Seattle Waterfront zum Sonnenuntergang

Seattle: Praktische Tipps, Verkehrsmittel, Hotels, Restaurants

Ganz untypisch für eine amerikanische Stadt: Für Seattle braucht man als Tourist eigentlich kein Auto. Vom Flughafen fährt eine Bahn in die Innenstadt. Per Bus, Busse, Bahn und Leih-Fahrrad kommt man zu nahezu allen Sehenswürdigkeiten. Mit einem halbwegs zentral gelegenen Hotel ist in Seattle vieles sogar zu Fuß erreichbar.

Unsere Empfehlung für Seattle ist deshalb, sich ein zentral gelegenes Hotel zu nehmen und die Stadt von dort aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden. Ein Mietwagen in der Innenstadt wäre ziemlich unpraktisch, denn Parkplätze sind rar und deshalb sehr teuer – selbst die hoteleigenen Parkplätze.

Für Ausflüge ins Umland, etwa in den Mount Rainier National Park, den Olympic National Park oder zu einer Whale-Watching-Tour nach Bellingham bietet sich eher an, einen Mietwagen nur für einen Tag zu nehmen. Wer dennoch die Flexibilität eines Mietwagens nicht missen will, nimmt ein günstiges Motel in Flughafennähe und fährt für Sightseeing in der Innenstadt zur Lightrail-Bahn, die in die Innenstadt fährt.

Vom Flughafen SEA-TAC nach Seattle

Die günstigste Verbindung vom internationalen Flughafen Seattle-Tacoma (SEA-TAC) bietet die „Link Light Rail“-Bahn. In rund 40 Minuten ist man in der Innenstadt, die einfache Fahrt kostet drei Dollar.

Link Light Rail, University Street Station
Link Light Rail, University Street Station

Shuttle-Busse von „Shuttle Express“ oder ein Taxi mit Festpreis kosten rund 40 Dollar zu Innenstadt-Hotels, Uber ist mit rund 35 Dollar etwas günstiger.

Busse und Monorail in Seattle Downtown

Seattle hat ein gut ausgebautes Bus-System namens „Metro“. Tatsächlich braucht man die Busse aber kaum, denn die meisten Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß erreichbar.

Metro-Bus in den Straßen von Seattle
Metro-Bus in den Straßen von Seattle

Zur Space Needle führt die Monorail, die ohnehin ein kleines Erlebnis für sich ist. Die Monorail verkehr etwa alle zehn Minuten zwischen Westlake Center Station (Ecke 5th Avenue und Pine Street) und dem Seattle Center direkt an der Space Needle und kostet 2,50 Dollar (Kinder bis 12 Jahre die Hälfte).

E-Bikes

Bei schönem Wetter empfiehlt sich ein Leih-Elektro-Bike. Normale Fahrräder wären in Seattle eher unpraktisch, weil die Straßen teils sehr steil sind. Es gibt zwei Anbieter von E-Bikes: Jump (Uber) und Lime. Von beiden Anbietern finden sich fast an jeder Straßenecke Fahrräder.

Miet-E-Bikes
Miet-E-Bikes

Getestet habe ich Lime. Zum Ausleihen ist nur eine einmalige Anmeldung bei Lime per Smartphone-App und Kreditkarte nötig. Abgerechnet werden 15 US-Cent pro Nutzungsminute. Man bucht das jeweilige Rad via Barcode-Scan, das Verschließen des Fahrradschlosses am Ziel beendet die Mietdauer automatisch.

unterwegs mit dem Miet-E-Bike
unterwegs mit dem Miet-E-Bike

Wer bereits ein Konto bei Uber hat, kann deren E-Bikes unter der Marke „Jump“ über die Uber-App suchen und nutzen.

Achtung: Offiziell gilt in King County, zu dem Seattle gehört, beim Radfahren Helmpflicht. Einheimische sagten mir aber mehrfach, dass die Polizei es bei Touristen nicht so genau nehme und ich habe in der Tat viele Radfahrer ohne Helm gesehen. Aber: ohne Garantie …

Kreuzfahrt-Terminals in Seattle

Seattle hat zwei Kreuzfahrt-Terminals: eines direkt an der Waterfront in der Bell Street an Pier 66 sowie eines mit zwei Anlegern etwas weiter entfernt von Downtown in Smith Cove an Pier 91.

Kreuzfahrt-Terminal Seattle
Kreuzfahrt-Terminal Seattle, Pier 91

Pier 66 wird überwiegend von Norwegian Cruise Line und Oceania Cruises genutzt. Von einigen Downtown-Hotels ist Pier 66 sogar zu Fuß zu erreichen. Die anderen Reedereien sind an Pier 91 zu Hause. Dorthin empfiehlt es sich, per Taxi oder Uber zu fahren.

Einige Hotels bieten auch einen Shuttle-Service zu den Kreuzfahrt-Terminals an, beispielsweise das Crown Plaza.

Gepäckservice für Kreuzfahrt-Passagiere

Erwähnenswert, wenn auch für deutsche Kreuzfahrer meist nicht nutzbar: Für Kreuzfahrt-Passagiere, die nach einer Alaska-Kreuzfahrt innerhalb der USA weiterfliegen, bietet der Port of Seattle mit „Port Valet“ einen kostenlosen Gepäckservice an. Nach der Kreuzfahrt kann man damit sein Gepäck direkt zum Flughafen bringen lassen, während man selbst noch ein wenig die Stadt erkunden kann. Das Gepäck steht dann am Flughafen zur Abholung bereit.

Dieser ermöglicht es den Kunden, nach ihrer Schiffstour alle Hände freizuhaben um Seattle, die Emerald City, mit all ihren Attraktionen erkunden zu können. Wenn der Passagier dann am Flughafen ankommt, ist sein Gepäck bereits dort.

Hotels in Seattle

Seattle Downtown hat eine große Auswahl an Hotels. Meiner Erfahrung nach sind Hotels praktisch, die in der Nähe der Link Lightrail-Stationen und nahe des Westlake Centers (Start der Monorail) liegen. Diese Hotels sind zwar ein paar Blocks von der Waterfront entfernt und der Rückweg dorthin recht steil bergauf, aber die ÖPNV-Anbindung ist sehr bequem.

Die folgenden Hotel-Empfehlungen sind teils aus eigener Erfahrung, teils aus Empfehlungen von Freunden entstanden und sollen einfach einen Anhaltspunkt geben bei der Hotelsuche.

Legere Top-Hotels zu vernünftigen Preisen sind die beiden Kimptons, Kimpton Hotel Vintage, (1100 5th Avenue, Seattle, Tel. 206-6248000, www.hotelvintage-seattle.com) und Kimpton Monaco (1101 Fourth Avenue, Seattle, Tel. 206-6211770, www.monaco-seattle.com).

Kimpton Hotel Vintage, Seattle
Kimpton Hotel Vintage, Seattle

Eine günstigere Alternative ist das Crowne Plaza Seattle Downtown (1113 6th Ave, Seattle, Tel. 206-4641980, cphotelseattle.com) mit dem Vorzug eigener Shuttle-Busse zum Kreuzfahrt-Hafen.

Ungewöhnlich und ein klein wenig verrückt ist das „Pineapple“-Boutique-Hotel The Maxwell Hotel (300 Roy Street, Seattle, Tel. 206-2860629, www.staypineapple.com/the-maxwell-hotel-seattle-wa) am Seattle Center (Space Needle), das auch eigene Leihfahrräder bereitstellt – allerdings keine E-Bikes.

The Maxwell Hotel
The Maxwell Hotel

Gehobene Motels in Flughafen-Nähe, in denen wir selbst bereits gewohnt haben, sind beispielsweise das La Quinta Seattle Sea-Tac Airport (2824 S 188th St, Seattle, Tel.206-2415211, www.wyndhamhotels.com/laquinta/seattle-washington/la-quinta-seattle-sea-tac-airport/overview) und das günstigere Days Inn Seatac Airport (19015 Intl Boulevard South, Seattle, Tel. 206-2443600, www.wyndhamhotels.com/days-inn/seattle-washington/days-inn-seatac-airport/overview) ein paar Auto-Minuten von der Link Lightrail-Station Angle Lake entfernt, mit kostenlosem Parkplatz.

Restaurant-Tipps für Seattle

Seattle bietet eine große Auswahl an guten Restaurants, da fällt die Entscheidung gar nicht leicht. Restaurants, die etwas auf sich halten, verarbeiten hier vor allem nachhaltig produzierte, regionale, frische Zutaten. Leichte Küche und Seafood sind häufig zu finden, aber auch der asiatische Einfluss hier am Pazifik ist deutlich zu spüren. Auch hier will ich zur Orientierung einige Beispiele nennen, die ich aus eigener Erfahrung kenne. Reservierungen sind insbesondere in der Hauptsaison und am Wochenende dringend zu empfehlen.

Eine der Top-Adressen für Seafood ist das „Aqua by El Gaucho(2801 Alaskan Way, Pier 70, Seattle, Tel. 206-9569171, elgaucho.com/dine/aqua/), das 2012 sogar einmal in die Liste der zehn besten Seafood-Restaurants der USA gewählt wurde. Das Essen ist immer noch lecker, die Preise allerdings entsprechend hoch. Doch im Freien an der Waterfront zu sitzen und den Sonnenuntergang über dem Pudget Sound zu beobachten, ist das allemal wert.

Seattle Waterfront
Sonnenuntergang von der Terrasse des „Aqua by El Gaucho“

Seit 30 Jahren gibt es das „Wild Ginger(1401 3rd Ave., Seattle, Tel. 206-6234450, www.wildginger.net) in Seattle und ist schon fast genauso lange eine Institution für feine Asia-Küche. Und fast genauso lange kenne ich das Lokal auch, das sich heute ganz modern ohne Tischdecken und Dress Code gibt und exzellente, authentische pan-asiatische Gerichte auf der Karte hat.

Wer es lieber italienisch hat: Das „Tulio“ im Kimpton Hotel Vintage (1100 5th Avenue, Seattle, Tel. 206-6245500, tulio.com) serviert gehobene italienische Küche mit Schwerpunkt auf frische und regionale Zutaten. Exzellent sind beispielsweise die Miesmuscheln (eine besondere, kleinere Art aus der Region um Seattle). Weine gibt es sowohl aus der Region Washington State/Oregon sowie natürlich aus Italien.

Sehr leger geht es am Fishermen’s Terminal (3919 18th Ave W, Seattle, www.portseattle.org/maritime/fishermen-terminal) zu, das nach wie vor der kommerzielle Fischereihafen Seattle ist. Hier sind aber auch eine Marina für Sportboote sowie einige Restaurants angesiedelt. Fisherman’s Terminal eignet sich gut für einen kleinen Ausflug zum Lunch (Wochenende) oder entspanntem Dinner mit gutem Seafood.

Fisherman's Terminal, Seattle
Fisherman’s Terminal, Seattle

Wer es schon zum Frühstück etwas feiner will, findet beispielsweise im „Outlier“ des Kimpton Hotel Monaco (1101 Fourth Avenue, Seattle, Tel. 206-6247755, www.outlierseattle.com) einen gemütlichen, wenn auch nicht gerade günstigen Platz.

Smith Tower
Smith Tower

Für einen abendlichen Cocktail mit Blick auf die Stadt klingt die Smith Tower Observatory Bar spannend (506 2nd Avenue, Seattle, Tel. 206-6240414, www.smithtower.com/observatory-and-bar.php) – ausprobiert habe ich sie allerdings noch nicht, die steht auf meiner Liste für den nächsten Seattle-Besuch. In dieser Bar im Prohibitions-Stil gibt es unter anderem Barrel-Aged Cocktails und der Ausblick vom Open-Air-Deck des hübschen, 1914 gebauten Hochhauses ist wohl grandios.

Anmerkung*: Dieser Beitrag ist Teil einer bezahlten Kooperation mit dem Port of Seattle zur Förderung des Tourismus in der Region.
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3 Kommentare

3 Kommentare zu “Seattle: Praktische Tipps, Verkehrsmittel, Hotels, Restaurants

  1. Auch wenn ich noch nicht alle Artikel zu dieser Serie gelesen habe, hier schon mal ein großes Lob und vielen Dank über diese Eindrücke von einer Ecke der USA, die ich bisher noch nicht bereist habe (aber die durchaus noch auf meiner To-Do-Liste steht).

    Eine Frage hätte ich aber zum Handling der Leihfahrräder. Mir ist in den USA schon öfter bei mobilfunkbasierten Dienstleistungen aufgefallen, daß es eben nicht reicht, eine Datenverbindung zu haben, die man ja notfalls über ein allgegenwärtiges „Free Wifi“ bekommt, sondern nur, wenn man mindestens einen echten Mobilfunkzugang hat, teils sogar auch nur mit US-Amerikanischer Telefonnummer. Ich hatte nmlich schon häufiger das Problem – meine deutsche Simkarten bisher funktionierten entweder gar nicht oder nur gegen horrende Kosten (je nach Anbieter sogar nur gegen tägliche Gebühren) auch bei Nichtnutzung außerhalb der EU . In den USA ist das für mich mittlerweile problemlos, da ich öfter dort bin, habe ich mir eine örtliche Prepaidkarte besorgt und alles funktioniert, sobald ich am Flughafen die Karte gewechselt und aufgeladen habe.
    Für den Gelegenheitstouristen ist das aber etwas, das durchaus zum Problem werden kann. ;-)

  2. @Eike: Die Fahrradverleiher wie Lime sind aber internationale Unternehmen, die selbst bei uns in Europa aktiv sind, sodass die Anmeldung dort problemlos auch ohne US-Telefonnummer/-Sim-Karte klappt. Aber mit lokalen Wlans funktioniert das Ausleihen der Fahrräder dennoch kaum, denn dazu müsste ja sowohl an der Ausleihstelle als auch dort, wo man das Fahrrad wieder abstellen will, zufällig gerade ein kostenloser Hotspot sein.
    Für Internet im Ausland außerhalb der EU benutze ich inzwischen Skyroam oder Knowroaming (siehe: https://www.cruisetricks.de/auf-kreuzfahrt-guenstig-ins-internet/ ), wenn ich länger in den USA bin auch mal eine lokale Sim-Karte, die ich vorher hier in Deutschland bestelle oder vor Ort kaufe. Allerdings hast Du recht: Wer nur für eine Kreuzfahrt und einen Voraufenthalt von ein paar Tagen an Land in den USA ist, für den ist das ein eher teure Angelegenheit. Die beste Lösung ist da Knowroaming, weil die Sim-Karte und die Tagesraten relativ günstig sind. Dennoch muss man auch hier gelegentlich neues Guthaben aufladen (wenn ich mich recht entsinne einmal jährlich), damit die Karte aktiv bleibt. Dafür ist sie aber auch weltweit einsetzbar, was gerade auf Kreuzfahrt praktisch ist, wenn man von einem Land zum nächsten reist.

  3. @Franz: Knowroaming ist vielleicht hilfreich, wenn man mehrere Länder bereist. Für die USA ist meine Lösung deutlich preiswerter – für 25$ kann ich einen Monat „unbegrenzt alles“. Die Karte selbst bleibt übrigens auch ohne Guthaben funktionstüchtig, man bekommt beim nächsten Aktivieren lediglich eine neue Rufnummer. (Stört mich nicht, unter der Nummer ruft eh niemand an.) Der einzige Haken ist, daß die Webseite des Anbieters aus Deutschland nicht erreichbar ist – Aktivierung geht also erst nach Ankunft in den USA. Aber okay, meistens gibt es dort, wo man ankommt, auch WLAN, dann kann man die App schnell starten, Karte aufladen, und schon hat man Mobilfunk.
    Bei einem Tagesaufenthalt in einem anderen Land (beispielsweise ein Ostseekreuzfahrtstopp in Sankt Petersburg) hilft diese Herangehensweise natürlich nicht. Da würde sich vermutlich wirklich nur ein „Universalroaming“ lohnen. ;-)

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