Celestyal Crystal: intensives Kuba-Erlebnis auch an Bord

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Ale einziges Kreuzfahrtschiff fährt die Celestyal Crystal ganzjährig ab Havanna und umrundet Kuba komplett. Das Konzept: kubanisches Flair auch an Bord, Kuba-Erlebnis so intensiv wie möglich.

Celestyal Crystal in Santiago de Cuba
Celestyal Crystal in Santiago de Cuba

Wie gut das gelingt, schauen wir uns während der beiden Seetage auf der Celestyal Crystal besonders genau an – zwischen Havanna und Cienfuegos und am letzten Tag entlang der Nordküste von Santiago de Cuba zurück nach Havanna.

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Ein paar schnelle Fakten zur Celestyal Crystal vorweg: Das Schiff hat eine Länge von 162 Metern und eine Breite von 25,60 Metern bei einer Bruttoraumzahl von 25.611. Auf neun Passagierdecks finden sich 163 Innenkabinen und 317 Außenkabinen für 960 Passagiere bei Doppelbelegung, die von knapp über 406 Crew-Mitgliedern umsorgt werden. Eine genaue Beschreibung des Schiffs in allen Details gibt’s in Carmens Cruisediary.

Zwei Aspekte stechen auf der Celestyal Crystal besonders positiv heraus: das gute Essen und das exzellente Entertainment, beides sehr kubanisch geprägt. Hinzu kommt eine liebenswerte und aufmerksame Crew, die nur zu Stoßzeiten im Service manchmal kleine Schwächen zeigt.

Kubanische Tänzer und Passagiere tanzen am Pooldeck
Kubanische Tänzer und Passagiere tanzen am Pooldeck

Kuba an Bord zeigt sich aber auch in vielen weiteren Details: Es gibt Spanisch-Unterricht und Tanzstunden in Mambo, Salsa, Rumba, Merengue und Cha-Cha-Cha mit kubanischen Tanzlehrer. Am Pooldeck erklären Köche die Zubereitung kubanische Spezialitäten inklusive Rezepten und Kostproben.

Kuba, überall am Schiff

Auszug aus der Cocktail-Karte der Celestyal Crystal
Auszug aus der Cocktail-Karte der Celestyal Crystal

Die Cocktail-Karte an den Bars (übrigens „all-inklusive“) ist ergänzt um zahlreiche kubanische Cocktails: beispielsweise die kubanische Variante der Pina Colada (ohne Sahne), mehrere Varianten von Mojito und Daiquiris …

Cocktail "7 Presidente"
Cocktail „7 Presidente“

… und einer unserer Favoriten: der „7 Presidente“ – eine Art Martini mit sieben Jahre altem Havana Club. Und der Barkeeper an der Thalassa-Bar ist Kubaner, wie auch sonst einige der Crewmitglieder.

Die wunderbare, fünfköpfige Band der Celestyal Crystal stammt aus Havanna. Sie begleitet die Shows im Theater („Muses Lounge“) live und spielt regelmäßig am Pooldeck, überwiegend kubanische Rhythmen.

Ein kubanischer Professor erklärt sein Land

Weil auch viele US-Amerikaner an Bord sind, gibt es ein eigenes Lektoren-Programm auf Englisch, das ein junger, witziger, kubanischer Professor bestreitet. In täglichen Vorträgen bringt er den Passagieren kubanische Kultur und Denkweisen nahe und erläutert das (wie ich finde aus der internen Perspektive betrachtet durchaus interessante) politische System des Landes.

Havana Club weiß, drei udn sieben Jahre alt
Havana Club weiß, drei udn sieben Jahre alt

Er lädt aber auch zu einem Vortrag über kubanische Zigarren ein, veranstaltet ein (kostenloses) Havana-Club-Rumtasting und gibt zusammen mit der Band einen Einblick in kubanische Musik und Rhythmen.

Das Programm ist zwar primär für Amerikaner gedacht, die gemäß den US-Gesetzen auf einer Kuba-Reise an einem so genannten „people to people“-Programm teilnehmen und das bei der Rückkehr in die USA sogar per Teilnahmezertifikat nachweisen müssen. Aber auch alle anderen Passagiere sind zu den sehr interessanten Vorträgen willkommen.

Highlight Nr. 1: das Essen

Gedeck und Menükarte im Restaurant Amalthia
Gedeck und Menükarte im Restaurant Amalthia

Sehr positiv überrascht hat uns – ich habe es schon erwähnt – die hohe Qualität des Essens in den beiden Hauptrestaurants der Celestyal Crystal. Hier kann Celestyal gut mit großen Reedereien wie beispielsweise Norwegian, RCI oder TUI Cruises mithalten. Besonders angenehm: Die Tische stehen in relativ großem Abstand zueinander, die Kellner haben daher viel Bewegungsfreiheit. Das ist im Vergleich zu den meisten großen Massenmarkt-Schiffen ein echtes Komfortmerkmal.

Und auf der Menükarte des Restaurants steht täglich eine kubanische Spezialität als Empfehlung des Küchenchefs. Die sollte man sich nicht entgehen lassen, beispielsweise: gebratenes Schweinefleisch mit Reis und schwarzen Bohnen („moros y christianos“), Truthahn mit Okra und Kochbananen, Ropa Vieja (eine Art Pulled Beef), Hühnchenbeine mit Reis („arroz con pollo“), Spanferkel („lechon asado“) oder gegrilltes Schweinekotlett in Orangensaft mariniert.

Obwohl die Fotos dem feinen Geschmack der Gerichte nicht gerecht werden, trotzdem ein paar Bilder dazu:


Im nicht übermäßig attraktiv gestalteten Buffet-Restaurant haben wir nur selten gegessen. Denn wenn wir nicht unter dem zurückfahrbaren Glasdach am Pooldeck direkt neben dem Buffetrestaurant halb im Freien essen wollten, war unsere erste Wahl das Hauptrestaurant Amalthia. Denn auch hier gibt es zum Frühstück ein Buffet. Der Service zum Mittagessen ist hier sehr schnell, selbst zu absoluten Stoßzeiten. Längere Wartezeiten entstanden daher nicht, anders als beim Frühstücks- und Mittags-Service auf so vielen Schiffen anderer Reedereien.

Mehr Details zu den Restaurants und zum Essen gibt’s im ausführlichen Reisebericht auf Carmens Cruise Diary ab Tag 4.

Highlight Nr. 2: das Entertainment

Tanz- und Musik-Shows auf höchstem Niveau.
Tanz- und Musik-Shows auf höchstem Niveau.

Die größte, positive Überraschung auf der Celestyal Crystal sind die Shows im Theater „Muses Lounge“ mit Livemusik der fünfköpfen Band aus Havanna, drei erstklassige Singstimmen und neun beeindruckend gute, kubanische Tänzer und Akrobaten sowie gelegentlicher Unterstützung des Violin- und Piano-Duos der Eros-Bar. Dieses Team hält mit den großen Shows beispielsweise bei Celebrity Cruises, RCI oder Norwegian gut mit – limitiert nur durch die im Vergleich technisch weniger umfangreich ausgestattete und natürlich deutlich kleinere Bühne der Celestyal Crystal.


Mit den zumeist kubanisch geprägten Gesangs-, Tanz- und Akrobatik-Shows inklusive einer mit kubanischen Rhythmen arrangierten Musical-Show übertrifft das die Qualität der Shows auf allen kleineren Kreuzfahrtschiffen, die ich bisher erlebt habe, inklusive die von Luxus-Reedereien wie Regent Seven Seas, Silversea oder Hapag-Lloyd Cruises.

Fast schon zum Entertainment zählen muss man auch Harun, den deutschsprachigen Reiseleiter an Bord. Wir haben selten einen so engagierten und präsenten Reiseleiter erlebt, der sich für seine Gäste um alles kümmert. Bei der Einfahrt nach Havanna dreht er sogar die Runde und macht schnell ein paar Gäste-Fotos vor der Stadtkulisse mit deren eigener Kamera.

Aber ein paar Schwachpunkte hat die Celestyal Crystal auch …

Die Celestyal Crystal ist ein älteres Schiff. Das merkt man natürlich an manchen Stellen, auch denn das Schiff insgesamt sehr gut gepflegt ist. Andererseits sind dann eben die Decks auch wieder mit Echtholz belegt statt des inzwischen auf fast allen Schiffen zu findenden Holzimitats aus Kunststoff – und schon allein das das wiegt kleine andere Nachteile mehr als auf.

Ruß auf Deck 9 hinten
Ruß auf Deck 9 hinten

Ein eigentlich sehr schöner Platz zum Frühstücken im Freien wäre das offene Deck direkt hinter dem Buffet-Restaurant am Heck. Allerdings schlägt sich dort immer wieder Ruß vom Schornstein nieder. Da landet dann schonmal ein Rußbrocken am Teller oder verschmutzt die Kleider – schade. Auch dass die Crew hier ständig putzt, löst das Problem nur sehr eingeschränkt.

Ein wenig zu kämpfen hatten wir mit dem Internet-Zugang an Bord: Zwar ist die Verbindung recht schnell und auch relativ günstig (8 Dollar für 1 Stunde, 18 Euro für 3 Stunden, 30 Euro für 6 Stunden). Allerdings gibt es zumindest auf Android-Smartpones immer wieder Probleme beim Ausloggen. Der Internet-Manager an Bord schreibt dadurch verlorene Minuten auf Nachfrage unkompliziert wieder gut, ein wenig nervig ist es trotzdem.

Spiegeltisch mit viel Platz, aber nur zwei Steckdosen
Spiegeltisch mit viel Platz, aber nur zwei Steckdosen

Wer mit viel Technik unterwegs ist, solle einen Mehrfachstecker dabei haben. In der Kabine ist nämlich nur eine Euro- und eine US-Steckdose vorhanden. Für uns hat der Allocacoc Power Cube (bei Amazon für 12,85 Euro) sehr gute Dienste getan, den wir erstmals ausprobiert haben. Der ist zwar durch seine praktische Würfelform und das solide Kabel etwas schwerer, dafür aber auch ordentlich verarbeitet und daher sicher.

Meine Lieblingsplätze auf der Celestyal Crystal

kubanische Livemusik am Pooldeck
kubanische Livemusik am Pooldeck

Zum Lesen habe ich mich gerne am Pooldeck gesetzt. Die Sitzbänke entlang der Fensterfront mit hölzerner Rückenlehne sind erstaunlich bequem. Und wenn die kubanische Band hier spielt, ist das eine angenehm lebendige, aber dennoch nicht zu lebhafte Atmosphäre.

Horizons Aussichts-Lounge
Horizons Aussichts-Lounge

Auch wenn ich in der Horizons Aussichtslounge während der gesamten Reise nur zweimal war, gehört sie doch zu meinem Lieblingsplätzen. Irgendwie verhinderte unser Tagesablauf, dass wir diese schöne Lounge mehr genutzt hätten. Die etwas erhöht angeordneten Sitzecken zur Schiffsmitte hin und die Tische direkt am Panoramafenster geben allen Passagieren gleichermaßen einen guten Blick nach draußen, sodass es hier eigentlich nur gute Plätze gibt.

Thalassa Bar, Deck 5 hinten
Thalassa Bar, Deck 5 hinten

Dank des warmen Klimas in Kuba auch in den Wintermonaten findet das Bordleben vor allem draußen statt – auf den Sonnendecks, am Pool und auf den abgestuften Decks am Heck. Besonders schön ist hier der Bereich um die Thalassa-Bar auf Deck 5 mit seinen vielen bequemen Sesseln im Schatten mit Blick ins Kielwasser. Die meiste Zeit habe ich an Bord hier verbracht – zum Lesen, sich mit anderen Passagieren unterhalten, für den nachmittäglichen Mojito, zum Sonnenuntergang.

Promenadendeck
Promenadendeck

Und wie bei vielen älteren Schiffen noch vorhanden, hat die Celestyal Crystal auch ein umlaufendes Promenadendeck. Der vordere Teil zum Bug hin ist allerdings nicht immer für Passagiere zugänglich – dann aber kann man tatsächlich bis ganz nach vorne an die Bugspitze und sich dort den Wind um die Nase wehen lassen.

Kein Vorteil für mich persönlich, aber eine gute Nachricht für Raucher: Sowohl am Pooldeck als auch an der Thalassa-Bar ist jeweils die Backbordseite als Raucherbereich ausgewiesen. Und der Rauch zieht gut ab, sodass die Nichtraucherseite nicht beeinträchtigt ist.

Mein Fazit

Die Celestyal Crystal ist kein spektakuläres Schiff, hat dafür aber viel Charakter, lebt von der Freundlichkeit seiner Crew und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man insbesondere das All-inklusive-Konzept, das exzellente Entertainment und das gute Essen berücksichtigt.

(Vollbild-Modus lässt sich mit dem Button rechts unten aktivieren/deaktivieren. Die Vorschau-Bilder blenden mit dem Button links daneben ein/aus.)

Für die Kuba-Kreuzfahrten hat sie genau die richtige Größe – denn mit mehr Passagieren würde sich die in jedem Hafen erneut zu vollziehenden Einreiseformalitäten im Terminal zu lange hinziehen und auch die Infrastruktur an Land ist in Kuba (zumindest derzeit noch) nicht für eine große Zahl von Touristen gleichzeitig ausgelegt.

Celestyal Crystal in Cuenfuegos
Celestyal Crystal in Cuenfuegos

Besonders schön – und ein Alleinstellungsmerkmal der Celestyal Crystal – ist das nahtlose Kuba-Erlebnis durch die vielen, kubanischen Elemente an Bord. So wechselt man als Passagier nicht bei jedem Landgang von einem uniformen, westlichen Kreuzfahrtschiff in die lokale Kultur Kubas, sondern erlebt viele Aspekte des Landes auch an Bord selbst. Das macht eine Kuba-Reise viel intensiver und authentischer – und trifft damit auch meinen persönlichen Geschmack sehr gut.

Anmerkung*: Cruisetricks.de reist nach Kuba auf Einladung von H&H Touristik und Celestyal Cruises.

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