MSC Fantasia: positives Kreuzfahrt-Erlebnis mit nur kleinen Schwachstellen

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Zum Abschluss des Reise-Tagebuchs steht die MSC Fantasia selbst noch einmal im Mittelpunkt: ihre Stärken und Schwächen, Besonderheiten und Entwicklungen im Vergleich zu früheren Reisen mit MSC.

MSC Fantasia in Abu Dhabi
MSC Fantasia in Abu Dhabi

Das Schiff in allen seinen Details stellt Carmen in ihrem Beitrag „Abenteuer Orient mit der MSC Fantasia“ in Carmens Cruise Diary vor. Ich konzentriere mich deshalb in meinem Fazit der Reise mit der MSC Fantasia auf ein paar Besonderheiten und Entwicklungen im Vergleich zu früheren Kreuzfahrten mit MSC.

Guter Service überall am Schiff

Cocktail-Service am Sonnendeck
Cocktail-Service am Sonnendeck

Eine konsequent positive Entwicklung im Vergleich zu früheren Reisen mit MSC zeigt sich beim Service. Unser Kabinen-Steward war exzellent und auf vergleichbarem Niveau wie beispielsweise bei Royal Caribbean International, Celebrity Cruises, Holland America Line oder Norwegian Cruise Line. Auch die Kabinenstewards der Nachbarsektionen zu unserer Kabine haben einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.

„Container beschweren sich nicht, Passagiere schon“, brachte es MSC Cruises‘ CEO Gianni Onorato in Anspielung auf die Containerschiff-Sparte von MSC im November 2015 in einem Interview mit cruisetricks.de auf den Punkt. Onorato war 2013 von Costa zu MSC gewechselt und seitdem hat diese Erkenntnis nicht nur im Service vieles zum Positiven verändert.

Parade der Kellner (Archiv-Bild von 2015)
Parade der Kellner (Archiv-Bild von 2015)

Freundlich, aufmerksam, korrekt und hilfsbereit haben wir auch den Service an der Rezeption und am Tourdesk erlebt. Ein paar Abstriche muss man hier nur bei der Organisation machen: Die Anstehzeiten waren teils recht lang. Insbesondere am Tourdesk wird nicht unterschieden zwischen einer „kurzen Frage zu einem schon gebuchten Ausflug“ und einer „ausführliche Tourberatung für die ganze Kreuzfahrt“. Sind gerade intensive und wortreiche Beratungen im Gange, dauert es für alle anderen in der Warteschlange entsprechend lang. Immerhin: Die Öffnungszeiten gehen teils bis in den späten Abend, sodass man Stoßzeiten eventuell vermeiden kann.

Baked-Alaska-Prade der Kellner
Baked-Alaska-Prade der Kellner

Der Service im Hauptrestaurant war schnell, freundlich, großzügig und vor allem kompetent. Keine Spur mehr von der ängstlichen Unsicherheit und mittelmäßigen Ausbildung der Kellner, wie ich sie noch vor einigen Jahren bei MSC erlebt hatte. Hier hat sich die Situation sehr zum Positiven entwickelt und auch die Oberkellner zeigen jetzt Teamverhalten, helfen aus, interessieren sich für die Gäste.

Der Vollständigkeit halber erwähnt: Die Getränke-Preise sind recht fair, Details dazu liefert unsere aktualisierte Übersicht „Getränkepreise und Getränkepakete bei MSC“.

Kabine zum Schlafen komplett dunkel

Balkonkabine 10016
Balkonkabine 10016

Einen Aspekt übergeht man bei der Wahl des Schiffs oft, obwohl er zu einem großen Teil zum Wohlfühlen auf einer Kreuzfahrt beiträgt: die Kabine. Auf einer eher preisgünstigen Kreuzfahrt sind die Erwartungen nicht allzu hoch, und so fallen mir auf der MSC Fantasia einige Aspekte besonders positiv auf.

Für mich persönlich sehr wichtig: Die Kabine soll in der Nacht zum Schlafen wirklich dunkeln sein – kein zwangsweise eingeschaltetes Nachtlicht, kein leuchtende Standby-Leuchten oder Displays von Fernseher, Telefon, Klimaanlage oder Lichtschalter. Die Balkonkabine auf der MSC Fantasia war in dieser Hinsicht das Beste, was ich seit langem auf einem Kreuzfahrtschiff erlebt habe. Nicht einmal eine Standby-Leuchte des Fernsehers stört hier. Lediglich die Steuerung der Klimaanlage leuchtet ganz schwach.

So soll es sein, so kann man auch als an Dunkelheit gewöhnter Mensch gut schlafen, ohne erst durch die Kabine zu ziehen und diverse Lichtquellen mit allen möglichen Tricks mühsam zu eliminieren.


Zum Bett gibt es ein härteres und ein weicheres Kopfkissen. Auf Nachfrage hat der Kabinensteward ein Kissen-Menü mit weiteren Kissen-Varianten zur Auswahl. Auch das ist nur ein Detail, kann aber viel zum Wohlfühlen beitragen.

Entertainment mit viel Live-Musik

Live-Musik im Atrium
Live-Musik im Atrium

Beim Entertainment bietet die MSC Fantasia viel und gute Live-Musik in den Bars. Persönlich am besten gefallen hat mir ein Duo aus Harfe und Gitarre im Atrium, das seinen Instrumenten erstaunlich vielfältige Musikrichtungen entlockt hat und einfach Spaß gemacht hat. Die Qualität der Shows im Theater ist solide, kommt aber nicht an die Broadway-Qualität bei Royal Caribbean International, Norwegian Cruise Line und Co. heran, hält aber gut mit im Vergleich beispielsweise zu TUI Cruises, AIDA oder Costa.

MSC Fantasia am Seetag

Ein Seetag ist für jedes Kreuzfahrtschiff eine Belastungsprobe: Bei schönem Wetter wollen alle an den Pool, bei schlechtem Wetter werden die Innenräume voll. Erstaunlich ist deshalb, dass sich auch am Seetag immer irgendwo eine Sonnenliege oder zwei finden lassen – nicht unbedingt direkt am Pool, aber auf einem der vielen Sonnendeck-Flächen. Es ist ziemlich voll, keine Frage, aber nicht überfüllt.

Pooldeck er MSC Fantasia am Seetag
Pooldeck er MSC Fantasia am Seetag

Recht praktisch ist der wegklappbare Sonnenschutz am Kopfende der Sonnenliegen – da muss es nicht unbedingt immer ein Schattenplatz sein. Einen Nachteil haben diese Schattenspender allerdings: Nach hinten weggeklappt verlängern sie die Sonnenliege erheblich und verengen dadurch am Pooldeck die Laufwege. Wer es eilig hat, sollte besser den Weg durch einen Kabinengang wählen, als am Pool entlang zu gehen.

Ein Manko, das MSC sich anschickt, auf den neuen Schiffsgenerationen Meraviglia- und Seaside-Class zu beheben: Die MSC Fantasia hat kein sinnvoll nutzbares Promenadendeck. Denn die Rettungsboote versperren die Sicht auf nahezu der gesamte Länge der Promenade sehr effektiv. Insofern ist der eigene Balkon auf dieser Schiffsklasse wichtiger als anderswo. Denn mangels nutzbarer Promenade ist der Balkon er wichtigste Rückzugsort, wenn einem der Trubel am Pool- und Sonnendeck zu viel wird.

L'insolito-Lounge
L’insolito-Lounge

Positiv dagegen: Es gibt recht attraktive Innenbereiche, in denen man in Ruhe und ohne Barservice sitzen und den Blick aufs Meer genießen oder ein Buch lesen kann. Da ist beispielsweise die kleine Bibliothek, vor allem aber – zumindest tagsüber – die L’Insolito-Lounge auf Deck 7 mit bequemen Lounge-Möbeln und Panoramafenstern mit Blick aufs Kielwasser.

Piazza San Giorgio
Piazza San Giorgio

Mein persönlicher Lieblingsplatz im Inneren der MSC Fantasia ist die Piazza San Giorgio, die mich sehr an eine belebte Piazza einer kleinen, italienischen Stadt erinnert, inklusive Café und Konditorei mit Süßigkeiten zu sehr günstigen Preisen. Ein Stück Torte kostet hier 1,90 Euro, Maccarons 1 Euro, Cupcakes 80 Cent und der Cappuccino ist dank der Vorliebe der Italiener für Kaffee mit 2,20 Euro ebenfalls günstig.

Verbesserungspotenzial bei Landausflügen

Verbesserungspotenzial gibt es bei der Organisation der Landausflüge. Im Vergleich zu anderen Reedereien waren die Wartezeiten vor und während der Ausflüge recht lang, die Betreuung der Passagier nicht optimal. Mutmaßlicher Hauptgrund: Manche Passagiere legen die Uhrzeiten auf den Ausflugstickets eher als grobe Empfehlung aus – und MSC lässt das durchgehen.

Die Organisation bei Landausflügen läuft längst nicht immer rund.
Die Organisation bei Landausflügen läuft längst nicht immer rund.

So haben wir beispielsweise mehrfach erlebt, dass Passagiere zwar sogar schon vor der angegebenen Zeit am Treffpunkt mit Touraufklebern ausgestattet zu den Bussen an der Pier geschickt wurden. Dort dann aber 45 Minuten lang im Bus warteten, bis schließlich auch die letzten Passagiere eintrudelten.

Der Transfer von und zum Schiff bei der Anreise via Airport Abu Dhabi funktionierte dagegen reibungslos und zügig. Der Vorteil der Anreise via Abu Dhabi im Vergleich zu Dubai: Durch eine Kooperation von MSC und Etihad gibt es im Kreuzfahrt-Terminal Checkin-Schalter der Airline. Bei der Rückreise gibt man sein Fluggepäck bequem und zeitsparend schon im Kreuzfahrtterminal ab und muss sich erst am Heimatflughafen wieder darum kümmern.

Tipp: Über MSC gebuchte Etihad-Flüge sind Gruppenbuchungen. Deshalb ist ein direkter Zugriff auf Sitzplatzreservierungen via Internet oft nicht möglich. Wenn die MSC-Gruppe für den jeweiligen Flug zu groß ist, kommt das Online-System von Etihad damit nämlich offenbar nicht zurecht. Telefonisch kann man bei Etihad aber dennoch Plätze reservieren, Sondermahlzeiten bestellen und der Buchung die Nummer seiner Vielflieger-Bonuskarte hinzufügen.

Gutes Essen im Hauptrestaurant

Hauptrestaurant Red Velvet
Hauptrestaurant Red Velvet

Das beinahe wichtigste Thema auf einer Kreuzfahrt und zugleich eine weitere, positive Entwicklung bei MSC ist das Essen.

Im Hauptrestaurant „Red Velvet“ haben wir die Mahlzeiten durchweg genossen. Die Qualität hat sich über die vergangen Jahre hinweg immer weiter gesteigert und ist jetzt auf einem sehr guten Niveau angekommen. Selbst mit einem richtig guten Hummer überraschte die Speisekarte zum Weihnachtsessen. Und auch das Tiramisu ist jetzt exzellent, das noch vor einem Jahr ziemlich ungenießbar war.


Das Buffetrestaurant hinkt bei dieser Entwicklung hinterher. Zwar findet man auch hier schon eine bessere Auswahl beispielsweise an Käse und Wurst als auf den meisten amerikanischen Schiffen. Zu oft waren die Speisen auf unserer Reise am Buffet allerdings kalt oder von den Passagieren weitgehend leergeräumt und nicht nachgelegt.

Buffet-Restaurant
Buffet-Restaurant

Tipp zum Buffet-Restaurant: Kleine Leckerbissen gibt es oft ganz hinten, gut versteckt. Dort ist außerdem die Station mit asiatischen, insbesondere indischen Gerichten, die sehr zu empfehlen sind.

Die Schwäche des Buffet-Restaurants gleicht das Hauptrestaurant auf überraschende Weise aus. Denn dort gibt es zum Frühstück und Mittagessen neben einer Speisekarte auch ein jeweils recht gutes Buffet. Und das wichtigste: Anders als auf den meisten Kreuzfahrtschiffen, die ich kenne, ist der Service hier auch morgens und mittags richtig schnell und zuverlässig. Selbst wenn die meisten Tische besetzt sind, seht das bestellte Essen innerhalb weniger Minuten am Tisch.

Hauptrestaurant Red Velvet
Hauptrestaurant Red Velvet

Das Hauptrestaurant ist also durchaus eine Alternative zum Buffet-Restaurant. Und tatsächlich haben wir deshalb auf dieser Reise unsere Gewohnheiten deutlich verändert: Statt zum Frühstück und Mittagessen ins Buffet-Restaurant zu gehen, waren wir überwiegend im Hauptrestaurant. Angenehmer und ruhiger ist das allemal, aber auf der MSC Fantasia haben eben auch der Service und die Geschwindigkeit gepasst.

Fazit

Landausflüge würden wir bei der nächsten Reise eher individuell organisieren. Der erfreulich gute Service, das leckere Essen und das auch optisch schönes Schiff haben die Reise mit der MSC Fantasia aber zu einem insgesamt positiven Erlebnis gemacht.

( Download als Klingelton, siehe „Kreuzfahrtschiff-Klingeltöne fürs Handy“ )

Weihnachten und Silvester am Kreuzfahrtschiff haben Spaß gemacht und das zumeist sonnige, warme Klima am Persischen Golf hat den kalten Winter zu Hause eine Woche lang vergessen lassen.

Mehr über die MSC Fantasia

Einen fast lebensnahen Einblick in die MSC Fantasia geben unsere 360°-Panorama-Fotos:

Wir empfehlen die Nutzung des Vollbild-Modus’ (das Symbol mit den vier Pfeilen ganz rechts). Für freie Sicht auf das jeweilige Panorama können Sie die Vorschau-Bilder der weiteren Panoramen mit dem Symbol neben dem Vollbild-Modus (drei gestapelte Rechtecke) aus- und später wieder einblenden.

Für weitere Eindrücke von der MSC Fantasia haben wir eine umfassende Bildergalerie zusammengestellt:

Bildergalerie: MSC Fantasia

Eine detaillierte Beschreibung der MSC Fantasia gibt es außerdem in Carmens Cruise Diary: „Abenteuer Orient mit der MSC Fantasia“.

Anmerkung*: Cruisetricks.de reiste auf der MSC Fantasia auf Einladung von MSC.

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Ein Kommentar zu MSC Fantasia: positives Kreuzfahrt-Erlebnis mit nur kleinen Schwachstellen

  1. Anne on Januar 30, 2017 at 8:15 am

    Vielen herzlichen Dank für deinen Kreuzfahrt Bericht. Hat mir sehr viel Freude bereitet das Review zu lesen. Ebenfalls vielen Dank für die zahlreichen Fotos des Schiffes. Werde ich mir auf jeden Fall für die nächste Kreuzfahrt merken. Lieben Gruß
    Anne

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