Albatros Expeditions.

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2 Kommentare

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

2 Gedanken zu „Ocean Albatros: Expeditionskreuzfahrtschiff mit besonderen Fähigkeiten“

  1. SchĂśn, daß es noch solche „kleinen“ Schiffe gibt. Man lernt sich an Bord kennen, kann sich aber auch nicht aus dem Weg gehen. Der Kontakt zur Crew ist intensiver, die Ziele sind individueller und es kommt schon mal vor, daß ein anvisiertes Ziel ausfällt oder einfach ein spontaner Zwischenstop eingelegt wird. Es ist im Gegensatz zu den Massenveranstaltungen so einiges an Improvisation mĂśglich. Der Fahrplan ist mehr ein grober Rahmen als eine festgelegte Route zu fixen Terminen. Ich hatte so ein Erlebnis mal auf der „BREMEN“ während einer TA: in der geografischen Mitte nach GPS stoppte der Captain auf dem Atlantik und lies die Zodiacs zu Wasser in den Sonnenuntergang.

    Interessantes Hull-Konzept, daß da aufgelegt wurde. Was das wirklich spürbar @Franz? Wenn man aus dem Prins-Christian-Sund raus in den Nordatlantik fährt, kann es schon mal ordentlich zur Sache gehen.

  2. @Werner: Ja, die andere Bugform ist schon deutlich spĂźrbar, hab‘ ich im Text oben ja beschrieben. Der Bug taucht tiefer ein, dafĂźr entstehen kaum oder keine ErschĂźtterungen beim (eben nicht vorhandenen) Aufschlag des Bugs auf die Wellen.

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