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22 Stunden im Flugzeug: Die lange Anreise nach Tahiti

Schon die reine Flugzeit nach Tahiti beträgt mindestens 22 Stunden. Mit Zwischenstopps dauert die Anreise nach Französische Polynesien mindestens 26 Stunden, bei manchen Verbindungen aber auch mal 48 Stunden und mehr. Das ist der unangenehme Teil einer Traumreise in die Südsee. Deshalb will ich auf die Anreise ausnahmsweise in einem eigenen Beitrag eingehen.

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Wir sind mit Air Tahiti Nui von München via Paris und Los Angeles nach Papeete geflogen. Das ist eine der kürzesten möglichen Verbindungen: knapp zwei Stunden mit Air France nach Paris, dann zwölf Stunden von Paris nach Los Angeles und noch einmal acht Stunden von Los Angeles nach Papeete. (Offenlegung: Air Tahiti Nui hat meinen Flug gesponsert. Beeinflussen lasse ich mich dadurch in meinem Urteil nicht.)

Es ist beinahe egal, ob man westlich oder östlich einmal um die Welt fliegt. Durch bessere Anschlüsse der Weg über die USA aber deutlich schneller. Interessant ist die Direktverbindung von Air Tahiti Nui von Paris nach Papeete, weil der Flieger nur einen Tankstopp in Los Angeles einlegt und dadurch die nötige Umsteigezeit minimiert. Es entfällt das Risiko, den Anschlussflug zu verpassen, weil die Passagiere mit derselben Maschine weiterfliegen. Andere Verbindungen ab Deutschland mit zwei Zwischenstopps sind beispielsweise durch eine Kombination von Star-Alliance-Airlines möglich. Von Paris-Orly fliegt die neue Billig-Airline French Bee via San Francisco nach Papeete.

Boarding in Paris per Bus übers Rollfeld
Boarding in Paris per Bus übers Rollfeld

Air Tahiti Nui fliegt von Paris aus mit Zwischenstopp zum Tanken in Los Angeles direkt nach Papeete. Durch Code-Share mit Air France lässt sich das Gepäck von Deutschland aus direkt bis Papeete durchchecken. Wer noch weniger Risiko bezüglich Gepäckverlusts eingehen will, legt eine Übernachtung in einem Budget-Hotel am Flughafen in Paris ein. Trotz des lediglich kurzen Stop-Overs in Los Angeles ist allerdings eine Einreise in die USA unvermeidlich, was von Air Tahiti Nui aber vor Ort sehr gut organisiert ist.

22 Stunden in der Economy Class

Es ist wie es ist: 22 Stunden reine Flugzeit in der Economy Class sind kein großes Vergnügen. Überraschenderweise habe ich die Flüge aber als weniger anstrengend erlebt, als ich erwartet hatte. Das mag teils daran liegen, dass ich längere Flugstecken gewohnt bin. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass man sich in Erwartung dieser Flugstrecke von Anfang an in sein Schicksal ergibt, jeglichen inneren Widerstand sofort aufgibt und den Kopf einen Tag lang einfach abschaltet.

Eine Tiare-Blüte zur Begrüßung
Eine Tiare-Blüte zur Begrüßung

Vielleicht spielte bei mir aber auch eine Rolle, dass Air Tahiti Nui ein paar schöne Akzente gesetzt hat, die einem das Fliegen trotz aller Belastung angenehmer machen. Ein wenig polynesisches Flair und Fröhlichkeit erfasst mich schon beim Einsteigen in Paris: Flugbegleiter haben für jeden Passagiere eine Tiare-Blüte. Die steckt man sich angeblich hinters linke Ohr, wenn man vergeben ist und hinters rechte Ohr, wenn man noch auf der Suche nach einem Partner ist. Jedenfalls stimmt der Duft der TIare schon ein wenig auf Tahiti ein – so wie auch das Kabinen-Design, dezent mit Palmen und Fototapete bei den Galleys.

Persönlicher Tipp: Zwei essenzielle Accessoires sind für mich inzwischen unentbehrlich auf Langstreckenflügen: Kompressionsstrümpfe gegen anschwellende Beine und ein gutes Nackenkissen zum Schlafen auch im Sitzen in der Economy Class. Neu ausprobiert habe ich auf diesem Flug Strümpfe von Danish Endurance aus Baumwolle, die sich viel angenehmer tragen als meine bisherigen Polyester-Strümpfe. Mit normale Nackenkissen komme ich leider nicht zurecht, weil sie mir im Nacken deutlich zu dick sind. Deshalb habe ich zum ersten Mal das „J Pillow“-Reisekissen mit seiner etwas absonderlichen Form ausprobiert und bin sehr glücklich damit: kein Druck im Nacken, bequem und in verschiedenen Schlafstellungen flexibel verwendbar. (nur sicherheitshalber angemerkt: beides privat gekauft und bezahlt, nicht gesponsert!)

A340-300 mit 2-4-2-Bestuhlung

Air Tahiti Nui nutzt für diese ultra-lange Flugverbindung einen Airbus A340-300 mit 2-4-2-Bestuhlung. Zumindest wenn man zu zweit fliegt, muss man also nie andere Passagiere bitten, wenn man sich die Füße vertreten, zur Toilette oder in die Galley will.

Blick in die Kabine der A340 von Air Tahiti Nui
Blick in die Kabine der A340 von Air Tahiti Nui

Die Sitze sind nicht mehr ganz neu und wirken teils etwas abgenutzt. Sie sind aber vergleichsweise bequem, weil sie auch im Lendenwirbelbereich Unterstützung bieten – auf der Langstrecke essenziell. Auch nach dem wirklich langen Flug habe ich keine nennenswerten Rückenschmerzen, die ich sonst oft schon nach kürzeren USA-Flügen habe. Im Reise-Set sind Kopfhörer, Socken, Feuchttuch, Ohrstöpsel und Schlafmaske enthalten, plus natürlich Kopfkissen und Decke.

Das Filmangebot ist ein wenig eingeschränkt und die Musik ist rein polynesisch – was aber auch wieder nett ist, weil man sich auch damit gleich aufs Ziel einstimmen kann. Ansonsten sollte man sich vielleicht eigene Musik am Handy mitbringen. Eine USB-Ladebuchse ist vorhanden.

Die Touchscreen-Displays sind auf dem aktuellen Stand und reagieren zuverlässig schon bei leichter Berührung. Das ist vor allem für den Vordermann im Sitz angenehm, weil das Bedienen des Displays keine Erschütterungen im Sitz auslöst wie bei älteren Modellen, bei denen man schonmal robust mit dem Finger auf das Display einhacken muss, um es zu bedienen.

Essen und Service

Das Essen ist typisches Economy-Class-Essen, schmeckte mir aber beispielsweise im Vergleich zum Essen auf Lufthansa-Langstrecken nennenswert besser. Der Service ist schon durch die fröhliche, polynesische Art der Crew sehr angenehm und überraschend individuell. Dass ein Kabinensteward sich – nicht bei jeder Gelegenheit, aber hin und wieder – auch mal neben einen Gast kniet, um auf Augenhöhe zu kommunizieren, habe ich bei anderen Airlines bislang nur in der Business-Class erlebt. Zwischen den beiden am Platz servierten Mahlzeiten gibt es Getränke und Snacks (Eis, Sandwiches, Cracker) in den Galleys zur Selbstbedienung.

Polynesische Lässigkeit gilt übrigens auch sonst während des Flugs. Ist der Gang zur Economy-Toilette gerade mit Essenswägen versperrt, ist es vollkommen akzeptiert und wird mit einem einladenden Lächeln kommentiert, wenn man stattdessen die Toilette in der Business-Class benutzt. Andere Airlines lehnen das oft mit einem belehrenden Hinweis auf Sicherheitsvorschriften ab.

Alles in allem war mein Flug ein Economy-Flug, bei dem man keine Wunder erwarten darf. Es ist eben „Holzklasse“. Aber ein paar nette und – was die Bequemlichkeit der Sitze angeht – auch ganz handfeste, kleine Vorteile haben den Flug mit Air Tahiti Nui für mich persönlich recht angenehm gemacht.

Sitzplatz-Wahl

Ein Tipp für die Sitzplatz-Wahl: Die 2-4-2-Bestuhlung macht die Auswahl unkompliziert. Zwei Sitze nebeneinander gewähren immer freien Zugang zum Gang. Spannend ist bei gutem Wetter vor allem beim Hinflug die spektakuläre Landschaft im Überflug: Eisberge in Grönland, die Skyline von Los Angeles und am Rückflug der Blick auf Paris. Nur von Französisch Polynesien sieht man aus der Luft nichts, denn sowohl Ankunft als auch Abflug sind spät abends bei Dunkelheit.

Sonnenuntergang über dem Pazifik
Sonnenuntergang über dem Pazifik

Den besseren Blick hat man da typischerweise auf der rechten Seite des Fliegers. Wichtiger ist das beim Hinflug, denn der Rückflug geht ja Dank der zwölf Stunden Zeitverschiebung zweimal durch die Nacht …

Ankunft in Papeete

Ein kleines Highlight, das einen nach dem langen Flug noch einmal aufweckt und in gute Stimmung versetzt, ist die Begrüßung am Flughafen von Papeete. Auf dem kleinen Airport läuft man übers Rollfeld in die Ankunftshalle und wird dort noch vor der Passkontrolle von einer kleine Musik- und Tanz-Kombo mit fröhlicher, polynesischer Musik begrüßt.

Willkommen in Papeete, Tahiti
Willkommen in Papeete, Tahiti

Und wer nicht auf eigene Faust zum Hotel fährt, sondern vorab einen Transfer gebucht hat, wird vom Abholer mit der traditionellen, frischen Blumenkette begrüßt. Willkommen in Tahiti – das fühlt sich nach dem langen Flug großartig an.

Anmerkung*: Cruisetricks.de reist auf Einladung von Aranui Cruises mit zusätzlicher Unterstützung durch Air Tahiti Nui und Tahiti Tourisme.
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Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

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