Nur wenige Meter donnern die Düsenmaschinen am Flughafen von Korfu über die Köpfe der Plane-Spotter hinweg. Die Szenerie ist ebenso spektakulär wie skurril. Denn direkt daneben liegen zwei romantischen, kleine Inseln mit einem Kloster beziehungsweise einer Kapelle aus dem 11. Jahrhundert, zu der hübsche, kleine Ausflugsboote übersetzen. Am Ufer verkauft ein Händler in der Sommerhitze frisch aufgeschnittenes Obst.
Bei einem Hafenstopp mit viel zu vielen Möglichkeiten ist der größte Fehler, möglichst viel in einen Tag hineinzupacken. Vor allem im Sommer ist das viel zu stressig. Deshalb gehen wir es heute in Korfu auch ruhig an, kaufen uns in Kerkyra für fünf Euro ein Tagesticket für die lokalen Busse und steuern mit Bus Nr. 2a den Nachbarort Kanoni an. Dort gibt es zwei interessante Punkte, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Eine kleine Klosterkirche und den Flughafen.

Das faszinierende an dem Flughafen von Korfu ist, dass man ganz ähnlich wie auf der Karibik-Insel St. Martin am Maho Beach auch hier direkt unter den einfliegenden Maschinen stehen kann, auf einem schmalen Betone-Damm, der über das Wasser führt. Anders als am Maho Beach bläst es einen hier allerdings nicht gleich weg, wenn man sich nicht festhält.



Direkt in der Einflugschneise gleich nebenan liegt aber auch die kleine Mäuseinsel (Pontionisi) mit einer byzantinischen Kapelle aus dem 11. Jahrhundert, zu der man für drei Euro mit dem Boot übersetzen kann – was wir aus Zeitgründen allerdings nicht mehr schaffen, weil wir uns zu lange mit den Flugzeugen aufgehalten haben.



Aber wir schauen uns das kleine Kloster Vlacherna an, das ebenfalls auf einer kleinen Insel liegt, die man über einen Damm aber zu Fuß erreicht. Es ist das kleinste Kloster, das ich je gesehen habe und besteht im Wesentlichen aus der ebenfalls recht kleinen Kirche.

Tipp: Wer mit dem öffentlichen Bus 2a dorthin fahren will, steigt am besten schon eine Station vor der Endstation Kanoni aus, nämlich an der Station „Hotel Hellinis“, denn Kanoni liegt auf einer Anhöhe, die man ohnehin wieder herunterlaufen muss, wenn man zum Vlacherna-Kloster und dem Damm zum Plane-Spotting will.










Für den Weg dorthin muss man ein wenig Zeit einplanen, denn zunächst fährt man mit dem Hafen-Shuttle zum Terminalgebäude, dann mit dem Bus Nr. 16 zur Station Spilia, läuft dann ein paar hundert Meter durch die Altstadt zur alten Festung, von wo wiederum der Bus 2a (beim Spinada-Parkplatz) nach Kanoni abfährt. Einzelfahrten mit dem Bus kosten zwei Euro, das Tagesticket für fünf Euro lohnt sich also allemal. Die Busse fahren alle 20 Minuten und haben per QR-Code an den Haltestellenschildern sogar eine Echtzeit-Verfolgung.

Die Star Clipper ist nur einen halben Tag in Korfu – ein schönes Konzept, wenn man sich für den Hafen nicht zu viel vornimmt. Denn so hat man eben auch viel Zeit am Schiff, kann das Segeln und die Nähe zum Meer genießen, dem Kapitän über die Schultern schauen oder am Sonnendeck ein Nickerchen im Schatten der Segel halten.

Und nicht zu vergessen die jeden Morgen wieder spektakulären Sonnnenauf- und untergänge …


… und für mich auf dieser Reise besonders schön: jeden Morgen Yoga zum Sonnenaufgang. Mein Bürostuhl-gefolterter Rücken wird es mir danken und die Umgebung am Aft-Deck der Star Clipper mit der morgendlich noch nicht zu heißen Meeresluft mit einer leichten Briese bei aufgehender Sonne ist für eine entspannte Runde Yoga kaum zu toppen.







