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Wanderung am Rande des Nationalparks

Der Timanfaya-Nationalpark auf Lanzarote und eine Wanderung zwischen Vukanen

Vulkane hautnah: Auf Lanzarote kommt man den Feuerbergen so nahe wie kaum irgendwo sonst und erlebt, wie Vulkane unsere Erde formen und beeinflussen. Von der World Voyager im Hafen von Arrecife aus erkunden wir den Timanfaya-Nationalpark zunächst mit einer Bus-Tour und am Nachmittag ganz intensiv bei einer Wanderung direkt in die Vulkanlandschaft hinein.

Die Vulkanroute „Ruta de los Volcanes“ im Timanfaya-Nationalpark ist eine schmale Teerstraße, die sich geschickt in die Landschaft einfügt und 14 Kilometer lang durch die Vulkanlandschaft des Parks windet. Nur Busse des Nationalparks oder angemeldete Ausflugsbusse für den die Straße befahren. Privat-PKW sind nicht zugelassen.

Aussteigen ist auf der Route nicht erlaubt, um dem Park zu schützen. Fotografieren ist daher nur durchs Busfenster möglich.  Angelegt wurde die Route von César Manrique (1919–1992), dem bekanntesten Künstler der Insel.

Vulkanlandschaft des Timanfaya-Nationalparks
Vulkanlandschaft des Timanfaya-Nationalparks

Von Manrique stammt auch das „El Diablo“-Restaurant am Ausgangs- und Endpunkt der Vulkanroute auf einem Hügel namens „Islote de Hilario“. Gegrillt wird in dem Restaurant direkt über der Hitze, die aus der Tiefe des Berges kommt. Der Grill sieht aus wie ein Brunnenschacht, nur dass von unten sehr heiße Luft aufsteigt.

Neben dem Parkplatz am Restaurant mit großartigem Blick auf die Vulkanlandschaft bis hin zur Küste bekommen die Nationalpark-Besucher einen Eindruck von der vulkanischen Aktivität an diesem Ort. Drei kurze Demonstrationen zeigen, wie heiß es hier schon wenige Zentimeter unter dem Boden ist:  Trockenes Gestrüpp entzündet sich innerhalb kürzester Zeit von selbst; in ein Rohr gegossenes Wasser schießt zwei Sekunden später als dampfender Geysir meterhoch in die Luft und Vulkangestein aus dem Boden ist so heiß, dass man es kaum länger als zwei, drei Sekunden in der Hand halten kann.

Meeresbrandung gegen erkaltete Lavaströme

An der Küste arbeitet sich die Brandung an den erkalteten Lavaströmen ab und holt sich das Land Zentimeter für Zentimeter zurück. Die Küstenstraße wurde kürzlich an einer Stelle unterspült und ist eingebrochen. Jetzt muss sie ein Stück landeinwärts verlegt werden – nicht zum ersten Mal.

bei den Lavahöhlen von Los Hervideros
bei den Lavahöhlen von Los Hervideros

Ein besonderer Anblick ist der von Algen intensiv grün gefärbte, kleine See nahe des Dorfes  El Golfo und die daran anschließende, felsige Bucht. Entstanden sind See und Bucht aus dem Krater des Vulkans Montana de Golfo.

Der Blick von der Küste aus macht besonders deutlich, welche gewaltigen Lavamassen sich aus den Vulkanen im heutigen Timanfaya-Nationalpark über die Insel ergossen haben. Es sind endlose, kilometerbreite Ströme aus Lava, die nur wenige Zentimeter tief an der Oberfläche erstarrt sind, während die glühende Lava darunter weiter geflossen ist und die Krusten zu bizarren Strukturen geschoben und aufgeworfen hat.

Da es auf Lanzarote kaum regnet, haben sich auch knapp dreihundert Jahre später noch kaum Pflanzen auf den Lavaströmen ansiedeln können. Die weiße und manchmal gelbe Färbung auf dem schwarzen Lavagestein besteht aus Flechten. Geprägt ist die Landschaft hier im Wesentlichen von einem sechs Jahre andauernden Ausbruch mehrere Vulkane entlang einer Bruchlinie zwischen von 1730 bis 1736.

Ein Schluck Lanzarote-Wein

Unvermeidlicherweise gehört zu Busausflügen ein Stopp an einem Souvenirshop, getarnt als Weinprobe oder ähnlichem. Auf dem Vulkan-Ausflug auf Lanzarote ist das ein Stopp an der Bodega La Geria. Spannender als der Schluck Malvasia- oder Muskateller-Wein ist es freilich, sich den Weinanbau rund um die Bodega genauer anzusehen.

Weinbau auf Lanzarote
Weinbau auf Lanzarote

Denn so unwirtlich die schwarze Vulkanlandschaft Lanzarotes wirkt, so ermöglicht sie doch den Anbau von recht hochwertigem Wein auf eher ungewöhnliche Weise. Für die Weinstöcke werden Mulden in den Boden aus dem feinem, pyroklastischen Gestein gegraben und halbrunde Mauern zum Windschutz errichtet.

Das poröse Material speichert Wasser hervorragend, sodass die Weinstöcke nicht bewässert werden müssen, was angesichts des Wassermangels auf der Insel auch nicht möglich wäre. Die Mulden werden gegraben, weil die Schicht des porösen Materials genau die richtige Tiefe für die Weinstöcke haben muss und das pyroklastische Material an vielen Stellen sonst zu tief wäre.

Zu Fuß durch Lavafelder am Rande des Nationalparks

Der für mich persönlich faszinierendste Ausflug dieser Reise mit der World Voyager durch die Kanaren ist die geführte Wanderung am Rande des Timanfaya-Nationalparks. Was wir am Vormittag vom Busfenster aus gesehen und erklärt bekommen haben, erleben wir hier hautnah, zum Anfassen, Spüren und Hören.

Wanderung am Rande des Nationalparks
Wanderung am Rande des Nationalparks

Ja, auch Hören: Das Laufen auf dem schwarzen Lavagestein macht ein knirschendes Geräusch, das wie eine Kombination aus fest gefrorenem Schnee und Glasscherben klingt.

Wanderung am Rande des Nationalparks
Wanderung am Rande des Nationalparks

Tipp: Zu dieser Wanderung keine neuen Schuhe anziehen, denn das scharfe Vulkangestein wird den einen oder anderen Kratzer hinterlassen. Ideal sind Wanderschuhe mit leicht erhöhtem Schaft, sodass die kleinen, spitzen Steinchen nicht in den Schuh geraten.

Wanderung am Rande des Nationalparks
Wanderung am Rande des Nationalparks

Wir laufen an Lavastrom-Zungen entlang, …

… blicken in große und kleine Krater-Schlünde, …

… sehen die verschiedenen Formen von Lava …

… staunen über Lava-Tunnel, die entstehen, wenn flüssige Lava unter einer bereits erstarrten Schicht weiter fließt …

… und sehen Pflanzen, die sich auch knapp 300 Jahre nach dem Vulkanausbruch hier noch schwertun, sich hier anzusiedeln.

Ein farbenprächtiger Sonnenuntergang zum Abschied

Zum Abschluss der Reise mit der World Voyager zu fünf der sieben großen Kanaren-Inseln bekommen wir einen Sonnenuntergang, wie wir ihn die gesamte Reise nicht zu sehen bekommen haben – mit so intensiven Farben, dass ich bei der Bildnachbearbeitung eher etwas Sättigung herausnehmen muss, damit es nicht übertrieben kitschig wirkt.

Sonnenuntergang auf dem Weg nach Teneriffa
Sonnenuntergang auf dem Weg nach Teneriffa

Die Sonne verschwindet mit großem Farbspektakel hinter den abendlichen Wolken, nachdem wir gerade mit dem Abendessen am Heck des Kreuzfahrtschiffs im Freien fertig sind und uns dabei ein letztes Mal die warme Seeluft um die Nase haben blasen lassen, bevor es am nächsten Tag von Teneriffa aus wieder ins Flugzeug nach Hause ging.

Anmerkung*: Cruisetricks.de fährt auf der World Voyager auf Einladung von Nicko Cruises.
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Cruisetricks.de fährt auf der World Voyager auf Einladung von Nicko Cruises.

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