Meine besten Reise-Fotos 2020

Meine schönsten Reise-Fotos des seltsamen Jahres 2020

Durch meine Reise-Fotos aus diesem verrückten Jahr 2020 zu blättern, weckt viele Erinnerungen, von denen manche aus heutiger Sicht reichlich unwirklich erscheinen. Es sind emotionale Momente, mystische Augenblicke und in Zeiten von Covid-19 auch Szenen, die man sich noch vor einem Jahr so einfach nicht hätte vorstellen können.

Anlass für meine „Best of 2020“-Bildergalerie ist die Blogparade von Michael („Erkunde die Welt“-Blog).

Als Einstiegsbild habe ich ein Foto gewählt, dass dieses Reisejahr in einem Bild zusammenfasst: Abstand, Maske, aber dennoch wunderschöne Erlebnisse, die man in diesen Zeiten viel mehr zu schätzen weiß als früher. Wir waren mit der Mein Schiff 6 in Griechenland unterwegs – zwei Wochen, bevor Griechenland dann im November ebenfalls dicht gemacht hat.

Das Gefühl von Freiheit, trotz aller Beschränkungen
Das Gefühl von Freiheit, trotz aller Beschränkungen

Dabei hatte das Jahr spektakulär angefangen: Mit der Costa Diadema war ich auf Orient-Kreuzfahrt mit einem zweitägigen Ausflug in ein Camp mitten in der Wüste des Emirats Abi Dhabi: frei laufende Dromedare …

Dromedare in der Wüste von Dubai
Dromedare in der Wüste von Abi Dhabi

… Sonnenuntergang und Sonnenaufgang in den riesigen Sanddünen; die absolute Stille einer Wüstennacht unterm Sternenhimmel.

Sonnenaufgang mitten in der Wüste von Abu Dhabi
Sonnenaufgang mitten in der Wüste von Abu Dhabi

Allerdings habe ich auf dieser Reise auch die größte Reise-Enttäuschung dieses Jahres erlebt, die mir, ich gebe es ehrlich zu, ein paar Tränen abverlangt hat: Die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi.

Scheich-Zayid-Moschee, Abu Dhabi
Scheich-Zayid-Moschee, Abu Dhabi

Innerhalb weniger Jahre hat sich die Atmosphäre der Moschee von einem erhabenen, fantastischen Symbol der Offenheit und Schönheit in einen massentouristischen Moloch verwandelt, der jeglichen Zauber verloren hat. Das hat mich tief getroffen und sehr traurig gemacht.

Kurz nach der Orient-Kreuzfahrt flog ich nach Miami für einen kurzen Abstecher mit der MSC Divina zu MSCs neuer Privatinsel Ocean Cay auf den Bahamas. Allein schon der Satz „ich flog mal schnell nach Miami“ klingt aus heutiger Sicht so surreal. Das Foto zeigt in einem Bild alles, was uns heute so fern, unerreichbar und unwirklich erscheint:

MSC Divina, Strand der Privatinsel Ocean Cay
MSC Divina, Strand der Privatinsel Ocean Cay

Von der letzten Kreuzfahrt vor dem Lockdown kam ich im März mit einem der letzten Flieger zurück, die noch direkt von Santiago de Chile nach Madrid flogen, als Madrid schon Risikogebiet war. Ich war mit der Hanseatic Nature in den chilenischen Fjorden unterwegs.

Aus heutiger Sicht unglaublich fern und fast unwirklich kommen mir auch die Bilder von dieser Reise vor, etwas von der Wanderung im Nationalpark Torres del Paine …

Nationalpark Torres del Paine
Nationalpark Torres del Paine

… oder auf dem Vulkan Osorno nahe Puerto Montt …

am Vulkan Osorno, Chile
am Vulkan Osorno, Chile

… wo wir auf dem Rückweg ein paar Füchsen am Straßenrand begegnet sind.

Fuchs, Chile
Fuchs, Chile

Der Kontrast von Chile nach Deutschland konnte kaum größer sein. In Südamerika gab es Mitte März noch nahezu keine Covid-19-Fälle, Deutschland stand dagegen schon kurz vor dem Lockdown. Da war ein wenig Eingewöhnung nötig. Und Büro-Sitzfleisch, denn für die kommenden Wochen war Reisen erst einmal unmöglich.

Erst Anfang Juli ging es wieder los: Die erste Reise in der Coronakrise ging nach Portugal zu einer Flusskreuzfahrt mit der A-Rosa Alva auf dem Douro. Das Gefühl auf dieser Reise drückt ein einziges Bild aus:

Sonnenuntergang in Porto
Sonnenuntergang in Porto

Besonders beeindruckend und zugleich hoffentlich eine einmalige Erfahrung in meinem Leben, auch wenn es fantastisch war: Porto für uns ganz allein zu haben, ebenso wie die anderen Orte entlang des Douro. Nahezu keine Touristen in der Stadt und menschenleere Selfie-Hotspots, an denen zu normalen Zeiten an ein vernünftiges Foto kaum zu denken ist.

Das gleiche Bild bei einer Kurzreise nach Venedig: kaum ein Tourist in der Stadt, die sonst unter der Last der Menschen beinahe untergeht.

Restaurant in Venedig
Restaurant in Venedig

Das ZDF hatte mich Ende Juli für Interviews in die Lagunenstadt geflogen. Einen ganzen Tag zogen wir von Location zu Location, ich redete über Overtourism, die besonderen Herausforderungen in Venedig und natürlich die Zusammenhänge (und nicht-Zusammenhänge) mit der Kreuzfahrt und wir trafen Aktivisten der Bewegung „No Grandi Navi“.

Markusplatz, Venedig - nahezu ohne Touristen
Markusplatz, Venedig – nahezu ohne Touristen

Und plötzlich war ich wieder in einer fast normalen Reise-Routine. Zwar konnte und kann ich meine Reisen nicht längerfristig vorausplanen, aber es ergab sich doch in den folgenden Wochen regelmäßig immer wieder eine neue Gelegenheit.

Mit der klassischen Segelyacht Chronos von Sailing Classics fuhren wir Mitte August von Salerno aus entlang der Amalfiküste

Segeln mit der Chronos
Segeln mit der Chronos

… nach Capri, um zum Sonnenaufgang in der Marina Piccola mit Blick auf die Faraglioni-Felsen zu liegen …

Carpis Faraglioni bei Sonnenaufgang
Carpis Faraglioni bei Sonnenaufgang

… und jeden Abend einen noch grandioseren Sonnenuntergang zu sehen.

Sonnenuntergang im Golf von Neapel
Sonnenuntergang im Golf von Neapel

Achtung, plattes Wortspiel: Grandios war auch der Blick auf die MSC Grandiosa nahe Sorrent, die ich auf ihrer ersten Reise nach dem Kreuzfahrt-Shutdown zunächst aus der Ferne sah, …

MSC Grandiosa bei Capri
MSC Grandiosa bei Capri

… nur um Anfang September dann auch für ein paar Tage an Bord zu gehen, ebenso wie eine Woche darauf zur Costa Deliziosa – beides besonders intensive Arbeitsreisen, um mir die Infektionsschutz-Konzepte von MSC und Costa anzusehen.

Auf dem Weg zur Costa Deliziosa konnte ich noch einmal einen Tag in Venedig genießen, denn die Flugverbindungen sind derzeit so schlecht, dass ich am Tag der Abfahrt des Schiffs nicht rechtzeitig nach Triest gekommen wäre – also flog ich einen Tag früher …

Venedig
Venedig

Was für ein Gefühl, in diesen Zeiten beinahe von einem Kreuzfahrtschiff zum nächsten zu springen! Dabei dachte ich noch im April, ich würde in diesem Jahr womöglich auf überhaupt kein Kreuzfahrtschiff mehr kommen.

Eine ähnliche Befürchtung beschleicht mich jetzt wieder. Denn die Infektionszahlen und Lockdowns in ganz Europa machen weder große Lust auf Reisen, noch ist überhaupt viel möglich. Kurz vor dem Lockdown hatten wir es aber noch nach Griechenland geschafft und sind in Heraklion für eine Woche auf die Mein Schiff 6 eingeschifft.

Athen: menschenleer, dabei sagte uns die lokale Reiseführerin, das sei noch ein guter Tag. Kreta, menschenleer. Wir machen eine Wanderung, die Corona für viele Stunden fast gänzlich vergessen lässt, …

Wanderung auf Korfu
Wanderung auf Korfu

… wäre nicht alles so ausgestorben. Dieses Bild ist mein Symbolbild dafür:

Korfu
Korfu

Auch auf der Mein Schiff 6 sind nur wenige Passagiere, die Auslastung lag bei rund 25 Prozent. Da hat man dann zum Frühstück schonmal die Restaurant-Terrasse am Heck des Schiffs (fast) ganz für sich allein.

Frühstück auf der Mein Schiff 6
Frühstück auf der Mein Schiff 6

Ein ziemlich unspektakuläres Bild von der Wanderung auf Kreta schließt meine Bildergalerie 2020 ab. Aber aus irgendeinem Grund fasziniert mich das Foto dieser Katze immer mehr, je länger ich es betrachte. Vielleicht liegt es an dem enormen Kontrast zwischen der eleganten Erscheinung des Tiers und der so herrlich imperfekten Umgebung mit krumm verlegten Ziegeln und dem rissigen, buckelig betonierten Boden.

Katze, Korfu
Katze, Korfu

Insgeheim habe ich aber meine Reise-Hoffnungen für 2020 noch nicht ganz aufgegeben.

auf Reisen mit FFP2-Maske
auf Reisen mit FFP2-Maske

Es wäre schön, wenn ich meine FFP2-Maske noch einmal aufsetzen und mit dem Flieger ganz weit, oder auch nicht so weit wegfliegen könnte – ob in die Wärme oder Kälte ist mir ganz egal, nur einfach noch einmal raus.

Allerdings auch nur, wenn es für mich und andere sicher ist. Denn Covid-19 kann mir definitiv gestohlen bleiben, dafür akzeptiere ich vorübergehend alles, auch die Höchststrafe: nicht reisen zu dürfen.

Mehr Infos zu Michaels Fotoparade 2020 und alle Links zu den teilnehmenden Reiseblogs gibt es auf Michaels „Erkunde die Welt“-Blog. Und auch eine ständig aktualisierte Gesamtliste der teilnehmenden Blogs findet Ihr bei Michael.

5 Kommentare

5 Kommentare zu “Meine schönsten Reise-Fotos des seltsamen Jahres 2020

  1. Was für herrliche Bilder.
    Danke, dass man daran teilhaben darf.
    Haben Sie was von der MS Astoria ( Völkerfreundschaft) gehört.
    Bleiben Sie gesund, damit Sie uns noch wundervolle Kommentare schreiben können.
    LG Sonja Pflaumann

  2. Sonja: Der Status der Astoria ist im Augenblick leider recht unklar. Der bisherige Charterer CMV hat Insolvenz angemeldet, dessen eigene Schiffe wurden alle versteigert. Die Astoria liegt aktuell in Tilbury, UK. Was ihr portugiesischer Eigner mit dem Schiff vorhat, ist (zumindest mir) nicht bekannt.

  3. Eternal Vigilance is the Price of Safety…
    …Romanza, Chandris Lines… im Ruderhaus gesehen im Januar 1990.
    Da fuhren wir am 6. Januar ab Genua für 16 Tage zu den Kanaren…
    …am gleichen 6. Januar kam die (Fiasko) Vasco da Gama rein, leer, die Passagiere wurden in Afrika ausgeflogen.
    Das war dann das Ende von Neckermann Kreuzfahrten, jedenfalls der Anfang vom Ende.
    Die Maxim Gorkiy hatte man ja abgegeben (die hatte dann Phönix) und den chaotischen Portugiesenrumpler reingenommen…
    …Shit happens…

  4. Hallo,
    die Bilder aus Abi Dhabi sind ja mal richtig cool. Das mit den beiden Dromedaren gefällt mir besonders gut.
    Viele Grüße
    Chris von Webundwelt.de

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