Details zum Hybrid-Antrieb der Hurtigruten-Neubauten

von
Artikel drucken

Kreuzfahrtschiff mit Elektroantrieb – wie funktioniert das? Hurtigruten stattet seine kommenden Expeditionsschiffe mit einem Hybrid-Antrieb aus, der den Treibstoff-Verbrauch um bis zu 20 Prozent senken soll. Bereits im Sommer geht das erste solche Schiff in Dienst. Cruisetricks.de hat bei Hurtigruten nachgefragt und Details zu der erstmal auf einem Kreuzfahrtschiff eingesetzten Technik erfahren.

Neue Hurtigruten-Expeditionsschiffe mit Hybrid-Antrieb (Bild: Hurtigruten / Rolls Royce)

Neue Hurtigruten-Expeditionsschiffe mit Hybrid-Antrieb (Bild: Hurtigruten / Rolls Royce)

Der Hybrid-Antrieb in Kombination mit dem Rumpfdesign und der effektiven Nutzung von Strom an Bord wird laut Hurtigruten den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen um bis zu 20 Prozent reduzieren. Die Verringerung des Schadstoffausstoßes beläuft sich demnach je Schiff auf mehr als 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

ANZEIGE

Erstmals wird ein Passagierschiff dieser Größe in der Lage sein, beispielsweise an besonders sensiblen Stellen bis zu 30 Minuten lang komplett emissionsfrei mit elektrischer Energie aus Akkus zu fahren und auch den Passagieren die Möglichkeit geben, die Stille eines engen Fjords ohne Maschinengeräusche zu erleben.

Cruisetricks.de hat bei Hurtigruten nach Details gefragt, wie diese Einsparungen realisiert werden – denn auch die Akkus an Bord müssen ja mit Hilfe von Generatoren an Bord aufgeladen werden. Auf den ersten Blick entsteht dabei nur eine zeitliche und gegebenenfalls örtliche Verlagerung des Treibstoffverbrauch und Schadstoffausstoßes.

Optimiere Technik

Zum geringeren Energie-Bedarf tragen auf herkömmliche Weise einige technische Optimierungen bei, etwa beim Rumpf-Design, L-drive Azipull Thruster Propeller mit Permanentmagnet-Motoren, die neueste Generation von Dieselgeneratoren mit niedrigen Stickoxid-Werten (NOx) und Einsparungen im Hotelbereich.

Die Hybrid-Technik selbst hat jedoch zwei große Vorteile, die für den wesentlichen Teil der Verbesserungen verantwortlich sind:

„Peak shaving”

Die Akkus werden immer dann aufgeladen, wenn die Generatoren bei optimaler Drehzahl und damit optimalem Wirkungsgrad mehr Energie bereitstellen, als für den Schiffsbetrieb nötig. Dadurch sinkt im Durchschnitt der Gesamtverbrauch an Treibstoff.

Akku als Energie-Reserve

Nutzung der Akkus als Energie-Reserve: Bei schwierigen Manövern, etwa bei engen Passagen, Navigation im Hafen oder beim Halten einer Position läuft typischerweise ein Generator auf Standby, um schnell auf zusätzliche Energie zurückgreifen zu können, wenn nötig. Im Stand-by-Betrieb ist der Wirkungsgrad bei Dieselmotoren besonders schlecht, der Verbrauch also übermäßig hoch. Mit einem aufgeladenen Akku im Hintergrund kann dieser Generator jedoch abgeschaltet werden, weil stattdessen die Akkus entsprechende Energie kurzfristig bereitstellen können. Generell können die Akkus dazu genutzt werden, die Generatoren mit optimalem Wirkungsgrad laufen zu lassen und Lastspitzen, für die ein zusätzlicher Generator nötig wäre, mit den Akkus auszugleichen.

Zweite Ausbaustufe bringt längere Laufzeiten

Das erste, für Juli 2018 geplante Expeditionsschiff soll mit Akkus ausgestattet sein, die einen rein elektrischen Betrieb von 15 bis 30 Minuten – je nach Last – ermöglichen. Dabei kann das Hybrid-System Energie bereitstelle, die etwa einem der Dieselgeneratoren entspricht und sowohl den Hotelbetrieb als auch den Antrieb für Langsamfahrt versorgen kann. Das entspricht einer Akku-Kapazität von rund 1.200 Kilowattstunden. Außerdem soll wo immer möglich auch Landstrom zum Laden der Akkus genutzt werden.

In der nächsten Phase soll das zweite der beiden geplanten Schiffe (Indienststellung im Juli 2019) mit höherer Akku-Kapazität ausgerüstet und das erste Schiff entsprechend nachgerüstet werden. Dadurch soll dann die mögliche Betriebszeit der Schiffe im rein-elektrischen Modus „deutlich erhöht“ werden. Genauere Angaben konnte Hurtigruten zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht machen.

Neue Expeditionsschiffe kommen im Juli 2018 und 2019

ANZEIGE

Die beiden neuen Expeditions-Kreuzfahrtschiffe von Hurtigruten bieten Platz für 600 Passagiere, werden 140 Meter lang und 23 Meter breit. Der Tiefgang beträgt 5,3 Meter, der Rumpf wird eisverstärkt sein. Als Auslieferungstermine für die ersten beiden Schiffe sind Juli 2018 und Juli 2019 vorgesehen. Gebaut werden sie in der Kleven-Werft im norwegischen Ulsteinvik. Für die Entwicklung ist Rolls-Royce verantwortlich.

Bitte unterstützen Sie uns!

Ein Mausklick genügt! Wir bekommen Vermittlungs-Provision, wenn Sie vor Online-Einkäufen oder Kreuzfahrtbuchungen auf bestimmte Links klicken. Dabei entstehen für Sie keinerlei Kosten! So funktioniert's).


Oder unterstützen Sie uns direkt, beispielsweise mit monatlich 2 Euro per Dauerauftrag. ING DiBa, Franz Neumeier, IBAN: DE87 5001 0517 5416 4275 10, BIC: INGDDEFFXXX. Vielen Dank!

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien und folgen Sie uns auch auf Twitter und/oder Facebook!

Immer aktuell informiert werden? Abonnieren Sie unseren kostenlosen, wöchentlichen cruisetricks.de Newsletter abonnieren oder unseren  RSS-Logo RSS-Feed.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Schreibe einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *