Auch wenn Dubrovnik noch viel mehr Touristen sieht als in der Zeit, bevor es Drehort für „Game of Thrones“ wurde, hat die Stadt einen ganz besonderen Charme. Man muss nur genauer hinsehen, die Hauptstraßen meiden und zur richtigen Tageszeit kommen. Also den Tag ruhig angehen und abends wiederkommen, wenn zumindest die großen Kreuzfahrtschiffe längst wieder auf See sind.
Mit der Star Clipper gehen wir erst am frühen Nachmittag nahe dem alten Hafen vor Anker und tendern direkt zur Altstadt. Sich ein wenig durch die Seitengassen treiben lassen und bei Peppino’s ein gutes, wenn auch mit vier Euro pro Kugel unverschämt teures Eis schlecken …













… und in der Buza Bar, hinter einem kleinen Durchgang in der Stadtmauer, ein einheimisches Bier trinken und den Klippenspringern zusehen. Ein Geheimtipp ist die Buza Bar inzwischen allerdings nicht mehr. Eher dann schon die zweite Bar hinter der Stadtmauer, die noch nicht einmal einen offiziellen Namen hat und die man ebenfalls durch einen kleinen Durchgang in der Mauer erreicht. Dort geht es viel ruhiger zu, ohne Klippenspringer, ohne viel Selfie-Touristen.










Direkt von der Star Clipper aus kann man heute auch Kajak fahren oder Stand-up-Paddeln. Nach der Nachmittagshitze in der Stadt ist mir nicht nach einer ausgiebigen Kajak-Fahrt, aber ein Foto mit der Insta360 vom Schiff muss wenigstens sein, dafür ist da Motiv mit Dubrovnik im Hintergrund einfach zu gut, um es auszulassen.

Einen Aperol Spritz trinken wir zum Sonnenuntergang lieber auf der Star Clipper. Erstens ist er da deutlich billiger als in den meisten Bars von Dubrovnik …

… und zweitens muss man den Sonnenuntergang einfach von genau hier sehen, denn die Sonne versinkt genau hinter der Stadt – jedenfalls, wenn das Schiff hier beim alten Hafen liegt und nicht an den Kreuzfahrtschiff-Piers auf der anderen Seite der Stadt.

Abends wirkt Dubrovnik wie ausgewechselt. Man erlebt eine ganz andere Stimmung, wenn man nach Sonnenuntergang noch einmal in die Stadt hineinfährt. Man hört nun viel mehr Kroatisch als Englisch oder Italienisch, auch wenn die meisten Menschen, durch die Stadt flanieren, dennoch Touristen sind, nur eben vor allem Kroaten.







Nach Sonnenuntergang ist die beißende Sommerhitze verflogen, eine laue Brise weht durch die Stadt und die dicken Steinmauern der Stadt strahlen eine wohlige Wärme ab, die sie tagsüber gespeichert haben. Die Tische der Restaurants draußen auf den Plätzen und in den Seitengassen Dubrovniks sind voll, von irgendwoher weht das Lachen der Menschen, aus einer anderen Richtung leise Musik vorbei.

Aber weil wird nichts verpassen wollen – so ganz können wir uns von diesen Drang dann doch nicht lösen –, fahren wir bald wieder zur Star Clipper zurück, denn bevor sie kurz vor Mitternacht den Anker lichtet, tritt dort noch eine kroatische Musik-Kombo auf und singt vor allem traditionelle Volksmusik, fröhlich, einen Hauch melancholisch und jedenfalls mitreißend.

Es ist ein schöner Ausklang für den in der Sommerhitze dann doch ein wenig anstrengenden Tag.











