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"sponsored by Oceania Cruises" - was bedeutet das für cruisetricks.de?

Karibik-Träume: Die Privatinseln der Reedereien

Eine private Insel in der Karibik: weiße Strände, Palmen, türkisblaue Lagunen, Korallenriffe. Diesen Urlaubstraum it einem Hauch Piraten-Romantik können sich gewöhnlich nur die Super-Reichen erfüllen – und Kreuzfahrt-Passagiere.

Viele Kreuzfahrt-Reedereien haben ihre eigene Privatinseln oder Privatstrände, zumeist auf einer unzähligen Inseln und Cays der Bahamas, aber auch auf Haiti, in Mexiko, vor der Dominikanischen Republik und Belize. In einer kleinen Serie stellt cruisetricks.de die Privatinseln und Privatstrände der Reedereien vor.

Auf einer Karibik-Kreuzfahrt steht für die meisten Sonne, Strand, Baden und Schnorcheln im Vordergrund. Doch dann lenken die vielen Landausflüge – von Maya-Ruinen bis Rum-Fabriken und Shopping-Touren – einen soweit ab, dass für Strand kaum noch Zeit bleibt. Zumal in viele Karibik-Häfen der nächste Strand nur per Taxi erreichbar ist und die Sicherheitslage auf vielen Inseln auch nicht so ist, dass man gerne allein an einen abgelegenen, einsamen Strand geht.

Die Privatinseln sind dagegen ideal für einen entspannten Tag im Liegestuhl am Strand. Kein Stress mit Bargeld – auf den Inseln wird einfach mit der Bordkarte bezahlt, soweit überhaupt nötig Extra kosten üblicherweise Souvenirs und Wassersport-Aktivitäten. Das große Barbecue unter Palmen und meist auch einige Getränke sind dagegen inklusive – es gelten dieselben Regeln und Preise wie auch am Schiff. Auch für Handtücher, Liegestühle und Hängematten ist gesorgt.

Zunehmend gewinnen die Privatinseln aber auch aus zwei weiteren Gründen immer mehr an Bedeutung: Bei den Bewertungen der Passagiere schneiden sie regelmäßig als beliebteste Stopps der Schiff an. Und angesichts der immer mehr Schiffe und Overtourismus-Problemen in regulären Häfen versuchen die Reedereien, selbst kontrollierte Destinationen zu schaffen, um zumindest einzelne gesicherte Anlaufpunkte für ihre Schiffe zu haben.

In diesen Trend passt auch quasi die kleine Schwester der Privatinsel, der Beach Club. Royal Caribbean baut in schneller Folge neue solche privaten Strandabschnitte, die Konkurrenz folgt und bietet ihren Passagieren damit – teils kostenlos, teils gegen Gebühr – eine entspanntere und exklusivere Umgebung für einen relativ luxuriösen Tag am Strand.

Überblick: Privatinseln der Kreuzfahrt-Reedereien

Name
Geografischer Name
wird genutzt von …
genutzt seit …
Gorda Cay
Disney Cruise Line
1998
Isla Catalina (mitgenutzter Resort-Privatstrand)
ca. 1992/93, zunächst von Costa
auf Grand Bahamas
Carnival Corp.
2025
Little Stirrup Cay
Royal Caribbean, Celebrity Cruises, Silversea
1985, umfassend erweitert 2019
Great Stirrup Cay
Norwegian Cruise Line, Regent Seven Seas, Oceania Cruises
1977
Little San Salvador Island
Holland America Line, Cunard Line, Carnvial Cruise Line, Seabourn
1997
Labadee (Privatstrand auf Haiti)
Royal Caribbean, Celebrity Cruises, Silversea
1986
Lookout Cay at Lighthouse Point
Südspitze der Insel Eleuthera
Disney Cruise Line
2024
Südspitze der Insel Eleuthera
Princess Cruises, P&O Cruises, Carnival Cruise Line
1992
Harvest Caye, Belize
Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises, Regent Seven Seas Cruises
November 2016
bei Costa Maya
Royal Caribbean, Celebrity Cruises, Silversea
für 2027 geplant
Ocean Cay
MSC Cruises, Explora Journeys
5. Dezember 2019 (ursprünglich geplant für Dezember 2017)
Sandy Cay
MSC Cruises, Explora Journeys
für 2028 geplant
Sir Bani Yas, Abu Dhabi
diverse, entwickelt von MSC Cruises
2016
Salt Cay
diverse
historisch seit den 1960er-Jahren, heute Ausflugsziel
BEACH CLUBS
Royal Caribbean, Celebrity Cruises, Silversea
für Sommer 2026 geplant
Royal Caribbean, Celebrity Cruises, Silversea
Januar 2026
Royal Caribbean, Celebrity Cruises, Silversea
für Januar 2027 geplant
Royal Caribbean, Celebrity Cruises, Silversea
für Oktober 2027 geplant
(MSC Beach Club), Freeport, Grand Bahamaa
MSC Cruises, Explora Journeys
(Baubeginn April 2026)

Freilich sind die Privatinseln der Reedereien nicht dasselbe wie eine einsame Palmen-Insel, die man ganz für sich alleine hat – dafür müsste man dann doch Johnny Depp, Shakira oder David Copperfield sein, die sich einen solchen Traum leisten. Man teilt sich die Privatinsel einer Reederei und die Strände zwangsläufig mit den anderen Passagieren des Kreuzfahrtschiffs.

Blick auf Coco Cay 2022, Blickwinkel von der Freedom of the Seas am neuen Pier
Blick auf Coco Cay 2022, Blickwinkel von der Freedom of the Seas am neuen Pier

Doch die Inseln der Reedereien sind meist so weitläufig, dass sich immer auch ein ruhiges Fleckchen zum Relaxen findet. Bei einigen gibt es einen nur für Erwachsene reservierten Strand. Wanderwege führen in den unberührten Teil der Insel. Wer sich Luxus gönnen will, lässt sich am Strand massieren oder mietet eine Cabana mit Butler.

Zur Standard-Ausstattung der Inseln gehören Badelagunen, Wasserspielplätze und betreute Bereiche für Kinder, viele Wassersport-Angebote von Jetski über Segeln bis Tauchen und Schnorcheln, gelegentlich auch mit halb-zahmen Stachelrochen sowie ein wenig Souvenir-Shopping. Darüber hinaus hat jede Insel aber auch ihre Besonderheiten, die wir in unserer Serie einzeln vorstellen wollen – etwa Reiten am Strand auf Half Moon Cay, die längste Zipline über Wasser in Labadee oder Fahrradtouren auf Castaway Cay.

Über Anleger für die Kreuzfahrtschiffe verfügen Royal Caribeans Labadee und Coco Cay, Norwegians Great Stirrup Cay und Harvest Caye, Disney Cruise Lines Castaway Cay und MSC Cruises Ocean Cay sowie Sir Bani Yas Cruise Beach. Zu anderen Privatinseln beziehungsweise Stränden wird getendert.

Wie spricht man „Cay“ aus?

Übrigens: Die Inselnamen spricht man anders aus, als man annehmen würde. „Cay“ wird wie das englische Wort „key“ gesprochen, in Lautschrift also ki: und nicht keɪ. Cay bezeichnet eine kleine Insel, die mit der Zeit aus abgestorbenen Korallen entstanden ist.

Allerdings verwenden auch Reedereien teils die eigentlich falsche Aussprach, etwa Royal Caribean, weil es sich die Aussprache als keɪ eben auf „Perfect Day“ reimt.

Historische Privatinsel Blue Lagoon Island aka „Salt Cay“ aka „Treasure Island“

Die erste Kreuzfahrt-Privatinsel dürfte Salt Cay in den Bahamas gewesen sein. Heute unter dem Blue Lagoon Island als Ausflugsziel von Nassau aus vermarktet, war diese Insel in Privatbesitz schon seit etwa Mitte der 1960er-Jahre Ziel für Anlandungen von Kreuzfahrtschiffen, entweder von Nassau aus oder direkt von Schiffe, die vor der Insel vor Anker gingen. Schon Ende des 19. Jahrhunderts war der einstige Piratenunterschlupf wegen seiner günstigen Lange nahe der Bahamas-Hauptinsel New Providence mit Nassau als Ausflugsziel beliebt und damals lange unter dem Namen „Treasure Island“ bekannt.

Privat-Häfen von Kreuzfahrtreedereien

Ein relativ neuer Trend in der Kreuzfahrt sind auch neu angelegte Kreuzfahrt-Häfen, die zumeist von einer Reederei beziehungsweise einem Kreuzfahrt-Konzern finanziert werden oder die von einer Kreuzfahrtgesellschaft zusammen mit örtlichen Behörden entwickelt und aufgebaut werden. Dabei ist die Abgrenzung zwischen reinen Privatinseln oder Privat-Häfen einerseits und einfach neuen Destinationen für Kreuzfahrtschiffe oft nicht mehr möglich.

Reedereien versuchen aber auch, nahe von bereits bestehenden Kreuzfahrthäfen, ihre eigene Infrastruktur aufzubauen, die sie dann exklusiv nutzen können. Beispiele sind etwa die Privat-Häfen der Carnval Corp.: „Amber Cove“ in der Dominikanischen Republik ganz in der Nähe von Puerto Plata oder „Mahogany Bay“ auf der Insel Roatan in Honduras, nur eine Bucht entfernt vom allgemeinen Kreuzfahrt-Hafen in der Stadt Coxen Hole.

Privatinseln und Beach Clubs außerhalb der Karibik

auch außerhalb der Bahamas und der Karibik gibt es Privatinseln und Beach Clubs. Den Anfang machte der zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehörende „Sir Bani Yas Cruise Beach“ südwestliche von Abu Dhabi. Maßgeblich zusammen mit MSC entwickelt, steht diese Destination allen Reedereien offen. Die Anmutung ist aber die einer Privatinsel und der Strand wird auch wie bei einer Privatinsel von der Crew des jeweiligen Kreuzfahrtschiffs betrieben.

Im Süden Myanmars hatte sich im November 2017 Genting Cruise Lines, später Dream Cruises genannt, für seine Tochter-Reedereien Star Cruises und Dream Cruises Exklusivrechte auf McLeod Island in Myanmar gesichert, auf der bereits ein kleines Ferienressort existiert. Das Kreuzfahrtunternehmen kooperierte mit dem Betreiber des Ressorts, ist inzwischen aber insolvent und abgewickelt. Das Land ist aufgrund der politischen Situation von der Kreuzfahrt-Landkarte vorerst verschwunden und auch die Reederei, die McLeod Island entwickelt hatte, ging zwischenzeitlich pleite, nämlich Star Cruises / Dream Cruises, ist inzwischen aber wieder im Geschäft. Ein Revival von McLeod Island ist also zumindest denkbar.

Royal Caribbean eröffnet 2026 einen Beach Club auf Santorini und plant für 2027 einen Royal Beach Club Lelepa im Südsee-Staat Vanuatu, primär für Kreuzfahrten ab Australien.

7 Kommentare

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

7 Kommentare zu „Karibik-Träume: Die Privatinseln der Reedereien“

  1. Ein paar der Inseln kennen wir ja inzwischen auch und unser Favorit ist Half Moon Cay von HAL.
    Allerdings sind wir nicht bereit, die astronomischen Preise der Strandcabanas zu bezahlen. Wir laufen gerne herum, schauen bei den Rochen vorbei, essen eine Kleinigkeit, halten uns im Schatten auf, wenn man einen Schattenplatz findet, denn die sind leider eine Seltenheit auf allen Inseln und dann geht es wieder zurück aufs Schiff.Wir sind keine Strandmenschen, aber es ist eine ganz schöne Abwechslung für wenige Stunden.

  2. Ich glaube nicht, dass MSC die Privatinseln von NCL und RCCL mitbenützen darf und ich hätte auch noch nie Fahrpläne gesehen, die die Inseln beinhalten.

  3. @Bessawissa: In der Vergangenheit war das aber tatsächlich der Fall. Und von „dürfen“ ist da natürlich keine Rede, dafür hat MSC sicherlich viel Geld bezahlt ;-) Aber trotzdem Danke für den Hinweis, aktuell fährt MSC da tatsächlich nicht mehr hin, insofern passe ich die Tabelle an. Ab Ende 2019 hat MSC dann ja jetzt eine eigene Insel, dann hat sich diese Frage eh‘ erledigt.

  4. Hallo,
    ich frage mich, ob „The Beach Club at Bimini“ von Virgin Voyages eigentlich als Privatstrand gilt und quasi auch in der Liste auftauchen müsste oder als was man dies verbuchen könnte. Wenn ich es richtig verstanden hab, ist es nicht direkt dort wo das Schiff anlegt und man wird mit Roadtrains kostenlos hin gefahren. An sich ist der Beach Club wohl teil eines Hotel Resorts, aber an Tagen an denen Virgin Voyages dort ist, dürfen die Hotel Gäste nicht rein. Irgendwie alles sehr verwirrend.

  5. @Michael: So wie ich es verstehe, ist es wohl eher ein Strandabschnitt, der für die Passagiere exklusiv zur Verfügung steht, wenn das Schiff da ist. Aber ich stimme Ihnen zu, das ist alles sehr verwirrend. Virgin Voyages legt bei der Außenkommunikation leider wenig Wert auf Fakten und Details, sondern schwafelt so nebulös herum, dass man daraus selten wirklich Konkretes ableiten kann. Klingt alles schön, aber was es genau bedeutet, erschließt sich oft nicht.

  6. Ocean Cay von MSC wird nicht gerendert, sondern auch direkt angelegt. Mit Verlassen des Schiffes steht man direkt auf der Insel.

  7. @Hans: Danke – der Beitrag ist schon etwas älter, wie man am Datum sieht und ich hatte übersehen, auch diesen Absatz zu aktualisieren ;-) Jetzt ist’s aktuell und vollständig. Auch Coco Cay hat inzwischen eine Pier.

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